Dr. Ingelore Ebberfeld

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Dr. Ingelore EbberfeldVon der Unmöglichkeit der Liebe
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Von der Unmöglichkeit der Liebe
Von der Unmöglichkeit der Liebe
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Erschienen am 14.09.2009

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Rezension zu "Von der Unmöglichkeit der Liebe" von Dr. Ingelore Ebberfeld

Sehr gutes Buch mit einem mehr als unglücklichen Titel
R_Mantheyvor 3 Jahren

Warum hatten die Bücher über den Zauberlehrling Harry Potter einen solchen Erfolg? Warum schluchzen vor allem Frauen gerne bei Liebesfilmen? Warum schauen sich vor allem Männer gerne Action-Filme an, in denen einsame Helden die Welt retten? Weil wir die große Illusion lieben. Oder etwa nicht?

Und da kommt nun Frau Ebberfeld daher und gibt ihrem eigentlich hervorragenden Buch einen Titel, der uns unsere größte Illusion raubt. Leider wird dieser unprofessionelle Versuch, das Mittel der Provokation einzusetzen, wahrscheinlich vor allem die wichtige Zielgruppe der weiblichen Leser von diesem Buch fernhalten. Das ist sehr schade, denn es geht in ihm gar nicht um die Liebe, sondern um das Sexualverhalten des Menschen.

Wenn die Autorin meint, dass wir Menschen aus noch näher zu bestimmenden Gründen nicht dafür geschaffen sind, mit nur einem Sexualpartner ein ganzes Leben zu verbringen, ohne ihn wenigstens gelegentlich mit anderen zu hintergehen, dann hat sie statistisch gesehen wohl Recht. Dann ist Liebe nach dieser Definition rein statistisch betrachtet zwar ziemlich unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Man kann es also drehen und wenden, wie man will, der Titel ist unglücklich gewählt und korrespondiert nicht so recht mit dem sehr interessanten und lehrreichen Inhalt des Buches, zumal jeder wohl eine andere Vorstellung von der Liebe hat.

Spätestens seit der Antike beharrt die westliche Zivilisation auf dem Irrglauben, dass die Menschen eine besondere Stellung unter den Lebewesen innehaben. Wir stehen angeblich meilenweit über den Tieren und ziemlich nahe bei den Göttern, die uns nach ihrem Ebenbilde erschufen, obwohl es wahrscheinlich genau andersherum war. Die wissenschaftlich untermauerte Wahrheit, dass es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen uns und dem Tierreich in der genetischen Steuerung des Sexualverhaltens gibt, macht die Autorin gleich zu Beginn ihres Buches sehr deutlich.

Nun kann man darüber verstört sein, weil man unseren tierischen Verwandten nicht viel zutraut. Doch bei näherem Hinsehen, sollte man eher verwundert sein, welche unglaublichen Ähnlichkeiten es gibt. Beispielsweise demonstrieren bei den Vögeln männliche Graudrosslinge bei der Brautschau die schiere Selbstlosigkeit. Sie besorgen anderen Futter, schieben Wache und machen sich auf jede mögliche Art im Schwarm nützlich. Dieser demonstrative Altruismus hat - so behaupten Verhaltensforscher - einen simplen Hintergedanken: Wer so viel für andere macht und dennoch überlebt, zeigt seine Fitness und ist deshalb genetisch gesehen erste Wahl.

Die Autorin beleuchtet die verschiedensten Strategien beider Geschlechter bei Tieren und Menschen, die zu einer bestmöglichen und vor allem zahlreichen Weitergabe der eigenen Gene führt. Denn dass dieses Ziel unser Verhalten steuert, steht inzwischen außer Frage. Ebenso klar ist, dass Männer und Frauen dabei grundverschieden vorgehen müssen, weil ihre Ausgangssituation prinzipiell anders ist. Auch das wird sehr gut und detailliert im Buch erläutert.

Wenn man das einsichtige Ziel der Natur akzeptiert, dann wird auch klar, dass eine überschäumende romantische Dauerliebe darin wenig Platz hat, was von eindeutigen Statistiken über das menschliche Paarungsverhalten bestätigt wird. Andererseits existieren in der menschlichen Gesellschaft Regeln, die unserem Sexualverhalten Grenzen auferlegen. Diese Regeln haben letztlich nur den Zweck, das Konfliktpotential, das sich zwangsläufig aus einem sexuellen Faustrecht ergeben würde, einzudämmen und die Gesellschaft vernünftig zu strukturieren. Wie stark dennoch die unbewussten genetischen Programme wirken, zeigt die Tatsache, dass ein hoher Prozentsatz der in Ehen geborenen Kinder nicht vom Ehemann stammt und dies kein Versehen ist, sondern von den Frauen (unbewusst) gewollt wurde. Einen Beweis für diese überraschende Behauptung findet der Leser in diesem Buch.

Fazit.
Natürlich ist Liebe möglich. Doch anscheinend ist eine von einem gewissen Zeitpunkt an lebenslange treue sexuelle Beziehung unter den Menschen eher selten und von der Natur offenbar auch nicht gewollt. Diese Tatsache und ihre Hintergründe zu beschreiben, ist der Autorin sehr gut gelungen. Wahrscheinlich würden viele Menschen gewisse Situationen anders verstehen, wenn sie die von der Autorin sehr gut erklärten Triebkräfte des menschlichen Sexualverhaltens kennen würden. Eine sehr lehrreiche Lektüre.

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