Dr. Nachtstrom

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Dr. NachtstromHorror-Legionen
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Horror-Legionen
Horror-Legionen
 (6)
Erschienen am 29.07.2013
Dr. NachtstromVISIONARIUM 1: Tod und Verdammnis
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VISIONARIUM 1: Tod und Verdammnis
VISIONARIUM 1: Tod und Verdammnis
 (4)
Erschienen am 17.01.2014

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Rezension zu "Horror-Legionen" von Dr. Nachtstrom

Horror-Legionen – Der Almanach deutscher Horror- und Mystery-Autoren
Elmar Hubervor 3 Jahren

„Hast du jetzt, was du brauchst?“, fragt Lilly, als ich meine Werkzeuge auf dem Küchentisch ausbreite. Ich überfliege alles. Ein Skalpell aus dem Modellbaugeschäft, ein Beil, ein Elektroschocker und natürlich Angelhaken und Schnur. „Alles da“, bestätige ich.“ (Moe Teratos: Die Rache)

Arthur Gordon Wolf: Das Engels-Fresko Die vier angehenden Models Trinidade, Chevy, Britta und Geraldine werden von einem Fremden angesprochen, der ihnen anbietet, beim neuen Projekt des weltberühmten und exzentrischen Fotografen Petrus de Bruijn mitzuwirken. Gelockt von dem mehr als großzügigen Scheck befinden sie sich nur 24 Stunden später in der prunkvollen Villa des Künstlers, der mit den vier Schönheiten sein Engels-Fresko fertig stellen will.

Melchior von Wahnstein: Illumination In der winzigen Kammer befindet sich außer ihm nur noch ein Podest mit einem Totenkopf. Der Initiationsritus zum Großmeister verfehlt seine Wirkung nicht. Eine Nacht muss er hier verbringen. eine Nacht voller Erinnerungen, Hoffnungen und Begierden.

Carmen Wienand: Rage Schon beim Aufstehen ist Mae total genervt bei der Aussicht auf einen weiteren Tag im Callcenter. Das Etwas, das in ihrer Wohnung lauert macht sich das zunutze, nistet sich in ihrem Körper ein und ermutigt sie, ihren Gefühlen endlich freien Lauf zu lassen.

Constantin Dupien: Meteoritenfeuer Nachdem er die Explosion sieht, die von einem Meteoriteneinschlag auf seinem Militärstützpunkt ausgelöst wurde, macht sich der abgewrackte Colonel Jack Brown sofort auf den Weg zur Einschlagstelle. Am Stützpunkt angekommen erwartet ihn eine böse Überraschung.

Daniela Herbst: Letzter Gedanke München Als im Münchner Stadtteil Pasing ein Umspannwerk kollabiert ist das der Anfang vom Ende. Zuerst zeigt sich über dem Stromknoten eine Lebensform aus elektrischer Energie, dann beginnen sich die Toten von München aus ihren Gräbern zu erheben.

Des Romero: Katharsis Doktor Bannister weiß selbst nicht, warum er an diesem Nachmittag noch einmal zusammen mit seiner Tochter seinen Arbeitsplatz, die Leichenhalle des Krankenhauses, zurückkehrt. Er hat den Drang seiner Tochter zu zeigen wo und was er arbeitet. Dort angekommen machen seine gewalttätigen Alpträume der letzten Zeit plötzlich einen Sinn.

Werner Skibar (Charlie Blood): Bittere Früchte Der bittere Kampf gegen das Erfrieren führt den Obdachlosen zum Wiener Naschmarkt. Trotz der frühen Morgenstunden wird einer der Stände bereits mit fremdartigen Früchten beschickt, von denen der Sandler eine mitgehen lässt. Doch der Genuss der Frucht bekommt ihm schlecht.

Guido Ahner: Nyxie Zombie Trotz ihres gerade abgeschlossenen Entzugs, beginnt Nyxie nicht nur wieder zu trinken, sie entwickelt auch immer merkwürdigere Fantasien. Dann bittet der Arzt, der sie damals auf der Notaufnahme behandelt hat, sie auch noch um ein Date.

John Aysa (Alexander Ater): Das Haus der untergehenden Sonne Die Einladung seines Onkels zum 30. Geburtstag führt Walt und seine Freunde zu einer abgelegenen und ungewöhnlich eingerichteten Waldhütte. Plötzlich ergreifen Dämonen Besitz von den Freunden.

Karin Reddemann: Die Schwarzen hinter dem Vorhang Stuffi, Memo, Lona und Ruth verbringen ihr Leben im Alexander-Haus. Bis Ruth eines Tages von den Schwarzen hinter dem Vorhang geholt wird.

Kristina Lohfeldt: Der letzte Märchenprinz Ungeduldig erwartet sie die Ankunft ihres letzten Verehrers in ihrer hochgelegten Kammer in dem ansonsten verlassenen Turm. Mit seiner Hilfe wird es ihr endlich möglich sein, ihr Gefängnis zu verlassen.

Marc Gore: The Chick and the Wolfman Nach einem Banküberfall geraten das Gaunerpärchen Clive und Betsy an einen schmierigen Motelbesitzer, eine Bande brutaler Rocker und einen Polizisten der Amtsmissbrauch betreibt. Gut für Betsy, dass ihr Lover ein Werwolf ist, der seine Kräfte auch ohne den Vollmond entfesseln kann.

Marc Hartkamp: Blacklight Mit seiner Erfindung, einen Schwarzlicht, mit negativer Wellenlänge, gelingt es Dr. Gerber, einen Blick in die jenseitige Welt zu werfen. Doch die Wesen hinter dieser Grenze können ihn ebenfalls sehen.

Meryjaine Webster: Der Selbstversuch Der Keller des abgelegenen Ferienhauses wurde zu einem “Hobbykeller” für spezielle Ansprüche ausgebaut. Perfekt, um sexuelle Fantasien auszuleben oder um die Opfer der Loge darzubringen.

Michael Sonntag: Die Rotkäppchenfalle Was wäre, wenn Rotkäppchens Geschichte vom Wolf, der ihre Großmutter gefressen hat, nur eine List war, um den Jäger in das abgelegene Haus zu locken.

Michael Sonntag: Stadt ohne Sheriff Daniel, Rick und Bruce Layton versprechen sich leichtes Spiel in der “Stadt ohne Sheriff” und tatsächlich läuft ihr Falschspiel und auch der Bankraub wie am Schnürchen. doch hier gibt es vielleicht keinen Gesetzeshüter, doch dafür etwas anderes.

Moe Teratos: Die Rache Endlich entdeckt Gina die beiden Schweine auf Facebook, die damals ihr Freundin Andra und sie selbst vergewaltigt und zum Sterben in den See geworfen haben. Nun kann sie Rache nehmen.

Rona Walter: Error Mit einer Auswahl vielversprechender Baumarktwerkzeuge erhält ein Konzernchef seine Lektion über den bevorstehenden Kollaps des Systems, den absoluten gesellschaftlichen Error der unweigerliche eintritt, wenn immer mehr menschliche Arbeitsplätze zugunsten lohnfreier Automaten wegfallen.

Sean Beckz: Der Tätowierer Der strahlend schöne Samstagmorgen ist wie geschaffen, um es sich gutgehen zu lassen, den Luxus zu genießen, den das privilegierte Leben bietet und seine Fertigkeiten als Tatookünstler zu verbessern. So begibt sich der Tätowierer in den Keller zu seinem Modell.

Sönke Hansen: House of the rising sun Der Überfall auf das Einkaufszentrum HOTRS, den Vincent und drei seiner Kumpels geplant haben läuft gründlich schief. Plötzlich stehen sie einer Horde weiblicher: wenn auch gut gebauter: Dämonen und einer riesigen Teufelsgestalt gegenüber.

Stefanie Maucher: Haut Als er erwacht ist er in der Dunkelheit festgeschnallt. seine Haut wird in dieser Situation sein wichtigstes Sinnesorgan. Und mit ihr spürt er die behandschuhte Hand, die ihn dazu bringen will zu bereuen.

Thomas Backus: Frischfleisch Brutus und seine Gang freuen sich über den knackigen Neuzugang in ihrem Zellentrakt. Frischfleisch für ihre Prügel. doch Wut und schmerz wecken das Tier in dem Neuen. Und das Tier will ohne Pause gefickt werden. Danach muss es fressen.

Tim Svart: Musik der Finsternis Der neue Mieter wird Zeuge eines sonderbaren nächtlichen Violinspiels, für das offenbar eine weitere Hausbewohnerin, Viola, verantwortlich ist. Die Neugier keimt in ihm, er passt sie ab, spricht sie an und erliegt ihren weiblichen Reizen. Doch die seltsame Musik die er gehört hat, will sie vor ihm nicht spielen. Und der Blick aus dem Giebelfenster ihres Zimmers, den er beim Liebespiel erhaschen kann, zeigt eine ganz und gar fremde Welt.

Tony Lucifer (Dr. Nachtstrom): Ave Anus Früh am winterlichen Morgen macht sich der kleine Peter auf den Weg durch den Schnee, um seine Pflicht als Ministrant zu erfüllen. doch ahnt er nicht, was ihn an diesem Morgen in der Dorfkirche erwartet.

Torsten Scheib: Illusion Was ist nur los heute? Zuerst dieser schlurfende Penner, der ihm vor den Wagen torkelt, dass sprechen Frau und Tochter nicht mehr mit ihm als er ihnen die perfekt gelungen Katze serviert. Manchmal hat er das Gefühl,, der letzte Mensch auf der Welt zu sein.

Vincent Voss: Folge der Stimme aus dem Anus Praeter Der Pfleger Sören staunt nicht schlecht, als Fr. Brüggemans künstlicher Darmausgang mit ihm zu sprechen beginnt. Im Tausch gegen Nahrung: Fleisch: würde er ihn in fremdes und geheimes Wissen einweihen.

Xander Morus: Das Wrack der Zombies Die Weltenbummler Daniel, Jill, Steve und Manou haben einen Hinweis erhalten, dass auf einem der Wracks auf dem Schiffsfriedhof von Nouadkibou, West-Afrika, noch eine erhebliche Menge Geld versteckt sein soll. Gedacht um die afrikanischen Beamten zu bestechen und dann vergessen. Doch auf dem Wrack warten noch andere Überraschungen auf die Globetrotter.

“Du solltest dir einschlägige Filme ansehen, dann wüsstest du, dass wir uns in einem Klischee befinden.” “Was? Wovon redest du?” “Ein einsames Haus im Wald. Ein Friedhof. Keine Verbindung zur Außenwelt. eine Clique von Leuten, die Party machen will. Unbekannte Bücher mit lateinischen Texten. Spaß, Sex, Lesen, Beschwörung des Bösen. Einer nach dem anderen stirbt.” (John Aysa: Das Haus der untergehenden Sonne)

MEINUNG

Nachdem das Anthologiengeschäft einige Jahre wohl doch eher stiefmütterlich angegangen wurde und nur Michael Schmidt mit seinem ZWIELICHT-Magazin eine ernstzunehmende Reihe an originellen phantastischen Geschichtensammlungen abgeliefert hat, kommt nun ausgerechnet der Österreicher Walter Brantner alias Dr. Nachstrom als selbst ernannter Phantastik-Revoluzzer daher, rotzt bei dem jungen Amrûn-Verlag eine Anthologie mit nicht weniger als 26 AutorInnen und über 500 Seiten raus und bezeichnet das Ding auch gleich noch als „Almanach deutscher Horror- und Mystery-Autoren“ als hielte man hier ein Who-is-Who der deutschen Phantastik in Händen. Dabei holte sich der Doc für dieses Machwerk eine erkleckliche Anzahl der immer noch kritische beäugten Horror-Selfpublisher ins Boot und stellt diese jungen wilden Schmierfinken (wie Sean Beckz, Tim Svart, Marc Gore, Moe Teratos, Xander Morus) gleichwertig neben bekannte und verdiente Namen (wie Arthur Gordon Wolf, Torsten Scheib, Thomas Backus, Vincent Voss).

Ironiemodus wieder aus und mal Hand auf Herz: Klappern gehört doch zum Handwerk und wer würde denn ein Buch kaufen, auf dem steht „Mittelprächtige Geschichten einiger leidlich bekannter AutorInnen“? Von der Tatsache, dass diese Diskussion tatsächlich so ähnlich stattgefunden hat, sollte man sich im Vorfeld jedoch nicht beeindrucken lassen sondern lieber davon, dass es durchaus Hand und Fuß hat, was der gute Doc so anpackt, siehe z.B. das VISIONARIUM-Magazin inkl. seiner Ableger (https://visionariumjournal.wordpress.com/). Und immerhin haben auch die altgedienten und bekannten AutorInnen einmal so angefangen. Und legt man weiterhin die Tatsache zugrunde, dass es in der Natur einer Anthologie liegt, dass nicht jede Geschichte für jeden Leser gleich gut zündet, hat man mit den HORROR-LEGIONEN insgesamt ein beachtenswertes Storypaket in der Hand. Natürlich sind nicht alle Beiträge ein Ausbund an Originalität: tatsächlich fühlt man sich hier sogar sehr oft an bekannte Stoffe erinnert, die nur oberflächlich variiert wurden (EVIL DEAD, RAPUNZEL, FROM DUSK TILL DAWN, Lovecrafts AUS DEM JENSEITS und DIE MUSIK DES ERICH ZANN). Außerdem ist eine starke Konzentration von Folter- und Zombieszenarien zu erkennen, die teils auch unglücklich hintereinander platziert wurden. Dass es jedoch auch hier positive Überraschungen gibt beweisen z.B. Moe Teratos mit DIE RACHE und Torsten Scheib, der mit seiner Geschichte ILLUSION den 3. Platz der Kategorie „Beste Kurzgeschichte“ beim VINCENT PREIS 2013 belegte. Weitere Preisträger sind Arthur Gordon Wolfs DAS ENGELS FRESKO (Platz 2, „Beste Kurzgeschichte 2013“ und Tim Svarts Lovecraft-Hommage MUSIK DER FINSTERNIS (Platz 5, „Beste Kurzgeschichte 2012“), die hier erstmalig als Printversion erscheint. Die Sammlung selbst konnte außerdem Platz 4 der Kategorie „Beste Anthologie 2013“ für sich verbuchen.

Für diejenigen, die auch die anderen Aktivitäten von Dr. Nachtstrom verfolgen, bieten die HORROR-LEGIONEN mit Melchior von Wahnsteins ILLUMINIATION und Werner Skibars BITTERE FRÜCHTE kleine Tie-Ins zum PANTHERION-Universum. OMEN- und MORBUS-Leser werden den einen oder anderen Hinweis entdecken.

Wie bei jeder Geschichtensammlung wird jeder Leser hier seine ganz persönlichen High- und Lowlights finden. Die Kunst ist jedoch, diese so auszuwählen und anzuordnen, dass auch die schwächeren Beiträge von den Glanzpunkten getragen werden und die Sammlung insgesamt einen positiven Eindruck hinterlässt. Das gelingt hier fraglos, auch wenn man m.E. einige Beiträge besser an anderer Stelle einsortiert hätte.

Besonderes Augenmerk verdienen auch die fiktiven (?) Biografien der AutorInnen, die von Bloggerin, Autorin und Szenekennerin Carmen Weinand verfasst wurden. Jedem/r ihrer KollegInnen schreibt sie eine mythische Abstammung auf den Leib die keinen Zweifel daran lässt warum die- oder derjenige denn heute Horrorgeschichten schreibt.

Das Covermotiv wurde von Sean Beckz erstellt und fällt eher durch sein Ungleichgewicht der Proportionen ins Auge, entbehrt jedoch nach einer Zeit der Gewöhnung nicht einer gewissen bedrohlichen Aura. Trotzdem hat Hr. Beckz bei seinen eigenen Büchern schon weit bessere Arbeit abgeliefert (z.B. bei VERFAULT 2).

Am Rande können die HORROR-LEGIONEN inzwischen auch als inoffizieller Startschuss für eine neue Welle an deutschen Phantastikanthologiereihen gesehen werden. Der schon erwähnte Herausgeber Michael Schmidt hat es mit ZWIELICHT vorgemacht, das gerade in die fünfte Runde gegangen ist, von Constantin Dupiens MÄNGELEXEMPLAREn ist Band 3 angekündigt und auch die HORROR-LEGIONEN selbst gingen unter der Herausgeberschaft von Christian Sidjani zum Jahresende 2014 in die zweite Runde.

FAZIT

HORROR LEGIONEN ist vielleicht nicht der auf dem Cover versprochene „Horror-Almanach“, verpasst dem Genre jedoch fraglos eine gehörige Frischzellenkur, da hier auch die jüngste Generation deutscher Horror-Schreiber hier ein Forum findet.

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Rezension zu "VISIONARIUM 1: Tod und Verdammnis" von Dr. Nachtstrom

Visionarium 1: Tod und Verdammnis
Elmar Hubervor 3 Jahren

„Die Familie saß friedlich zusammen. Vor dem essen hatte Simone an den Puppen gearbeitet, die im hinteren Teil der Küche aufgehängt waren. Das Mädchen hatte mit Händen und Füßen deutlich gemacht, dass das draußen dieser gefährliche Mann war. Aber weder die Mutter noch Gregor hatte es alarmiert; sie zeigten überhaupt keine Reaktion. Alles war ganz normal. Gregor hatte gekocht – frische Innereien.“
(Martin Compart – Im Wald)

STORIES

Martin Compart: Im Wald

Gill findet tatsächlich eine Spur der verschwundenen Jugendlichen. Eine kalte Feuerstelle im Wald. Doch offenbar hat jemand sich die Mühe gemacht und die Zelte sowie weitere Spuren verschwinden zu lassen. Außerdem wird er aus dem Dickicht beobachtet.

Christina Scholz: Children of the Revolution

Mit Unterstützung der Deutschen Bahn in Dortmund gestrandet, muss sich der Protagonist nahe dem Universitätsgelände eine Unterkunft für die Nacht suchen. Bereits am Abend lassen seltsame Ereignisse die offenbar menschenleere Hochschule bedrohlich erscheinen. Doch erst am nächsten Morgen enthüllt sich ihm das wahre Ausmaß der Ereignisse.

John Aysa: Ein strahlend schöner Morgen

Hitze und Strahlung zwingen die Menschen, den Tag über in ihren brütend heißen Wohnungen zu bleiben. Die Grundversorgung ist rationiert und unterirdisch werden die ersten Megastädte gebaut. Plötzlich lässt die verirrte Kugel eines Polizisten, der einen Amokläufer über die Dächer verfolgt, das schützende Glas einer der nahen Wohnungen zerplatzen.

„Warum man das Projekt verstecken musste? Weil es sich seit seinen frühesten Tagen – erst ziemlich alchemielastig, aber immer unter Miteinbezug der neuesten Erkenntnisse der Genforschung – mit dem Experiment beschäftigte, die DNS verschiedener Spezies zu kombinieren, um so einen widerstandfähigen, hyperintelligenten Übermenschen zu schaffen.“
(Christina Scholz: Children of the Revolution)

MEINUNG

Die Österreicher rüsten auf in Sachen Phantastik. Nach Evolver Books und dem mkrug-Verlag, drängen nun noch die „Pantherion“-Macher mit der Edition Gwydion (vorher Edition preQuel) ins Blickfeld der Phantastik-Fans. „Die Edition Gwydion ist ein Autorenverband von Selbstverlegern, der gemeinsame Interessen und Know-How im Bereich des Self-Publishing teilt.“ Neben den Beiträgen zum multimedialen PANTHERION-Univerversum (http://www.pantherion.at/) und Einzelbänden der beteiligten Autoren wurde das Magazin VISIONARIUM lanciert, das mit seiner Mischung aus „illustrierten Kurzgeschichten zeitgenössischer Autoren, Exklusiv-Interviews, Rezensionen und außergewöhnlichen Reportagen“ „Absinth für den Geist“ verspricht. Optisch orientiert sich die Covergestaltung von Jörg Vogeltanz dann auch passenderweise am Jugendstil. Selbstverständlich sind die Veröffentlichungen vornehmlich als ebooks, aber auch über Amazon als print (realisiert über Amazon CreateSpace) erhältlich.

Die VISIONARIUM-Ausgabe 1 hält drei Geschichten bereit, die zwar eindeutig zu modern ausgefallen sind, um zu dem proklamierten „Absinth-für-den-Geist“- und „New Decadence“-Image passen wollen aber dennoch hervorragend zu unterhalten wissen.

„Krimipapst“ Martin Compart lässt den aus DER SODOM-KONTRAKT und DIE LUZIFER-CONNECTION bekannten Ex-Söldner Gill auf der Suche nach zwei verschwundenen Jugendlichen inzestuöse Kannibalen (WRONG TURN lässt grüßen) treffen. Das Ergebnis ist eine knochentrockene Backwoods-Granate, die dankbarerweise nicht über Gebühr strapaziert wird. Christina Scholz Protagonist scheint unbemerkt die Grenzen der Realität hinter sich zu lassen und enttarnt die Hochschule Dortmund als Hochburg genetischer Experimente. John Aysa bleibt derweil der Postapokalypse treu und bietet eine aus verschiedenen Blickwinkeln erzählte Episodengeschichte aus einer überbevölkerten Megastadt. Abwechslung ist also garantiert und jede Geschichte ist mit einem exklusiven Grafik wechselnder Künstler garniert.

Der Artikeln/Interview-Teil liefert ein Interview, das Dr. Nachtstrom mit Horror-/Thrillerautor Andreas Gruber geführt hat, der über seinen schriftstellerischen Werdegang, seine Vorstellungen der Zukunft und die aktuellen Entwicklungen auf dem Buchmarkt plaudert. Weiterhin beschäftigt sich Le Docteur in einem Rezensionsartikel mit einigen weniher populären Genrecrossover-Romaen. Bernhard Reicher erkundet in seiner Reportage, was passiert, „Wenn die großen Alten Wirklichkeit werden“. Der Weg des etwas wirren Artikels reicht von Alan Moores NEONOMICON bis zum Treffen mit einer Chaosmagierin.

Vervollständigt wird das Magazin mit den Vorstellungen der Herausgeber, Autoren und Künstler sowie Werbung in eigener Sache.

FAZIT

Die Österreicher machen mobil. Sehr schöne erste Ausgabe des Phnatastik-Magazins vom Autorenkollektiv „Edition Gwydion“ mit exklusivem Material von John Aysa und Martin Compart.

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RobertPreiss avatar

Rezension zu "VISIONARIUM 1: Tod und Verdammnis" von Dr. Nachtstrom

Neue Zeitschrift
RobertPreisvor 5 Jahren

Phantastik-Fans mit Hingabe zur dunklen Seite der Literatur sind hier perfekt aufgehoben. Bernhard Reicher und Dr. Nachstrom haben in ihrer ersten Ausgabe des Periodikums "Visionarium" zwar einen starken Hang zu Lovecraft, aber das dürfte sich auch bald wieder legen. Eine tolle Story von John Aysa und ein wirklich gelungenes, vor allem für Buch-Affine sehr interessantes Interview mit Andreas Gruber finden sich hier zwischen tollen Illustrationen (Anna Maria Jung!). Kurzum: das Ding gehört in jedes Bücherregal, das eine Ecke für finstere Genres hat.

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