Drago Jančar

 4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Die Nacht, als ich sie sah, Der Galeot und weiteren Büchern.
Drago Jančar

Lebenslauf von Drago Jančar

Jancar ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren seines Landes mit einem umfangreichen literarischen Werk; seine Romane, Essays und Stücke wurden in viele Sprachen übersetzt. Geboren 1948 in Maribor, studierte er Jura, war PEN-Präsident und hat sich mit seiner publizistischen Tätigkeit gegen die ehemalige jugoslawische Regierung gestellt – mit einer Haftstrafe bezahlte er für seinen Mut. Heute lebt er in Ljubljana und ist weiterhin politisch-publizistisch tätig. Preise: 1993 erhielt Jancar den Preseren-Preis, 1994 den Europäischen Preis für Kurzprosa, -b_2007 den Jean-Améry-Preis für Essayistik". Zitate: „Drago Jancar hat, und das ist sein poetisches Verdienst, mit seinem Band ein gehöriges Quantum an Apokalypse eingefangen. Fortschrittsungläubige werden in dieser aufgehobenen Vergangenheit Aktuelleres entdecken: Ansätze einer unheimlichen Gegenwart.“ Ulrich Weinzierl, FAZ

Alle Bücher von Drago Jančar

Sortieren:
Buchformat:
Die Nacht, als ich sie sah

Die Nacht, als ich sie sah

 (5)
Erschienen am 01.09.2015
Der Baum ohne Namen

Der Baum ohne Namen

 (3)
Erschienen am 01.09.2010
Katharina, der Pfau und der Jesuit

Katharina, der Pfau und der Jesuit

 (3)
Erschienen am 15.08.2007
Nordlicht

Nordlicht

 (1)
Erschienen am 01.09.2011
Luzias Augen

Luzias Augen

 (1)
Erschienen am 10.10.2005
Rauschen im Kopf

Rauschen im Kopf

 (1)
Erschienen am 15.03.1999
Die Erscheinung von Rovenska

Die Erscheinung von Rovenska

 (1)
Erschienen am 01.02.2001

Neue Rezensionen zu Drago Jančar

Neu
W

Rezension zu "Die Nacht, als ich sie sah" von Drago Jančar

Ein Meisterwerk
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



Drago Jancar gilt heute als der bedeutendste Schriftstellers des jungen Sloweniens. Vor der staatlichen Selbständigkeit zu Zeiten von Titos Jugoslawien saß er wegen feindlicher Propaganda des Öfteren in Haft.

Als im März 2015 die sterblichen Überreste von Ksenja Hribar und ihrem Mann Rado in einem Wald in Oberkrain gefunden wurden, nachdem sie 1944 von Partisanen aus ihrer Burg Strmol verschleppt wurden, da war ein Verbrechen aufgeklärt, das über eine lange Zeit noch die Geschichtenerzähler  in den Cafes des Landes faszinierte.  Dragor Jancar nimmt diese wahre Begebenheit zum Anlass seines neuen Romans, in dem er diese schillernde Frau in den Erinnerungen von insgesamt fünf Personen, die er ihr begegnen lässt in den Jahren vor ihrem Tod, wieder auferstehen und lebendig werden lässt.

Im Roman heißt sie Veronika Zarnik und ihr Mann Leo. Zunächst erzählt der Offizier, der Veronika noch vor dem Krieg das Reiten beibringt und sich dabei in sie verliebt, wie er durch den Einfluss von Leo Zarnik versetzt wird in die Provinz, seine Karriere abstürzt, sie aber zunächst mit ihm geht und zu ihm hält. Schon in dieser ersten Näherung wird deutlich, welche Persönlichkeit diese Frau ist. Sie kann Flugzeuge fliegen, liebt Pferde und das Reiten und auch Papageien und Alligatoren. Einmal , so erzählt man sich, habe sie einen Alligator auf der Straße spazieren geführt.

In den folgenden Beschreibungen eines deutschen Wehrmachtsarztes, der auf dem Schloß der Zarniks öfter zu Gast war, ihrer hinfälligen Mutter, einer Haushaltshilfe und eines Partisans, der an ihrer Verschleppung beteiligt war, entfaltet Drago Jancar nicht nur ein buntes Kaleidoskop einer schillernden Persönlichkeit, sondern auf dem Hintergrund der Geschichte Veronikas und ihres Schicksals erzählt er vom Schicksal einer ganzen Epoche, vom Aufstieg der Nazis, über die Partisanen Titos bis zur kommunistischen Herrschaft nach dem Krieg.

Es gelingt ihm auch sprachlich ganz hervorragend, das Einzelschicksal von Veronika und den fünf Menschen, die ihre Erfahrungen mit ihr beschreiben, sehr konkret und unideologisch zu verknüpfen mit den politischen Umständen dieser Zeit.  So wird nicht nur das Porträt einer ganz außergewöhnlichen  Frau gezeichnet, sondern auch eines Landes, dessen Geschichte mir bisher sehr fremd war.

Kommentieren0
7
Teilen

Rezension zu "Die Nacht, als ich sie sah" von Drago Jančar

Ich sah sie leider nicht wirklich
Bibliomaniavor 3 Jahren

Basierend auf einer wahren Begebenheit, wird das Verschwinden von Veronika Zarnik und ihrem Mann Leo eines Nachts im Jahr 1944 rekonstruiert. In diesem Buch wird vor allem Veronika aus der Sicht von fünf engeren Personen beschrieben. Es kommen ihr Liebhaber, ihre Mutter, ein Freund, der deutscher Arzt ist, das Dienstmädchen und ein Stallhelfer zu Wort. Es sollte ihr Leben erzählt werden, doch leider ging es hauptsächlich um diese eine Nacht und auch viel um die Geschichten und Leben der anderen Personen. Das hat mich leider gar nicht so interessiert. Schade, ich hätte Veronikas Leben sehr interessant gefunden, aber ein richtiges Bild konnte ich mir von ihr nach der Lektüre nicht machen. Es hat mich ein wenig gelangweilt und nur stellenweise meinen Erwartungen entsprochen.

Kommentieren0
7
Teilen

Rezension zu "Die Nacht, als ich sie sah" von Drago Jančar

Spannung bis zur letzten Seite ...
maggie_greenvor 3 Jahren

Der melancholische und fesselnde Stil Jancars verursacht Gänsehaut. In "Die Nacht, als ich sie sah" fiebert man mit der wilden und verrückten Veronika Zarnik mit, versteht ihren Schmerz wie ihre Langeweile, die sich in ihrem Herzen ausbreiten ebenso wie man dem Offizier Stevo und auch Veronikas Mutter nachempfinden kann, die durch das plötzliche wortlose Verschwinden der Protagonistin an die Grenzen ihres Verstandes gedrängt werden. All das wird wundersam und tragisch eingebettet in schaurige Szenen aus einem im Wandel des Krieges begriffenen Königreich Jugoslawien. Das Buch hält einen bis zur letzten Seite in Atem. 

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Drago Jančar wurde am 13. April 1948 in Maribor (Slowenien) geboren.

Community-Statistik

in 14 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks