Drago Jančar Die Erscheinung von Rovenska

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Inhaltsangabe zu „Die Erscheinung von Rovenska“ von Drago Jančar

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  • Rezension zu "Die Erscheinung von Rovenska" von Drago Jančar

    Die Erscheinung von Rovenska

    Hallogen

    11. December 2010 um 20:39

    Einige der Novellen sind sehr schwer zugänglich („Avestina“, „Die Königin“), andere fast schon zu leicht geraten (die Titelerzählung ist lang und inhaltsarm, wenngleich das zentrale Bild eines Wellenbrechers gelungen ist). Am besten gefallen haben mir „Sonntag in Mitterau“, ein Stadtbild, das sich religiöser Symbolik bedient, und „Joycens Schüler“, das vom Schicksal eines Slowenen berichtet, der einst bei James Joyce englisch lernte, vor allem aber „Briefe aus einer anderen Welt“, ein herrlich wehmütiges und poetisches Werk, das von einer Frau berichtet, die Wegbereiterin im wissenschaftlichen Betrieb Sloweniens war, und nun wegen einer Affäre mit einem Schriftsteller von einem Biographen desselben aufgesucht wird. Die Besuche bei der alten Frau sind zugleich ein Einblick in eine untergehende Welt, und unerklärliche Dinge lassen den Biographen immer wieder kommen. Zudem gelingen dem Autor hier schöne Bilder, etwa vom Ungeheuer des Müllautos. Die historischen Erzählungen („Die Erscheinung von Rovenska“ berichtet vom Mexiko-Abenteuer des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Max fokussiert dabei auf einen enthusiastischen Wasserkopf, „Feuer“ von der Hinrichtung Balthasar Hubmaier in Wien; dazu das aus einem Chronikeintrag entstandene „Die Königin“ und „Joycens Schüler“) wirken mir ein wenig zu nacherzählt, lösen sich nicht genug vom historischen Stoff. „Der Rest der Geschichte“ schildert die Schwierigkeit eines Schriftstellers sich in eine historische Zeit reinzuversetzen. Interessant und wichtig ist „Die Geschichte von den Augen“, weil hier mit einem Mythos aufgeräumt wird, der in Jugoslawien Verbreitung fand: der italienische Schriftsteller Curzio Malaparte hatte zeitweise mit den Faschisten sympathisiert und so auch dem kroatischen Diktator Ante Pavelic gehuldigt. Nachdem er sich von den Faschisten distanzierte, schuf er in seinem Roman „Kaputt“ ein gruseliges Bild von seinem Besuch bei Pavelic: auf dem Tisch des Massenmörders habe eine Schale voller Augen gestanden. Wie dieses literarische Bild immer mehr zu einem realen Ereignis stilisiert wurde, zeichnet er zwar nur kurz nach, doch ist das auch nicht seine Intention, sondern er vergleicht dieses vom fiktiven zum realen gewordene Bild mit einem zweiten, das real ist, aber von niemandem geglaubt wird. Auch bei diesem geht es um Augen: um die von Albert Einstein in einem Marmeladenglas...

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