Drago Jančar Die Nacht, als ich sie sah

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht, als ich sie sah“ von Drago Jančar

In einer Nacht, kurz nach Neujahr 1944, führt eine Gruppe von Tito-Partisanen Veronika Zarnik und ihren Mann Leo aus ihrem Schloss in Slowenien ab, von da an verlieren sich ihre Spuren. Aus den Erinnerungen von fünf Personen setzt sich das Bild einer schillernden jungen Frau zusammen: Pilotin, Liebhaberin von Papageien, Alligatoren und Pferden. Der Offizier, die Mutter, der deutsche Wehrmachtsarzt, die Haushaltshilfe, der Partisan berichten von einer unbändigen Lebensfreude, die jenseits des politischen Geschehens ein privates Idyll aufrechtzuerhalten sucht. Bis der Strom der Geschichte diese Illusion mit sich fortreißt.

Ein Mensch hat viele Facetten. Sehr differenziertes Porträt einer jungen Frau, eine Geschichte über Liebe und Leid.

— Schmiesen

Schade, die Geschichte einer Frau hatte ich mir anders vorgestellt, zu wenig von ihr...

— Bibliomania

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Gut geschrieben, regt zum Nachdenken an, berührt mich persönlich aber nicht genug.

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  • Ein Meisterwerk

    Die Nacht, als ich sie sah

    WinfriedStanzick

    09. November 2015 um 11:18

    Drago Jancar gilt heute als der bedeutendste Schriftstellers des jungen Sloweniens. Vor der staatlichen Selbständigkeit zu Zeiten von Titos Jugoslawien saß er wegen feindlicher Propaganda des Öfteren in Haft. Als im März 2015 die sterblichen Überreste von Ksenja Hribar und ihrem Mann Rado in einem Wald in Oberkrain gefunden wurden, nachdem sie 1944 von Partisanen aus ihrer Burg Strmol verschleppt wurden, da war ein Verbrechen aufgeklärt, das über eine lange Zeit noch die Geschichtenerzähler  in den Cafes des Landes faszinierte.  Dragor Jancar nimmt diese wahre Begebenheit zum Anlass seines neuen Romans, in dem er diese schillernde Frau in den Erinnerungen von insgesamt fünf Personen, die er ihr begegnen lässt in den Jahren vor ihrem Tod, wieder auferstehen und lebendig werden lässt. Im Roman heißt sie Veronika Zarnik und ihr Mann Leo. Zunächst erzählt der Offizier, der Veronika noch vor dem Krieg das Reiten beibringt und sich dabei in sie verliebt, wie er durch den Einfluss von Leo Zarnik versetzt wird in die Provinz, seine Karriere abstürzt, sie aber zunächst mit ihm geht und zu ihm hält. Schon in dieser ersten Näherung wird deutlich, welche Persönlichkeit diese Frau ist. Sie kann Flugzeuge fliegen, liebt Pferde und das Reiten und auch Papageien und Alligatoren. Einmal , so erzählt man sich, habe sie einen Alligator auf der Straße spazieren geführt. In den folgenden Beschreibungen eines deutschen Wehrmachtsarztes, der auf dem Schloß der Zarniks öfter zu Gast war, ihrer hinfälligen Mutter, einer Haushaltshilfe und eines Partisans, der an ihrer Verschleppung beteiligt war, entfaltet Drago Jancar nicht nur ein buntes Kaleidoskop einer schillernden Persönlichkeit, sondern auf dem Hintergrund der Geschichte Veronikas und ihres Schicksals erzählt er vom Schicksal einer ganzen Epoche, vom Aufstieg der Nazis, über die Partisanen Titos bis zur kommunistischen Herrschaft nach dem Krieg. Es gelingt ihm auch sprachlich ganz hervorragend, das Einzelschicksal von Veronika und den fünf Menschen, die ihre Erfahrungen mit ihr beschreiben, sehr konkret und unideologisch zu verknüpfen mit den politischen Umständen dieser Zeit.  So wird nicht nur das Porträt einer ganz außergewöhnlichen  Frau gezeichnet, sondern auch eines Landes, dessen Geschichte mir bisher sehr fremd war.

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  • Ich sah sie leider nicht wirklich

    Die Nacht, als ich sie sah

    Bibliomania

    05. November 2015 um 18:04

    Basierend auf einer wahren Begebenheit, wird das Verschwinden von Veronika Zarnik und ihrem Mann Leo eines Nachts im Jahr 1944 rekonstruiert. In diesem Buch wird vor allem Veronika aus der Sicht von fünf engeren Personen beschrieben. Es kommen ihr Liebhaber, ihre Mutter, ein Freund, der deutscher Arzt ist, das Dienstmädchen und ein Stallhelfer zu Wort. Es sollte ihr Leben erzählt werden, doch leider ging es hauptsächlich um diese eine Nacht und auch viel um die Geschichten und Leben der anderen Personen. Das hat mich leider gar nicht so interessiert. Schade, ich hätte Veronikas Leben sehr interessant gefunden, aber ein richtiges Bild konnte ich mir von ihr nach der Lektüre nicht machen. Es hat mich ein wenig gelangweilt und nur stellenweise meinen Erwartungen entsprochen.

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  • Spannung bis zur letzten Seite ...

    Die Nacht, als ich sie sah

    maggie_green

    15. October 2015 um 15:04

    Der melancholische und fesselnde Stil Jancars verursacht Gänsehaut. In "Die Nacht, als ich sie sah" fiebert man mit der wilden und verrückten Veronika Zarnik mit, versteht ihren Schmerz wie ihre Langeweile, die sich in ihrem Herzen ausbreiten ebenso wie man dem Offizier Stevo und auch Veronikas Mutter nachempfinden kann, die durch das plötzliche wortlose Verschwinden der Protagonistin an die Grenzen ihres Verstandes gedrängt werden. All das wird wundersam und tragisch eingebettet in schaurige Szenen aus einem im Wandel des Krieges begriffenen Königreich Jugoslawien. Das Buch hält einen bis zur letzten Seite in Atem. 

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