Dror Mishani

 4 Sterne bei 25 Bewertungen

Lebenslauf von Dror Mishani

Der israelische Schriftsteller Dror Mishani ist Lektor bei Keter Books in Jerusalem und Literaturprofessor, spezialisiert auf die Geschichte der Kriminalliteratur. Seine Krimireihe um den Inspektor Avi Avraham sorgt für große Aufmerksamkeit und wurde in zahlreiche Länder verkauft.

Neue Bücher

Drei

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Erscheint am 28.08.2019 als Hardcover bei Diogenes.

Drei

Erscheint am 28.08.2019 als Hörbuch bei Diogenes.

Alle Bücher von Dror Mishani

Cover des Buches Vermisst (ISBN:9783423215961)

Vermisst

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Erschienen am 19.06.2015
Cover des Buches Die schwere Hand (ISBN:9783552058842)

Die schwere Hand

 (3)
Erschienen am 29.01.2018
Cover des Buches Drei (ISBN:9783257070842)

Drei

 (2)
Erscheint am 28.08.2019
Cover des Buches Vermisst (ISBN:9783837123111)

Vermisst

 (1)
Erschienen am 12.08.2013
Cover des Buches Drei (ISBN:9783257804096)

Drei

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Erscheint am 28.08.2019

Neue Rezensionen zu Dror Mishani

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Rezension zu "Die schwere Hand" von Dror Mishani

Die Bücher Dror Mishani und seine Hauptfigur Avi Avraham sind nichts für Freunde von Actionthrillern
WinfriedStanzickvor 6 Monaten


 

Dror Mishani ist als Literaturprofessor in Jerusalem seit langem spezialisiert auf die Geschichte der Kriminalliteratur. Sich auf diesem Gebiet hervorragend auszukennen, war aber keine Versicherung dafür, dass der erste eigene Versuch, einen Kriminalroman zu schreiben, auch erfolgreich sein würde und eine entsprechende Qualität haben würde. Dennoch schlug im Jahr 2013 sein erster Roman „ Vermisst“ nicht nur in Israel voll ein und begeisterte die Kritik und die Leser. Auch der damals noch lebende Henning Mankell nannte das Buch von seinem Verlag um eine Stellungnahme gebeten „originell und hervorragend“ und war von Mishanis Hauptfigur Avi Avraham begeistert.

 

Mit ihm hat ein ganz spezieller Ermittler die Bühne der internationalen Kriminalliteratur betreten. Seine Fälle spielen in Cholon, einem Vorort der israelischen Metropole Tel Aviv. Dort ist der zunächst noch alleinstehende, ziemlich schrullige Kommissar Avi Avraham zuständig für allerlei kleinere und größere Delikte. Mal ist es eine Schulhofprügelei, mal ein Diebstahl. Nichts Weltbewegendes und vor allen Dingen nichts, was Avi aus der Ruhe bringen könnte. Er strahlt zunächst etwas aus wie Langeweile und eine subtile Form von Inkompetenz, und man fragt sich als Leser, wie ein solcher Ermittler erfolgreich sein kann.

Im ersten Band, als er nach einem verschwundenen Jungen sucht, lässt er zu dessen Eltern die nötige Distanz vermissen und leidet in der Folge schwer unter seinen Fehlern.

 

Er nimmt eine Auszeit und lernt in Belgien eine Frau kennen. Die nicht unkomplizierte Entwicklung der Beziehung von Avi Avraham zu dieser Frau ist neben einem neuen Fall das Thema des 2015 erschienenen zweiten Bandes der Reihe.

 

 

Nun, nach dreijähriger Pause. Legt der Zsolnay Verlag den dritten Band der Reihe vor, mit dem sich nach Meining des Krimiexperten der ZEIT, Tobias Gohlis, endgültig in die Weltspitze der Krimiautoren geschrieben hat.

 

Die Handlung spielt 2014 oder 2015 wieder in Cholon. (Das Buch ist in Israel schon 2015 erschienen). Marianka, die Frau, die er Belgien kennen- und lieben gelernt hat, ist mittlerweile zu ihm nach Tel Aviv gezogen und sie kann beruflich auch wegen er mangelnden Sprachkenntnisse noch nicht Fuß fassen. Sehr zum  Leidwesen ihrer Eltern, die sie bei einem Besuch der davon überzeugen wollen, wieder nach Hause nach Belgien zu kommen. Wie schon in Band zwei verfolgt Mishani die Entwicklung dieser Beziehung in einem Nebenstrang, der aber wie zu erwarten war wohl bis zum vierte band offen bleibt. Der Rezensent ist skeptisch ob diese junge Beziehung angesichts der Problem, mit denen sie konfrontiert ist, überleben kann.

 

Zu seiner großen Überraschung ist Avi Avraham vor einiger Zeit zum Leiter der Ermittlungsbehörde von Cholon-Ayalon ernannt worden und wird gleich zu Beginn des neuen Buches mit seinem ersten Mordfall betraut, den er in eigener Verantwortung lösen muss.

Avi kennt die ermordete Lea Jäger, denn sie war vor einigen Jahren das Opfer einer Vergewaltigung, die Avi bearbeitet hat. Der damalige Täter kommt nicht in Frage, weil er wegen der Tat verurteilt, noch im Gefängnis sitzt. Avis Chef und sein bei der Beförderung übergangener missgünstiger Kollege gehen sehr schnell davon aus, dass Lea Jägers Sohn der Täter war.

 

Doch Avi Avraham folgt einer anderen Spur. Denn es taucht in den Ermittlungen bei den Zeugenbefragungen die Figur eines Polizisten auf, der Vergewaltigungsopfer anruft und sie noch einmal verhören will.

 

In einem Erzählstrang, den Dror Mishani geschickt im  Lafe des buches mit dem ersten ich verbinden lässt, wenn er der überraschenden Lösung des Falls näherkommt, wird erzählt von der jungen Mali. Sie ist vor einigen Jahren bei einem betrieblichen Aufenthalt in einem Hotel in Eilat vergewaltigt worden. Die damaligen Ermittler der Polizei hatten damals erhebliche Zweifel an ihrer Darstellung des Geschehens und so  muss sie damit leben, dass der Täter immer noch nicht gefasst worden ist. Immer noch leidet sie unter Albträume, wenn sich „die schwere Hand“ des Täters auf sie legt. Ihr Mann Coby ist ihr bis auf den heutigen Tag immer mit zärtlichem Verständnis begegnet, doch er hat Probleme seine Jobs zu behalten. Immer wieder wird der ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes entlassen, weil er seine Gefühle nicht im Griff hat. Er zieht sich immer weiter zurück und wird Mali immer fremder. Und zunehmend ahnt Mali zunächst gegen viele innere Widerstände kämpfend, dass ihr Mann Coby nicht nur Probleme damit hat, dass er seine Familie nicht ernähren kann, sondern dass hinter seinem immer seltsamer werdenden Verhalten mehr steckt.

 

Schon bald wird dem Leser deutlich. Dass dieser zweite Erzählstrang etwas mit dem Mordfall zu hat. Doch Mishani kommt es weniger darauf an, die Aufklärung bis zur letzten Seite offen zu lassen, sondern sein Interesse liegt in der sensiblen Beschreibung der seelischen Zustände der Menschen, die auf unterschiedliche Weise Opfer eine Vergewaltigung geworden sind.

 

Auch Mishanis neues Buch ist Krimikunst vom Feinsten, von hoher Intensität. Er wechselt gekonnt zwischen der Sicht des Ermittlers und der der Beteiligten, und doch bleibt bis zum Ende etwas offen, was den Leser lange weiter bewegen wird.

Die Bücher Dror Mishani und seine Hauptfigur Avi Avraham sind nichts für Freunde von Actionthrillern und toughen Kommissaren.  Dieser hier macht Fehler, ist absolut menschlich und wird vielleicht durch die Beziehung zu seiner neuen Partnerin weiter reifen. Es ist, nachdem er sich im Beruf wieder gefangen hat, das größte Problem, das er zu lösen haben wird. Sind wir gespannt, ob und wie ihm das im vierten Band gelingen wird.

 

 

 

 

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Rezension zu "Vermisst" von Dror Mishani

Der erste Fall für Avi Avraham aus Tel Aviv
schillerbuchvor einem Jahr

Israel ist ein Land, das mich schon immer interessiert hat, seit ich dort in meinerJugend zweimal im Kibbutz war. Einen Krimi, der in Israel spielt, muss ich deshalb natürlich lesen! Dror Mishani habe ich bei seiner Lesung bei den Stuttgarter Kriminächten erlebt, bei der er den dritten Fall für Avi Avraham vorgestellt hat. Grund genug für mich, jetzt mit der Lektüre dieser Krimireihe zu beginnen.

Avi Avraham ist Inspektor in Cholon, einer Vorstadt von Tel Aviv und vor ihm sitzt eine Mutter, die ihren 16jährigen Sohn als vermisst melden möchte. Ihr Sohn werde schon ein paar Stunden später wieder auftauchen – mit diesen Worten schickt er die Mutter nach Hause. Aber Ofer taucht nicht wieder auf und Avi beginnt zu ermitteln. Es wird eine Ermittlung bei der ihm Fehler unterlaufen und die nicht einfacher wird, als ihm sein Kollege Schärfstein an die Seite gestellt wird, der sich Avi stets überlegen fühlt und ihn das auch spüren lässt.

Neben Avi Avraham gibt es eine weitere Hauptfigur: Seev ist ein Lehrer, der Ofer Nachhilfeunterricht gegeben hat und der sich auf aufdringliche Weise immer wieder in die Ermittlungen einbringt. Avi verdächtigt ihn, etwas mit dem Verschwinden des Jungen zu tun zu haben, aber es stellt sich heraus, daß Seevs Verwicklung in den Fall eine ganz andere ist, als die Ermittler geglaubt haben.

Mir hat dieser Kriminalroman sehr gut gefallen. Avi Avraham ist eine interessante Figur, starker Raucher, voller Selbstzweifel, aber hochgeschätzt von seiner Vorgesetzten, die ihn für einen hervorragenden Ermittler hält. Sein Kollege und Gegenspieler Schärfstein ist genau das Gegenteil von ihm, energisch, karrierebewusst und faktenorientiert. Das Gefühlsleben der Menschen, mit denen er es zu tun hat, interessiert ihn wenig. Außerdem ist Schärfstein ein Askenazi, also ein Jude mit europäischen Wurzeln. Avi hingegen ist Mizrachi , ein Jude mit nordafrikanischen Wurzeln, eine Bevölkerungsgruppe der gegenüber sich Schärfstein überlegen fühlt. Als beide Inspektoren den Fall schließlich gelöst haben, bietet uns Dror Mishani auf der letzen Seite noch einmal eine ganz andere Lösung an – was Avi damit machen wird, bleibt offen.

Ein Krimi, der seine Spannung aus den menschlichen Tragödien und Abgründen bezieht, in die uns der Autor führt, unterfüttert mit solider polizeilicher Ermittungsarbeit. Wer eine rasante Handlung sucht, der sollte seine Finger davon lassen, aber wer gerne intelligente und dabei gut geschriebene Kriminalromane liest, dem sein dieser Ermittler an’s Herz gelegt!

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Rezension zu "Die schwere Hand" von Dror Mishani

Fein und leise: Die schwere Hand - Dror Mishani
DunklesSchafvor einem Jahr

Avi Avraham wurde vor Kurzem zum Leiter der Ermittlungsbehörde ernannt und bekommt nun seinen ersten Mordfall, den er unter eigener Regie lösen muss. Avi kennt die Ermordete, Lea Jäger, denn sie war vor einigen Jahren das Opfer einer Vergewaltigung. Derweil sich sein Chef und seine Kollege, der bei der Beförderung übergangen wurden, schnell auf den Sohn als Tatverdächtigen einschießen, ermittelt Avi in eine andere Richtung. Kann es sein, dass ein Polizist, der vorgibt die Vergewaltigungsopfer nochmal verhören zu wollen, der Täter ist?

Obwohl ich erst mit dem jetzt vorliegenden, dritten Teil der Reihe eingestiegen bin, bereitet das überhaupt keine Probleme und ich konnte problemlos einsteigen. Avi Avraham ist befördert worden und leitet nun die Ermittlungen. Er vermisst seine frühere Vorgesetzte und fühlt sich auch noch nicht wohl in seiner neuen Aufgabe, trotzdem ermittelt er beharrlich in die Richtung, die ihm die Ermittlungen vorgeben. Und lässt sich weder von seinen Vorgesetzten einschüchtern, die um den guten Ruf der Polizei fürchten, noch von seinem Kollegen, der sich übergangen fühlt und nach Ermittlungsfehlern sucht. Avi ist sowieso ein ruhiger, nachdenklicher Mensch, fast melancholisch. Hier erinnert er sehr an die skandinavischen Ermittler, aber ohne Düsternis oder gar Alkoholproblem. Nichtsdestotrotz macht ihm auch sein Privatleben ein wenig zu schaffen, so ist doch mittlerweile seine Liebe, Marianka, aus Belgien bei ihm eingetroffen. Ein Versuch, denn Marianka spricht weder die Sprache, noch hat sie einen Job in Israel, aber die Liebe überwindet Grenzen. Nur ist es eben nicht immer einfach.

Tatsächlich muss sich Avi Avraham das Buch aber mit einem zweiten Erzählstrang teilen. Hier geht es um Mali, eine junge Frau, die vor einigen Jahren in Eilat auf einem Betriebsausflug  nachts vergewaltigt wurde. Der Täter ist nicht gefasst worden und die damaligen Ermittler hatten denn auch Zweifel an Malis Geschichte. Doch Mali hat heute noch Albträume von der schweren Hand des Täters, die sich auf sie legt. Dieses Ereignis hat die kleine Familie zutiefst erschüttert. Coby, ihr Mann kann keinen Job behalten und ist auf der Suche nach neuer Arbeit. Es macht ihm zu schaffen, dass er die Familie nicht versorgen kann, er zieht sich zurück und wird immer schweigsamer. Mali versucht die Familie zusammenzuhalten, hat Albträume und kann nicht mehr alleine schlafen. Nach und nach beginnt Mali zu ahnen, dass es ihrem Mann nicht nur aufs Gemüt schlägt, dass er die Familie nicht versorgen kann, sondern das weit mehr dahinter steckt.

Wer nun einen Reiseführer über Israel erwartet hat, wird enttäuscht sein, denn der Fokus von Dror Mishani liegt nicht auf seinem Land, sondern auf dem Seelenleben der Menschen. Ganz leise, feine Charakterbilder zeichnet er, die Stimmung ist ruhig und melancholisch, mit wenig, aber kontinuierlicher Spannung versehen. Es gibt keinen großen Knall und auch schon früh ahnt man, wer der Täter ist, es ist keine große Überraschung. Trotzdem liest man weiter, erkennt und blickt tief, tief in die Seelen der beteiligten Menschen: der Vergewaltigungsopfer, der Angehörigen, der Ermittler.

Fazit:
Großes Kino ganz leise erzählt – nicht auf den Knalleffekt kommt es an, denn Spannung kann auch ganz leise überzeugen. So wie in Avi Avrahams erster eigener Mordermittlung. Lesenswert!

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