Dror Mishani

 4 Sterne bei 20 Bewertungen

Lebenslauf von Dror Mishani

Der israelische Schriftsteller Dror Mishani ist Lektor bei Keter Books in Jerusalem und Literaturprofessor, spezialisiert auf die Geschichte der Kriminalliteratur. Seine Krimireihe um den Inspektor Avi Avraham sorgt für große Aufmerksamkeit und wurde in zahlreiche Länder verkauft.

Alle Bücher von Dror Mishani

Vermisst

Vermisst

 (12)
Erschienen am 19.06.2015
Die schwere Hand

Die schwere Hand

 (2)
Erschienen am 29.01.2018
Vermisst

Vermisst

 (1)
Erschienen am 12.08.2013
Mozliwosc przemocy

Mozliwosc przemocy

 (0)
Erschienen am 01.01.2014

Neue Rezensionen zu Dror Mishani

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Rezension zu "Vermisst" von Dror Mishani

Der erste Fall für Avi Avraham aus Tel Aviv
schillerbuchvor 7 Monaten

Israel ist ein Land, das mich schon immer interessiert hat, seit ich dort in meinerJugend zweimal im Kibbutz war. Einen Krimi, der in Israel spielt, muss ich deshalb natürlich lesen! Dror Mishani habe ich bei seiner Lesung bei den Stuttgarter Kriminächten erlebt, bei der er den dritten Fall für Avi Avraham vorgestellt hat. Grund genug für mich, jetzt mit der Lektüre dieser Krimireihe zu beginnen.

Avi Avraham ist Inspektor in Cholon, einer Vorstadt von Tel Aviv und vor ihm sitzt eine Mutter, die ihren 16jährigen Sohn als vermisst melden möchte. Ihr Sohn werde schon ein paar Stunden später wieder auftauchen – mit diesen Worten schickt er die Mutter nach Hause. Aber Ofer taucht nicht wieder auf und Avi beginnt zu ermitteln. Es wird eine Ermittlung bei der ihm Fehler unterlaufen und die nicht einfacher wird, als ihm sein Kollege Schärfstein an die Seite gestellt wird, der sich Avi stets überlegen fühlt und ihn das auch spüren lässt.

Neben Avi Avraham gibt es eine weitere Hauptfigur: Seev ist ein Lehrer, der Ofer Nachhilfeunterricht gegeben hat und der sich auf aufdringliche Weise immer wieder in die Ermittlungen einbringt. Avi verdächtigt ihn, etwas mit dem Verschwinden des Jungen zu tun zu haben, aber es stellt sich heraus, daß Seevs Verwicklung in den Fall eine ganz andere ist, als die Ermittler geglaubt haben.

Mir hat dieser Kriminalroman sehr gut gefallen. Avi Avraham ist eine interessante Figur, starker Raucher, voller Selbstzweifel, aber hochgeschätzt von seiner Vorgesetzten, die ihn für einen hervorragenden Ermittler hält. Sein Kollege und Gegenspieler Schärfstein ist genau das Gegenteil von ihm, energisch, karrierebewusst und faktenorientiert. Das Gefühlsleben der Menschen, mit denen er es zu tun hat, interessiert ihn wenig. Außerdem ist Schärfstein ein Askenazi, also ein Jude mit europäischen Wurzeln. Avi hingegen ist Mizrachi , ein Jude mit nordafrikanischen Wurzeln, eine Bevölkerungsgruppe der gegenüber sich Schärfstein überlegen fühlt. Als beide Inspektoren den Fall schließlich gelöst haben, bietet uns Dror Mishani auf der letzen Seite noch einmal eine ganz andere Lösung an – was Avi damit machen wird, bleibt offen.

Ein Krimi, der seine Spannung aus den menschlichen Tragödien und Abgründen bezieht, in die uns der Autor führt, unterfüttert mit solider polizeilicher Ermittungsarbeit. Wer eine rasante Handlung sucht, der sollte seine Finger davon lassen, aber wer gerne intelligente und dabei gut geschriebene Kriminalromane liest, dem sein dieser Ermittler an’s Herz gelegt!

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DunklesSchafs avatar

Rezension zu "Die schwere Hand" von Dror Mishani

Fein und leise: Die schwere Hand - Dror Mishani
DunklesSchafvor 8 Monaten

Avi Avraham wurde vor Kurzem zum Leiter der Ermittlungsbehörde ernannt und bekommt nun seinen ersten Mordfall, den er unter eigener Regie lösen muss. Avi kennt die Ermordete, Lea Jäger, denn sie war vor einigen Jahren das Opfer einer Vergewaltigung. Derweil sich sein Chef und seine Kollege, der bei der Beförderung übergangen wurden, schnell auf den Sohn als Tatverdächtigen einschießen, ermittelt Avi in eine andere Richtung. Kann es sein, dass ein Polizist, der vorgibt die Vergewaltigungsopfer nochmal verhören zu wollen, der Täter ist?

Obwohl ich erst mit dem jetzt vorliegenden, dritten Teil der Reihe eingestiegen bin, bereitet das überhaupt keine Probleme und ich konnte problemlos einsteigen. Avi Avraham ist befördert worden und leitet nun die Ermittlungen. Er vermisst seine frühere Vorgesetzte und fühlt sich auch noch nicht wohl in seiner neuen Aufgabe, trotzdem ermittelt er beharrlich in die Richtung, die ihm die Ermittlungen vorgeben. Und lässt sich weder von seinen Vorgesetzten einschüchtern, die um den guten Ruf der Polizei fürchten, noch von seinem Kollegen, der sich übergangen fühlt und nach Ermittlungsfehlern sucht. Avi ist sowieso ein ruhiger, nachdenklicher Mensch, fast melancholisch. Hier erinnert er sehr an die skandinavischen Ermittler, aber ohne Düsternis oder gar Alkoholproblem. Nichtsdestotrotz macht ihm auch sein Privatleben ein wenig zu schaffen, so ist doch mittlerweile seine Liebe, Marianka, aus Belgien bei ihm eingetroffen. Ein Versuch, denn Marianka spricht weder die Sprache, noch hat sie einen Job in Israel, aber die Liebe überwindet Grenzen. Nur ist es eben nicht immer einfach.

Tatsächlich muss sich Avi Avraham das Buch aber mit einem zweiten Erzählstrang teilen. Hier geht es um Mali, eine junge Frau, die vor einigen Jahren in Eilat auf einem Betriebsausflug  nachts vergewaltigt wurde. Der Täter ist nicht gefasst worden und die damaligen Ermittler hatten denn auch Zweifel an Malis Geschichte. Doch Mali hat heute noch Albträume von der schweren Hand des Täters, die sich auf sie legt. Dieses Ereignis hat die kleine Familie zutiefst erschüttert. Coby, ihr Mann kann keinen Job behalten und ist auf der Suche nach neuer Arbeit. Es macht ihm zu schaffen, dass er die Familie nicht versorgen kann, er zieht sich zurück und wird immer schweigsamer. Mali versucht die Familie zusammenzuhalten, hat Albträume und kann nicht mehr alleine schlafen. Nach und nach beginnt Mali zu ahnen, dass es ihrem Mann nicht nur aufs Gemüt schlägt, dass er die Familie nicht versorgen kann, sondern das weit mehr dahinter steckt.

Wer nun einen Reiseführer über Israel erwartet hat, wird enttäuscht sein, denn der Fokus von Dror Mishani liegt nicht auf seinem Land, sondern auf dem Seelenleben der Menschen. Ganz leise, feine Charakterbilder zeichnet er, die Stimmung ist ruhig und melancholisch, mit wenig, aber kontinuierlicher Spannung versehen. Es gibt keinen großen Knall und auch schon früh ahnt man, wer der Täter ist, es ist keine große Überraschung. Trotzdem liest man weiter, erkennt und blickt tief, tief in die Seelen der beteiligten Menschen: der Vergewaltigungsopfer, der Angehörigen, der Ermittler.

Fazit:
Großes Kino ganz leise erzählt – nicht auf den Knalleffekt kommt es an, denn Spannung kann auch ganz leise überzeugen. So wie in Avi Avrahams erster eigener Mordermittlung. Lesenswert!

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Rezension zu "Die schwere Hand" von Dror Mishani

Spannender israelischer Krimi
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten


Inspektor Avraham Avraham ist just zum neuen Leiter des Ermittlungsdezernats von Cholon-Ayalon ernannt worden, da wird er des Nächtens an einen Tatort gerufen: Lea Jäger, eine Witwe, wurde in ihrem Haus brutal ermordet - und Avi Avraham kennt sie. Sie wurde vor Jahren Opfer einer Vergewaltigung, der Täter von damals sitzt im Gefängnis. Der einzige Hinweis stammt von einem Augenzeugen, der behauptet, einen Polizisten gesehen zu haben, der sich vom Tatort entfernt hat. Und ausgerechnet dieser Polizist ist unauffindbar...


Avi arbeitet entschlossen an diesem Fall und stößt damit auch nicht wenigen Kollegen vor den Kopf. Doch dann findet er die Bankangestellte Mazal, die vor einiger Zeit von einem Unbekannten brutal misshandelt wurde. Seitdem versucht die junge Frau das Erlebte zu verdrängen und ihre in Schieflage geratene Ehe zu retten. Doch als sie gemeinsam mit ihrem Ehemann auf das Revier kommt, eskaliert alles. 


Neben den Ermittlungen hat Avi aber auch noch anderes im Kopf, denn der Kollege, der dachte, dass er den Job, den jetzt Avi innehat, sicher bekommt, untergräbt ihn nun. Hinzu kommt, dass nicht nur Avis Chef kritisch gegenüber seiner Vorgehensweise im aktuellen Fall ist, sondern auch noch sein Mentor so krank ist, dass sich Avi nicht wie gewohnt mit ihm beraten kann.
Und das ist noch lange nicht alles! Avis Freundin ist gerade frisch zu ihm gezogen und hat ihn überredet, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Währenddessen machen ihre Eltern Stress, weil sie möchten, dass sie wieder zurück nach Belgien kommt.
Wenngleich dies nur eine Nebenhandlung ist, macht es einmal mehr deutlich, unter welchem Druck Avi gerade steht...


Alles in allem zeichnet Dror Mishani gewohnt komplexe Charaktere und besonders der intelligente, einfallsreiche und ziemlich gradlinige Avi Avraham konnte mich auch im dritten Fall überzeugen.


"Die schwere Hand" wird aus zwei Perspektiven erzählt - der des Ermittlers Avi und der der jungen Frau Mazal. Mich hat die Lektüre zeitweise an die Krimis von Batya Gur erinnert, denn auch Dror Mishani zeichnet ein feines psychologisches Bild seiner Figuren - zusammen mit der nervenkitzelnden Spannung und der Erkenntnis, dass Leute, die man liebt, nicht zwingend die sind, für die man sie hält, ergibt das ein wirklich spannendes Buch.

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