Durian Sukegawa

 4.3 Sterne bei 120 Bewertungen

Neue Bücher

Die Insel der Freundschaft

 (32)
Neu erschienen am 08.10.2018 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag.

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Kirschblüten und rote Bohnen

Kirschblüten und rote Bohnen

 (88)
Erschienen am 16.02.2018
Die Insel der Freundschaft

Die Insel der Freundschaft

 (32)
Erschienen am 08.10.2018

Neue Rezensionen zu Durian Sukegawa

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Die Insel der Freundschaft" von Durian Sukegawa

"Eine neue Welt wurde geboren"
R_Mantheyvor einem Monat

Angeblich soll Ryosukes Vater diese überschwänglichen Worte bei der Geburt seines Sohnes deklamiert haben. Bewahrheitet haben sie sich nicht. Ryosuke ist der Held dieses seltsamen Buches. Nun ist japanische Literatur oft etwas spröde, und nicht immer können Mitteleuropäer manch seltsames Verhalten von japanischen Romanhelden wirklich nachvollziehen. In diesem Buch bekommt man es mit einer japanischen Kleingesellschaft zu tun. Sie lebt auf einer kleinen Insel im Pazifik. Dort gibt es einen Berg, ein paar Wiesen und jede Menge Ziegen, die nur gelegentlich bei bestimmten Ritualen getötet und verspeist werden. Die Insulaner leben vom Fischfang und ein wenig Landwirtschaft. Man braucht keinen Laden, keine medizinische Versorgung oder gar eine Ordnungsmacht. Was zu tun ist, bestimmt der "Vorsitzende". Täglich stellt eine Fähre die Verbindung zur Außenwelt her.

Auf dieser Fähre trifft man zu Beginn der Handlung Ryosuke. Er ist mit zwei anderen arbeitsuchenden Menschen auf dem Weg in die pazifische Abgeschiedenheit. Die zwei anderen sollen später angeblich seine Freunde werden, glaubt man dem Klappentext dieses Romans, der im Original etwas frei übersetzt "Insel der Ziegen" heißt. Um die Beziehung der drei Neuankömmlinge geht es jedoch gar nicht. Ryosuke ist nämlich nicht nur auf der Suche nach Arbeit. Er möchte einen ehemaligen Freund seines Vaters treffen und die dramatische Familiengeschichte seiner Eltern verstehen.

Durian Sukegawa versetzt diese Geschichte sicher nicht ohne Absicht in eine abgeschlossene Gesellschaft, die auszusterben droht und immer wieder dabei scheitert, Zuwachs von außen zu gewinnen. Die Traditionen der Inselgesellschaft sind nicht verrückbar und lassen Veränderungen nicht zu.

Wenn es Sukegawa also darum ging, einen solchen Konflikt darzustellen, dann hat er sich die Sache sehr leicht gemacht. Die Insulaner verhalten sich nämlich außergewöhnlich dämlich, sind alle etwas minderbemittelt und rückständig. Dass Traditionen auch einen Sinn haben, zeigt Sukegawa nicht. Selbst in abgeschlossenen Gesellschaften gibt es immer Kräfte, die intelligent genug sind, um notwendige Veränderungen zu verstehen und zu fordern. Ob sie sich schließlich durchsetzen können, ist eine andere Frage. Ein solcher Konflikt existiert aber auf Sukegawas Insel nicht. Er wird lediglich von außen importiert.

Manch Leser glaubt auch, in dieser Geschichte den Versuch der Selbstbefreiung Ryosukes zu sehen. Aber auch diese Variante, das Buch zu interpretieren, überzeugt wenig. Sukegawa lässt seinem Helden zwar den kleinen persönlichen Erfolg, von dem jedoch niemand erfahren wird, wenn man sich mit dem rätselhaften Ende der Geschichte abfindet. Immerhin ist dieses Ende offen, aber es wirkt hilflos.

Unabhängig davon schreibt Sukegawa sehr schön. So kann man sich von dieser sonderbaren Geschichte einigermaßen unterhalten fühlen, so lange man sich nicht fragt, was uns der Dichter nun eigentlich sagen wollte.

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BeaSwissgirls avatar

Rezension zu "Kirschblüten und rote Bohnen: Roman" von Durian Sukegawa

Kirschblüten und rote Bohnen
BeaSwissgirlvor 6 Monaten

Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Beim stöbern japanischer Autoren bin ich über dieses hübsche Büchlein mit dem kuriosen Titel gestolpert und es durfte spontan bei mir einziehen....

Der Schreibstil ist schlicht, sehr detailliert und verströmt eine leise, ruhige fast schon melancholische Stimmung.
Erzählt wird im personalen Stil, zwischendurch gibt es allerdings noch Briefauszüge in kursiver Schrift gehalten in der ICH- Perspektive.

Die Hauptdarsteller in der Geschichte sind Tokue, Sentaro und Wakana, wobei Letztere meiner Meinung nach eher eine untergeordnete Rolle spielt.
Die Charaktere waren solide ausgearbeitet, allerdings erfahren wir nur sehr wenig über deren Gefühls- und Gedankenwelt. Weshalb mich zwar unter anderem Tokues Lebensgeschichte schon auch zum nachdenken anregte oder berührte so richtig emotional involviert war ich allerdings nicht.

 Der Autor legt den Fokus stark auf die ganze Thematik " kochen", für mich persönlich war dies oft einfach zu ausführlich und fühlte sich an als würde ich ein Sachbuch lesen. Sicher gab es auch immer wieder schöne, interessante oder eben auch bewegende Momente und ich mochte diese zarte, traurig angehauchte Atmosphäre irgendwie.
Insgesamt hat mich die Geschichte aber doch nicht restlos von sich überzeugen können...

Ich vergebe 3,5 Sterne   

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Zen-Colas avatar

Rezension zu "Die Insel der Freundschaft" von Durian Sukegawa

back to the roots ...
Zen-Colavor einem Jahr

Von Durian Sukegawas Vorgänger, »Kirschlüten und rote Bohnen«, mochte ich sowohl das Buch als auch die Verfilmung. Darum habe ich mich sehr gefreut, dass ein weiterer Roman von dem Autor seinen Weg ins Deutsche findet. Den Leser erwartet hier eine langsame, sehr stille Reise zurück zu den Wurzeln, zu Traditionen - der Protagonist auf der Suche nach einem Lebenssinn.

Der junge Ryosuke ist in Tokyo gescheitert, seine Anstellung als Koch hat er verloren, seine Todessehnsucht konnte er nicht überwinden, deren jüngste Folgen aber zumindest überleben. Gemeinsam mit dem ebenso ziellosen, quirligen Tachikawa und der distanzierten jungen Frau Kaori nimmt er einen Aushilfsjob auf einer Baustelle an - auf einer kleinen, abgelegenen Insel mitten im Pazifik. Hier begegnet er alten Traditionen, Vorurteilen und Skepsis, wenn nicht sogar Feindseligkeit. Neben dem Job treiben ihn aber auch unbeantwortete Fragen aus seiner Vergangenheit hierher. Als er den alten Inselbewohner Hashi kennenlernt, der als Fischer arbeitet und sein Leben ansonsten der Ziegenzucht gewidmet hat, bekommt Ryosuke eine Ahnung davon, wie es für ihn weitergehen könnte ...

Dass es sich bei »Die Insel der Freundschaft« um einen sehr ruhigen, entschleunigten Roman handelt, lässt sich bereits aus der Inhaltsbeschreibung erahnen. Das muss man als Leser natürlich mögen, darüber hinaus sollte man aber auch die richtige Stimmung mitbringen: etwas Platz für Nachdenklichkeit und den sympathischen Gedanken, sein modernes Leben einfach mal drei Technikgänge zurückzuschalten, um zu gucken, was es zu bieten hat, wenn man sich rückbesinnt. Sukegawa geht das Thema größtenteils ohne Kitsch an, sondern erzählt eine angenehme, sehr stille Geschichte.

Dennoch konnte mich dieser Roman nicht ganz so begeistern wie der Vorgänger. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass ich zwar so ziemlich alles essen, Ziegenprodukten geschmacklich aber nur sehr wenig abgewinnen kann. Wer ähnlich wenig Euphorie für Ziegenkäse oder -milch aufbringen kann, muss akzeptieren, dass man als Leser der Begeisterung der Protagonisten zwar folgen, sie aber wahrscheinlich nicht spüren kann.

Ansonsten bleibt jedoch eine runde, angenehme Lektüre ohne große Spannung, dafür mit einem interessanten Grundtenor. Für mich vier Sterne. Im Zweifelsfall wären es aber eher drei als fünf.

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

"Wieso hatte ihn auf einmal ein so starker Überlebenswunsch heimgesucht, wo er sich den Tod doch gewünscht hatte?"

Nach dem großartigen Erfolg seines ersten Romans "Kirschblüten und rote Bohnen" kehrt Durian Sukegawa mit einer neuen Geschichte zurück, die die Erwartungen seiner Leserschaft noch übertreffen wird. Mit "Die Insel der Freundschaft" unternimmt Durian Sukegawa eine faszinierende und magische Reise auf eine kleine Insel mitten im japanischen Archipel. Durch die Begegnung mit den Einwohnern und das Leben in der Natur lernt Ryosuke, der vom Schicksal gebeutelte Held, alles aus einer ganz neuen Perspektive zu betrachten und fängt nochmal ganz von vorn an.

"Die Insel der Freundschaft" ist ein poetischer Roman, der nachdenklich macht und uns zeigt, dass es sich lohnt zu leben. Immer.

Zum Inhalt
Irgendwo im Pazifischen Ozean befindet sich die japanische Insel Aburi – ein aus der Zeit gefallenes Fleckchen Erde. Der junge Ryosuke, der seine Stelle als Koch in einem Restaurant in Tokio verloren hat, nimmt hier einen Job als Bauarbeiter an. Nicht ganz ohne Grund: Ein Freund seines toten Vaters lebt hier. Von ihm erhofft er sich eine Antwort auf die Frage, woran seine Familie zerbrach.
Die Einwohner von Aburi begegnen dem Neuankömmling skeptisch, und die Arbeit erweist sich als hart. Doch Ryosuke schließt Freundschaft mit zwei weiteren Fremden – dem draufgängerischen Tachikawa und der burschikosen Kaoru. Alle drei hadern mit der Vergangenheit, dem Leben und sich selbst. Für sie scheint es keinen Platz auf der Welt zu geben.
Doch gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren von Ryosukes Vater – eine Suche, während derer sie lernen, sich auf die Natur und sich selbst zu besinnen. Und schließlich scheint ein Neuanfang möglich…


Lust auf eine Leseprobe?

Zum Autor
Durian Sukegawa, geboren 1962, studierte an der Waseda-Universität in Tokio Philosophie. Er schreibt Romane und Gedichte, außerdem ist er in Japan als Schauspieler, Punkmusiker und Fernseh- sowie Radiomoderator bekannt. "Kirschblüten und rote Bohnen" (DuMont 2016) war in Japan ein Bestseller und wurde von Naomi Kawase als Beitrag für Cannes 2015 verfilmt.

Zusammen mit DuMont verlosen wir 25 Exemplare von "Die Insel der Freundschaft" unter allen, die zusammen mit Ryosuke die Insel Aburi und deren Schätze endecken möchten. Habt ihr Lust, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde zu lesen, euch darüber auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 20.09., und antwortet auf folgende Frage:

Auf Aburi lernt Ryosuke zu erkennen, worauf es im Leben ankommt.
Und wie sieht es bei euch aus? Was, glaubt ihr, ist das wirklich Wichtige im Leben?


Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

* Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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Einfühlsame und eindrucksvolle Geschichte über drei Außenseiter

Könnt ihr euch vorstellen, dass eine einzige Begegnung mit einem Unbekannten ein ganzes Leben verändern kann? Durian Sukegawa zeigt uns, dass es möglich ist. In seinem bewegenden Roman "Kirschblüten und rote Bohnen" erzählt er die Geschichte eines Mannes, der an nichts mehr glaubte, bis eines Tages endlich etwas Schönes geschieht, mit dem er niemals gerechnet hätte. Mit "Kirschblüten und rote Bohnen" landete Durian Sukegawa einen Bestseller in seiner Heimat, der 2015 erfolgreich verfilmt wurde. Habt ihr Lust, literarisch nach Japan zu reisen? Wenn ihr mal wieder eure Sinne verwöhnen möchtet, dann ist dieses Buch genau das richtige für euch!

Zum Inhalt
Sentaro ist gescheitert, nach allen Regeln der Kunst: Er ist vorbestraft, trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht das beste Bohnenmus, das man sich nur denken kann. Die Begegnung mit ihr verändert alles. Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst und tatsächlich gewinnt er nicht nur die Lust am Backen, sondern auch die Freude am Sinnlichen und an den kleinen Dingen des Lebens zurück. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien …
"Kirschblüten und rote Bohnen" ist die Geschichte einer besonderen Freundschaft – melancholisch, ohne sentimental zu werden, berührend, ohne kitschig zu sein – und ein zärtlicher Roman von großer Lebensweisheit.


Zum Autor
Durian Sukegawa, geboren 1962, studierte an der Waseda Universität in Tokio Philosophie. Er schreibt Romane und Gedichte, außerdem arbeitet er als Schauspieler, Punkmusiker und Fernseh- sowie Radiomoderator. "Kirschblüten und rote Bohnen" ist sein erster ins Deutsche übersetzter Roman.

Zusammen mit DuMont verlosen wir 25 Exemplare von "Kirschblüten und rote Bohnen" unter allen, die mehr über Sentaro, Tokue und Wakana erfahren möchten. Möchtet ihr wissen, welches das Geheimnis des süßen Bohnenmuses ist? Habt ihr Lust, euch über dieses schöne Buch auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann solltet ihr diese Leserunde nicht verpassen. Bewerbt euch* bis zum 13.03. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button, indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Ich liebe Sushi, kleine Reisküchlein und diese niedlichen Bentō Boxen.
Welche Gerichte der japanischen Küche habt ihr schon mal probiert? Hat es euch gefallen oder nicht? Was ist anders als bei uns? Oder habt ihr noch nie japanisch gegessen? In diesem Fall: Seid ihr nicht neugierig?


Ich freue mich auf eure Antworten und kriege jetzt schon Hunger.

Viel Glück!

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* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.
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Letzter Beitrag von  jaylinnvor 3 Jahren
https://zeilenliebe.wordpress.com/2016/04/23/kirschblueten-und-rote-bohnen/ Es war so ein tolles Buch. (PS: ich habe leider nicht bei euch in der Runde mitgelesen)
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