Die Insel der Freundschaft

von Durian Sukegawa 
3,8 Sterne bei31 Bewertungen
Die Insel der Freundschaft
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (19):
Zen-Colas avatar

Ein komplett entschleunigtes Buch über den Versuch, in Japan erstmals eine besondere Art von Ziegenkäse herzustellen ...

Kritisch (1):
Kaitos avatar

Unbeantwortete Fragen, ein unbefriedigendes Ende und viele verschenkte Möglichkeiten. Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.

Alle 31 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Insel der Freundschaft"

Irgendwo im Pazifischen Ozean befindet sich die japanische Insel Aburi, ein aus der Zeit gefallenes Fleckchen Erde. An diesem Ort bestimmen die Natur, die Witterung und das Meer das Leben – und die strikten Traditionen der Einheimischen. Der junge Ryosuke, der seine Stelle als Koch in einem Restaurant in Tokio verloren hat, nimmt hier einen Job als Bauarbeiter an. Nicht ganz ohne Hintergedanken: Hashi, ein Freund seines toten Vaters, lebt auf Aburi. Doch bevor er sich auf die Suche nach ihm macht, gilt es, sich auf der Insel einzugewöhnen. Was nicht eben einfach ist: Die Arbeit ist hart, die Einheimischen beäugen ihn skeptisch und einzig die Freundschaft zu zwei seiner Kollegen stellt einen Lichtblick dar.
Als Ryosuke den alten Hashi schließlich trifft, ist dies eine Begegnung mit der Vergangenheit und einer möglichen Zukunft zugleich. Hashi besitzt eine kleine Ziegenherde, stellt selbst Käse her und verdingt sich als Fischer. Ryosuke bekommt eine Ahnung davon, wie ein anderes Leben aussehen könnte, eines, das ihn erfüllt: Ein Leben mit einer Aufgabe, im Einklang mit der Natur und ohne das stetige Hadern mit sich. Aber ein Neuanfang ist nicht leicht, wenn die Verletzungen der Vergangenheit noch nachwirken …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832198619
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:348 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:19.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne6
  • 4 Sterne13
  • 3 Sterne11
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Zen-Colas avatar
    Zen-Colavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein komplett entschleunigtes Buch über den Versuch, in Japan erstmals eine besondere Art von Ziegenkäse herzustellen ...
    back to the roots ...

    Von Durian Sukegawas Vorgänger, »Kirschlüten und rote Bohnen«, mochte ich sowohl das Buch als auch die Verfilmung. Darum habe ich mich sehr gefreut, dass ein weiterer Roman von dem Autor seinen Weg ins Deutsche findet. Den Leser erwartet hier eine langsame, sehr stille Reise zurück zu den Wurzeln, zu Traditionen - der Protagonist auf der Suche nach einem Lebenssinn.

    Der junge Ryosuke ist in Tokyo gescheitert, seine Anstellung als Koch hat er verloren, seine Todessehnsucht konnte er nicht überwinden, deren jüngste Folgen aber zumindest überleben. Gemeinsam mit dem ebenso ziellosen, quirligen Tachikawa und der distanzierten jungen Frau Kaori nimmt er einen Aushilfsjob auf einer Baustelle an - auf einer kleinen, abgelegenen Insel mitten im Pazifik. Hier begegnet er alten Traditionen, Vorurteilen und Skepsis, wenn nicht sogar Feindseligkeit. Neben dem Job treiben ihn aber auch unbeantwortete Fragen aus seiner Vergangenheit hierher. Als er den alten Inselbewohner Hashi kennenlernt, der als Fischer arbeitet und sein Leben ansonsten der Ziegenzucht gewidmet hat, bekommt Ryosuke eine Ahnung davon, wie es für ihn weitergehen könnte ...

    Dass es sich bei »Die Insel der Freundschaft« um einen sehr ruhigen, entschleunigten Roman handelt, lässt sich bereits aus der Inhaltsbeschreibung erahnen. Das muss man als Leser natürlich mögen, darüber hinaus sollte man aber auch die richtige Stimmung mitbringen: etwas Platz für Nachdenklichkeit und den sympathischen Gedanken, sein modernes Leben einfach mal drei Technikgänge zurückzuschalten, um zu gucken, was es zu bieten hat, wenn man sich rückbesinnt. Sukegawa geht das Thema größtenteils ohne Kitsch an, sondern erzählt eine angenehme, sehr stille Geschichte.

    Dennoch konnte mich dieser Roman nicht ganz so begeistern wie der Vorgänger. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass ich zwar so ziemlich alles essen, Ziegenprodukten geschmacklich aber nur sehr wenig abgewinnen kann. Wer ähnlich wenig Euphorie für Ziegenkäse oder -milch aufbringen kann, muss akzeptieren, dass man als Leser der Begeisterung der Protagonisten zwar folgen, sie aber wahrscheinlich nicht spüren kann.

    Ansonsten bleibt jedoch eine runde, angenehme Lektüre ohne große Spannung, dafür mit einem interessanten Grundtenor. Für mich vier Sterne. Im Zweifelsfall wären es aber eher drei als fünf.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    hannelore259s avatar
    hannelore259vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein leises Buch mit kleinen versteckten Botschaften. Unspektakulär, aber schön und berührend für mich.
    Ryosuke, die Ziegen und ein großer Traum

    Da ich von dem ersten Roman des Autors Durian Sukegawa „Kirschblüten und rote Bohnen“ zwar schon viel Postives gehört, ihn selbst aber noch nicht nicht gelesen habe, bin ich ganz unvoreingenommen an diese Geschichte gegangen.

    In den Mittelpunkt seines Romans „Die Insel der Freundschaft“ stellt Durian Sukegawa den jungen Ryosuke, einen in sich gekehrten Mann, der viele ungelöste Probleme mit sich herumschleppt und eigentlich vor seinem alten Leben davonläuft, um auf einer kleinen japanischen Insel Antworten zu suchen. Dort trifft er auf zwei weitere junge Menschen, die wie er als Bauarbeiter auf die Insel gekommen sind.
    Als sie auf Herrn Hashi treffen, tritt auch eine neue Begeisterung in ihr, aber vor allem in Ryosukes Leben. Der Traum der Ziegenkäseherstellung. Doch der Weg ist steinig und wird vor allem durch den Argwohn und die Intoleranz der Inselbewohner erschwert.
    Doch Ryosuke hält daran fest und zeigt dass es wichtig ist Neues zu wagen, Altes hinter sich zu lassen und an manchen Zielen festzuhalten, ob er am Ende erfolgreich ist, dass wird die Zeit zeigen.

    Durch das Ziel Ryosukes liegt der Fokus des Romans vor allem in der Ziegenkäseherstellung, was ich aber keinenfalls als langatmig oder langweilig empfunden habe, sondern interessiert und regelrecht fasziniert aufgenommen habe.

    Mich hat dieser leise unspektakuläre Roman von der ersten Seite gefangen genommen. Mit seiner ruhigen distanzierten Erzählweise bringt er die japanische Mentalität näher, die man hier auf jeder Seite spürt, wenn man sie auch nicht immer ganz verstehen kann. Aber ich lese auch, um Dinge auf eine andere Art und Weise kennenzulernen als gewohnt.

    Sukegawa setzt durch seine Fokussierung auf die Ziegen auch mit dem wichtigen Thema Umgang des Menschen mit Tieren und Essgewohnheiten auseinander und hat mich damit zum Nachdenken angeregt. Sowieso spricht er viele Themen hintergründig an und kommt dadurch nicht belehrend sondern anregend daher, was ich als einen weiteren positiven Punkt für diesen Autor betrachte.

    Schade fand ich allerdings, dass bei dem an sich stimmigen Schluß doch noch sehr viele Fragen offen geblieben sind, die mich interessiert hätten. Man darf mich jetzt nicht falsch verstehen, bei mir muß ein Ende nicht vollkommen aufgedröselt sein, aber ein bißchen mehr Information hätte ich mir doch gewünscht oder eben den einen oder anderen Strang weggelassen, weil der nicht weitergeführt wurde.

    Meine Leseempfehlung spreche ich trotzdem gerne aus, für die, die sich für Ziegenkäse interessieren und es mögen auch zwischen den Zeilen zu lesen.

    Kommentieren0
    63
    Teilen
    abetterways avatar
    abetterwayvor 10 Monaten
    Die Insel der Freundschaft

    Inhalt:
    "Irgendwo im Pazifischen Ozean befindet sich die japanische Insel Aburi – ein aus der Zeit gefallenes Fleckchen Erde. Der junge Ryosuke, der seine Stelle als Koch in einem Restaurant in Tokio verloren hat, nimmt hier einen Job als Bauarbeiter an. Nicht ganz ohne Grund: Ein Freund seines toten Vaters lebt hier. Von ihm erhofft er sich eine Antwort auf die Frage, woran seine Familie zerbrach.
    Die Einwohner von Aburi begegnen dem Neuankömmling skeptisch, und die Arbeit erweist sich als hart. Doch Ryosuke schließt Freundschaft mit zwei weiteren Fremden – dem draufgängerischen Tachikawa und der burschikosen Kaoru. Alle drei hadern mit der Vergangenheit, dem Leben und sich selbst. Für sie scheint es keinen Platz auf der Welt zu geben.
    Doch gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren von Ryosukes Vater – eine Suche, während derer sie lernen, sich auf die Natur und sich selbst zu besinnen. Und schließlich scheint ein Neuanfang möglich …"

    Meinung:
    Eine Insel mit Bewohnern und Neuankömmlinge, dass ist immer eine schwierige Situation. Das Buch plätschert dahin ist aber wie ich finde schwer zu lesen, nachdem sehr viel "alte Energie" und Schwermütigkeit mitschwingt. Irgenwie ist das Buch ständig ein Kampf, welcher sich auf den Leser überträgt. Durch die doch Tiefgründige Schreibweise werden immer wieder Lebensweisheiten aufgegriffen, welche jeder schon einmal gehört hat.
    Das Buch trotz seiner Tiefgründigkeit sehr offen geschireben und läasst sehr viel Platz für Interpretationen, dies sollte bei so einem Buch wie ich finde nicht vorkommen.

    Fazit:
    Ein sehr schweres und voller schwermütigkeit geschriebenes Buch.

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Leise, anmutig und von der typisch japanischen Erzählsprache geführt begeben wir uns auf die Reise zu den Dingen, die wirklich zählen.
    Rezension: Die Insel der Freundschaft

    Unerwartet erreichte mich Buchpost aus dem Dumont Buchverlag, enthalten war dieses kleine und wunderbare Buch aus Japan. Von der „Insel der Freundschaft“ hatte ich bisher noch nichts gehört, doch der Klappentext klang vielversprechend und so stürzte ich mich in das Abenteuer. Die Geschichte erzählt von Ryosuke, der ehemals als Koch gearbeitet hat, aufgrund von persönlichen Problemen, dem Tod beider Eltern und der darauf folgenden Depression, beschließt er jedoch, auf einer Insel als Bauarbeiter anzuheuern. Doch die Insel mitten im Nirgendwo soll nicht nur eine Ausflucht aus seinem Leben sein, sondern für ihn einige Geheimnisse aufdecken – zumal hier ein sehr guter Freund seiner verstorbenen Eltern leben soll. Auf der Insel angekommen, schließt er rasch Freundschaft mit zwei weiteren Arbeitern, die auch vom Land auf die Insel gekommen sind, um Wasserleitungen zu reparieren: Tachikawa und Kaoru. Die Zwei beginnen, von ihren Problemen und Schwierigkeiten an Land zu erzählen, nur Ryosuke behält seine Sorgen für sich. Nach der Arbeit und an freien Tagen beginnt er, die kleine Insel zu erkunden. Er erklimmt den Berg und erforscht die heimische Flora und Fauna und stößt dabei auf eine Herde wider Ziegen, auf der Insel Pinza genannt. Schließlich findet er den Mann, den er sucht, und es scheint ihm fast, als könnten er und seine zwei Freunde einen Neuanfang wagen, indem sie auf der Insel bleiben. Doch die Inselbewohner mit ihren Riten und Bräuchen finden die Neuankömmlinge verdächtig und heißen sie nicht gerade willkommen, als die Drei verkünden, auf der Insel bleiben zu wollen…

    „Auf dieser Insel haben Sie eine Niederlage erlitten, aber Ihr Traum wird dadurch nicht aus Ihrem Leben verschwinden.“

    Durian Sukegawa erzählt mit „Die Insel der Freundschaft“ eine wunderbare Geschichte von Freundschaft, Mut und dem Wunsch, sich zu beweisen. Ryosuke macht sich durch die Suche nach Hashi, dem alten Mann, auch auf die Suche nach Spuren seiner Vergangenheit, nach Geschichten, und versucht, seine Eltern so wieder ein Stück weit lebendig zu zaubern. Mithilfe seiner Kompagnons und Hashi will er versuchen, den alten Traum seines Vaters, nach dessen Scheitern dieser sich das Leben genommen hat, wieder auflodern zu lassen: eine Käserei auf der Insel aufzubauen und Käse nur aus Ziegenmilch der örtlichen Pinza herzustellen. Doch die Bräuche der Insel und die sturen Bewohner stellen sich den Vieren immer wieder in den Weg und machen den Weg für alle unnötig schwer. Letzten Endes steht Ryosuke alleine mit den Ziegen da und muss sich seinen Weg zum Erfolg bahnen, immer den Traum seines Vaters im Kopf.

    Mit Ryosuke erschafft Sukegawa einen runden, ausgefleischten Charakter, der einen ganzen Berg Probleme mit sich bringt. Seit dem Tod seiner Eltern verspürt er einen Hass gegen sich selbst und nach einem gescheiterten Selbstmordversuch ist das Verlangen, sich in den Abgrund zu stürzen, stärker als jemals zuvor. Durch die Käseherstellung erhofft sich Ryosuke nicht nur die Erfüllung seines Vaters Traum, sondern auch einen Sinn. Der Autor schafft es aber nicht nur, Ryosuke lebendig erscheinen zu lassen; die Hauptcharaktere sind alle sehr liebevoll gestaltet, die Nebencharaktere jedoch leider weniger: sei es der nichtssagende Bürgermeister oder auch der typische aggressive und cholerische Klischee-Charakter, der mit seinen Launen und Wutausbrüchen dem gesamten Buch schadet. 

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.de

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    tardys avatar
    tardyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, so ruhig und sanft, aber doch so ausdrucksstark!
    Die Insel der Freundschaft

    Die einsame Insel Aburi beherbergt nur noch wenige Einwohner. Um eine Wasserleitung zu bauen, holt der Vorsitzende immer wieder Bauarbeiter vom Festland, die er nach ungewöhnlichen Vorstellungen auswählt, immer mit dem Hintergedanken, neue Bewohner zu finden, die sich auf der Insel niederlassen wollen. Aber alle schickt er nach Ablauf des Vertrages wieder zurück. Die drei Neuen, der Koch Ryosuke, die Punkerin Kaoru und der Schulabbrecher Tachikawa, sind sehr verschieden, aber eines verbindet sie, der Zweifel am eigenen Leben. Und auch diese Drei sollen wieder zurück, doch das Schicksal entscheidet anders.

    Das Buch des japanischen Autors Durian Sukegawa ist das zweite, das ich von ihm gelesen habe. Schon "Kirschblüten und rote Bohnen" hat mich sehr begeistert und nachdenklich zurück gelassen. Auch mit diesem Roman ist es ihm wieder gelungen, mich zu verzaubern. Ruhig und leise kommt diese Geschichte daher, fast wie ein Mantra. Beim Lesen spürt man eine Ruhe und Gelassenheit, die sich durch das ganze Buch zieht. Hier kommt die japanische Mentalität sehr gut zum Vorschein. Durch den wundervollen Schreibstil, die detaillierten Landschaftsbeschreibungen und die Poesie, die in den Sätzen steckt, war ich schnell gefangen und hätte ewig so weiter lesen können. Das schlichte, aber doch ausdrucksstarke Cover, die hochwertige Bindung, das Lesebändchen machen das Buch für mich noch komplett. Vieles findet man erst zwischen den Zeilen versteckt, man muss sich darauf einlassen, um es zu entdecken. Die Unfähigkeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Die Hartnäckigkeit, eine Sache zu Ende zu führen, auch wenn man ständig scheitert. Die Achtsamkeit dem Leben gegenüber, den Tieren, der Natur. Man lernt, nicht immer die Verantwortung für sein Leben den anderen Menschen zuzuschieben. Jeder muss sich selbst entscheiden. Es lohnt sich dafür manchmal vom geraden Weg abzuweichen, am Ende wird man dafür belohnt. Mit neuem Mut, sein Leben so zu leben, wie man es selbst möchte. Mit einer Freundschaft, die ungewöhnlich, aber deswegen nicht weniger schön und intensiv ist. Mit der Hoffnung, dass sich Träume doch erfüllen können. Die Protagonisten, allesamt eher Außenseiter und teilweise recht eigenartiger Natur, sind auf den ersten Blick eher unsympathisch. Auch hier kommt die Botschaft des Autors zum Tragen, einen zweiten Blick zu riskieren. Das schadet nicht und bringt vielleicht Dinge zu Tage, die man so nicht erwartet hat, die positiv überraschen und die es wert sind. Gerade in unserer schnellebigen Zeit ist es wichtig achtsam zu sein, damit man nicht untergeht. Und wieder, wie schon im ersten Buch spielt das Essen eine große Rolle. In diesem Fall ist es der Versuch Käse herzustellen, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Auch hier lernt man, dass man mit Gewalt gar nichts bewirkt. Manchmal ist es einfach besser abzuwarten und das Schicksal entscheiden zu lassen.



    Kommentieren0
    41
    Teilen
    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor einem Jahr
    Ryosuke auf der Suche

    Ryosuke hat seine Stelle als Koch verloren und einen Job als Bauarbeiter auf einer kleinen Insel angenommen. Es ist aber nicht die Arbeit, die ihn auf die Insel treibt, sondern er will mit Hashi, dem Freund seines verstorbenen Vaters, reden. Mit ihm kommen noch Kaoru und Tachikawa zum Arbeiten auf die Insel. Die Bewohner von Aburi sind aber nicht besonders erfreut über die Fremden. Daher verbringen Ryosuke, Kaoru und Tachikawa viel Zeit miteinander und freunden sich an. Als Ryosuke über die Insel streift, sieht er wilde Zeigen und er beschließt, auf der Insel zu bleiben und Ziegenkäse herzustellen.

    Auch wenn mir der leicht zu lesende Schreibstil gefallen hat, konnte mich die Geschichte nicht begeistern. Die Charaktere bleiben mir fremd und die Käseproduktion nahm für mich einen zu breiten Raum ein.

    Ryosuke hat seinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Außerdem hat er Fragen zu seiner Familiengeschichte, nachdem beide Eltern nicht mehr leben. Aber er ist lange auf der Insel, lernt Hashi kennen und dennoch spricht er dieses Thema, das ihn doch so beschäftigt, nicht an. Als er beschließt auf der Insel zu bleiben, wollen seine Freunde es ihm gleichtun, doch es ist nicht für sie, wie sie dann einsehen. Ryosuke dagegen scheint sich wohl zu fühlen. Immer wieder zieht es ihn zu den Ziegen. Mir hat gefallen, dass er beharrlich weitermacht, selbst als er Rückschläge bei der Produktion von Käse erfährt. Hashi hat es irgendwann auch auf diese Insel verschlagen und er hat sein Leben dort eingerichtet. Die anderen Bewohner von Aburi sind seltsam. Einerseits wollen sie, dass Zuwachs von außen kommt, andererseits verhalten sie sich so abweisend, dass jeder in die Flucht geschlagen wird.

    Immer wieder musste ich mich zwingen weiterzulesen, denn manches war doch sehr langatmig beschrieben. Zum Ende wurde es aber noch dramatisch. Aber es bleiben auch eine Reihe von Fragen ungeklärt.

    Eine etwas melancholische und langatmige Geschichte.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Isadors avatar
    Isadorvor einem Jahr
    Ein Buch der leisen Töne

    Der junge Mann Ryosuke ist auf dem Weg auf eine einsame japanische Insel, wo er eine Aushilfstätigkeit auf dem Bau ausführen soll. Mit ihm fahren noch zwei andere junge Leute, Karo und Tachikawa, auf die Insel. Alle haben Brüche in ihren Lebensläufen und sind nun gespannt auf einen neuen Lebensabschnitt. Ryosuke jedoch hat bereits eine Verbindung zu dieser Insel, genauer gesagt zu Hashi, einem früheren Bekannten seiner Eltern. Für ihn hat er auch einen Brief im Gepäck...


    Die Arbeit und das Zusammenleben mit den Einheimischen sind sehr anstrengend. Schließlich gelingt es Ryosuke jedoch, Hashi ausfindig zu machen. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich einiges für die drei.


    Das Buch ist, wie alle japanischen Romane, die ich bisher kennengelernt habe, ein Buch der leisen Töne. Es lässt sich sehr flüssig lesen und hat mich gut unterhalten.


    Das Ende war ganz anders als ich es erwartet habe und hat bei mir einige Fragen hinterlassen. Trotzdem empfehle ich es gerne weiter.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    xLifewithbookss avatar
    xLifewithbooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein nettes Buch über eine Insel mit besonderen Lebewesen, nämlich Ziegen, und über den Versuch der Käseherstellung.
    Die Insel der Freundschaft

    Inhalt des Buches: 
    Irgendwo im Pazifischen Ozean befindet sich die japanische Insel Aburi – ein aus der Zeit gefallenes Fleckchen Erde. Der junge Ryosuke, der seine Stelle als Koch in einem Restaurant in Tokio verloren hat, nimmt hier einen Job als Bauarbeiter an. Nicht ganz ohne Grund: Ein Freund seines toten Vaters lebt hier. Von ihm erhofft er sich eine Antwort auf die Frage, woran seine Familie zerbrach. Die Einwohner von Aburi begegnen dem Neuankömmling skeptisch, und die Arbeit erweist sich als hart. Doch Ryosuke schließt Freundschaft mit zwei weiteren Fremden – dem draufgängerischen Tachikawa und der burschikosen Kaoru. Alle drei hadern mit der Vergangenheit, dem Leben und sich selbst. Für sie scheint es keinen Platz auf der Welt zu geben. Doch gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren von Ryosukes Vater – eine Suche, während derer sie lernen, sich auf die Natur und sich selbst zu besinnen. Und schließlich scheint ein Neuanfang möglich 

    Cover/Titel: 
    Das Cover des Buches gefällt mir persönlich nicht so sehr, da es schon zu schlicht und zu unscheinbar ist. Wenn ich dieses Buch in der Buchhandlung sehen würde, dann würde mich das Cover nicht anziehen. Dennoch passt das Cover zu dem Buch und zum Inhalt, wobei mir vielleicht eine kleine Pinza gefehlt hat. 
    Der Titel des Buches erschließt sich mir nicht ganz, denn wenn ich "Die Insel der Freundschaft" höre, dann denke ich an eine Insel, auf der Freundschaften und Bindungen entstehen, die von Dauer sind und einen großen Bestandteil der Geschichte ausmachen. Das kann ich leider nicht behaupten, denn Tachi und Kaoru sind mitten während der Geschichte abgereist. Die Inselbewohner sind fremden gegenüber nicht freundlich und auch nicht erpicht darauf, Freundschaften zu schließen. Die einzigen Freundschaften die hier entstehen, sind zwischen Hashi und Rysouke, wobei diese auch nur auf Zweckmäßigkeit beruht und zwischen den Pinza und Ryosuke. 


    Schreibstil:
    Das ist mein erstes Buch des Autors und es hat mir vom Schreibstil her sehr gut gefallen. Die Sprache war sehr angenehm, leicht zu lesen und zu verstehen. Dadurch lies sich das Buch schnell und flüssig lesen und Fragen zum Verständnis sind nicht aufgekommen. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass der Autor sich permanent wiederholt, was auch sehr erfrischend war. 




    Protagonisten/Meinung/Fazit: 
    Ich werde diese Kategorien jetzt zusammenfassen, damit das alles ineinander greift. 
    Die meisten Inselbewohner sind mir sehr unsympathisch, da diese gar nicht wollen, dass andere auf die Insel kommen, obwohl dafür extra Leute angeworben werden, wovon wiederum die Bewohner angewiesen sind. Es ist klar, dass jede Gruppe ihre eigenen Kulturen und Vorstellungen hat, allerdings sollte man den neuen Dingen nicht so negativ entgegen gehen, denn man weiß nie wie interessant die anderen Seiten sind und was man dadurch verpassen kann. Kaoru und Tachi mag ich sehr, ich finde es allerdings schade, dass die zwei mitten in der Geschichte gegangen sind, da ich dachte, dass sie dich mit Ryosuke etwas aufbauen und dadurch auf der Insel bleiben. Schade, dass es anders gekommen ist. 
    Ryosuke mochte ich von Anfang an, seine Geschichte hat mich berührt und ich bewundere seinen Ehrgeiz. Wobei ich zum nächsten Kritikpunkt komme: Das Buch besteht fast nur aus Misserfolgen. Die ganze Zeit geht während der Käseherstellung etwas schief. Mir ist klar, dass nicht alles von jetzt auf gleich funktionieren kann, dennoch bin ich der Meinung, dass man auch mal kleine Erfolgsmomente braucht, um die Motivation zu behalten. Hut ab, dass Ryosuke das trotzdem bis zum letzten Moment versucht hat, denn ich hätte den Traum schon an den Nagel gehängt. Des weiteren gefallen mir die Auseinandersetzungen nicht, denn nach 6 Monaten sollten die Bewohner auch mal an Ryosuke gewöhnt und ihn akzeptiert haben. Sehr schade, dass das in dem Buch nicht möglich ist! Was mich allerdings am meisten stört, sind die ganzen Fragen, die das Buch offen gelassen hat. Es sind leider zu viele und zu wichtige, um sie zu ignorieren. Darauf hätte der Autor doch schon etwas eingehen können. 
    Im Großen und Ganzen fand ich die Idee für das Buch und die Geschichte an sich schön und auch interessant zu lesen, weswegen ich 3,5 Sterne vergebe! 

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    simone_richters avatar
    simone_richtervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Roman der ruhigen japanischen Art mit viel Liebe zu Ziegen und dass man seinen Weg verfolgen soll auch mit Hindernissen.
    Japanische ruhige Achtsamkeit auf dem Weg zu Freundschaft und seinen Weg finden

    Ryosuke gibt seine Arbeit als Koch in Tokyo auf und fährt mit 2 anderen jungen Leuten - die gepiercte und tätowierte Kaoru und dem Schulabbrecher Tachikawa - zu einer einsam gelegenen Insel mitten im Pazifik. Sie sollen auf der Insel Bauarbeiten verrichten, aber die Arbeit ist hart und die Inselbewohner sind misstrauisch und teilweise bösartig. Dabei braucht die Insel junge Leute für frischen Wind. Ryosuke, Kaoru und Tachikawa schließen Freundschaft und Ryosuke lernt Hashi kennen, der Ziegen besitzt und Käse herstellen wollte. Dieser war gleichzeitig Freund und Geschäftspartner seines verstorbenen Vaters und Ryosuke möchte ihm etwas übergeben, was er in seinem Rucksack zu liegen hat. Jetzt bestreitet Hashi seinen Lebensunterhalt als Fischer und nimmt die jungen Freunde bei sich auf. Ryosuke lernt dadurch im Einklang mit der Natur zu leben und möchte einen Neuanfang wagen und nur er hält es weiterhin auf der Insel aus.

    Ein Roman der "etwas anderen Art" mit viel Liebe, zwar nicht im herkömmlichen Sinne, aber um Mitgefühl, Freundschaft, Liebe zu Tieren, wissenswertes über die Käseherstellung und kleine Lebensweisheiten. Dass man seinen Weg verfolgen soll, auch wenn es Hindernisse gibt und überhaupt Achtsamkeit gegenüber dem Leben. Gerade durch Misserfolge im Buch, kann man Hoffnungsschimmer sehen und später vielleicht sogar den Erfolg. So ist der Roman auch zum Ende hin nicht langweilig, weil nicht alles gleich gelingt. Der Stil ist ruhig, so wie man eigentlich auch die Japaner beschreibt.Es kommen das Fernweh, die Sehnsucht nach einem Neuanfang und dort sein Glück finden zum Tragen. Ich würde sagen, typisch japanisch und so auch in seiner Art unaufgeregt.
    Durch die Einsamkeit auf der Insel knüpft Ryosuke Freundschaften zu seinen 3 Begleitern und zu Hashi und wächst zum Schluss über sich selbst hinaus. Eine Geschichte über Mut und seinen Weg im Leben zu finden. Der Schluss ist überraschend "anders" und lässt Fragen offen. Wobei man zu letzterem Aspekt wohl die Fantasie schweifen lassen kann, was der Autor wohl auch angestrebt hat.

    Kommentieren0
    85
    Teilen
    Marie1971s avatar
    Marie1971vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein ruhiges Buch
    Ruhig unspektakulär

    Ryosuko, Tachikawa und die junge Kaoru reisen als Bauarbeiter auf eine nur karg bewohnte Insel. Jeder von den dreien scheint seinem Leben auf die ein oder andere Art entkommen zu wollen. Doch die Bewohner der Insel heissen die Neuankömmlinge alles andere als willkommen. Langsam werden sie immer wieder in Konflikte hineingetrieben. Nur Herr Hashi scheint die drei in sein Herz zu schliessen. Schliesslich entscheidet sich Tachikawa und Kaoru die Insel zu verlassen und Ryosuko bleibt allein bei Herrn Hashi zurück. Was verbindet wohl die beiden Männer in dieser Einsamkeit ? Der Schreibstil ist wunderbar ruhig. Wie viele asiatische Autoren beherrscht Sukegawa die Kunst, aus einer einfachen Geschichte heraus ganz unspektakulär uns so vieles mitzuteilen. Die Protagonisten wirken teilweise befremdlich. Liest man jedoch zwischen den Zeilen, merkt man schnell, dass jeder für etwas Bestimmtes im Leben steht. Eine schwierige Lebensgeschichte, tiefe Trauer, Angst oder Wut scheinen uns manchmal im Weg zu stehen und zu verhindern, das Leben so anzunehmen wie es ist. Und schliesslich machen wir unser Lebensglück von anderen abhängig. Und glauben, dass diese für unser Unglück verantwortlich sind. Schlussendlich ist es auch einfacher, jemand anderen für unser Scheitern verantwortlich zu machen als die Verantwortung auf seinen eigenen Schultern zu tragen. Aber sind wir es nicht selbst die jeden Tag aufs Neue die Entscheidung treffen können, den einfachen Weg zu gehen und aufzugeben. Oder eben den schwierigeren Weg zu nehmen, die Verantwortung für unser Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, und dafür zu kämpfen, für unsere Prinzipien und Ideologien. Genau das scheint uns Sukegawa mit auf den Weg geben zu wollen. Dass es schlussendlich in unserer Hand liegt, für welchen Lebensweg wir uns entscheiden.

    Kommentieren0
    35
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    abas avatar

    "Wieso hatte ihn auf einmal ein so starker Überlebenswunsch heimgesucht, wo er sich den Tod doch gewünscht hatte?"

    Nach dem großartigen Erfolg seines ersten Romans "Kirschblüten und rote Bohnen" kehrt Durian Sukegawa mit einer neuen Geschichte zurück, die die Erwartungen seiner Leserschaft noch übertreffen wird. Mit "Die Insel der Freundschaft" unternimmt Durian Sukegawa eine faszinierende und magische Reise auf eine kleine Insel mitten im japanischen Archipel. Durch die Begegnung mit den Einwohnern und das Leben in der Natur lernt Ryosuke, der vom Schicksal gebeutelte Held, alles aus einer ganz neuen Perspektive zu betrachten und fängt nochmal ganz von vorn an.

    "Die Insel der Freundschaft" ist ein poetischer Roman, der nachdenklich macht und uns zeigt, dass es sich lohnt zu leben. Immer.

    Zum Inhalt
    Irgendwo im Pazifischen Ozean befindet sich die japanische Insel Aburi – ein aus der Zeit gefallenes Fleckchen Erde. Der junge Ryosuke, der seine Stelle als Koch in einem Restaurant in Tokio verloren hat, nimmt hier einen Job als Bauarbeiter an. Nicht ganz ohne Grund: Ein Freund seines toten Vaters lebt hier. Von ihm erhofft er sich eine Antwort auf die Frage, woran seine Familie zerbrach.
    Die Einwohner von Aburi begegnen dem Neuankömmling skeptisch, und die Arbeit erweist sich als hart. Doch Ryosuke schließt Freundschaft mit zwei weiteren Fremden – dem draufgängerischen Tachikawa und der burschikosen Kaoru. Alle drei hadern mit der Vergangenheit, dem Leben und sich selbst. Für sie scheint es keinen Platz auf der Welt zu geben.
    Doch gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren von Ryosukes Vater – eine Suche, während derer sie lernen, sich auf die Natur und sich selbst zu besinnen. Und schließlich scheint ein Neuanfang möglich…


    Lust auf eine Leseprobe?

    Zum Autor
    Durian Sukegawa, geboren 1962, studierte an der Waseda-Universität in Tokio Philosophie. Er schreibt Romane und Gedichte, außerdem ist er in Japan als Schauspieler, Punkmusiker und Fernseh- sowie Radiomoderator bekannt. "Kirschblüten und rote Bohnen" (DuMont 2016) war in Japan ein Bestseller und wurde von Naomi Kawase als Beitrag für Cannes 2015 verfilmt.

    Zusammen mit DuMont verlosen wir 25 Exemplare von "Die Insel der Freundschaft" unter allen, die zusammen mit Ryosuke die Insel Aburi und deren Schätze endecken möchten. Habt ihr Lust, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde zu lesen, euch darüber auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 20.09., und antwortet auf folgende Frage:

    Auf Aburi lernt Ryosuke zu erkennen, worauf es im Leben ankommt.
    Und wie sieht es bei euch aus? Was, glaubt ihr, ist das wirklich Wichtige im Leben?


    Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

    * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks