Durs Grünbein

 4.1 Sterne bei 64 Bewertungen
Autor von Grauzone morgens, Schädelbasislektion und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Durs Grünbein

Der in Dresden geborene Autor, Lyriker und Essayist, Durs Grünbein, lebt heute als freier Schriftsteller in Rom. Seine Werke behandeln meist naturwissenschaftliche und philosophische Themen. Er gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Dichter und erhielt bereits mehrere Auszeichnungen.

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Oper
Erscheint am 12.11.2018 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Durs Grünbein

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Durs GrünbeinGrauzone morgens
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Grauzone morgens
Grauzone morgens
 (9)
Erschienen am 26.09.1988
Durs GrünbeinSchädelbasislektion
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Schädelbasislektion
Schädelbasislektion
 (6)
Erschienen am 19.03.2004
Durs GrünbeinGrauzone morgens.
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Grauzone morgens.
Durs GrünbeinDen Teuren Toten
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Den Teuren Toten
Den Teuren Toten
 (4)
Erschienen am 30.08.1994
Durs GrünbeinStrophen für übermorgen
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Strophen für übermorgen
Strophen für übermorgen
 (4)
Erschienen am 17.09.2007
Durs GrünbeinDie Jahre im Zoo
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Die Jahre im Zoo
Die Jahre im Zoo
 (4)
Erschienen am 06.12.2015
Durs GrünbeinDas erste Jahr
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Das erste Jahr
Das erste Jahr
 (3)
Erschienen am 28.07.2003
Durs GrünbeinFalten und Fallen
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Falten und Fallen
Falten und Fallen
 (3)
Erschienen am 14.02.2001

Neue Rezensionen zu Durs Grünbein

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Rezension zu "Lob des Taifuns" von Durs Grünbein

Frischer Lese-Lyrik-Wind
buchwanderervor 2 Jahren

„Verbring ihn allein
Diesen Tag – du wirst sehen,
Wieviel länger er dauert.“(S.37)

Zum Inhalt:

Mit dem Band Nr. 1308 aus der Inselbücherei stellt Durs Grünbein alle vier in Haikus verfassten Tagebücher seiner Japan-Reisen zusammen: ein großer Schritt in der Geschichte der deutschsprachigen Haiku-Dichtung.“(S.115) Die in Deutsch und Japanisch dargebotenen Kurzgedichte, in enger Anlehnung an die und in der Tradition der japanischen Haikus verfasst, nehmen den Leser in stenografischer Dichtheit mit auf eine Reise, welche Durs Grünbein zu (s)einem Japan-Erlebnis macht. Im Nachwort, dessen inhaltliche, historische und literaturkritische Fingerzeige ein lyrisches Universum öffnen, das dem klassischen Gedichtrezipienten ansonsten verschlossen bleibt, breiten Grünbein und Yûji Nawata einen irisierenden Teppich an Informationen rund um diese „poetische Kurz- und Kürzestform“ (S.102) aus.

Fazit:

Anfangs irritiert die Präsentation des lyrischen Textes stark, zumal, wenn man wie ich, des Japanischen nicht mächtig ist. Man kann jedoch getrost den Worten Yûji Nawatas im Nachwort vertrauen, wenn er schreibt: „Wenn daher Leserinnen und Leser dieses Buches der Insel-Bücherei unlesbare Schriftzeichen vor sich sehen, darunter viele chinesische, erleben sie das gleiche, was auch Grünbein erlebt und in seinen Haikus thematisiert hat. Diese Erfahrung schadet bei der Lektüre nicht, ist hoffentlich vielmehr hilfreich. Auch so kann die Zweisprachigkeit des vorliegenden Büchleins verstanden werden.“ (S.127)
Geerdet, ja beinahe geeicht von der Lyrik Heines, Brechts oder Hesses, fand ich in diesem Exkurs einen vollkommen neuen stilistischen Kosmos, den ich als Leseerlebnis nicht mehr missen möchte. Auch zeigt die auf diese Weise schreibende Erarbeitung einer Reise eine spannende und durchweg zur Nachahmung animierende Form der Reisedokumentation auf, die noch erheblich persönlicher, intimer als jene des Fotografierens oder Filmens ist. Am ehesten Vergleichbar dem Malen, jedoch sowohl zeitlich, wie auch raumtechnisch um Welten kompakter.

Zum Buch:

Ausgezeichnet in jedweder Hinsicht präsentiert sich der Band der Insel-Bücherei, sei es nun handwerklich buchbinderisch, wie auch drucktechnisch. Stets findet der Leser Buchkunst auf sehr hohem Niveau. Gesetzt wurde der Text aus den Schriften Adobe Garamond Pro und Kozuka Mincho Std., das Motiv des Einbandes wurde dem Einwickelpapier eines Tokyoter Sojawarenhändlers entlehnt und rundet das Buch ästhetisch stimmig ab.

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MarinaBs avatar

Rezension zu "Die Jahre im Zoo" von Durs Grünbein

Durs Grünbein erzählt...
MarinaBvor 3 Jahren

Es war für mich eine ganz große Lektüre! Da verteilt sich die Sprache des Dichters in biografischen Erinnerungen und zeigt eine besondere, eigene Ansicht auf seine Heimatstadt Dresden. Es ist ein sehr persönliches Buch und es weist auf ganz andere Seiten des Lyrikers Grünbein hin, die in seinen Gedichten nicht unbedingt durchscheinen.

Biografie könnte man es nennen, es geht um Kindheits- und Jugenderlebnisse, im Untertitel heißt es Kaleidoskop. Das passt insofern auch, als das Buch tatsächlich Bilder enthält, alte Aufnahmen, die ich im Grunde gar nicht für wichtig halte. Ich empfinde es als ein Buch der Erinnerungen, dass ganz eigene Bilder erzeugt, durch die Erzählweise. Die dazwischen eingefügten lyrischen Sequenzen passen hervorragend dazu. Wie die Elbe durch Dresden, mäandert Grünbein durch Erlebtes. Er gleitet von Gedanken zu Gedanken, geht dabei keineswegs chronologisch vor, dennoch wirkt die Erzählung nie sprunghaft, sondern wie ein ruhiger Fluß. So erzählt er uns zu Beginn beispielsweise von Spaziergängen des kleinen Kindes mit dem Großvater durch Cotta, dem ersten Zuhause, zum Ostragehege.

“Mir ist das Bild vom großen Gehege in der Abenddämmerung jedenfalls nie aus dem Kopf gegangen. Ich sah darin den Fingerzeig auf ein in Unfreiheit begonnenes Leben und eine Bevölkerung, die man umzäunt hatte, eingefriedet wie eine besondere Sorte Zuchtvieh, friedliche Kühe, mit denen die staatlichen Heger und Hirten noch einiges vorhatten.”

Grünbein, Jahrgang 1962, ist in Hellerau aufgewachsen, einem Teil Dresdens, der auch Gartenstadt genannt wurde und die nach den Ideen einer Reformbewegung  entstanden war, die Arbeit, Bildung, Kunst und Kultur verbinden wollte. So entstand damals eine Möbelwerkstätte und das jetzige Festspielhaus Hellerau, wo beispielsweise auch die bekannte Tänzerin Pallucca wirkte. Bis sich ab 1933 alles änderte…
So wie Grünbein von Hellerau erzählt, erscheint es einem als friedlicher Stadtteil, beinahe dörflich im Grünen (hinter dem allerdings auch eine große Müllkippe schwelt). Während die Eltern arbeiten gehen und Haus und Garten hegen, beginnt das recht träumerische Kind seine Umwelt zu entdecken, mit den wenigen Freunden, aber auch oft einzelgängerisch.

“Es waren Menschen, die sich wie Schnecken zurückgezogen hatten in ihre Privatsphäre, Menschen, abgeschnitten von aller Weltöffentlichkeit, amputiert, vollständig losgelöst von der eigenen Vergangenheit. Die wenigsten hatten noch eine Vorstellung davon, was sich hier einmal ereignet hatte, was hier erträumt, geplant, gegen den Widerstand vieler erstritten worden war.”

Grünbein erzählt in feinster Sprache von seinem unerfüllbaren Wunsch zur See zu fahren, von Jungsabenteuern, vom verbotenen Karl-May-Lesen, vom ersten Kuss, von Fahrradtouren bis ins Tschechische, von Bahnhöfen, von der Suche nach Kafkas Grab in Prag als Jugendlicher, vom verehrten Lyriker Gottfried Benn, der zuzeiten kurz in Hellerau lebte, so wie auch Kafka, kurz vor der Auflösung der Verlobung mit Felice Hellerau einen Besuch abstattete.
Er driftet durch die unterschiedlichen Epochen, zeigt die jeweiligen geschichtlichen Gegebenheiten auf. So ergibt sich ein spannender Blick auf Dresden(vor allem auch, wenn man bereits Uwe Tellkamps “Der Turm” oder Peter Richters “89/90” oder Thomas Rosenlöchers “Die verkauften Pflastersteine” kennt).

Und zu guter letzt berichtet Grünbein von der Initiation zum Schreiben. Ob den Grundstein der Großvater in Gotha legte, der Kreuzworträtselhersteller, der das Sprachgefühl und die Lust auf Worte weckte? Das Schreiben, das Türen im Kopf öffnet und Weite schafft, die es im Zoo hinter Gitterstäben sonst nicht gibt…

“Poetologisch betrachtet, war dies der erste Schritt in jenes ungeheure Neuland der Imagination, in dem der Dichter, diese ewig fluchtbereite, überall deplazierte Person noch am ehesten heimisch wird.”


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ciceros avatar

Rezension zu "Die Bars von Atlantis" von Durs Grünbein

Rezension zu "Die Bars von Atlantis" von Durs Grünbein
cicerovor 8 Jahren

In den Bars von Atlantis endet der Abend nie:
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In seinem kurzen Essay "Die Bars von Atlantis" versucht Durs Grünbein, Lyriker und Kenner der Geisteswelt der Antike, zu erläutern, welche Gedanken hinter einer einzigen Zeile seines Gedichtes "Kosmopolit" standen und stehen. Dazu entfaltet er in 14 kurzen Betrachtungen ein Feuerwerk der Assoziationen. Sie kreisen um die folgenden Themen und Topoi: Die Leere des Transitraumes am Flughafen, Reisen als Vorgeschmack der Hölle, Seefahrt als Inbegriff der Reise, die Ursehnsucht des Menschen nach dem Eintauchen in das unendliche Meer, das im Meer versunkene Atlantis als Chiffre für das Endziel aller Reisen, und schließlich die Bars von Atlantis als der Treffpunkt für alle, die die Reise hinter sich gebracht haben. Nebenbei erfahren wir auch etwas zur Poseidonstadt Paestum und der Tomba del Tuffatore, zum ganz privaten Tauchvergnügen des Dichters, zur Weltflucht des Kapitän Nemo in seiner Nautilus, zu den Tränen des Odysseus, und dass es Dante war, der die Intention von Durs Grünbein in kaum beachteten Versen vorwegnahm, ja, ihm fast schon die Show stahl.
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Es ist ein wahres Vergnügen, den von Gedanke zu Gedanke spielerisch fortschreitenden Ausführungen Grünbeins zu folgen, die sich auf höchstem Niveau von Sprache und Bildung bewegen. Wer ihm folgen kann, wird seine ungetrübte Freude daran haben; wer es nicht kann, hat einen Text vor sich, an dem man sich hervorragend abarbeiten kann, um höher zu kommen. Sprache im Sinne Durs Grünbeins ist eben nicht nur ein Sichversenken, sondern auch ein Emportauchen, ein Lesen zwischen den Zeilen, das sich über das Geschriebene erhebt, ein Erwachen aus fremden Lebensräumen, wo das Leben Traum nur heißt.
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Aus der Sicht der Atlantisforschung greift Durs Grünbein ein Thema auf, das schon mehrfach bearbeitet wurde, nüchterner und expliziter - und dennoch unreflektierter - etwa bei Ulrich Sonnemann und dessen Frage nach der tiefenpsychologischen Dimension von Atlantis (Atlantis zum Beispiel, 1986).
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Es bleibt die trockene Pflicht, auf einige typische Irrtümer im Zusammenhang mit Atlantis hinzuweisen, denen auch Durs Grünbein erlegen ist, damit die Welten von Dichtung und Wahrheit sich nicht auf unglückliche Weise miteinander vermischen: Die Forschung neigt zu der Auffassung, dass König Atlas von Atlantis, ein Sohn des Poseidon, nicht identisch ist mit dem Titan Atlas aus der griechischen Mythologie. Dieser Titan ist es, nach dem das Meer westlich der Säulen des Herakles das Atlantische Meer genannt wurde; als Platon seine Atlantis-Dialoge schrieb, war der Name schon vergeben. Platon hängt sich also keineswegs an den mythologischen Atlas an, sondern ersetzt ihn überraschend und kühn und weit über eine Entmythologisierung hinausgehend durch eine völlig andere Person gleichen Namens! - Etwas ins Auge geht die Verwendung des Begriffs Okeanos im Zusammenhang mit Atlantis. Platon verwendet das Wort Okeanos an keiner Stelle seiner Atlantis-Dialoge, und bei Herodot kann man nachlesen, warum der Mythos vom Okeanos damals in keinem guten Ruf stand; zumal es ja bei Atlantis um Logos und nicht um Mythos geht.
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Wohltuend verschont Durs Grünbein seine Leser mit den ewig falschen Vulkanausbrüchen als Ursache für den Untergang von Atlantis, sondern bleibt bei den von Platon genannten Erdbeben. Und ja, auch hierin ist Durs Grünbein beizupflichten: Wer in ein U-Boot steigt, wird Atlantis wohl tatsächlich niemals zu Gesicht bekommen. Doch das zu erläutern würde das Atlantis des Dichters in unzulässiger Weise mit der Frage nach Atlantis als einem realen Ort verknüpfen. Denn in den Bars von Atlantis wird auch dann noch ein Kommen und Gehen herrschen, wenn Platons Atlantis sich als ein realer Ort entpuppt haben wird. Es wäre ja auch schade, wenn Atlantis das gleiche Schicksal wie Troja widerfahren würde: Ein langweiliger Trümmerhaufen am Ende der Zeit, entdeckt bis zur Unkenntlichkeit. Nein, bei Atlantis muss und wird und kann das alles nur ganz anders sein und bleiben!

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Durs Grünbein wurde am 09. Oktober 1962 in Dresden (Deutschland) geboren.

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