„Das was bleibt“ beschreibt die Erlebnisse von Kira mit ihrem besten Freund Adrik. Bester Freund? »Bis vor 48 Stunden hätte ich darauf schwören können, dass er mein bester Freund ist, jetzt bin ich mir nicht mehr sicher.«
Was ist geschehen? Weshalb sitzt Kira völlig verängstigt in einer fremden Wohung in einer fremden Stadt? Und wer ist Lyssa, deren Name wie ein Schreckgespenst in der Luft hängt?
»Das was bleibt« hat einen der stärksten Prologe, die ich während des Young Storyteller Awards gelesen habe. Sofort habe ich mich gefragt: Wie ist es dazu gekommen? Und: Wozu eigentlich? Das ist die Kunst der Spannung!
Das stärkste Element dieses Buches war der Realismus der Geschichte, da sie auf realen Tatsachen basiert. Wir erleben die Geschichte ausschließlich aus Kiras Sicht und es wird nicht ganz klar, wie vertrauenswürdig dieser personelle Erzähler* tatsächlich ist. Beziehungsweise: Wir erhalten Inneneinsicht in einen Geist am Abgrund. Ein Geist, der bisweilen Entscheidungen trifft, bei denen ich tatsächlich laut »Nein!« gerufen habe.
Das Buch ist ein Plädoyer, das Schweigen zu brechen, das auf Themen wie emotionaler Abhängigkeit, Selbstverletzung und Narzissmus lastet. Und es bricht dieses Schweigen. Authentisch, ungeschönt, mutig.
Ein gelungener Debütroman!
*Mir ist klar, dass Kira eine Frau ist; aber in der Literatur spricht man vom personellem Erzähler als einem spezifischen Erzählperspektive.


