Die Nordstaaten-Armee unter General Sherman zieht 1864/1865 durch die Südstaaten Georgia, South und North Carolina und hinterlässt dabei eine Schneise der Verwüstung: niedergebrannte Farmen, verwüstete Städte und ausgebeutete Landstriche. Und das ganz bewusst, denn nach Shermans Ansicht sollten diese Südstaaten am eigenen Leib und Hab und Gut zu spüren bekommen, was es heißt, einen Krieg vom Zaun zu brechen. "Es sind heute viele Jungs hier, die im Krieg nur den Ruhm sehen, aber Jungs, es ist die Hölle" hatte Sherman Jahre später einmal in einer öffentlichen Rede gesagt. Dem Autor gelingt es, die Verheerungen dieses Krieges anschaulich darzustellen, indem er das Erleben vieler unterschiedlicher Menschen schildert: Soldaten der Nord- wie der Südstaaten, ausgebeutete Farmer wie auch deren befreite Sklaven, überforderte Militärärzte und ihr angelerntes Hilfspersonal kommen ebenso zu Wort wie Sherman selbst. Abraham Lincoln kurz vor dessen Ermordung widmet der Autor ein kurzes, gespenstisch anmutendes Kapitel. In meinen Augen ein großartiger Roman. 5 Sterne dafür.
E. L. Doctorow
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Neue Rezensionen zu E. L. Doctorow
"Vom Winde verweht" und "Fackeln im Sturm" sind unvergesslich und haben uns den Amerikanischen Bürgerkrieg miterleben lassen. Doctorow verzichtet aber auf romantische und verklärte Ansichten und konzentriert sich auf die Fakten. 1865 der Amerikanische Bürgerkrieg neigt sich dem Ende zu. Die Südstaaten sind den Nordstaaten weit unterlegen und die Sklaverei scheint abgeschafft zu sein. Plantagen stehen in Flammen, die Sklaven befreit und General William T.Sherman marschiert mit sechzig Mann durch die Gebiete Georgia, North- und South Carolina. Mit dabei die junge Pearl, eine befreite Sklavin die allerdings wei? ist. Ihre Mutter hatte mit dem Massa geschlafen und sie wurde geboren. Ein Soldat verliebt sich in sie und will sie heiraten, aber sie macht ihm klar, dass wenn sie Kinder bekommen sie ihm wahrscheinlich ein "Teerbaby" schenken wird. Gemeinsam mit anderen marschieren sie durch "ihr" Land. Es gibt in diesem Krieg eigentlich keine Gewinner, denn alle verlieren. Die Nordstaaten wollen die "Nigger" nicht wirklich und so sind sie zwar frei, aber mittel- und chancenlos. Doctorows Marsch wurde schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet und beschreibt ein eindringliches Bild über einen wichtigen Teil der Amerikanischen Geschichte. Nicht einfach, aber sehr lesenswert.
Homer und Langley leben Ende der 30er Jahre in New York. Schon früh sind die Eltern gestorben und die beiden unterschiedlichen Brüder leben vom geerbten Reichtum und haben eigenes Personal. Homer erzählt uns die Geschichte und beschreibt alles auf seine ganz besondere Art, denn er ist schon früh erblindet und langsam stellt sich auch ein Gehörverlust ein. Mit Ehrgeiz und starkem Willen beginnt er Klavier zu spielen. Langley trägt tiefe seelische Wunden aus dem Ersten Weltkrieg mit sich herum und bringt eine eigene Zeitung auf den Markt. Die Liebe ist für die Beiden ein sehr wichtiges Thema, aber allzu oft ziehen die Frauen so schnell wieder aus ihrem Leben fort wie sie gekommen sind. Der Zweite Weltkrieg, der Koreakrieg und der schwindende Reichtum beschäftigt Homer und Langley. Aber dennoch bauen sie sich in ihrem voll gestopften Haus ihren eigenen Kosmos aus.
E.L. Doctorow hat ein großartiges Buch geschrieben, dass auf Teilen einer wahren Geschichte basiert. Ausgefeilte Sprache und hervorragende und zum Teil kuriosen Charaktere.
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E. L. Doctorow wurde am 06. Januar 1931 in New York City (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.
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