Bad Girls

von E. Lockhart 
3,4 Sterne bei22 Bewertungen
Bad Girls
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Positiv (10):
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Dieses Buch ist so einzigartig, dass ich gar nicht davon loskam!

Kritisch (4):
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Auf große Erwartungen folgten große Enttäuschungen: zu wenig Spannung, zu nüchterner Schreibstil, zu blasse Hauptfigur, zu emotionslos.

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Inhaltsangabe zu "Bad Girls"

Jule Williams ist nicht, wer sie zu sein scheint. Alles an ihr ist falsch: Ihr Akzent, ihre Haare, die Namen, die auf ihrer Kreditkarte stehen. Sie ist ein menschliches Chamäleon, eine begnadete Lügnerin, deren messerscharfer Verstand ihr Ticket ins Leben der Schönen und Reichen wird. Doch wie oft kann sich ein Mensch neu erfinden?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783473401673
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Ravensburger Buchverlag
Erscheinungsdatum:20.06.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Büchertraums avatar
    Büchertraumvor 6 Tagen
    Erfüllte leider nicht so ganz meine Erwartungen

    Nach ihrem Erfolgstitel “Solange wir lügen” hat die amerikanische Autorin E.Lockhart nun endlich wieder etwas Neues herausgebracht: “Bad Girls” ist ein Spannungsroman über eine außergewöhnliche Freundschaft, eine undurchschaubare Protagonistin und (mindestens) einen Mord. Eine Geschichte, die interessanterweise rückwärts erzählt wird und in der nichts ist, wie es scheint. Unterhaltsam und raffiniert erzählt, aber leider bei Weitem nicht so überzeugend und mitreißend wie ihr vorheriges Buch. Für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene.

    Seit 4 Wochen residiert die 18-jährige Jule West Williams bereits im Hotel Playa Grande im Ferienort Cabo San Lucas in Mexiko. Jule West Williams sah gut genug aus. Sie konnte weder als hässlich bezeichnet werden noch im allgemeinen Sinn als heiß. Sie war klein, nur einen Meter fünfundfünfzig und hielt das Kinn immer erhoben. Ihre Frisur wirkte jungenhaft, mit blonden Strähnen vom Friseur, bei denen mittlerweile der dunkle Ansatz zu sehen war. Grüne Augen, blasse Haut, helle Sommersprossen.” (Zitat aus “Bad Girls” S.12) Im Fitnessraum wird sie von einer Frau namens Noa angesprochen, die sie in ein lockeres Gespräch verwickelt. Noa brauchte eine Auszeit von der Pflege ihres kranken Vaters und hat deshalb dieses Hotel aufgesucht. Sie trägt eine Narbe an ihrem Unterarm. Jule stellt sich als aus London kommend vor. Dabei ist sie Amerikanerin. Sie beherrscht die  unterschiedlichsten Dialekte. Sie ist ein Waisenkind, seit ihre Eltern ermordet wurden und eine Art Tante sich ihrer angenommen hat, die ihr eine ganz besondere Ausbildung hat zuteil kommen lassen: “Jule geht auf eine Spezial-Akademie […]. Sie lernt Überlebenstechniken, macht Rückwärtssaltos und schafft es, sich aus Handschellen und Zwangsjacken zu befreien. Sie trägt Hosen aus Leder und hat die Taschen voller technischer Spielereien. Unterrichtet werden Fremdsprachen, gesellschaftliche Konventionen, Literatur, Kampfsportarten, der Umgang mit Schusswaffen, wie man sich verkleidet, verschiedene Akzente, Methoden der Fälschung und die Feinheiten des Gesetzes.” (Zitat S.24) Nach zehn Jahren Ausbildung ist Jule jetzt wandelbar wie ein Chamäleon. Sie verwendet unterschiedliche Geschichten, die sie anderen Menschen über sich erzählt. Sie hat verschiedene Pässe im Handgepäck. Sie verändert ihr Aussehen. Und sie nennt sich gerne Imogen, wenn sie sich Fremden vorstellt. Imogen war Jules beste Freundin. Und Paolo, das war der Mann, für den sie unerwartete Gefühle entwickelte. “Sie wünschte, sie könnte Immies tiefes Lachen hören und ihre nicht enden wollenden Sätze, die Geheimnisse ausschütteten. […] Sie wünschte, Paolo würde vorbeikommen, die Arme um sie legen und ihr sagen — wie er es einmal getan hatte -, was für ein großartiger Mensch sie sei. Sie wünschte sich jemanden, der sie bedingungslos liebte, der ihr alles vergeben konnte. […] Weder Paolo noch Immie waren dazu in der Lage.” (Zitat S.33) Doch Imogen ist nicht mehr da. Imogen, die ein Waisenkind war, so wie Jule, die am liebsten frei nach Schnauze redete und die ihr College abgebrochen hatte, weil sie es nicht mochte, wenn ihr jemand vorschrieb, was sie zu tun hatte. Deren vermögenden Adoptiveltern an den amerikanischen Traum glaubten. Die selbst aber lieber den Moment genoss, anstatt auf ein großes Ziel hinzuarbeiten. Doch jetzt ist Imogen tot. Hat Selbstmord begangen. Und Jule ist immer unterwegs in der Weltgeschichte. Doch als sie sich kurz darauf mit dem Barkeeper unterhält, erfährt sie, dass Noa nach ihr gesucht hat. “Noa wusste, dass Jule Amerikanerin war. Das bedeutete, Noa war ein Cop. Oder etwas in der Art. Es konnte nicht anders sein. Sie hatte Julie mit all dem Gerede nur eine Falle gestellt. […] Es war alles ein abgekartetes Spiel, damit sie Noa als Vertraute sah, nicht als Gegnerin.” (Zitat S.18) Jetzt muss Jule schnell das Weite suchen. Ehe ihre Vergangenheit sie einholt…

    “Bad Girls” beginnt mit einem merkwürdigen Vorwort, auf das man sich zunächst nicht wirklich einen Reim machen kann: “Für alle, denen beigebracht wurde, dass lieb klein und still bedeutet: Hier ist mein Herz mit all seinen hässlichen Wirren und seinem herrlichen Zorn.” (Zitat S.5) Und es gibt bald vieles, auf das man sich in dem Roman zunächst keinen Reim machen kann. Dafür ist vor allem Jule zur Verantwortung zu ziehen, aus deren Sicht in der personalen Erzählperspektive das Ganze geschrieben ist. “Jule trank noch eine Cola light. Sie kontrollierte ihr Make-up und boxte ihrem Spiegelbild im reflektierenden Glas der Loungescheibe zu. Dann lachte sie laut auf, denn sie sah gleichzeitig dämlich und fantastisch aus.” (Zitat S.14) Sie ist ein unkontrollierbarer, undurchschaubarer, schwieriger Charakter. Warum nennt sie sich Imogen? Warum hat sie mehrere Pässe geklaut? Vor allem ist sie kein eindeutiger, in eine Schublade zuordnungsbarer Charakter. “Könnte sie doch in der Zeit zurückreisen, dann würde sie ein besserer Mensch sein. Oder ein anderer Mensch. Sie würde mehr sie selbst sein. Oder vielleicht weniger sie selbst. Sie hatte keine Ahnung, denn sie wusste nicht mehr, welche Form ihr eigenes Ich hatte oder ob es eigentlich gar keine Jule gab, sondern nur eine Reihe Persönlichkeiten, für die sie sich in verschiedenen Situationen ausgab.” (Zitat S.32) Wer ist Jule wirklich? Welche der Geschichten, die sie über sich erzählt, ist wahr? Das ist vielleicht die größte Schwierigkeit beim Lesen. Dass man nie weiß, was der Wahrheit entspricht und was eine Lüge ist. Hat sie tatsächlich ein Leichtathletikstipendium erhalten und war ein Jahr auf Stanford, um dort Viktorianische Literatur und Soziologie zu studieren? Ehe ihr Trainer zudringlich wurde und sie schließlich freiwillig das Team verließ und somit das Studium abbrach? Sind ihre Eltern wirklich ermordet worden und sie wurde von ihrer Tante ausgebildet? Oder hat sie diesen Teil ihrer Vergangenheit, der einer Heldengeschichte gleicht, einfach erfunden? “Zu der Zeit, als sie im Playa Grande wohnte, mochte sie diese Geschichte lieber als alle anderen, die sie noch über sich erzählen konnte.” (Zitat S.24) Das Buch verwirrt. Und es wird — und das ist vielleicht das Interessanteste daran — von der ersten Szene im Hotel ab fortlaufend rückwärts erzählt! Was noch mehr verwirrt, da viele Handlungsstränge noch wirklich zugeordnet werden können. Allerdings entfaltet sich die Geschichte dadurch auch auf eine ganze besondere Art und Weise und Dinge, die am Anfang noch nebensächlich schienen, bekommen bald darauf eine ganz andere Bedeutung. Am Anfang hatte ich noch gar kein Gefühl, in was für eine Richtung “Bad Girls” gehen könnte, aber je mehr man liest, umso mehr begreift man die Zusammenhänge. Trotz allem hat mich das Buch mit der eher unsympathischen Protagonistin, zu der man nicht wirklich eine Beziehung aufbauen kann, zu Beginn nicht so wirklich fesseln können. Auch hat mir die literarische Qualität aus “Solange wir lügen” gefehlt. Der Erzählton ist teilweise fast klinisch nüchtern und die Protagonistin wirkt zu wenig greifbar, als dass er atmosphärisch wirken könnte: “Jule bestellte über den Zimmerservice ein Steak. Als es kam, aß sie es komplett auf und trank zwei große Gläser Wasser dazu. Danach schlief sie achtzehn Stunden. Als sie aufwachte, war sie voller Tatendrang.” (Zitat S.108) Am Ende wird es dann schon spannender. Das Buch soll übrigens mit Lena Dunham und Jenni Kormer verfilmt werden.

    Fazit: “Bad Girls” ist geheimnisvoll und anders, mit einer unzuverlässigen Erzählerin, die für einige Überraschungen sorgt. Blieb aber leider hinter meinen Erwartungen zurück.

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    Adoras avatar
    Adoravor 12 Tagen
    Kurzmeinung: bekommt erst ab der Mitte so richtig Fahrt. War vorhersehbar, aber nicht schlecht
    Recht vorhersehbar...

    Beim Lesen des Klappentextes war ich mir sicher, dass es ein richtig spannendes Buch wird. Leider wurde ich da etwas enttäuscht. Der Anfang war recht langweilig und vor allem langatmig. Die Idee, eine Geschichte von hinten zu erzählen, fand ich gar nicht so schlecht aber vielleicht war es nicht die richtige Story dazu. Ich hatte beim lesen immer das Gefühl, dass ich irgendetwas verpasst hätte. War wahrscheinlich so, weil zum Anfang einfach die Spannung gefehlt hat. Der Schreibstil war aber super, sonst hätte ich das Buch trotz der fehlenden Spannung nicht in einem Tag gelesen. Aber immerhin wurde es ja zur Mitte hin immer besser weshalb ich auch eine um die andere Seite gelesen habe. 

    Mit der Spannung kam dann aber auch das durchschaubare. Eigentlich recht schade, da man bestimmt mehr aus der Story hätte machen können. Ich hätte mir auch mehr Einblick in den Charakter von Jule erwünscht. So richtig begriffen, wieso weshalb warum sie so ist, wie sie ist habe ich nicht. 
    Aber immerhin war es keine komplett verschwendete Zeit. Es gibt eine vorsichtige Leseempfehlung, da es sich schnell nebenbei lesen lässt.

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    S
    Selenatimevor 23 Tagen
    Spannender Aufbau und fesselnde Story

    Die Story
    Jule Williams ist ein menschliches Chamäleon. Sie erfindet sich ständig neu und passt sich an. Doch wie oft kann ein Mensch sich neu erfinden und vor allem wer ist Jule wirklich?


    Das Cover
    Im Hintergrund befindet sich das Bild eines Mädchens, auf dem nur ihr Hals und die untere Partie des Gesichtes zu sehen sind. Sie ist stark geschminkt und trägt schwarzen Lippenstift. Das passt perfekt zu einer der Beschreibungen von Jule. Im Vordergrund steht der Titel „Bad Girls“ in großen neongrünen Buchstaben mittig auf dem Cover. Zwischen den einzelnen Wörtern stehen drei Sätze, die das Buch noch näher beschreiben und schon eine gewisse Erwartung schüren.

    Der Schreibstil
    Das Buch ist ganz besonders aufgebaut, denn man startet mitten in der Geschichte und wird Stück für Stück um Stunden, Tage oder Wochen in der Zeit zurückversetzt. So ergründet man, was Jule alles erlebt hat und erfährt nach und nach, wer sie wirklich ist. Das Ganze ist sehr nüchtern und oft brutal geschrieben und in jedem Kapitel werden dem Leser kleine Informationshäppchen vor die Nase geworfen, wodurch man unbedingt weiter in die Vergangenheit forschen möchte. Nur durch diesen extremen Spannungsaufbau funktioniert der Aufbau der Geschichte so gut. Allerdings musste ich mir des Öfteren den Ablauf der Geschichte nochmal in richtiger Reihenfolge vor Augen halten, um einige Reaktionen und Ergebnisse richtig einzuordnen.

    Die Charaktere
    Jule ist etwas ganz besonderes, denn sie verändert immer wieder ihr Ich. Das macht sie schwer zu beschreiben, allerdings gibt es natürlich auch Eigenschaften, die sie immer aus machen. Sie handelt oft spontan und ihre Beweggründe sind für den Leser meist nicht nachvollziehbar. Dadurch baut man keine richtige Beziehung zu ihr auf. Aber das braucht man hier auch nicht, denn es steht im Vordergrund herauszufinden, wer Jule eigentlich ist.

    Fazit

    Den Aufbau der Story finde ich sehr gelungen, denn es ist etwas anderes als sonst und hebt sich so von der Masse ab. Außerdem passt es gut zu dem behandelten Thema. Allerdings hapert es hier ein bisschen bei der Umsetzung, sodass man manchmal den Faden verliert und besonders am Ende noch leicht verwirrt zurückgelassen wird.

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    Lovely_Lilas avatar
    Lovely_Lilavor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Auf große Erwartungen folgten große Enttäuschungen: zu wenig Spannung, zu nüchterner Schreibstil, zu blasse Hauptfigur, zu emotionslos.
    1,5 Sterne: Von großen Erwartungen & großen Enttäuschungen

    * Spoilerfreie Rezension! *

    ~ Auf große Erwartungen und große Vorfreude folgte eine große Enttäuschung. „Solange wir lügen / We Were Liars“ habe ich absolut geliebt, doch E. Lockhart kann meiner Meinung nach mit ihrem neuen Jugendbuch leider nicht an diese tolle Leistung anknüpfen. Der Schreibstil ist zwar einfach und flüssig, aber gleichzeitig zu nüchtern und emotionslos, die Hauptfigur ist kalt, unsympathisch und blass, weil man keinen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Die ungewöhnliche Erzählweise (rückwärts) wurde leider nicht gelungen umgesetzt, sie führte zu Verwirrung und Unverständnis. Trotz einigen sehr gelungenen, unerwarteten Wendungen kam keinerlei Spannung auf, ich habe mich durch das Buch durchgequält, wollte sogar abbrechen und fand am Ende nicht, dass es die Lese-Mühen wert war. Mir fehlte beim offenen Schluss der Aha-Moment, die Belohnung, die Befriedigung – stattdessen erwarteten mich nur viele weitere Fragen. Gefallen haben mir die feministischen Kommentare der Hauptfigur, die viele Dinge zu Recht kritisiert. Insgesamt konnte mich „Bad Girls“ aber leider überhaupt nicht abholen und überzeugen. Das ist sehr schade, ich hätte es mir so gewünscht. ~

    Inhalt


    Jule Williams ist eine begnadete Schauspielerin. Allerdings ist nicht das Theater ihre Bühne, sondern das reale Leben. Sie lügt, täuscht, besitzt verschiedene Namen und Kreditkarten, trägt Perücken und auffälliges Make-up, um sich zu tarnen. Wozu betreibt Jule solch einen Aufwand? Und wer ist sie wirklich?

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Genre: Jugendbuch
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Seitenzahl: 320
    Erzählweise: Figuraler Erzähler, Präteritum
    Perspektive: aus weiblicher Perspektive,
    Kapitellänge: mittel bis kurz, in verschiedene Abschnitte/Episoden geteilt
    Tiere im Buch: + Es werden (meines Wissens) keine Tiere verletzt oder getötet. Im Gegenteil: Imogen ist sehr tierlieb, ihr liegt Tierwohl sehr am Herzen.

    Warum dieses Buch?

    Ich liebe das erste Buch der Autorin, „We were Liars“ (dt. Solange wir lügen), fand es großartig erzählt und konnte davon sowohl überrascht als auch berührt werden. An diesem Buch führte daher kein Weg vorbei.

    Meine Meinung

    Einstieg (+)

    Der Einstieg hat mir gefallen, auch wenn man sich am Beginn überhaupt nicht auskennt und alles sehr rätselhaft und undurchsichtig ist (das verbessert sich im Laufe des Buches nur geringfügig). Jedoch machten mich die ersten Kapitel sehr neugierig, und ich wollte unbedingt weiterlesen.

    „Sie glaubte, dass man sein Herz am besten davor schützte, gebrochen zu werden, wenn man so tat, als hätte man keins.“
    Seite 12

    Schreibstil (+/-)

    E. Lockharts Schreibstil ist auch in diesem Buch wieder flüssig, anschaulich und angenehm. Die Sätze sind für ein Jugendbuch in genau passender Weise komplex – nicht zu einfach, aber auch nicht zu verschachtelt oder kompliziert –, sodass das Zielpublikum sicher Gefallen daran finden wird. Jedoch hat mich ein Aspekt dieses Mal sehr gestört: Die Emotionen blieben vollkommen auf der Strecke, etwas, das ich nach der Lektüre von „We were Liars“ niemals erwartet hätte. Aber so ist es leider, der Schreibstil ist seltsam nüchtern, gibt kaum bis gar keinen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Hauptfigur. Hier hätte ich mir viel mehr Tiefe und mehr Details gewünscht. Ich denke, dass es auch zum großen Teil an dieser unterkühlten Erzählweise lag, dass ich nicht mitfiebern konnte und dass mich die Geschichte bis zum Schluss nicht fesselte.

    Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+/-)

    E. Lockhart hat eine sehr ungewöhnliche Erzählweise für ihr Buch gewählt: Sie schildert die Geschichte in insgesamt 18 Kapiteln (die noch einmal in kürzere Episoden unterteilt werden) rückwärts (am Ende gibt es noch ein Abschlusskapitel in der Gegenwart) und deckt so nach und nach die Beweggründe der Heldin und ihre schockierende Vergangenheit auf. Die vielen zeitlichen Sprünge, die eigentlich für Spannung sorgen sollten, lösten bei mir großteils leider Verwirrung, Unverständnis und Langeweile aus. Bis zum Ende wartete ich auf den ultimativen Aha-Effekt, darauf, dass endlich alle Puzzleteile an ihren Platz fallen und auf einmal alles Sinn ergibt. Das Ende wird dann aber so schnell abgehandelt und ist so offen, dass kaum Fragen beantwortet werden, sondern stattdessen viele weitere aufkommen. Die erwartete Belohnung für meine Lese-Mühen kam leider nicht und ich dachte nur: Wozu das alles? Das Durchhalten hat sich meiner Meinung nach leider nicht gelohnt. Wer die Erzählweise allerdings interessant findet, dem kann ich „Tick Tack“ von Megan Miranda nur wärmstens ans Herz legen. Die Autorin erzählt grandios rückwärts und erschafft eine tiefgründige, wendungsreiche Geschichte voller schockierender Enthüllungen und Geheimnisse.

    Verstörend war der extreme Gegensatz zwischen der träge dahinplätschernden Geschichte und der immer wieder aus dem Nichts kommenden, ausufernden Brutalität und Gewalt. Grausige Details werden bis ins Detail geschildert, so dass ich zwischendurch immer wieder dasaß und gar nicht glauben konnte, was ich da lese. Als Horror-Liebhaberin fand ich manche dieser Stimmungsumschwünge ehrlich gesagt ziemlich cool. Nur reicht das leider nicht aus, um mich gut unterhalten zu fühlen.

    Eines steht bereits nach den ersten Seiten fest: E. Lockhart wagt sich mit diesem Werk in neue Gefilde vor und hat mit „Bad Girls“ definitiv kein zweites „We were Liars“ vorgelegt. Viel eher erinnert die Stimmung im Buch etwas an Agententhriller und Krimis. Ich will nicht zu viel verraten, möchte aber zumindest anmerken, dass die Autorin Themen wie Trauer, Verlust, Freundschaft, Eifersucht und Schuld nicht tiefgründig genug behandelt. Dies hängt wiederum sehr eng mit dem Schreibstil zusammen.

    Protagonistin (-)


    Zu Jule konnte ich das ganze Buch über keine Verbindung aufbauen, dazu erhielt ich viel zu wenig Einblick in ihr Innenleben, in ihre Motive und Gedanken. Sie wirkte auf mich kühl bis eiskalt, berechnend und skrupellos, viele ihrer Handlungen konnte ich überhaupt nicht verstehen. Meine Sympathie für sie nahm immer weiter ab, bis sie schließlich fast schon in Hass umschlug. Zudem ist Jule extrem blass und oberflächlich beschrieben, sie scheint überhaupt keine Persönlichkeit zu haben, macht keine Entwicklung durch. Daher blieb sie mir die ganze Geschichte über fremd und ihr Schicksal war mir egal. Ich habe die ganze Zeit gerätselt, ob sie eventuell an einer Persönlichkeitsstörung leidet, anders kann ich mir ihr unberechenbares Verhalten nicht erklären. Spannend fand ich jedoch, dass Jule dadurch, dass man sie absolut nicht einschätzen kann, zu einer sehr unverlässlichen Erzählerin wird und dass man ihr zunehmend misstraut. Mit ihren Perücken, Betrügereien und ihrem tarnenden Make-up erinnerte mich Jule übrigens sehr an Letty aus der Serie „Good Behavior“. Wer diese spannende, düstere Geschichte im Noir-Stil noch nicht kennt, sollte ihr unbedingt eine Chance geben.

    „[…] sie wusste nicht mehr, welche Form ihr eigenes Ich hatte oder ob es eigentlich gar keine Jule gab, sondern nur eine Reihe Persönlichkeiten, für die sie sich in verschiedenen Situationen ausgab.“ Seite 32

    Nebenfiguren & Beziehungen (+/-)

    Es gibt nur wenige Nebenfiguren, über die wir leider fast nichts erfahren. Auch hier wäre es sehr von Vorteil gewesen, wenn die Autorin diese besser ausgearbeitet hätte. Die einzige Figur, die ich wirklich greifbar und authentisch fand, war Imogen, die eine schwierige Person mit vielen unschönen Seiten, aber auch Stärken (wie zum Beispiele ihre Tierliebe) ist. Sie wirkte auf mich tatsächlich glaubwürdig und dreidimensional gezeichnet – eine komplizierte junge Frau, die mich fasziniert hat und begeistern konnte.

    Spannung & Atmosphäre (-)

    Die größte Schwäche des Buches ist die fehlende Spannung. Leider konnte mich die Geschichte bis zum Ende nicht fesseln, ich kam nur sehr langsam voran, und ich habe mich trotz manch unerwarteter Enthüllung sehr durchgequält. Die Geschichte plätscherte oft ereignislos und langweilig dahin, manchmal konnte ich nicht verstehen, warum eine Szene überhaupt erzählt wurde, vieles fand ich unnötig oder schlicht uninteressant. Es kam leider keine Spannung auf, nur selten rätselhafte, geheimnisvolle Atmosphäre, kein Sog, der mich in die Geschichte gezogen hat. Eigentlich bin ich eine Leserin, der polarisierende Bücher (wie dieses) oft sehr gut gefallen, doch dieses Mal wurde ich leider absolut enttäuscht.

    Feministischer Blickwinkel (+)

    Sehr gefallen haben mir Jules feministische Kommentare und ihre feministische Kritik, die immer wieder im Text auftauchen. So spricht sie beispielsweise die Tatsache an, dass Frauen in Filmen oft nur schmückendes Beiwerk sind und dass sie viel zu selten die taffen Heldinnen in Actionfilmen sein dürfen. Langsam (in einer Zeit, in der Jugendbuchheldinnen wie Tris und Katniss bejubelt werden) wird auch das besser, aber wir haben definitiv noch einen langen Weg vor uns. Einwurf von mir: Genauso gilt das übrigens auch für Videospiele. Frauen sind extrem unterrepräsentiert, und Spiel um Spiel wandere ich als muskelbepackter Mann durch die Gegend. Dann nimmt doch einmal eine starke Frau eine wichtige Rolle ein und sofort wird von misogynen, mittelalterlich eingestellten Männern von übertriebenem Feminismus geredet und davon, dass das Spiel nun sicher nicht (sozusagen als Protest) gespielt wird. Einfach nur lächerlich! Kleiner Reminder: Wir haben das Jahr 2018 und nicht 1118, nur falls das jemandem, zum Beispiel weil er mit einer Zeitmaschine hier gelandet ist (andere Ausreden gibt es nicht!), nicht aufgefallen sein sollte. Ihr seid im falschen Jahrhundert gelandet, geht bitte wieder zurück! Danke!

    Prinzipiell bin ich, was die Themen Geschlechterrollen und Genderstereotypen betrifft, sehr zufrieden. Jule und Imogen sind zwei intelligente, starke, emanzipierte Frauenfiguren, die sich von Männern nichts gefallen lassen und sehr selbstbewusst handeln. In der Mitte der Geschichte wird sogar irgendwann ein Mädchen gefragt, ob sie einen Jungen im Gruselkabinett beschützen kann (wenn auch halb im Scherz). Es gibt hier nur wenige negative Punkte: Einmal werden Jungen als „verweichlicht“ beschrieben, einmal wird für eine Frau die maskuline Form („Beschützer“) anstatt der femininen Form („Beschützerin“) benutzt. Es ist deshalb wichtig, dass konsequent die entsprechende Form verwendet und dass gegendert wird, weil Sprache unser Bewusstsein formt und Frauen sichtbar macht. Das sind aber nur kleine Schönheitsfehler, die dem positiven Gesamteindruck, was diesen Aspekt betrifft, keinen Abbruch tun.

    „Jule hatte tonnenweise Filme gesehen. Sie wusste, dass Frauen kaum im Mittelpunkt solcher Geschichten standen. Stattdessen waren sie schmückendes Beiwerk, Begleiterin, Opfer oder Angebetete. Meistens existierten sie nur, um dem großartigen weißen hetero Helden auf seiner verf***ten epischen Abenteuerreise zu helfen. Wenn es doch mal eine Heldin gab, wog sie sehr wenig, trug sehr wenig und hatte tolle Zähne.“ Seite 29

    „Sie wollten, dass man klein und still war. ‚Lieb‘ war nur ein anderes Wort für ‚wehr dich nicht‘.“ Seite 296

    Besorgniserregend finde ich übrigens das hier, es liefert einen weiteren Grund, warum wir uns endlich von starren Geschlechterstereotypen verabschieden müssen:

    „‘Studien belegen, dass Mädchen in Schulen, die nach Geschlechtern getrennt sind, emanzipierter entscheiden und viel häufiger wissenschaftliche Fächer belegen. Sie machen sich weniger Gedanken über ihr Aussehen, sind konkurrenzfähiger und haben ein höheres Selbstwertgefühl.‘“ Seite 282

    Mein Fazit

    Auf große Erwartungen und große Vorfreude folgte eine große Enttäuschung. „Solange wir lügen / We Were Liars“ habe ich absolut geliebt, doch E. Lockhart kann meiner Meinung nach mit ihrem neuen Jugendbuch leider nicht an diese tolle Leistung anknüpfen. Der Schreibstil ist zwar einfach und flüssig, aber gleichzeitig zu nüchtern und emotionslos, die Hauptfigur ist kalt, unsympathisch und blass, weil man keinen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Die ungewöhnliche Erzählweise (rückwärts) wurde leider nicht gelungen umgesetzt, sie führte zu Verwirrung und Unverständnis. Trotz einigen sehr gelungenen, unerwarteten Wendungen kam keinerlei Spannung auf, ich habe mich durch das Buch durchgequält, wollte sogar abbrechen und fand am Ende nicht, dass es die Lese-Mühen wert war. Mir fehlte beim offenen Schluss der Aha-Moment, die Belohnung, die Befriedigung – stattdessen erwarteten mich nur viele weitere Fragen. Gefallen haben mir die feministischen Kommentare der Hauptfigur, die viele Dinge zu Recht kritisiert. Insgesamt konnte mich „Bad Girls“ aber leider überhaupt nicht abholen und überzeugen. Das ist sehr schade, ich hätte es mir so gewünscht.

    Leseempfehlung:
    Ich kann hier leider keine Leseempfehlung aussprechen, besonders großen Fans von „Solange wir lügen / We Were Liars“ würde ich abraten, damit sie nicht allzu sehr enttäuscht werden.

    Bewertung

    Idee, Themen, Botschaft: 3 Sterne
    Worldbuilding: 3 Sterne
    Ausführung: 1,5 Sterne
    Einstieg: 4 Sterne
    Schreibstil: 3 Sterne
    Protagonistin: 1 Stern
    Nebenfiguren: 2,5 Sterne
    Atmosphäre: 2 Sterne
    Spannung: 1 Sterne
    Ende: 2 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 1,5 Sterne
    Feministischer Blickwinkel: +

    Insgesamt:


    ❀,5 Lilien

    Dieses Buch bekommt von mir 1,5 sehr enttäuschte Lilien!

    Kommentare: 2
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    Booknerdsbykerstins avatar
    Booknerdsbykerstinvor einem Monat
    Kurzmeinung: Dieses Buch ist so einzigartig, dass ich gar nicht davon loskam!
    Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Finde es heraus...

    Mit Bad Girls von E. Lockhart habe ich mich mal wieder abseits meines geliebten Fantasygenres begeben. Der Klappentext klang einfach zu genial und die Bloggerbetreuerin hat so von diesem Buch geschwärmt, dass ich es lesen musste. Habe ich es bereut? Wahrlich nicht! Denn was ich mit Bad Girls bekam, damit habe ich absolut nicht gerechnet.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass Bad Girls sicherlich kein Buch für jedermann ist. Es ist sehr speziell in seiner nüchternen Erzählweise, es weist einige brutale Szene auf und ist sogar in seiner Aufmachung einzigartig. Bad Girls wird rückwärts erzählt. Wir erleben Jule Williams in der aktuellen Zeit und sind erstmal geschockt und verwirrt. In 18 Kapiteln erleben wir dann Jules perfides Spiel, lernen ihr Leben und ihre Freunde oder besser gesagt Opfer kennen. Denn Jules ist einfach nur eiskalt und hat nichts anderes im Sinn, als ihren Weg zu gehen. Und räumt dabei jedes Hindernis aus dem Weg. Zumindest hatte ich diesen Eindruck, aber wer weiß, ob das überhaupt stimmt.

    Und genau in diesem Stil ist das Buch auch geschrieben. Es ist nüchtern erzählt, eigentlich eher leicht bedrückend und vor allem am Anfang verwirrend. Denn wir wissen nicht, wer Jule eigentlich ist. Aber wir lernen sie kennen und beim besten Willen möchte ich nie in das Blickfeld dieser Person geraten.

    Dazu bauen wir aber nicht wirklich eine Beziehung zu Jule auf oder den anderen Charakteren, denn diese bleiben die ganze Zeit über eher blass. Das ist in diesem Buch auch absolut nicht wichtig und der Fokus liegt die ganze Geschichte über, darauf sich zu fragen: wer zur Hölle ist eigentlich Jule Williams und was hat sie getan.

    Und genau das fand ich soooo genial an diesem Buch. Ich kam gar nicht davon los, auch wenn es manchmal wirklich etwas verwirrend war durch die rückläufige Erzählweise. Aber es geschehen immer wieder Dinge, wo man einen Aha-Moment erlebt und einfach nur staunt. Nach und nach dröselt sich alles auf und ich wollte unbedingt hinter das Geheimnis kommen. Dieses Buch bleibt auch noch im Kopf, wenn man es schon weggelegt hat und das liebe ich daran. Diese ständige Mitraten, was denn da alles geschehen ist. Was denn jetzt Wahrheit ist und was Lüge.

    Und auch wenn Bad Girls eigentlich etwas komplett anderes ist, als ich erwartet habe, konnte es mich durch seine Einzigartigkeit und die einnehmende Geschichte vollkommen überzeugen. Die Charaktere spielen eigentlich nur Nebenrollen in diesem Buch. Die Handlung selbst mit ihren spannenden Thriller-Elementen und der ständigen Frage im Kopf, haben mich das aber alles gar nicht vermissen lassen und ich bin wirklich restlos begeistert.

     

    Meine Meinung:

     

    Bad Girls von E. Lockhart ist wirklich eine einzigartige Geschichte, in der der Leser ununterbrochen dazu animiert wird, herauszufinden, was denn Wahrheit und was Lüge ist. Durch seine einzigartige nüchterne Erzählweise, den innovativen Aufbau und die eiskalte Prota war Bad Girl ein wahrer Pageturner für mich. Und immer hatte ich die Frage im Kopf: wer ist eigentlich Jule Williams. Ich kann euch dieses Buch sehr ans herz legen, wenn ihr mal etwas komplett Außergewöhnliches lesen wollt und damit leben könnt, wenn am ende nicht alle Fragen beantwortet werden. Ich würde mich jedenfalls riesig über einen zweiten Band freuen.

    Kommentare: 1
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    MyBookLifes avatar
    MyBookLifevor einem Monat
    Kurzmeinung: Hohe Erwartungen, wurde aber leider ziemlich enttäuscht.
    Bad Girls

    Klappentext: Jule Williams ist nicht, wer sie zu sein scheint. Alles an ihr ist falsch: Ihr Akzent, ihre Haare, die Namen, die auf ihrer Kreditkarte stehen. Sie ist ein menschliches Chamäleon, eine begnadete Lügnerin, deren messerscharfer Verstand ihr Ticket ins Leben der Schönen und Reichen wird. Doch wie oft kann sich ein Mensch neu erfinden?

    Persönliche Meinung: Das Cover hat mich eigentlich von Anfang an neugierig gemacht, doch der Inhalt hat mich leider nicht überzeugt. Der Schreibstil der Autorin bleibt ziemlich kühl und emotionslos. Die ganze Geschichte wird rückwärts erzählt, was an sich natürlich auch mal etwas anderes ist, aber vielleicht einer der Faktoren war, warum mich das Buch nicht überzeugen konnte. Außerdem war die Protagonistin eine Mörderin, was diese nun nicht gerade sympathischer macht. Ihre Handlungen konnte ich meist nicht nachvollziehen und ihre Beweggründe für ihre Identitätswechsel und Morde waren ebenfalls weit hergeholt. Spannung war meiner Meinung nach auch nur mangelnd vorhanden.

    Fazit: Ich hatte mehr von dem Buch erwartet und bin ziemlich enttäuscht worden. Mit ein paar Änderungen hätte es vielleicht ganz anders rüberkommen können.

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    teriis avatar
    teriivor einem Monat
    Wahnsinn, Wahn oder Lüge?



    Jule ist ein menschliches Chamäleon - mal ist sie eine reiche Erbin und dann ein ausgebildete Spionin. Doch wer ist Jule wirklich? Und was geschah mit ihrer Freundin Imogen?


    Vor einigen Jahren habe ich das Buch "Solange wir lügen" von der Autorin gelesen.  Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen, weshalb der neueste Roman "Bad Girls" natürlich Pflicht war.

    Wie man merkt, fällt es mir schwer eine Inhaltsangabe des Buches zu verfassen. Ich mag die Bücher der Autorin, weil sie einen interessanten Twist haben - auch "Bad Girls" bildet hier keine Ausnahme. Man kann schwer sagen, was eine Lüge ist und was die Wahrheit. Ist schon eine Portion Wahn(sinn) im Spiel? Auch ich dachte immer wieder zu glauben, was wirklich wahr ist - aber eigentlich wird das nie so wirklich deutlich. Und das ist das, was ich an dem Buch mag: Das man selber Vermutungen anstellen kann und es keine eindeutige Auflösung gibt.

    Das Buch wird eindeutig von der Handlung getragen: Das Buch beginnt mit Kapitel 18 und erzählt dann rückblickend dann, wie es zu Jules Lage gekommen ist, bevor es mit Kapitel 19 abschließt. Dieses "Rückwärts"-Erzählen ist wirklich innovativ und hat mir im Hinblick auf die leichten Thriller-Elemente richtig gut gefallen.

    Die Charaktere sind alle unsympathisch. Aber bei "Bad Girls" geht es gar nicht darum, dass man Jule, Imogen oder Imogens Freund Forrest mag. Es geht darum, dass man über eins nachgrübelt: Wer ist Jule wirklich?


    Ich habe einige negative Bewertungen gelesen, die ich auch nachvollziehen kann. Das buch ist nicht für jeden: Thriller-Fans ist es vielleicht eine viel zu "leichte" Kost und Romantik und Action braucht man erst gar nicht zu suchen. 


    Mir hat das Buch aber super gefallen, weshalb ich 5 von 5 Sterne vergebe!

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    Manja82s avatar
    Manja82vor einem Monat
    verspricht viel, kann es aber nicht ganz halten

    Kurzbeschreibung
    Jule Williams ist nicht, wer sie zu sein scheint. Alles an ihr ist falsch: Ihr Akzent, ihre Haare, die Namen, die auf ihrer Kreditkarte stehen. Sie ist ein menschliches Chamäleon, eine begnadete Lügnerin, deren messerscharfer Verstand ihr Ticket ins Leben der Schönen und Reichen wird. Doch wie oft kann sich ein Mensch neu erfinden?
    Imogen ist ein Waisenkind, umschwärmte Erbin eines Vermögens und eine gewissenlose Manipulatorin.
    Jule ist ein Niemand, eine abgebrühte Überlebenskünstlerin und ein gesellschaftliches Chamäleon.
    Eine zufällige Begegnung.
    Eine Lüge.
    Eine fatale Kette von Ereignissen.
    Ein Mädchen, das sich weigert zu sein, was andere in ihr sehen wollen.
    Ein Mädchen, das sich weigert zu sein, wer sie einst war.
    (Quelle: Ravensburger Buchverlag)

    Meine Meinung
    Von E. Lockhart habe ich bereits habe ich bereits ein Buch gelesen. Nun ist mit „Bad Girls“ ihr neuestes Werk erschienen und ich war wirklich sehr gespannt darauf was mich hier wohl erwarten würde.
    Das Cover sprach mich an und der Klappentext machte neugierig. Somit habe ich mich auch ganz flott ans Lesen gemacht.

    Die auftauchenden Charaktere sind etwas schwierig dargestellt. So richtig warm wurde ich mit ihnen leider nicht.
    Als Leser trifft man hier auf Jule und Imogen. Jule ist wirklich undurchsichtig. Irgendwas stimmt mit ihr nicht, das merkt man als Leser eigentlich sofort. Mit der Zeit erkennt das Jule sich als Imogen ausgibt. Diese ist ein Adoptivkind mit recht gutem Background. Ich muss gestehen so richtig durchschaut habe ich es nicht, ich bin mit den beiden nicht wirklich warm geworden. Sie haben es mir beide nicht so leicht gemacht, leider.

    Neben den beiden genannten gibt es noch Nebenfiguren, die leider aber auch recht blass blieben. Hier hätte man wirklich mehr rausholen können.

    Der Schreibstil der Autorin ist hier leider nicht ganz so wie ich ihn erwartet hatte. Sie schreibt recht emotionslos und kühl. Somit bleiben die Gefühle hier leider auch ziemlich auf der Strecke, sind für den Leser nur schwer greifbar.
    Die Handlung selbst kann mit einer wirklich genialen Idee punkten. Die Geschichte wird rückwärts erzählt, als Leser ist man so vielleicht zu Anfang doch ziemlich verwirrt. Mir gelang der Einstieg wirklich gut, dann aber bildeten sich irgendwie immer mehr Fragezeichen bei mir, wurde ich verwirrter und wusste nicht mehr so ganz wie und wo ich mich befand. Hinzu kommen einige doch recht brutale Szenen sowie auch überraschende Wendungen. Je näher ich dem Ende kam desto mehr habe ich überlegt was ich hier eigentlich gelesen habe. Irgendwie war es dann doch anstrengend.

    Der Schluss bietet dann eine Wendung, die man so nicht erwartet. Es werden ganz am Schluss doch einige Fragen stimmig beantwortet. So kann man das Buch doch noch gut abschließen.

    Fazit
    Abschließend gesagt ist „Bad Girls“ von E. Lockhart ein Jugendroman, der es mir nicht wirklich einfach gemacht hat.
    Charaktere, die mir leider doch ziemlich fremd blieben und ein ziemlich kühler, emotionsloser Schreibstil stehen hier einer wirklich tollen Idee gegenüber. Allerdings kann die Autorin dies nicht richtig umsetzen, hier wäre wirklich mehr drin gewesen. Potential ist auf jeden Fall vorhanden.
    Schade!

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    Cadnessvor einem Monat
    Jule und Imogen

    Bad Girls punktet mit einer Idee, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Vorstellung, seine Identitäten täglich zu wechseln, fand ich faszinierend und so wollte ich mehr über Jule, die Protagonistin und gleichzeitig menschliches Chamäleon, erfahren. Irgendwann musste ich jedoch feststellen, dass mein Wunsch nicht in Erfüllung gehen würde. Denn die „wahre“ Jule, die sich unter den vielen Fassaden verbirgt, lernt man nie so wirklich kennen. Auch die Nebencharaktere blieben für mich zum größten Teil blass und ohne viel Tiefe. 

    Was mir dagegen sehr gefallen hat, waren die vielen kleinen Wendungen, die nicht nur überraschend, sondern teilweise auch sehr brutal waren und von der jeweiligen Situation ein komplett neues Bild vermittelt haben. Ebenfalls mochte ich den Aspekt der Zeitsprünge. Einerseits musste ich mich dadurch beim Lesen stellenweise sehr konzentrieren, um nichts durcheinander zu bringen, andererseits wurde dadurch aber auch meine Neugier angestachelt und ich wollte unbedingt erfahren, wieso die jeweilige Person so gehandelt hat. 

    Der Schreibstil war leicht und nüchtern, wodurch ich förmlich durch die Seiten geflogen bin, auch wenn die Emotionen nie so ganz bei mir angekommen sind. 

    Alles in allem würde ich Bad Girls als eine nette Lektüre für Zwischendurch bezeichnen, die zwar tolle Ansätze gezeigt hat, aber mich nicht so richtig mitreißen konnte. 

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    Sago68vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnlich erzählt
    Ellipse

    Schon lange ist mir keine elliptische Erzählweise mehr  untergekommen, schon darüber habe ich mich gefreut. Hier tritt noch etwas Ungewöhnliches hinzu: Die Geschichte wird von hinten nach vorn erzählt, was zumindest für mich neu war.

    Die junge Jule ist undurchschaubar und scheint auf der Flucht zu sein. Nach und nach erfahren wir, dass sie sich als ihre Freundin Imogen, ein Adoptivkind aus äußerst reichem Hause, ausgibt. Doch geschieht das mit Imogens Billigung und stammt Jule überhaupt selbst aus der Welt der Reichen und Schönen? Umso weiter die Geschichte die Vergangenheit aufrollt, umso mehr erfahren wir über Jule und Imogen, ohne den beiden dabei wirklich nahe zu kommen. Die Geschichte wird dialoglastig erzählt. Dies geht auf Kosten der atmosphärischen Dichte. Dennoch überrascht die Autorin immer wieder mit scharfsichtigen Beobachtungen, so dass ich es kaum erwarten konnte, der Story weiter zu folgen. Man solte allerdings nicht zu zartbesaitet sein, da einige brutale Szenen zu verkraften sind. Eigentlich hätte ich am Schluss das Buch gern noch einmal von hinten nach vorn gelesen, was sehr für die Faszination spricht, die es auf mich ausgeübt hat.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Unvergesslich zu sein ist Rache genug

    Nach dem internationalen Erfolgsroman »Solange wir lügen« kommt nun der neue psychologische Thriller von Bestsellerautorin E. Lockhart !
    Wir laden herzlich zur Leserunde ein. Möchtest auch du den neuen Thriller in einer gemeinsamen Leserunde Lesen und Rezensieren?
    dann bewerbe dich direkt!

    Autoren oder Titel-Cover
    Jule Williams ist nicht, wer sie zu sein scheint. Alles an ihr ist falsch: Ihr Akzent, ihre Haare, die Namen, die auf ihrer Kreditkarte stehen. Sie ist ein menschliches Chamäleon, eine begnadete Lügnerin, deren messerscharfer Verstand ihr Ticket ins Leben der Schönen und Reichen wird. Doch wie oft kann sich ein Mensch neu erfinden?






    Wir suchen insgesamt 10 Leser, die Lust haben, diesen Jugend-Thriller von E. Lockhart »Bad Girls« zu lesen. Wir vergeben dafür 10 Bücher in Print.

    Aufgabe: Wie ist dein Eindruck zur Leseprobe und was wäre das markanteste, was du an dir neu erfinden würdest, um nicht aufzufallen? 

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    Letzter Beitrag von  Lovely_Lilavor 24 Tagen
    Auch meine Rezension ist fertig: https://www.lovelybooks.de/autor/E.-Lockhart/Bad-Girls-1537839158-w/rezension/1663873828/ Ich werde sie wie immer auch auf Amazon, Lesejury, Wasliestdu, Goodreads, Twitter und Instagram einstellen. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte, auch wenn mich das Buch dieses Mal leider nicht überzeugen konnte! :) Das finde ich sehr schade, ich hätte es mir so gewünscht!
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    Emotionenvor 3 Monaten
    Solange wir lügen fand ich schon mega interessant zum Lesen und der Klappentext dieses Buch klingt auch nicht schlecht. Es wandert auf jeden Fall auf meinen Wunschzettel!
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    Lese_Hamsters avatar
    Lese_Hamstervor 3 Monaten
    Ich bin wahnsinnig auf die Lügen und Intrigen gespannt... Ich hoffe es ist so clever gestaltet wie so manche Trickbetrüger-Geschichten
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