E. M. Forster Die Maschine steht still

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Inhaltsangabe zu „Die Maschine steht still“ von E. M. Forster

In E. M. Forsters Dystopie leben die Menschen in einer unterirdischen, abgekapselten Welt mit allem Komfort: Das ganze Leben ist durch die Dienstleistungen der »Maschine« perfekt geregelt. Die Menschen haben kein Bedürfnis mehr nach persönlichen Begegnungen, man kommuniziert nur über die Maschine, die über allem wacht. Ihr Handbuch ist zu einer Art Bibel geworden, die Menschen sind gefangen in ihrer absoluten Abhängigkeit von der Technik, die sie nicht mehr kontrollieren können. Doch nach und nach geht das Wissen, das hinter der Maschine steckt, verloren und das System wird anfällig für Pannen ... E. M. Forsters visionäres Werk wirft Fragen auf, die von großer Aktualität sind: Wie kann der Mensch seine Selbstbestimmung wahren gegenüber Maschinen, die immer stärker unser Leben bestimmen?

Als Reaktion auf H.G. Wells Zeitmaschine geschrieben - beschreibt E.M. Forster mit detailierten Blick auf die Zukunft und unsere Gegenwart.

— Nespavanje

Sehr lesenswerte Dystopie voller Gesellschaftskritik, die sich mit einer Art "Internet" beschäftigt, das noch nicht mal erfunden war

— jewi

Diese Erzählung aus dem Jahre 1909 (!!!) sollte jeder gelesen haben, der das Internet liebt ;) 4,5 Sterne für diesen hochkarätigen Klassiker

— SigiLovesBooks

Sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dieses Buch bereits 1909 veröffentlicht wurde!

— Literaturchaos

Eine erschreckende Darstellung einer Zukunft, der wir in einigem bereits ähneln. Ein bilderstürmendes Meisterwerk!

— Catniss

Eine für 1909 erstaunlich gute Beschreibung der sozialen Isolation einer zukünftigen Gesellschaft durch moderne Kommunikationsmittel

— Bookmarked

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  • Wer benutzt hier was? Die Maschine uns oder wie die Maschine?

    Die Maschine steht still

    Nespavanje

    12. August 2017 um 12:09

    In - Die Maschine steht still - begegnen wir zwei Protagonisten - Vashti und ihrem Sohn Kuno. Sie leben an entgegengesetzten Enden der Welt und im Gegensatz zu ihrem Sohn ist sie mit ihrem Leben, das wie der meisten Menschen darin besteht, endlos Ideen aus zweiter Hand zu entwickeln und zu diskutieren. Kuno überredet seine Mutter auf eine persönlichen Interaktion und will sich nicht über - Die Maschine - unterhalten. Als sie bei Kuno ankommt - erzählt er ihr schier Unglaubliches. Wer gerne ScienceFiction liest, sollte sich auch irgendwann in seinem Leben den Anfängen jener widmen - um eben die Romane der Gegenwart - die sich mit der Zukunft beschäftigen - besser und intensiver zu verstehen. Die ganze Bandbreite guter ScienceFiction und Fantasyliteratur liegt in den Anfängen des vorigen Jahrhunderts verborgen und hier begegnet man den Welten von Wells, Asimov, Huxley oder eben die von Verne. Der breiten Masse wird E. M. Forster eher durch seinen posthum erschienenen Roman - Maurice - bekannt sein und ferner von seinem Kurzgeschichte - Die Maschine steht still, die im November 1909 das erste Mal erschienen ist. Er hat sie als Reaktion auf H. G. Wells Zeitmaschine geschrieben und beschreibt darin klar und detailiert - allerdings mit anderen Namen versehen - das Internet und das Computerzeitalter. Es ist zu einer Zeit geschrieben worden, wo man davon allerdings noch gar nichts wissen konnte - und deswegen hat mich diese Geschichte, trotz ihrer Kürze, lange nach dem Lesen noch nicht losgelassen. Es ist seine Version einer Zukunft, einer dystopischen Zukunft, in der wir einige Dinge hineindeuten können und die für uns bereits Alltag sind. Wir streamen Musik, lesen Literatur auf eReadern die wir ebenfalls aus dem Internet laden, huldigen dem Smartphone und laufen als Smombie(=Kofferwort aus den Begriffen "Smartphone" und "Zombie") durch die Gegend. Hier fällt mir ein Zitat aus Frankenstein ein, als das Monster zu Frankenstein sagte, "Du bist mein Schöpfer, doch ich bin dein Herr, gehorche!" Das ist unsere Zeit und ich würde sie mit all ihrer Technologie nicht missen wollen - allerdings sollten wir nicht zum Sklaven unserer eigenen Schöpfung werden. Uns sollte bewusst sein - dass wir die Maschine benutzen sollten und nicht die Maschine uns. Meiner Meinung nach würde - Die Maschine steht still - eine sehr gute Schullektüre abgeben.

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  • Ein Dystopischer Roman, der heute teilweise fast schon real ist

    Die Maschine steht still

    Literaturchaos

    31. January 2017 um 12:47

    Diese leider nur 80 Seiten starke Dystopie von E. M. Forster hat es geschafft, mich stark zu beeindrucken und mich zum Nachdenken zu bringen. Denn hier wird mehr oder weniger der Umgang mit dem Internet beschrieben. Mit dem Internet, wie wir es heute kennen und lieben, manchmal vielleicht verfluchen und in der Regel viel zu oft nutzen und das reale Leben in dieser Zeit ausblenden. An und für sich ist das natürlich nichts Neues - in diesem Falle ist es jedoch fast schon gruselig, denn "Die Maschine steht still" wurde zum ersten Mal 1909 veröffentlicht! Vor über 100 Jahren hat E. M. Forster also eine fiktive Welt erschaffen, die es teilweise ähnlich heute tatsächlich gibt. Der Autor hat seiner Geschichte keine Jahreszahl gegeben, hat die Zukunft der Menschen jedoch sehr düster beschrieben: In wabenähnlichen Zimmern wohnen sie isoliert und jeder für sich unter der Erde ... und sind völlig zufrieden. Denn die MASCHINE sorgt für sie, erfüllt ihnen auf Knopfdruck alle Wünsche und vernetzt sie mit sämtlichen Menschen weltweit. Man muss sein Zimmer nicht mehr verlassen, denn man ist rundum versorgt, hat genügend virtuelle Kontakte und Zerstreuung. Die einzige Aufgabe, die die Menschen noch haben, ist es, Ideen zu liefern. Sie leben in ihren paar Quadratmetern Zimmerchen und haben alles, was sie brauchen: Auf Knopfdruck baut sich ein Bett auf, wird Essen geliefert, kommt Frischluft, kann man mit anderen Menschen kommunizieren, und und und. Die MASCHINE sorgt für alles und wird daher auch angebetet wie ein Gott. Ein einziges Buch gibt es noch in dieser dystopischen Welt: Das Handbuch der Maschine hat in etwa den Status einer Bibel. - "Die komplizierte öffentliche Versammlungspraxis gehörte der Vergangenheit an, weder Vashti noch die Zuhörer verließen ihre Zimmer. Sie dozierte vom Sessel aus und konnte - vom Sessel aus - recht gut gehört und gesehen werden." - Zitat Seite 13 Was dem Autor da irgendwann zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Kopf gegangen ist, beschreibt meiner Meinung nach recht gut die Videoplatform YouTube. Außerdem gibt es in "Die Maschine steht still" Videotelefonie und eine Art Facebook. Und das finde ich schon sehr bemerkenswert! Nun mag der geneigte Leser sich fragen, was sich denn wohl in Forsters Zukunft an der Erdoberfläche abspielt? - Die Antwort ist traurig, denn der Mensch hat es geschafft, den Planeten so zugrundezurichten, dass ein Leben im Freien nicht mehr möglich ist, dass Atmen im Freien nicht mehr möglich ist. Diese Tatsache macht man sich in der Geschichte zunutze, indem man Menschen, die sich nicht an die Regeln halten, mit "Heimatlosigkeit" bestraft, was nichts anderes bedeutet als eine Verbannung an die Oberfläche und somit den sicheren Tod.   Doch natürlich gibt es auch diejenigen in der Geschichte, die das ganze System hinterfragen, die neugierig auf die Welt da draussen sind, die nicht glauben wollen, dass es dort kein Leben mehr gibt, die ausbrechen......und Erstaunliches herausfinden.   Der Titel des Buches verrät schon, dass jede Maschine irgendwann einmal kaputt gehen kann. Was bedeutet das aber in diesem Fall, in dem die Menschheit völlig von einem mechanischen Ding abhängig ist? - Findet es heraus!

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  • Die göttliche Maschine

    Die Maschine steht still

    YukBook

    06. January 2017 um 17:10

    Stellt Euch vor, Ihr geht auf Reisen und überall sieht es genauso aus wie zu Hause. Welch ein Alptraum! Solch ein Szenario zeichnet E. M. Forster in dieser, Erzählung die nun in neuer Übersetzung erschienen ist.  Selbstfahrende Autos, Komfort und Sicherheit auf Knopfdruck in seinen vier Wänden ... an all das werden wir uns wohl früher oder später gewöhnen müssen. E. M. Forster hat dies alles aber schon 1909 kommen sehen, als er seine verstörende Kurzgeschichte verfasste. Hatte der Schriftsteller, der nach seinem Studium in Cambridge durch die Weltgeschichte reiste und so bekannte Romane wie „Zimmer mit Aussicht“ und „Wiedersehen in Howards End“ schrieb, hellseherische Fähigkeiten?  Seine Vision ist allerdings weitaus düster. Das Leben gleicht der Hölle und das nicht nur, weil die Menschen unterirdisch leben und jeglichen Kontakt zur Umwelt und Natur verloren haben. Alles, was sie umgibt, ist standardisiert: vom Stadtbild über die Einzelzelle bis hin zur Bettgröße. Ob Essensaufnahme, Unterhaltung oder Kommunikation – alles wird über eine allmächtige Maschine gesteuert. Menschen, die sich gegen das System auflehnen, werden als Gesetzesbrecher an die Erdoberfläche verbannt.  Besonders beängstigend fand ich den Gedanken, dass Menschen nur noch aus zweiter Hand leben und nur noch nach neuen Ideen suchen, weil sie selbst keine authentischen Erfahrungen mehr machen können. Wissen wird ausschließlich über Vorträge und Schriften überliefert – direkte Beobachtungen und persönliche Meinungen sind tabu.  Aber was passiert, wenn die Maschine anfällig wird für Pannen und irgendwann stillsteht? E.M. Forster zeigt die Konsequenzen unkritischer Technikgläubigkeit und völliger Abhängigkeit. Dass Harry den Apple Store scherzhaft „Die Kathedrale“ nennt, hat auf einmal einen bitteren Beigeschmack. Forsters damalige Zukunftsversion, die unserem Alltag erstaunlich nahe kommt, wirft viele aktuelle Fragen auf und ist absolut lesenswert.

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  • Kein Blick auf eine „schöne neue Welt“

    Die Maschine steht still

    michael_lehmann-pape

    25. November 2016 um 15:37

    Kein Blick auf eine „schöne neue Welt“Man braucht nur wenig Fantasie, um sich vorzustellen, was in dieser, sich rasend schnell „digitalisierender“ Zeit geschehen würde, wenn der Strom für längere Zeit ausfallen würde.Für fast jeden Betrieb, jedes Unternehmen, ob klein oder groß, stellt es ja bereits ein kaum zu beherrschendes Problem dar, wenn die Internetverbindung für längere Zeit nachhaltig gestört sein sollte.Die Vision vom „Fortschritt durch Technik“, von einer ständig wachsenden Welt im Blick auf Ertrag und allgemeinem Wohlstand, die über Jahrzehnte hinweg als gesetzt „Mainstream“ war, erhält in der Gegenwart ebenso erkennbare Risse, wie die Technik nun wirklich nicht in jeder Beziehung „zum Segen des Menschen“ sich entfaltet, sondern eher zum „Segen des Marktes“ hin sich mehr und mehr ausrichtet.1909 hat E.M. Forster sein Bild einer nicht unbedingt anzustrebenden Zukunft in einem kurzen Text ausgedrückt. Ein Werk, das zum einen durch seinen Detailreichtum technischer Visionen verblüfft, die in vielen Fällen gar nicht allzu weit von dem entfernt sind, was heute Gang und Gäbe ist. Und in dem, zum anderen, dieses vermeintliche „Scharaffenland“ sich zur Qual hin entwickeln wird. Mit Folgen.Bis hin zu den letzten Sätzen des Buches verdeutlicht Forster diese Reibung und Spannung zwischen einerseits dem Abgeben sämtlich lästiger Pflichten bis hin zur zwischenmenschlichen Kommunikation untereinander (das Internet lies somit 1909 schon grüßen) und andererseits der damit einhergehenden Degeneration menschlichen Seins samt dem (fast) kompletten Verlusts persönlicher und gesellschaftlicher Freiheit.Wobei Forster immer wieder hintergründig (und im Finale dann ganz offenkundig), den Wunsch nach Individualität und persönlicher sowie gesellschaftlicher Freiheit im Buch mitschwingen lässt. Und die Reibung, quasi „faschistisch“ regiert zu werden. Ein zustand, bei dem „Brot und Spiele“ eben nicht dauerhaft ausreichen.„Ich war umgeben von künstlicher Luft, künstlichem Licht und künstlicher Stille“.Forster versteht es dabei ungemein eindringlich, die äußere Situation, die er setzt (Leben in einer unterirdischen Stadt mit all ihren „künstlichen (vermeintlichen) Annehmlichkeiten in Parallele zu setzten zur „inneren Künstlichkeit“ der Bewohner der Stadt. Die ihren zu hohen Preis hat, wie sich herausstellen wird, denn letztlich stehen in der Anfangssituation dieser „nicht schönen neuen Welt“ die Menschen „der Maschine“ zur Verfügung und nicht umgekehrt.„Die Menschheit hat ihre Lektion gelernt“. Wobei Forster sehr geschickt in den letzten zwei Sätzen offen lässt, ob dies nun wirklich, bei allem Kampf und Widerstand, der vorher im Roman thematisiert wurde, wirklich der Fall sein wird.Eine verblüffend moderne und realistische Warnung vor der „Verherrlichung der Technik“ und ein Aufruf zu eigenen Visionen den „Sternen“ entgegen.

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