E. T. A. (Ernst Theodor Amadeus) Hoffmann Der Goldene Topf

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Inhaltsangabe zu „Der Goldene Topf“ von E. T. A. (Ernst Theodor Amadeus) Hoffmann

Eines der schönsten Märchen, das ich jemals lesen durfte! :)

— einetraumwelt

Für mich war es das schönste Reclamheftchen dass ich in meiner Schulzeit als Lektüre lesen musste!

— jana_felicis

Das beste Stück Prosa der deutsche Literatur

— Ein LovelyBooks-Nutzer
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  • Richtig begeistert!

    Der Goldene Topf

    einetraumwelt

    13. October 2016 um 19:22

    Anfangs konnte ich mir unter dem Titel absolut nichts vorstellen und auch das Cover (meine Ausgabe ist in der aktuellen Abi-Box) konnte mir leider nicht sonderlich viel Aufschluss darüber geben, worum es sich bei dem Märchen drehen könnte. Wie bei jedem Buch, das in einer etwas "älteren" Sprache geschrieben wurde, brauchte ich meine Zeit, bis ich vollkommen in der Geschichte drin war und mich von den ganzen Beschreibungen verzaubern lassen konnte. Schon als im ersten Kapitel die drei goldenen Schlangen auftauchten war ich gefesselt. Ich hatte einfach nicht erwartet, dass sich das Märchen zu so einer, in heutiger Sprache ausgedrückt, High-Fantasy-Story entwickelt. Der bildhafte Stil und die teilweise sehr ausfürlichen Beschreibungen bombardierten einen zwar etwas beim Lesen, allerdings finde ich, dass der Plot und vor allem das Ende das wieder wett machen. Alles in Allem ist es ein wirklich schönes Märchen, dass ich jeder Zeit wieder lesen würde. Perfekt geeignet, um einach mal abzutauchen. Wirklich mit Abstand das beste Buch, das ich jemals für die Schule lesen musste, vor allem durch die unerwarteten Entwicklungen und Wendungen, die in dem Märchen stecken und so ganz anders, als erwartet!

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  • Das Paradies ist nebenan

    Der Goldene Topf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. July 2014 um 11:01

    Freilich kennt man Hoffmanns Goldenen Topf als eines der schönsten Prosastücke deutscher Literatur, und es ist ja auch über alle Maßen berühmt, berühmter sogar als die Prinzessin Brambilla, bei der es heißt: Nichts ist langweiliger, als, festgewurzelt in den Boden, jedem Blick, jedem Wort Rede stehen zu müssen! Die Kapitel sind hier mit Vigilien überschrieben. Hoffmann tat dies in direkter Anlehnung an die Nachtwachen des Bonaventura und das Konzept wird zunächst nicht ganz klar, weiß man nichts von einem Spannungsfeld der romantischen Sprache zwischen Mystik, Poesie und Wissenschaft. Der Goldene Topf ist jedoch einer derjenigen romantischen Prosatexte, der sich einer versteckten alchimistischen Symbolik am weitgehendsten bedient. Selbstverständlich kommt dabei ein projektiver bzw. animistischer Grundzug der Alchemie (mit ihrem Angebot an psychologisch beziehbaren Bildern) dem allegorischen Interesse romantischer Poesie auf halbem Wege entgegen. Ähnlich verhält es sich mit den bildkräftigen Mythen schlechthin, sowie den Märchen überhaupt, als Sprache des Unterbewußten. Beide – die Alchemie wie auch die Poesie – experimentieren mit einem Wechsel des Aggregatszustandes; die Poesie allerdings mit einem für die romantische Poetik typischen ironischen Bruch. Wenn Anselmus zum Beispiel daran geht für den Archivarius Lindhorst einige arabische und koptische Manuskripte zu kopieren und dabei mit folgenden Worten gewarnt wird: Sie werden künftig hier arbeiten, aber ich muß Ihnen die größte Vorsicht und Aufmerksamkeit empfehlen; ein falscher Strich, oder was der Himmel verhüten möge, ein Tintenfleck auf das Original gespritzt stürzt Sie ins Unglück. - dann ist dies eigentlich erst vor dem Hintergrund einer kabbalistischen Einschätzung von der Schrift als welterzeugenden, und im Falle einer fehlerhaften Abschrift, weltvernichtenden Energie eben dieser Schrift zu verstehen. Hier konzentriert sich Hoffmann eindeutig auf die in der Romantik diskutierte Schriftspekulation, nämlich: die literarische Schrift als imaginatives Medium, das kraft einer ästhetischen Magie neue phantastische Welten erschafft. Daß der Schrift dabei neben der weltschöpferischen ebenfalls eine erotische Qualität beikommt, merkt man nicht gerade wenigen romantischen Texten an, oftmals – nun weg von der dennoch auch immer allgegenwärtigen Alchemie – psychologisch verspiegelt. Eines der herausragenden Beispiele erotischer Sublimation findet sich in Novalis‘ Heinrich von Ofterdingen, nämlich in der Szene, wo er die Blaue Blume schaut, und hinter der sich ein Modellfall für den Psychoanalytiker offen verbirgt. In einem Traum steigt dieser in eine Felsschlucht über bemooste Steine hinan, gerät in eine unterirdische Höhle, deren Wände mit einer glänzenden Flüssigkeit überzogen sind und steigt dort entkleidet in ein Becken: Jede Welle des lieblichen Elements schmiegte sich wie ein zarter Busen an ihn. Die Flut schien eine Auflösung reizender Mädchen, die an dem Jüngling sich augenblicklich verkörperten, und eine himmlische Empfindung überströmte sein Innres. Danach fällt er in eine Art von süßem Schlummer, und hier erscheint ihm nun in einem Traum eine hohe lichtblaue Blume. E.T.A. Hoffmann spielt in seinem Goldenen Topf die Erotik ganz anders aus, aber auch er verlagert freilich das Elysium in eine Traumwelt. Nicht wenig wird hier mit dem Feuer gespielt, dafür trägt schon der Archivarius Lindhorst Sorge. Anselmus, der am Anfang recht trübsinnig ob seines Ungeschicks den lieblichen und verwirrenden Gesang der grünleuchtenden goldenen Schlänglein unter einem Holunderbusch vernimmt, dessen verwirrende Worte in ihm ein glühendes Verlangen setzen, bekommt am Ende seine Serpentina und verschwindet nach Atlantis. Der Kniff, den Hoffmann hier anwendet, vollzieht er oft: er mischt sich nämlich einfach in die Geschichte ein und steht plötzlich als der Erzähler selbst im Märchen, traurig und matt. Es will ihm diesmal nicht gelingen, seinem Protagonisten hinterherzuschreiben in diese andere Welt. Ernüchterung ist eingekehrt nach dieser bezaubernden Erzählung. Doch Lindhorst alias Salamander läßt ihn nicht im Stich und erscheint mit einem schönen goldenen Pokal. „Hier“, sprach er […] es ist angezündeter Arrak… Nippen Sie was weniges davon. Das läßt sich der Erzähler nicht zweimal sagen. So erlauben die Künste des Salamanders einen Blick hinüber. Das kann nichts anderes bedeuten, wie: Das Paradies ist nebenan.

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