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Apfelgruen

vor 2 Jahren

Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

Für den Juni haben wir uns "Zimmer mit Aussicht" von E.M. Forster vorgenommen.

Klappentext:
Florenz um 1900. Auf einer Bildungsreise in Italien begegnet die junge Lucy Honeychurch dem unkonventionellen George Emerson und verliebt sich. Cousine Charlotte, Reisebegleitung und rigorose Anstandsdame, ist schockiert, denn George gehört nicht den gesellschaftlichen Kreisen an, in denen Lucy sich bewegt.
E.M. Forster konfrontiert in diesem mit spielerischer Leichtigkeit und dezenter Ironie erzählten Roman die erstarrten Konventionen des englischen Bürgertums mit der vital-sinnlichen, mediterranen Lebensweise.

Die Leserunde startet am 1. Juni.

Viel Spaß!

Autor: E.M. Forster
Buch: Zimmer mit Aussicht

Sakuko

vor 2 Jahren

Ich lese mit/Plauderecke

Ich habe mir schon die Tage in weiser Voraussicht das englische Original irgendwo für Nüsse runter geladen. Diese Klassiker-Runden sind zumindest gut für meinen Geldbeutel.

Apfelgruen

vor 2 Jahren

Ich lese mit/Plauderecke

Sakuko schreibt:
Ich habe mir schon die Tage in weiser Voraussicht das englische Original irgendwo für Nüsse runter geladen. Diese Klassiker-Runden sind zumindest gut für meinen Geldbeutel.

Das stimmt. :-) Falls noch jemand am englischen Original interessiert ist (ich hab's für die Einteilung benutzt, muss noch gucken ob ich das deutsche Buch in der Bücherei kriege, sonst lese ich auch auf englisch mit): http://www.gutenberg.org/ebooks/2641

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sKnaerzle

vor 2 Jahren

Teil 2 - Kap. 12-16
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@GersBea

Fand ich erst daneben, schließlich betont der Autor, er sei asketisch und keusch, aber es ist wohl doch etwas dran. Er ist ja auch ein wenig ein Muttersöhnchen.

sKnaerzle

vor 2 Jahren

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Grade musste ich lachen, weiß aber nicht, ob dieser Witz vom Autor mit Absicht gemacht wurde. Lucy und Miss Bartlett sind sich einig, dass es einen Mann mit einer Peitsche braucht, um George zu erziehen. Leider ist der einzige Mann mit Peitsche George selbst, der liest Nietzsche!

GersBea

vor 2 Jahren

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sKnaerzle schreibt:
Grade musste ich lachen, weiß aber nicht, ob dieser Witz vom Autor mit Absicht gemacht wurde. Lucy und Miss Bartlett sind sich einig, dass es einen Mann mit einer Peitsche braucht, um George zu erziehen. Leider ist der einzige Mann mit Peitsche George selbst, der liest Nietzsche!

Danke für den netten Hinweis. War mir nicht aufgefallen :-)

sKnaerzle

vor 2 Jahren

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Ich denke schon die ganze Zeit darüber nach, warum ausgerechnet George, der so viel Lebensfreude verkörpert, ausgerechnet Nietzsche Schopenhauer und Gibbon ("Der Untergang des Abendlandes") liest. Deshalb kam ich auf die Spur.

sKnaerzle

vor 2 Jahren

Teil 2 - Kap. 12-16
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Hallo Sakuko,
die Personifizierung von Gegenständen ist mir gar nicht aufgefallen. Ich finde das aber Interessant. Hast du ein Beispiel?

sKnaerzle

vor 2 Jahren

Teil 2 - Kap. 12-16
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Oh puh, nach diesem Abschnitt fühle ich mich, als hätte ich eine Stunde lang mit Cecil Wyse geredet - erschöpft.
In diesem Abschnitt gibt es ganz viele Anspielungen auf Florenz, manche überdeutlich, wenn Lucy meint, die Aussicht über Florenz sei so ähnlich wie die über den Weald. Manche sind versteckter, wenn der Erzähler wieder auf die Wasser- und Weinflaschen aus der Pension Bertolini anspielt und manche sind richtige Fundstücke. Ich habe zum Beispiel bemert, dass Lucy und George den gleichen Druck von Giotte besitzen, dass muss ja das Bild des jungen Mannes aus Santa Croce sein, dass Lucy während ihres ersten Gespräches mit George so beeindruckte.

Auch die Sache mit dem Blatt mit dem Fragezeichen hat sich geklärt. Als Miss Bartlett in Georges ehemaliges Zimmer einzog, fand sie ein Blatt, auf das ein großes Fragezeichen gemalt war. Sie hat es sorgfälltig weggepackt, statt es einfach wegzuwerfen und ich hielt das damals für den Spleen einer alten Jungfer.

Jetzt sagt George aber, er hat die Suche nach dem Sinn des Lebens mit einem Fragezeichen begonnen, das Blatt war also wichtig und es war richtig von Miss Bartlett es aufzuheben!

Ich komme mir vor, wie ein großer Entdecker!

sKnaerzle

vor 2 Jahren

Teil 2 - Kap. 17-20
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Am besten gefallen hat mir die Rede, die Lucy an Cecil hielt - da wiederholt sie das, was George ihr vorher gesagt hat, hat es aber nur halb verstanden und deshalb wirkt es so chaotisch.
Cecil hat aber die Lehre gezogen. Ihm wird vorgeworfen, er kann nicht mit Menschen umgehen und voilà sofort bemüht er sich darum, mit Lucys Bruder freundlicher zu sein.
Der neue Blick auf Mr. Beebe hat mich auch irritiert - bisher schien er Tolerant und offen für alles, was Menschen tun, aber als er erfuhr, dass Lucy heiraten wird, schien er enttäuscht, dass sie sich nicht in die Riege der alten Jungfern einordnen wollte.

Insgesamt finde ich, dass der Schluss etwas hochtrabend geraten ist. Sieg von Wahrheit und Liebe! Dabei geht es doch nur darum, dass ein Hans eine Grete findet. (Wobei ich das in den anderen Kapiteln schon genossen habe, dass niemand in eine Kutsche einsteigen konnte, ohne dass der Autor darauf anspielte, dass Phaeton nicht nur die Bezeichnung eines Kutschentyps ist sondern auch der Lenker des Wagens des Sonnengottes und ähnliche Überhöhungen.)

Den Schlussteil fand ich beruhigend - Lucy und George bewahren ihre Liebe, stehen moralisch auf der richtigen Seite und kommen durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts, ohne die Aussicht über Florenz zu vergessen. Und Cecil hat es geschafft, die Liebe zur Kunst mit der Liebe zu den Menschen zu verbinden.

Man merkt schon, Cecil ist meine Lieblingsfigur - ein Liebespaar, das sich kriegt, ist halt immer auch ein bisschen banal.

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