Zimmer mit Aussicht

von E.M. Forster 
4,1 Sterne bei52 Bewertungen
Zimmer mit Aussicht
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Neue Kurzmeinungen

kerstin71s avatar

Die Sprache des Buches ist schon eine Herausforderung aber es lohnt sich, es zu lesen. Eine wunderschöne Liebesgeschichte.

Hackuchans avatar

Ironischer, spannender und trotzdem romantischer Roman aus dem Jahr 1900. Jane Austen mit Witz.

Alle 52 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Zimmer mit Aussicht"

Ein wunderschöner Liebesroman. Eine brillante Gesellschaftskomödie.

Florenz um 1900. Auf einer Bildungsreise in Italien begegnet die junge Lucy Honeychurch dem unkonventionellen George Emerson und verliebt sich. Cousine Charlotte, Reisebegleitung und rigorose Anstandsdame, ist schockiert, denn George gehört nicht den gesellschaftlichen Kreisen an, in denen Lucy sich bewegt.

E.M. Forster konfrontiert in diesem mit spielerischer Leichtigkeit und dezenter Ironie erzählten Roman die erstarrten Konventionen des englischen Bürgertums mit der vital-sinnlichen, mediterranen Lebensweise.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596521432
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:24.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    GueBus avatar
    GueBuvor 2 Jahren
    Prima geschrieben

    Die Feinheit, die Gefühlsregungen und Gedankengänge der Protagonisten auszudrücken, ist einfach unschlagbar. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen. Der Inhalt der Handlung könnte bei der Art und Weise wie die Charaktere dargestellt werden, echt in Vergessenheit geraten. Es ist eine Freude, die kleinkarierten Ansichten und Klugscheißeren  zu lesen, die hier geboten werden. Ich kann nur schwärmen. Günther

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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Fünf Sterne und ein Augenzwinkern für einen Blick in eine andere Zeit.
    Italien versus England

    Zimmer mit Aussicht aus dem Jahr 1908 ist ein englischer Klassiker und Gesellschaftsroman von Edward Morgan Forster (1879 – 1970), der die steifen englischen Konventionen der Sinnlichkeit Italiens gegenüberstellt.

    Lucy Honeychurch ist zusammen mit ihrer älteren, prüden Anstandsdame und Cousine Charlotte auf einer klassischen Bildungsreise durch Italien. In ihrer Pension in Florenz, die voller Engländer ist, begegnen sie dem unkonventionellen und daher "unpassenden" Landsmann Mr. Emerson und seinem Sohn George, die zum allgemeinen Entsetzen Sozialisten sind. Bei einem Ausflug überrumpelt George Lucy mit einem Kuss und sofort reiste Charlotte mit ihr ab. Zuhause verlobt sich Lucy mit dem blutleeren, asketischen und spröden Landadeligen Cecil, der nicht annähernd so gut küsst wie George. Trotzdem tritt die Episode in den Hintergrund, bis die Emersons in die Nachbarschaft ziehen...

    Mir haben an diesem absolut lesenswerten Klassiker besonders die feine Ironie, die Gegenüberstellung der italienischen und der englischen Mentalität, der nicht ganz einfach zu lesende Stil und die Entwicklung von Lucy gefallen. Auch die mit drei Oscars prämierte, sehr buchtreue Verfilmung aus dem Jahr 1985 mit Julian Sands, Helena Bonham Carter, Maggie Smith, Judy Dench und Rupert Everett ist sehr zu empfehlen.

    Fünf Sterne und ein Augenzwinkern für einen Blick in eine andere Zeit.

    Kommentare: 5
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    GersBeas avatar
    GersBeavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Um 1900. Bildungsreise einer jungen Engländerin nach Florenz, die ihr Leben verändert
    1908. Bildungsreise einer jungen Engländerin nach Florenz, die ihr Leben verändert

    Inhalt

    Florenz um 1900. In den engen Grenzen englischer gesellschaftlicher Konventionen erlebt die junge Lucy die Leichtigkeit des Seins auf einer Bildungsreise nach Florenz. In der Pension tauschen Vater und Sohn Emerson aus Freundlichkeit die Zimmer mit Lucy und deren Anstandsdame Charlotte, damit Lucy den Ausblick auf die schöne Stadt genießen kann. Charlotte ist entsetzt, weil die Emersons nicht ihrem gesellschaftlichen Umgang entsprechen.

    Lucy fühlt sich zugleich angezogen und abgestoßen durch den Sohn George Emerson. Als George sie ganz unerwartet küsst, sorgt Charlotte für die sofortige Abreise aus Florenz.

    Drei Monate später, zurück auf dem Familienbesitz Stormy Corner, Sussex, verlobt sich Lucy mit dem arroganten überheblichen Cecil Vyse, den sie in Rom kennengelernt hat.

    Mehr oder weniger zufällig ziehen Vater und Sohn Emerson in die Nähe. Es kommt – wie sich das bei einer ordentlichen Liebesgeschichte gehört ;-) – zum Wiedersehen. Nach vielem inneren Ringen erkennt Lucy, dass Cecil nicht der richtige Lebenspartner für ist und entlobt sich. Trotzdem dauert es noch bis Lucy sich ihre Liebe zu George Emerson eingesteht.

    Schlussszene: Lucy und George, gegen den Willen von Lucys Familie verheiratet, genießen von jenem damals getauschten Zimmer aus die Aussicht auf Florenz.

    Meine Meinung

    Der Roman ist weniger eine Liebesgeschichte als ein Entwicklungs-Roman: Lucy erkennt die engen gesellschaftlichen Konventionen, emanzipiert sich und befreit sich aus dem bürgerlichen Kokon.

    Der 1. Teil der Geschichte in Florenz ist locker und leicht geschrieben, die gesellschaftlichen Konventionen werden durchaus lächerlich gemacht und ironisiert. Dieser Teil zauberte oft ein Lächeln oder Grinsen auf mein Gesicht.

    Der 2. Teil in England wurde erst Jahre später vom Autor geschrieben. Darin wird das eher dröge gesellschaftliche Leben meiner Meinung nach zu sehr ausgewalzt.

    Fazit

    Gefallen haben mir die vielen „kleinen“ Szenen mit Ironie und Augenzwinkern. Da kann mich Foster begeistern, aber die „inneren“ Abläufe, Gedanken und viele Gespräche finde ich oft bleiern zu lesen und zu langatmig.

    Die Themen und die persönlichen Konflikte lassen mich zumeist kalt. Es gibt wenig, was ich für mich an Erkenntnissen für die heutige Zeit daraus ziehen kann.

    Deshalb nur drei Sterne.

    Kommentare: 1
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    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nett, aber viel fehlende Motivation und Belanglosigkeiten. Als Gesellschaftskritik gut.
    Von Aussichten und Aussichten

    Reisen bildet und Italien ist DAS Land für Bildungsreisen. So ist auch Lucy, behütete Tochter aus gutem Haus, mit ihrer Cousine Charlotte als Anstandsdame, dorthin gereist. Doch nichts ist so wie sie dachte. Überall nur Engländer, Klatsch und Tratsch, Zwänge und Konventionen – nicht mal das Zimmer hat die richtige Aussicht. Mit der Einmischung des taktlosen Emmerson, dem Konventionen gleichgültig sind, ändert sich alles. Plötzlich findet Lucy Zugang zum „richtigen“ Italien, taucht sie in eine völlig neue Welt, sodass sie bei ihrer Rückkehr nach England erst feststellt, wie sehr sie sich verändert hat. Die standesgemäße Verlobung, die steife Gesellschaft, krampfhaft versucht Lucy sich wieder anzupassen. Doch dann ziehen Emmerson und sein Sohn George in die Nachbarschaft. Mit George verbindet sie ein ganz besonderes Erlebnis. Wieder steht Lucy zwischen zwei Welten.

    Wieder eine Geschichte, von der ich mir viel mehr versprochen habe. Sehr schön geschrieben, keine Frage. Sie lässt sich gut lesen, doch die Charaktere bleiben nicht greifbar. Alles bleibt schwammig, die Handlung ist oft sprunghaft.

    Als Gesellschaftspanorama ist die Geschichte hervorragend gelungen. Lucy steht zwischen der alten Welt, in der das Lebensziel der Frau eine standesgemäße Heirat war und eine eigene Persönlichkeit geschweige denn Meinung unerwünscht, und der neuen Zeit, mit Rechten und Freiheit. Dieser Umbruch mit allem, was dazu gehört ist hier wirklich toll umgesetzt. Auch Tourismus und Bildungsreisen, die Rolle Italiens in der Bildungsbürgerwelt sind hier Themen, die eine vertiefte Analyse ermöglichen.

    Die Geschichte bietet viele Interpretationsmöglichkeiten, doch als pure Unterhaltung taugt das Buch nicht. Dafür bleiben die Charaktere einfach nicht nachvollziehbar genug.

    Fazit: ein hübscher Roman, gut geschrieben, der aber seine interessante Dimension erst erhält, wenn man ihn unter verschiedenen Aspekten analysiert.

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    Postbotes avatar
    Postbotevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine altmodische, etwas verklemmte Liebesgeschichte in Italien und England. Geschrieben 1908, Lesenswert.
    Keine leichte Wahl

    Lucy Honeychurch reist mit ihrer Cusine durch Italien, nähe Florenz. Sie wollen die  nette Pension "Bertolini" beziehen, wobei die Damen aus England ein Zimmer mit Aussicht gebucht hatten, aber bei Ankunft leider belegt ist.
    Gleichzeitig begegnen sie George Emerson mit Vater die die schönen Zimmer mit Aussicht hatten. Beide bieten den beiden, etwas verärgerten Damen an, ihre Zimmer mit Ihnen zu tauschen.
    Sofort bemerkt Lucy das der attraktive  Geoge in ihr ein gewisses Gefühl hinterlässt.
    Gleich hier nach diesen Szenen beginnt die verklemmte Odyseu der Lucy die fast durch das ganze Buch durch einfach nicht zu ihren Gefühlen stehen kann.Selbst beim Zimmertausch kommt die verstaubte, viktorianische Seele zum Ausdruck.
     Sie beginnt eine neue Beziehung zu dem ebenfalls verklemmten und langweiligen Cecil. Nach einer erneuten Begegnung mit George wurden ihre neuen alten Gefühle zu ihm wieder erweckt. 
    Lucy ist im prüden viktorianischen England aufgewachsen.
    Wie wird sich Lucy entscheiden, für die Liebe oder wird sie gar als Jungfer enden.
    Eine Gesellschaftskomödie die mich Anfangs durch den altmodischen Schreibstil fast ausgebremst hat weiter zu lesen. Aber Forster hat es verstanden die Handlung nach und nach doch noch spritzig und lebendig werden zu lassen. Vor allem wollte ich doch wissen wie es mit Lucy weitergeht. Mehr und mehr kam die Lust am lesen.
    Man konnte sich an den altmodischen Schreibstil gewöhnen. Vor allem das verliebt sein auch mal langsamer zustande kommen kann.
    Ein Roman der verfilmt wurde, den ich mir auf jeden Fall noch anschauen werde.
    Gerne vergebe ich 4 Punkte.

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    lesebiene27s avatar
    lesebiene27vor 4 Jahren
    Florenz um 1900 - Eine schwere Kost

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begibt sich die junge Lucy Honeychurch mit ihrer Cousine Charlotte als Anstandsdame auf eine Bildungsreise durch Italien. Auf ihrer Reise lernt die junge Frau dabei George Emerson kennen, der sich unkonventionell verhält und dennoch ihr Herz erobern kann. Doch Charlotte, die für die alten viktorianischen Werte und Normen steht, verbietet ihr den Umgang.

    Mir persönlich hat der Schreibstil des Buches nicht gefallen, weil er hochtrabend wirkte, sodass ich als Leser keine Verbindung aufbauen konnte zu den Protagonisten und sie mir immer nur Figuren im Text geblieben sind, statt lebendige Personen zu werden. Dadurch hatte ich die Geschichte leider auch bildlich nicht vor Augen, was mitunter dazu geführt hat, dass ich manche Sätze mehrere Male lesen musste, bis ich sie wirklich verstanden hatte. Ein weiterer Aspekt waren die teilweise stark verschachtelten Sätze, die das Lesen erschwert haben.

    Die Geschichte war dennoch nett zu lesen, wenn ich mich erst einmal dazu gezwungen habe, weiter zu lesen.

    Das Ende hat mir gut gefallen, was das Buch in meinen Augen wieder aufgewertet hat.

    Auch die Figuren waren, wenn nicht unbedingt sympathisch, so dennoch interessant zu beobachten. So hat z.B. die Figur Lucy im Laufe der Geschichte eine sehr interessante Entwicklung gemacht, die zu verfolgen mir gefallen hat.

    Wenn mir auch der Schreibstil im Allgemeinen nicht gefallen hat, so fand ich dennoch den Humor des Autors angenehm, den man in der Geschichte durchscheinen sehen konnte.

    Was mir ebenfalls gefallen hat, war der Verweis auf die unterschiedlichen Gesellschaftsformen und -konventionen, die ich interessant zu lesen fand, weil man als Leser so ein bisschen etwas über die unterschiedlichen Stände in England um die Jahrhundertwende erfahren konnte.

    Das Buch war für mich daher zwar interessant, doch nicht leicht zu lesen, weshalb ich ihm lediglich 3 von 5 Sternen geben kann.


    Kommentare: 2
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    HarIequins avatar
    HarIequinvor 4 Jahren
    Steifes England trifft auf sinnliches Italien

    „Ach, eine schöne Aussicht! Wie bezaubernd, eine schöne Aussicht zu haben!“ (Seite 13)

    Die junge Engländerin Lucy unternimmt zusammen mit ihrer Anstandsdame Charlotte eine Reise nach Florenz. In ihrer Pension befinden sich noch andere englische Gäste, allesamt steif und konventionell. Da sind die temperamentvollen Italiener natürlich ein ausgefallener Kontrastpunkt und auch die beiden Emersons ecken mit ihrer eher modernen Haltung an.

    Gerade der Sohne George vermag zu faszinieren und so entwickelt Lucy ein zartes Interesse an ihm. Doch da gibt es immer noch die Ansprüche einer Heirat, die Klasse und Tradition und Lucy muss eine folgenschwere Entscheidung treffen.

    Der Buchrücken verspricht „spielerische Leichtigkeit“, die ich nicht so ganz finden konnte. Der Roman liest sich eher anstrengend, auch wenn es durchaus angenehme Passagen gibt. Das ist nicht im negativen Sinn gemeint, man muss sich nur auf einige anspruchsvolle Stunden einstellen und konzentriert lesen. Dafür wird man mit einer authentischen Atmosphäre belohnt, die einfach herrlich altmodisch wirkt.

    Außerdem wirken die Beschreibungen - sowohl die Personen, als auch die Orte - lebhaft und anschaulich.

    Italien wird toll beschrieben, alles ist bildlich und irgendwie greifbar. Die Sonne, warme Luft und herrliche Blumenfelder stehen einem direkt vor Augen und der Kontrast zum eher steifen England ist gekonnt skizziert.

    Für mich machen den Roman zwei Aspekte aus. Da ist zum einen natürlich die Liebesgeschichte zwischen Lucy und George, die sehr zart und vorsichtig wirkt. Zum anderen macht Lucy eine Entwicklung durch, bei der der Leser sie begleitet. Ihr Denken löst sich langsam von den herkömmlichen Vorstellungen und sie wird selbstbewusster und mutiger.

    Meiner Meinung nach ist „Zimmer mit Aussicht“ ein lesenswerter Klassiker, der mich ein wenig an Jane Austen und „Verzauberter April“ von Elizabeth von Arnim erinnert. Er unterhält niveauvoll und macht Lust auf mehr von E.M. Forster.




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    Ginevras avatar
    Ginevravor 4 Jahren
    Emanzipation vor 100 Jahren

    Die junge Lucy und ihre Cousine Charlotte unternehmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Bildungsreise nach Florenz. Kaum dort angekommen, treffen sie in ihrer Pension auf etliche weitere Engländer: Touristen, Aussteiger und Lebenskünstler. 

    Das warme Klima und das Temperament der Italiener wirkt auf die unterkühlten Briten fast wie ein Fieber: die alternde Miss Lavish inspiriert es zu fantasievollen Unterhaltungsromanen, den "Emporkömmling" Mr. Emerson zu philosophischen Betrachtungen, und sein Sohn George wie auch Lucy entdecken ihre Gefühle und Leidenschaft für einander. 

    Doch Lucy steckt zwischen zwei Welten fest: einerseits dem streng moralischen viktorianischen Zeitalter, verkörpert durch ihre Cousine Charlotte, und andererseits der modernen Denkweise, die die Werte anderer Kulturen und politische Ideen von der Gleichheit der Stände beinhaltet. Sie ist jedoch noch nicht selbstbewusst genug, um eigene Entscheidungen zu treffen - so überlässt sie ihrer Cousine, den unstandesgemäßen Verehrer abzuwimmeln, und sofort nach Rom weiterzureisen.

    Zu Hause angekommen, verlobt sie sich mit einem reichen Snob - doch dann trifft sie wieder auf George und muss sich entscheiden...

    Was sich zunächst wie eine romantische Liebesgeschichte anhört, ist in Wahrheit ein kluger und feinsinniger Roman über den Wandel des Denkens und der Werte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 
    Edward Morgan Forster, 1879 - 1970, britischer Erzähler, beschäftigte sich in seinen Romanen mit dem gesellschaftlichen Wandel, sowie mit damaligen Tabuthemen wie Homosexualität. Einer seiner berühmtesten, geistreichen Aussprüche: "Wie kann ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?"
    Forters Werk und Leben wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem britischen Verdienstorden.

    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, auch wenn er stellenweise nicht ganz einfach zu lesen war. Die konträren Ideen der damaligen Zeit werden durch die verschiedenen Personen wunderbar karikiert, die Handlung ist spannend, und die Beschreibungen der Schauplätze sind sehr detailliert und anschaulich. Lucys eigenes Denken erwacht - und entwickelt sich im Verlauf des Romans stetig weiter.
    Fazit: ein lesenswerter Klassiker über die Entwicklung unseres modernen Denkens!
    5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die sich für gesellschaftlichen Wandel interessieren.



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    eskimo81s avatar
    eskimo81vor 4 Jahren
    "... sie sind nicht fein..."

    Florenz um 1900. Lucy Honeychurch und ihre Cousine Charlotte machen sich auf zu einer Studienreise nach Italien. Nichts ahnend begegnet sie dem unkonventionellen Georg Emerson und verliebt sich. Charlotte ist empört, als Reisebegleiterin und Anstandsdame darf sie so etwas nie und nimmer zulassen.

    Findet Lucy ihr Glück und ihre wahre Liebe?

    E. M. Forster hat ein wundervoller Schreibstil. Ich liebe Bücher mit altmodischen Wörtern wie zum Beispiel Etepetete oder auch Impertinent etc. Jedoch war der Inhalt des Buches für mich sehr schwer zu fassen. Oftmals fragte ich mich, was ich gerade gelesen habe. Abrupte Wechsel haben das ganze zusätzlich erschwert.

    Zitat vom Rücken: Ein wunderschöner Liebesroman. Eine brillante Gesellschaftskomödie.

    Sicherlich bringt E. M. Forster die Denkweise des 1900 Jahrhunderts gut auf den Punkt. Man heiratet nur in demselben Stand, nie unter diesem. Das war zu dieser Zeit sicherlich "Mode" und normal. Aber wenn man das aus der heutigen Sicht liest, ist man einfach sprachlos. Es zeit einmal mehr die harte Zeit der Frauen auf. Dies bringt der Autor sehr gut auf den Punkt.

    Fazit: Ein Klassiker, den man einfach gelesen haben muss. Jedoch musste ich stark kämpfen und würde nicht behaupten, alles verstanden zu haben... Vielleicht muss man das Werk einfach mehrfach lesen um die tiefen der alten Geschichten zu verstehen...

     

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 8 Jahren
    Rezension zu "Zimmer mit Aussicht" von E. M. Forster

    Anfang der Jahrhundertwende besuchen Miss Bartlett und Miss Honeychurch Florenz. Die eine jung, Miss Bartlett hingegen ist bereits in den reiferen Jahren und Lucy Honeychurch als Anstandsdame zur Seite gestellt. Der Roman beginnt mit einer Unverfrorenheit des Hotelpersonals: man gewährt den beiden englischen Damen eben kein Zimmer mit Aussicht auf die Dächer der Stadt Florenz, eben kein „Zimmer mit Aussicht“. Miss Bartlett kann sich in altjüngferlicher Ereiferung derart darüber aufregen, dass ihnen schließlich ein Mr. Emerson – am gleichen Tisch sitzend – ihr Zimmer anbietet; Männer bräuchten keine „schöne Aussicht“. Von all diesem Gezeter wenig beeindruckt Lucy; ihr Interesse liegt eher beim jungen Mr. Emerson, der bei all dem Gehörten verschmitzt dreinlächelt. Man begegnet sich immer wieder in Florenz, mal mit, mal ohne Baedeker und so entspinnt sich – zu allem Ärger der Anstandsdame Miss Bartlett – eine zarte Zuneigung, die daheim in England auf ziemlich arge Widerstände stößt und fast nicht zu einem glücklichen Ende kommt...
    E. M. Forster hat hier – ganz oberflächlich betrachtet – einen Liebesroman geschrieben. Eigentlich jedoch ist es ein Sittengemälde des England um die Jahrhundertwende, mit seinen sexuellen Verklemmungen, den starren Standesschranken, verknöcherten Verhaltensregeln, welche dort aufbrechen, wo junge Menschen in leidenschaftlicher Liebe aufeinandertreffen. Hat man jedoch eine Anstandsdame dabei, kann sich die junge Liebe nicht wirklich entfalten.... Und selten, dass dem Herzen in diesen Zeiten gefolgt wird; so auch in „Zimmer mit Aussicht“ anfangs nicht, Lucy entscheidet sich zunächst für die „anständige“ Ehe mit Cecil, sie scheut sich vor der Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter und Miss Bartlett, die gegen den jungen Mr. Emerson Vorbehalte hat. Sie wirft ihm vor, er würde Lucy allenfalls verführen wollen, nicht jedoch ernsthaft heiraten. Miss Bartlett handelt hier aus Überzeugung: sie selbst war als junges Mädchen Opfer eines solchen Mannes geworden; ihre Nichte will sie nun vor diesem Schicksal bewahren. Als sie jedoch erkennt, dass es Mr. Emerson jun. Ernst meint mit seiner Zuneigung, kann sie die Sache noch retten. Es ist sympathisch zu lesen, wie E. M. Forster hier die Wende einleitet und am Ende der romantischen Liebe den Vorzug gibt. Immerhin in Zeiten, in denen man derlei Gefühlen bei der Suche nach einem passenden Ehepartner noch nicht einen sehr hohen Stellenwert einräumte. Zwar handelt es sich vordergründig um einen Liebesroman; zwischen den Zeilen ist es jedoch eine gelungene Karikierung bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse und eingefahrener Verhaltensrituale. Sprachlich gut zu lesen, reich an Bildern und Eindrücken aus dem herrlich romantischen Italien.
    Originalgetreu und streng an der literarischen Vorlage von James Ivory verfilmt (Helena Bonham-Carter, Julien Sands).

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