Die Nacht von Lissabon

von E.M. Remarque 
4,3 Sterne bei3 Bewertungen
Die Nacht von Lissabon
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Ein sehr ergreifender Roman und zum Nachdenken geschrieben - über Elend und Not im 2. Weltkrieg.

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Inhaltsangabe zu "Die Nacht von Lissabon"

'Selbst dort, wo er zurückblickt, ist es die Gegenwart, die er anspricht.' Wilhelm von Sternburg über Erich Maria Remarque.
'Die Nacht von Lissabon' ist Remarques ergreifendster Roman. Es ist die Geschichte vom Elend und von der Größe des Menschen im Krieg, eine Geschichte, die zeigt, dass es weder einen Preis für Menschlichkeit gibt noch einen Preis für Unmenschlichkeit. Es gibt nur Geschichten von Jammer und Elend, von Größe, Liebe und Leidenschaft. Der Roman ist ein Gleichnis der absurden menschlichen Situation im Machtbereich der Diktatur.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462050943
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:09.11.2017

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    Perlevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr ergreifender Roman und zum Nachdenken geschrieben - über Elend und Not im 2. Weltkrieg.
    Erich Maria Remarque - Die Nacht von Lissabon (Roman)

    Klappentext:

    "Der Mensch war um diese Zeit

    nichts mehr, ein gültiger Pass alles ..."

    "Die Nacht von Lissabon" ist Remarques ergreifendster Roman. Es ist die Geschichte vom Elend und von der Größe des Menschen im Krieg, eine Geschichte, die zeigt, dass es weder einen Preis für Menschlichkeit gibt noch einen Preis für Unmenschlichkeit gibt noch einen Preis für Unmenschlichkeit. Es gibt nur Geschichten von Jammer und Elend, von Größe, Liebe und Leidenschaft. Der Roman ist ein Gleichnis der absurden menschlichen Situation im Machtbereich der Diktatur.

    "Selbst dort, wo er zurückblickt, ist es die Gegenwart, die er anspricht."

    (Wilhelm von Sternburg über

    Erich Maria Remarque

    Eigene Meinung:

    Kaufte mir dieses Buch im März/April dieses Jahres, für einen Literaturkreis von Frauen der evangelischen Kirche und Gemeinde, die sich 1x im Monat - montags - zwischen ca. 10-12 Uhr treffen, um ein Buch, welches sie in den letzten 4 Wochen gelesen haben, bei Kaffee, Wasser und Kleingebäck zu besprechen. Der Preis war genau 12 €. Ich war ein-zweimal dabei seit Anfang des Jahres, obwohl sie sich schon mindestens seit 13-15 Jahren dort treffen und ich nie was davon gehört hatte. Erst Ende letzten Jahres in der Kirchenzeitung per Zufall gelesen und plante dann dort einmal hinzugehen und dabei zu sein. Obwohl ich katholisch bin, aber nur 5-10 Minuten Fußweg vom Gemeindehaus entfernt wohne, wurde ich sehr nett aufgenommen.

    Ich las dieses Buch vom 31.03.-02.04.2018! 

    Es begann mit den folgenden Worten:

    Ich starrte auf das Schiff. Es lag ein Stück vom Quai entfernt, grell beleuchtet, im Tejo. Obschon ich seit einer Woche in Lissabon war, hatte ich mich noch immer nicht an das sorglose Licht dieser Stadt gewöhnt. In den Ländern, aus denen ich kam, lagen die Städte nachts schwarz da wie Kohlengruben, und eine Laterne in der Dunkelheit war gefährlicher als die Pest im Mittelalter. Ich kam aus dem Europa des zwanzigsten Jahrhunderts.

    Es hatte mich von der ersten Seite an gefangen genommen und in den Bann gezogen. Ich las die 380 Seiten mit Begeisterung und ließ alles auf mich wirken. Ein sehr ergreifender Roman, der zum Nachdenken geschrieben war - über Elend und Not im 2. Weltkrieg.

    Das Buch hatte wirklich was. Solche Bücher über den Krieg lese ich außerordentlich gerne und sind zur heutigen Zeit sehr gefragt und immer größerer Beliebtheit.

    Auf Seite 309 heißt es zum Beispiel:

    Wir fuhren weiter. Ich starrte auf die Straße und dachte an vieles, und dann war ich weggesackt wie ein Stein. Als ich wieder aufwachte, hatte der Regen aufgehört. s war Morgen, der Wagen summte, Helen saß am Steuer, und ich hatte das Gefühl, ich hätte alles geträumt. "Es ist nicht wahr, was ich gesagt habe", sagte ich. "Ich weiß", erwiderte sie. "Es war ein anderer", sagte ich. "Ich weiß."

    Die letzten sehr nachdenklichen Worte des Romans (Seite 327):

    Nach dem Kriege ging ich nach Europa zurück. Es machte einige Schwierigkeiten, meine Identität zu etablieren - denn zur selben Zeit gab es Hunderte von Herrenmenschen in Deutschland, die die ihre zu verlieren suchten. Den Paß der beiden Schwarz schenkte ich einem Russen, der über die Grenze geflohen war - eine neue Welle von Emigranten hatte begonnen, sich zu formen. Weiß Gott, wo er inzwischen geblieben ist! Von Schwarz habe ich nie wieder etwas gehört. Ich fuhr sogar einmal nach Osnabrück und fragte nach ihm, obschon ich seinen wirklichen Namen vergessen hatte. Aber die Stadt war verwüstet, niemand wußte etwas von ihm, und niemand interessierte sich dafür. Auf dem Wege zurück zum Bahnhof glaubte ich, ihn zu erkennen. Ich lief ihm nach; aber es war ein verheirateter Postsekretär, der mir erzählte, daß er Jansen hieße und drei Kinder habe.

    Die restlichen Seiten - der sogenannte Anhang - unter anderem mit Interview Remarque fragt Luft - Chronologie der Ereignisse in der Handlung von Die Nacht von Lissabon - und zum Schluss die - Anmerkungen.

    Wer anspruchsvolle Literatur liebt und sich gerne etwas Gutes tun möchte - der ist hier genau richtig - bei Erich Maria Remarque. Er ist 1898 in Osnabrück geboren, besuchte  das katholische Lehrerseminar. 1916 als Soldat eingezogen, wurde er nach dem Krieg zunächst Aushilfslehrer, später Gelegenheitsarbeiter, schließlich Redakteur in Hannover und Berlin. 1932 verließ Remarque Deutschland und lebte zunächst im Tessin/Schweiz. Seine Bücher "Im Westen nichts Neues" (ist mir bekannt - aber noch nicht gelesen) und "Der Weg zurück" wurden 1933 von den Nazis verbrannt, er selber wurde 1938 ausgebürgert. Ab 1939 lebte Remarque in den USA und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin.

    Das Buch empfehle ich jedem Bücher- und Lesefreund weiter.

    Ich lege es euch ans Herz - ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen.

    Vergebe hierfür gut und gerne - liebgemeinte 5 Sterne.






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    AnjaLG87s avatar
    AnjaLG87vor 5 Monaten
    Remarque ist und bleibt mein Lieblingsautor mit dem richten Gespür für Dramatik+nüchterne Realität

    Kein anderer vermag dramatische Situationenso erschreckend real und gleichzeitig so nüchtern und klar zu beschreiben wie Remarque. Mit diesem besonderen Gespür behandelt er sämtliche Themen rund um die beiden Weltkriege, also die Erwartungen und Sehnsüchte vor Beginn eines Krieges, die Schrecken undVerluste während des Krieges und vor allemdie Schwierigkeiten, nach einem Kriegwieder in den Alltag, seine Familie etc. zurückzufinden und mit Tramata und Schuldgefühlenleben zu müssen.

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    Duffys avatar
    Duffyvor 5 Monaten
    Die Geschichte einer Flucht

    In einer Lissaboner Nacht 1942 kommt es zu einer Begegnung zwischen einem Mann, der eine letzte Möglichkeit sucht, noch auf ein Schiff zu kommen, mit dem er nach Amerika fliehen kann. Er hat weder das Geld für eine Passage, noch ein Visum für sich und seine Lebensgefährtin. Ein Unbekannter bietet ihm beides unter der Bedingung an, dass er ihm eine Nacht lang zuhört, denn er will ihm die Geschichte seiner Flucht und seines Lebens erzählen und über die Liebe seines Lebens, die er an den Krebs verloren hat.
    Remarque hat in diesem millionenfach gelesenen Buch alle Facetten einer Flucht erzählt, die es in diesen Jahren tausendfach gegeben hat. Ängste, Begegnungen mit dem alltäglichen Leid der Kriegsjahre, Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, Größe im Handeln und die besondere Art, wie der Krieg zwei Menschen miteinander verschweißen kann. Die Geschichte ist die Geschichte des Krieges von einer Position, die sich individuell in diesem Massenwahn ereignet. Mit sensiblen Untertönen, sehr gefühlvollen Passagen in einer schweren Zweierbeziehung und immer wieder die Hoffnung, die die Flüchtlinge antreibt, ihr Wesen verändert und sie auf das einzige fokussiert, was wichtig ist, nämlich die Flucht und damit das Überleben. Am Ende der Nacht sind zwei Leben vergangen und zwei gerettet, aber das ist nur der Nebenaspekt dieses großartigen und fesselnden Buches, das mehr als geeignet wäre, auch den Jüngeren einen Blick darauf zu geben, was ihnen in unserer Zeit in diesem Land erspart geblieben ist. Auf der anderen Seite auch eine Mahnung, um hier Tendenzen  kritischer zu hinterfragen.

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