Neue Rezensionen zu E.M. Ross

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Die 23-jährige Sandra zieht vom Land nach Frankfurt um zu Studieren. An sich nichts ungewöhnliches, nur ist das Leben in Frankfurt um einiges teurer, ihre Mutter alleinerziehend, sodass sich Sandy einen Halbtagsjob im Pflegedienst suchen muss. Doch trotz aller Mühen, das Geld reicht vorne und hinten nicht. Ein zweiter Teilzeitjob muss her, denn zu diesem Zeitpunkt weiß sie nicht, woher sie das Geld für die nächste Miete nehmen soll.

In der Zeitung stößt sie auf ein Inserat eines Escort-Service, das ihr Interesse weckt. Naiv wie sie ist, geht sie zu einem Vorstellungsgespräch. Ihre Vorstellungen davon, wohlbetuchte Herren zu diversen Anlässen zu begleiten, werden gleich im Keim erstickt, denn es geht um nichts weiter als Sex, genauer gesagt Prostitution. Doch Sandy ist in großer finanzieller Not, sodass sie sogar bereit ist, den Einstellungstest ihres Chefs zu absolvieren. Diesen besteht sie und so beginnt ihre Karriere im Escort-Service.

Jeder, der an "Pretty Woman" denkt, liegt falsch. Es geht nur um das eine: Befriedung der sexuellen Bedürfnisse von Männern gegen Bezahlung. Zu einem Event hat Sandy nie einen ihrer Kunden begleitet, dafür hatte sie teilweise mehrere Kunden in einer Nacht. 35 Prozent des Verdienstes konnte sie behalten und darum arbeitete sie viel, denn eine Stunde brachte 75 Euro ein, viel Geld für eine Studentin, vor allem, wenn man es in einer Nacht vervierfachen kann. Schnell verliert Sandy jegliche Illusion im Bezug auf die menschliche Gesellschaft. Sicher, sie hatte nette und angenehme Kunden, doch auch abartige waren darunter, die von der jungen Frau teilweise Sachen verlangten, die ich mir so nicht vorstellen konnte. Ein Jahr lang prostituiert sich Sandy, sie lernt die unterschiedlichen Typen Menschen kennen und schließt sogar Freundschaften, aber das Leben im ältesten Gewerbe der Welt ist hart, sehr hart.


Ein Jahr lang Escort-Girl! Bei diesem Buch handelt es sich um einen biographischen Erotikroman, der jedoch auf dem Leben der tatsächlichen Sandy basiert. Die Autorin E. M. Ross hat sich von eben jener Sandy ihr Leben während der Zeit schildern lassen, in klaren, deutlichen Worten, ohne irgendetwas zu beschönigen. Sie berichtet, wie es dazu kam, dass Sandy anschaffen gehen musste und was sie in diesem einem Jahr an angenehmen, aber auch unangenehmen Erfahrungen sammeln musste. Obwohl es sich bei diesem Buch um einen Tatsachenroman handelt, war ich immer wieder erstaunt und teilweise schockiert, denn Sandy bzw. die Autorin lässt den Leser immer wieder in Abgründe blicken, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und mitunter prickelnd zu lesen, wobei an dieser Stelle noch gesagt werden muss, dass Sandy E. M. Ross zwar ihre Lebensgeschichte erzählt hat, die Autorin diese jedoch in ihren eigenen (abgemilderten jedoch nicht milden) Worten wiedergibt. Abschließend kann ich sagen, dass es sich um einen erstaunlichen biographischen Roman handelt, der deutlich mehr in sich birgt, als es auf den ersten Blick scheint.

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