Der Sandmann

von E.T.A. Hoffmann 
3,7 Sterne bei568 Bewertungen
Der Sandmann
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (354):
Soohyunie_Kims avatar

Das einzige Buch, dass ich in der Schule lesen musste und ziemlich gut fand. Klar, es ist durchgeknallt, aber irgendwie hat das Charme.

Kritisch (82):
Admirals avatar

Ein mehrschichtiger Roman, der sich zum Teil einer eingehender Interpretation entzieht.

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Inhaltsangabe zu "Der Sandmann"

Der Sandmann ist eine Erzählung in der Tradition des Kunstmärchens der Schwarzen Romantik (häufig auch als Schauerroman bezeichnet) von E. T. A. Hoffmann, die erstmals 1816 veröffentlicht wurde. Sie erschien ohne bestimmte Autorenangabe in Berlin als erste Erzählung in dem Zyklus Nachtstücke. Der Student Nathanael erzählt seinem Freund Lothar in einem Brief, er habe in der Gestalt des Wetterglashändlers Coppola den Advokaten Coppelius wiedergetroffen. Dieser hatte während Nathanaels Kindheit mit dessen Vater alchemistische Experimente durchgeführt, die letztlich zum Tod des Vaters geführt hatten. Coppelius steht in Verbindung mit einem Kindheitstrauma Nathanaels, weswegen er in ihm die Gestalt des Sandmanns sieht, eines Monsters, das Kindern die Augen ausreißt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783745020779
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:36 Seiten
Verlag:epubli
Erscheinungsdatum:15.09.2017

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Rezensionen und Bewertungen

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    Aimeesbuecherwelts avatar
    Aimeesbuecherweltvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch war so gar nicht mein Fall, aber dennoch ist das Buch ein großes Meisterwerk und hat es definitiv verdient gelesen zu werden
    Dieses Buch hat mich in Angst und schrecken versetzt und vielleicht auch ein bisschen verstört

    Der Inhalt vom Buch hat meinen schwachen Nerven schon sehr zu gesetzt, aber im Grunde ist das ja auch das Ziel dieses Buches. Der Protagonist ist einem mehr als nur unsympathisch, aber wieder muss man dazu sagen, dass das natürlich gewollt war. Auch wenn ich ein Buch dieser Art nicht nochmal lesen würde, muss ich ehrlich sagen, das E. T. A. Hoffmann auf jeden Fall ein bewundernswerter Autor ist, mit einem exzellentem Schreibstil, nur hat er leider nicht meinen Geschmack getroffen, was das Genre für das er geschrieben hat angeht.

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    M
    Melissa_Backesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch "der Sandmann" ist interesssant und gibt einen schönen einblick in das Leben eines psychisch Kranken.
    Ist der Sandmann doch nicht die liebe Figur die den Kindern schöne Träume beschert?



    Die Erzählung „der Sandmann“ 
    von E. T. A Hoffmann, die1819 verfasst wurde, handelt von der
    Entwicklung eines jungen Studenten Namens Nathanael bezüglich seines Wahns der
    durch die schreckliche Gestalt des Sandmannes geprägt, die wahrscheinlich auf
    eine Psyche zurückführt.



    Auf den ersten Seiten 
    macht der Autor in Form von Briefen seinen Wahn deutlich indem er den
    Kern seines Wahns, seine Kindheit, zeigt. Nathanael musste den Verlust seines
    Vaters erleiden  wodurch er seinen Wahn
    „den Sandmann“ mit dem Kollegen seines Vaters, Coppelius, verbindet. Dann
    passiert etwas was den Leser erst mal verwirrt, der Autor spricht den Leser
    direkt an um ihm nochmal das Reale an den Briefen zu verdeutlichen und Spannung
    aufzubauen, um den Leser dazu zu bringen weiterzulesen. Nathanael verliert die
    Beziehung zu seiner Geliebten Clara, verliebt sich in Olympia, die eine Puppe
    zu sein scheint.



    Der Autor verwendet eine einfache und sehr verständliche
    Sprache und macht gewisse Andeutungen mit relativierten Verben („schien“) zur Unterscheidung
    des Realen und Nicht-Realen, dass unmerklich ineinander übergeht und unlöslich
    miteinander verbunden ist. Er benutzt oft eine bedrohliche und geheimnisvolle Atmosphäre.



    Nathanael bietet Zeitweilig Identifikationspotenziale, da er
    durch seine Ängste und Selbstzweifel sehr menschlich wirkt. Hoffman lässt ihn
    immer wieder zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin und her schwanken. Dadurch
    biete das Buch eine präzise Anschauung von einem Kranken und dadurch ein
    besseres Verständnis für Menschen derartigen Verhaltens.



    Neugierig nach dem Geheimnis des Sandmanns, des Advokaten
    Coppelius und des Wetterklarhändlers Coppola zu kommen, ist der Leser wie
    gefesselt an das Buch. Haben diese drei den selben Charakter? Diese Frage wird
    nicht direkt beantwortet, dadurch erhält Hoffmann die Spannung in der Erzählung
    aufrecht.



    Das Buch hat auch sehr unrealistische Aspekte, wie z.B. die
    Puppe Olympia. es ist sehr offensichtlich, dass es zu der Zeit in der das Buch
    spielt oder geschrieben wurde noch nicht möglich war eine Puppe wie Olympia zu
    erschaffen die vom Aussehen sowie von den Verhaltensweisen und Reaktionen so
    menschlich wirkt dass andere sie zwar „komisch“ finden aber nicht erkennen dass
    es sich hierbei nur um eine Puppe und nicht um einen Menschen handelt. Auch wie
    in dem Buch beschrieben wird mit der Technologie „Aufziehen“ ist dies schon gar
    nicht zu erreichen. Jedoch wenn man es auf die heutige Zeit überträgt existieren
    schon Maschinen die immer Menschenähnlicher wirken wodurch so etwas Ähnliches
    wie die Puppe Olympia mit anderen Technischen Möglichkeiten zukünftig
    vielleicht mal möglich wäre. Und diese Gedankenzüge löst das Buch durch das
    Beispiel an Olympia auch aus.



    Im Großen und Ganzen ist es meiner Meinung nach ein schönes
    Buch, das einen interessanten Einblick in das Leben des kranken Nathanaels
    bietet, jedoch finde ich schade dass der Autor bei der Puppe Olympia nicht auf die technischen
    Möglichkeiten der damaligen Zeit geachtet hat.



    Melissa Backes



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    Admirals avatar
    Admiralvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein mehrschichtiger Roman, der sich zum Teil einer eingehender Interpretation entzieht.
    Ein simples Märchen entwickelt eine grausame Eigendynamik: der Sandmann.

    Der schwer einschätzbare Nathanael weiß nicht weiter. Von Anfang an hat er ein schlechtes Gefühl. Denn ihm ist eventuell Coppelius begegnet ! In einem Brief an seinen guten Freund Lothar (der Bruder seiner Geliebten) schreibt er von seinem schlechten Vorahnung und seiner Kindheitserfahrung mit Coppelius. Dieser war ein Arbeitskollege seines Vaters bei alchimistischen Experimenten, bei denen sein Vater auf eine schlimme Art ums Leben kam. In seiner kindlichen Vorstellung verband er dann den optisch gruselig wirkenden Copelius mit dem Sandmann. Doch vom Sandmann hatte Nathanael bereits ein sehr brutales Bild durch die obskuren Erzählungen seines grausamen Kindermädchens. Dieses bösartige Bild des Coppelius verfolgt Nathanael nun sein ganzes (kurzes) Leben.
    Denn E.T.A. Hoffmann zeichnet in in seinem Werk "Der Sandmann" (Erstveröffentlichung: 1816; meine Ausgabe 2008: Reclam) ein sehr verworrenes und mehrschichtiges Bild seines Protagonisten Nathanaels. Durch seine traumatischen Erlebnisse der Kindheit (Erzählungen über den Sandmann; Tod des Vaters; Coppelius; Verderbung von üblichen Kindheitserlebnissen; Bedrohung seiner Augen). Ist er stark geprägt und verlagerte seine Wahrnehmung stark auf sich selbst. Aufrecht gehalten wird er durch seine Mutter, seine Geliebte Clara und seinen besten Freund (+ Claras Bruder) Lothar, die er noch aus Kindertagen kennt. Doch in seinem Narzissmus und seiner Prägung scheint er die Realität nicht mehr vollständig wahrnehmen zu können. So wird er nach vielen Jahren als Student durch mehrere Ereignisse stark aufgewühlt: er begegnet einem Piemonteser namens Coppola, der in gewisser Weise Coppelius ähnelt. Und er verliebt sich in eine automatisierte Puppe. Durch seinen entfalteten Narzissmus bezeichnet er die aufgeklärte und bodenständige Clara, die ihm mit Rationalität und Liebe bei allen Problemen beistehen will, als leblosen Automat, der sie gegenüber seinem literarischen Schaffen kritisch ist. Und gleichzeitig verliebt er sich paradoxerweise innig in die Puppe. Durch diese Ereignisse und einem scheinbaren (?) Wiedererkennen des Coppelius wird er vollends Wahnsinnig und bringt sich um.


    Sehr dramatisch. Und sehr irritierend. Doch die Irritation passt ! Wunderbar gibt sie Nathanaels Wahrnehmung wieder. Denn als Leser ist es echt schwer, vieles klar zu bestimmen. Ist Coppola = Coppelius ? Ist Olimpia eine reale Frau (ihre Enttarnung als Puppe bleibt lange verborgen und Nathanael noch länger als uns !) ? etc.
    Auch die Reflexion auf den kleinbürgerlichen Kontext ist interessant: die Beiseienden erkennen auch in der Puppe nur schwerlich die Puppe, da sie so gut die Rollenanforderungen der idealen Frau wiedergibt (!). Oder der Vergleichder Ereignisse mit einer Allergorie durch einen Literaturwissenschaftler zeigt ganz gut die Schwerfälligkeit, Neues zu erkennen und zu akzeptieren.




    Doch alles in allem in das Buch eher irritierend, denn anspruchsvoll; eher drastisch, denn dramatisch. Ich finde es recht langweilig und die auftretenden Motive (Wahnsinn/Gesundheit; Vorstellung/Realität; Puppenmotiv; Augenmotiv; Aufklärung; Frau im Bürgertum; Feuer als Veränderungsmotiv; etc.) recht platt und stellenweise unausgefeilt.




    ABER: der textkritische Apparat, die KOmmentare und das Nachwort (eher eine Gesamtinterpretation und KOntextualisierung) sind sehr gut gelungen.

    Meine Ausgabe: Drux, R. (Hg.): E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann, Stuttgart 2008 (Jahr ? Das Impressum ist hier mMn etwas irritierend). Reclam-Ausgabe.

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    V
    Vera2198vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Verrückt und zugleich logisch!
    Aus der Sicht eines Verrückten

    Ich persönlich, finde das Buch total interessant, da es einfach was ganz anderes ist. Es macht Spaß die Gedankenstränge eines Verrückten zu verfolgen, was durch die ständig wechselnde Erzählperspektiven jedoch recht schwer ist. Doch gerade das, macht das Buch aus. Es ist nicht offensichtlich und logisch, man weiß nicht auf anhieb, was real und was Fiktion ist. Rund um anders.

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    Nachtfalter89s avatar
    Nachtfalter89vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Empfehlenswert!
    Der Sandmann

    Der Sandmann

    "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann ist eine Novelle aus der Schauerromantik. Dies ist gekennzeichnet durch die oft negativ besetzten Szenen und die Schizophrenie der Hauptperson (Nathanael).
    Insgesamt ist die Novelle recht einfach zu lesen und zu durchblicken.
    Sie zeigt den Unterschied zwischen Rationalität und Romantik sehr deutlich. Die Verlobte Clara wird hier als Vertreterin des aufklärerischen Denkens und Nathanael wird im Gegensatz als romantischer Künstler dargestellt, deren Beziehung zum Scheitern verurteilt ist.

    In seiner Form ist 'Der Sandmann' deshalb interessant, weil die Erzählweise gewechselt wird. Die Novelle wird durch drei Briefe eingeleitet und anschließend von einem auktorialen Erzähler vervollständigt.
    Mithilfe der direkten Rede und des auktorialen Erzählstils wird die Erzählung einerseits lebhafter und andererseits wird der Leser zweifach angesprochen.
    Die Novelle ist durch die Form mehr als lesenswert.
    Der Inhalt ist jedoch sehr skurril, da sich die Hauptperson durch ihre Kindheitserinnerungen selbst in den Wahnsinn treibt und seine Beziehung dafür aufs Spiel setzt.

    Insgesamt ist die Lektüre zu empfehlen, um einen guten Einblick in die Schauerromantik zu gewinnen, ebenfalls macht sie den Kontrast zwischen Rationalität und Romantik deutlich.

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    Nadl17835s avatar
    Nadl17835vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Düstere Romantik!
    Düstere Romantik!

    Der junge Nathanael erwischt seinen Vater eines nachts wie er mit dem angsteinflößenden Coppelius alchemistische Experimente durchführt und der Vater dabei umkommt. In dem Irrglauben Coppelius habe seine Augen verbrannt, erleidet Nathanael ein Kindheitstrauma und erkrankt danach schwer, erholt sich aber wieder. Verfolgt von dem Trauma leidet er als Erwachsener immer noch unter den Geschehnissen. Im Wetterglashändler meint er Coppelius wieder zu erkennen und schreibt dies seinem Freund Lothar. Irrtümlicherweise erhält seine Frau Clara den Brief und erfährt von seiner Vermutung. Daraufhin macht sie sich Sorgen um ihn und tut seine Vermutung als Fantasie ab und kümmert sich nicht weiter darum. Gefangen von seiner Angst und dem Trauma,welches wieder die Oberhand gewinnt, verdunkelt sich Nathanaels Gemüt zusehends und er beginnt Gedichte und Texte darüber zu schreiben, das Coppelius die Beziehung zwischen ihm und Clara zerstören will und sie beide in den Abgrund stürzen wird. Er versucht nur seine Gefühle auszudrücken, erfährt allerdings nur Ablehnung von Clara, die mehr und mehr genervt von ihm ist und ihn das auch spüren lässt. Beleidigt und verletzt beginnt er Clara in einem Ansturm aus Wut zu beleidigen, bis Lothar einschreitet und es beinahe zu einem Duell kommt, welches Clara rechtzeitig beenden kann. Durch einen Brand in seiner Wohnung, zieht Nathanael in eine andere Wohnung. Von dort aus kann er Olimpia - die Tochter des Physikprofessors -  beobachten und verliebt sich nach und nach in sie, bis er sie schließlich Tag für Tag besuchen kommt und mit ihr spricht. Alle um ihn herum merken , dass Olimpia ein Menschenautomat ist, also quasi wie eine Puppe, nur Nath. glaubt weiter an eine Liebe beiderseits und beschließt ihr einen Heiratsantrag zu machen. Kurz zuvor bekommt er einen Streit zwischen dem Professor und dem Wetterglashändler mit, der schließlich mit Olimpia flieht. Jetzt erkennt Nath die Wahrheit und sieht was Olimpia wirklich ist. Ihre glasigen, auf den Boden gefallenen Augen, lassen sein Trauma mit den verbrannten Augen hochkommen und er verfällt in einen Wahn. Infolgedessen stürzt er sich auf den Professor, um ihn umzubringen. Andere zerren sie auseinander und Nath kommt in ein Tollhaus. Offensichtlich genesen, kehrt er zurück und zieht mit Clara in eine andere Stadt. Beim Einkauf in der Stadt betrachten sie sie von einem Turm aus. Nath verfällt beim Anblick Claras erneut in den Wahnsinn, versucht sie hinunter zu stoßen, erblickt Coppelius unten am Fuß des Turms und springt selbst in den Tod.

     

    Auf diese Werk bin ich durch die Schule gekommen. Anfangs war ich skeptisch, aber nach und nach gefiel mir das Buch sehr gut. Besonders gut finde ich, dass es sich um ein Werk aus der Romantik (genauer gesagt Schwarze Romantik) handelt, da es meine absolute Lieblingsepoche ist. Die wird im Wesen Nathanaels deutlich, da er sehr verträumt, realitätsfern und teilweise wahnsinnig ist. Er drückt sich in Gedichten und Geschichten aus, wird aber von Clara gar nicht verstanden, die verkörpert die wesentlichen Merkmale der Aufklärung. Teilweise kann ich Nath Verletzung durch Claras Abweisung gut verstehen, weil er - wenn auch auf verkorkste Art und Weise - seine Gefühle ihr widmet und sie sie nur zurückweist und seinen Ausdruck nicht versteht. Besonders schön finde ich auch die Gegenüberstellung und Differenz zwischen den Epochen Romantik und Aufklärung, die sich teilweise feindlich gegenüberstehen und die Aufklärung (Kaltherzigkeit) hier kritisieren (durch Nathanael). Insgesamt kann ich das Werk nur empfehlen, wenn man mal was neues ausprobieren und lesen möchte. Es ist toll -  wenn auch verwirrend wegen der Liebe zu Olimpia - geschrieben und die Sprache ist auch gut verständlich.

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    Tiana_Loreens avatar
    Tiana_Loreenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Verwirrt. Das war ich, aber nach längeren Überlegen kam die Begeisterung! Ein wirklich tolles Werk der Romantik!
    Rezension zu "Der Sandmann"

    *Achtung SPOILER*

    Verwirrt. Das war ich, aber nach längeren Überlegen kam die Begeisterung! Ein wirklich tolles Werk der Romantik!

    Inhalt:
    [Inhaltsangabe]
    Ein Juwel der Schwarzen Romantik in der Bibliothek der Erstausgaben: Die faszinierende Erzählung von 1816 vom Studenten Nathaniel, dessen Begegnung mit dem Wetterglashändler Coppola traumatische Kindheitserinnerungen weckt, besticht durch einen facettenreichen Handlungsstrang und einen unerschöpflichen Motivreichtum.

    meine Meinung:
    Zugegeben, ich war nach beenden des Werkes zu allererst schockiert. Ich wusste nicht, was ich jetzt denken sollte, es passierte dafür einfach zu viel auf so wenigen Seiten. Zuerst schüttelte ich den Kopf, dann lachte ich und dann versuchte ich den Inhalt zu analysieren.
    Hoffmann war einfach ein Genie. Nur er schaffte es, dass er eine Novelle so vollstopft und der Leser trotzdem total begeistert davon ist, obwohl es so irrsinnig wirkt.
    Einem so verwirrt.
    Einem zum Rekapitulieren des Gelesenen zwingt.

    Nathaniel hatte schon eine schwierige Kindheit, die er mit einem schweren Trauma überstand. Dann seine Studienzeit, die gut begann, aber schlecht änderte, denn sein Trauma kam an die Oberfläche und veränderte ihn total.

    Ich war wirklich verwirrt.
    Nathaniel bringt sich um, will vorher seine – angebliche – große Liebe umbringen und das nur weil sein – anscheinend – geheilter Wahnsinn wieder ausbrach?
    Zuvor passiert aber auch noch so unglaublich viel!
    Nathaniel beschreibt in einen Brief seine Kindheit und seine Erfahrung mit dem Sandmann. Das Trauma kam also wieder in sein Leben zurück. In ähnlicher Gestalt aber anderen Namen...jedenfalls glaubt Nathaniel daran.
    Es war faszinierend zu lesen, wie Nathaniel sich in ein Mädchen verliebte, dass NICHT seine Verlobte war. Wie er diesem „Mädchen“ alle Menschlichkeit angedichtet hatte, nur damit er am Ende erkennt dass dieses Wesen kein Mensch war, sondern nur eine Maschine.
    Der Wahnsinn der darauf folgte war dementsprechend auch nicht sehr überraschend, aber der Auslöser des ganzen war es.
    Ein Mann. Laut Nathaniel „der Sandmann“ und Mörder seines Vaters: Coppola.

    Der auktoriale Erzähler spornte den Leser einfach nur noch mehr an. Hoffmann schlüpfte dabei in die Rolle eines Schriftstellers, der diese Geschichte gerade erfahren hat und es einfach niederschreiben musste. Sehr interessant!

    Als Interpretation kann man Nathaniels Wahnsinn nehmen, der durch ein Kindertraume entstanden und nie richtig Therapiert worden war. Man kann es sich als Leser – jedenfalls scheint es mir so – aussuchen, ob man Nathaniels Lebensweg als „dunklen Einfluss von außen“ sehen will oder als dummer und gleichzeitig schrecklicher Zufall. Hoffmann zeigte mit diesem Werk, dass „Universalpoesie“ tatsächlich in einem einzigen Werk vorhanden sein kann:
    Gefühle.
    Wissenschaft.
    Dunkles.
    Es beinhaltet alles und machte es so unglaublich spannend!

    Fazit:
    Ein wirklich sehr gelungenes Werk aus der Zeit der „Romantik“. Ich wusste nicht was mich erwartete, aber das es SO kam, hätte ich nie erwartet!
    E.T.A. Hoffmann zeigte mir, dass er wirklich ein Allround-Talent war und – verrückt oder nicht – wirklich tolle Ideen für seine Werke hatte!
    4,5 von 5 Sterne für dieses unglaubliche Werk und höchst verwirrende Werk!

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    tigggers avatar
    tigggervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Die Art und Weise des Schreibstils hat mir sehr gut gefallen! Die Briefe waren sehr tiefsinnig.
    Tiefsinnige Geschichte

    Dieser Klassiker war für mich ein wahrer Lesegenuss. Ich habe dieses Buch angefangen zu lesen, ohne, dass ich überhaupt eine Ahnung hatte, um was es geht.

    Die Beschreibung der Gefühle der Protagonisten durch die Niederschrift der drei Briefe zu Beginn, hat einem die Umstände näher gebracht. Dieser Teil hat mir auch am besten gefallen. Nach den Briefen folgt eine normale Erzählung.

    Sehr gut hat mir der 2. Brief gefallen, indem die Beziehung zwischen der Hauptperson und seiner Verlobten umschrieben wird. Dieser Brief ist mit einigen Sätzen sehr tiefsinnig und man kommt selbst ins Nachdenken.

    Der sich entwickelnde Wahnsinn, die psychische Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Ängsten -sind es Ängste, ist es die Wahrheit oder doch nicht?- all dies hat Hoffmann gut zur Geltung gebracht. Lediglich der Schluss war mir ein bisschen zu oberflächlich und schnell zu Ende. Aber irgendwie hat auch der schnelle Schluss etwas für sich.

     

     

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    HarIequins avatar
    HarIequinvor 4 Jahren
    Zwischen Wahn und Realität

    „Das ist ein böser Mann, der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht zu Bett gehen wollen und wirft ihnen Händevoll Sand in die Augen, daß sie blutig zum Kopf herausspringen[...]“ Seite 3

    Der junge Nathanael wähnt sich in dem Glauben, dass Coppelius – ein Bekannter seines Vaters – der schreckliche Sandmann sei. 

    Jahre später trifft er auf den Wetterglashändler Coppala und fühlt sich sofort an den Sandmann seiner Kindheit erinnert. Er verfällt immer mehr in einen Wahn und kann schon bald nicht mehr unterscheiden, was Real ist und was sich in seinem Kopf abspielt.

    Ich war sehr gespannt auf diesen Klassiker der schwarzen Romantik und wurde nicht enttäuscht. Anfängliche Bedenken wegen der Sprache aus dem 19. Jahrhundert waren schnell aus dem Weg geräumt, denn das Buch lässt sich erstaunlich leicht lesen. Durch die Briefe von Nathanael wird die Perspektive einige Male gewechselt, was das Buch abwechslungsreicher macht.

    Ich hatte mir ein bisschen mehr Schauer und Grusel erhofft, aber heutzutage ist man wahrscheinlich mehr gewohnt.

    Gefallen hat mir der Wahnsinn darin und die Verworrenheit – als Leser wusste ich manchmal selbst nicht zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden.

    Ein kurioses und überraschendes Buch, das sich durch die wenigen Seiten sehr schnell lesen lässt.  

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    Sabeth80s avatar
    Sabeth80vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Nachtstück - düster, psychologisch, hochmodern
    Ein Nachtstück

    "Der Sandmann", die vielleicht prominenteste Erzählung aus Hoffmanns Nachtstücken ist ein zeitloses Meisterwerk der schwarzen Romantik. Psychologische Fallstudie? Künstlernovelle? Bürgersatire? Gruselgeschichte? Groteske? Als all das lässt er sich lesen und wohl noch als einiges mehr. Der Text bleibt wegen der ständig wechselnden Perspektiven rätselhaft, entzieht sich einer klaren Deutung. Eine Trennung zwischen Innen- und Außenwelt ist kaum möglich. Entspringen die Ereignisse dem Schicksal, dem Zufall oder bloß der Psyche des Protagonisten? Ist es die Geschichte einer von Trauma und Wahnsinn gequälten, hochsensiblen Künstlernatur oder wird Nathanael wirklich von dunklen Mächten verfolgt? In jedem Fall ist seine Geschichte eine genau beobachtete psychologische und menschliche Verfallsstudie – und das macht den Text, egal wie man ihn ausdeutet, hochmodern.

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