E.W. Heine Magna Mater

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Inhaltsangabe zu „Magna Mater“ von E.W. Heine

Was passiert in einer Gesellschaft ohne Religion, Kriege - und Liebe? Ein faszinierender Roman über das Scheitern unserer Gesellschaft und die Zukunft der Menschheit: E.W. Heine entführt uns in eine Welt, in der alles abgeschafft wurde, was ein friedliches Zusammenleben jahrhundertelang behinderte: die Religionen, die Kriege und auch die Liebe. In der neuen Welt herrscht nur noch die reine Vernunft. Und über allem wacht ein mächtiger Orden, an dessen Spitze die Magna Mater, die große Mutter, steht. Doch eine Ordensfrau weiß, dass sich hinter der prächtigen Maske der Magna Mater eine Lüge verbirgt. Wie konnte es in dieser Idealwelt dazu kommen? Die Ordensfrau widersetzt sich mutig allen Regeln und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit …

Anfangs etwas zäh finden sich gen Ende doch einige interessante Ansätze. Alles in allem aber doch etwas zu sehr "versucht philosophisch" für meinen Geschmack.

— doceten
doceten

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  • Magna Mater

    Magna Mater
    Raine

    Raine

    12. October 2014 um 21:57

    In einer fernen Zukunft lebt die Menschheit in einer vollkommen veränderten Welt. Als ewige Kinder bevölkern sie den südlichen Teil der Welt auf vielen kleinen Inseln. Geführt werden sie von einem Orden aus erwachsenen Frauen, denen die Magna Mater vorsteht. Eine dieser Ordensfrauen erzählt ihre Geschichte in diesem Buch, berichtet von den Gegebenheiten ihrer Welt und dem sozialen Gefüge und erzählt von einem Ereignis, welches ihr ganzes Leben in Frage stellt. Ein wirklich spannendes Buch über die Zukunft, welches religiöse, soziale und biologische Themen anspricht und auf interessante Weise behandelt und einen nachdenklich zurücklässt.

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  • Rezension zu "Magna Mater" von E.W. Heine

    Magna Mater
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. February 2012 um 14:25

    Vernunft und Gefühl, nicht entweder oder „Die Menschheit war krank, todkrank. Das Ende der Menschheit zeichnete sich ab. Wir haben das, der Vernunft sei Dank, verhindert“. Jenes biblische Wort des Paulus, „Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach“ ist jener Zustand, der in der zukünftigen Handlungswelt des Romans als Erkenntnis (fast) konsequent umgesetzt wurde zugunsten des „Geistes“ und gegen das „Fleisch“. Zur Vernunft gekommen ist die Menschheit. Zumindest vordergründig. Oder besser der Rest, denn mehr als ein paar über 10.000 sind es gar nicht, welche jene Welt bevölkern, von der die Protagonistin des Romans erzählt. Irgendwo auf der Südhalbkugel, auf verschiedene Inseln, die alle je einem bestimmten Zeck dienen, verstreut. Unterteilt in „Ordensschwestern“ eines Ordens der reinen Vernunft und in „Blühende“, den großen Rest der Menschen, welche durch einen Eingriff in die Genese des Gehirns und die Zugabe eines Hormons bis zum 40. Lebensjahr in der kindlichen Schwebe vor der Pubertät gehalten werden. Dem Spiel verbunden und durch die „reine Vernunft“ (Kant wird ausdrücklich genannt im Buch) der Ordensschwestern geleitet endet das Leben der „Blühenden“ jäh im 40. Lebensjahr. Das Hormon wird abgesetzt, ein Tag sexueller Orgien folgt, die Früchte dieser Orgien werden „entnommen“ (die besamten Eizellen der Frauen) und die ehemals Blühenden sterben, um Platz zu schaffen für den Nachwuchs. Der Orden, der geleitet wird von der „Magna Mater“, welche als Person nicht zu erkennen ist, hinter einer Maske sich verbirgt, dieser Orden organisiert das alltägliche Leben, in dem die Historie streng verschlossen gehalten wird und die Zukunft nicht angedacht werden soll. Doch Morituri, die Ich-Erzählerin des Romans, selber Ordensschwester, ist anders. Da die Ordenschwestern nicht durch das Hormon behandelt werden, erleben sie eine „normale“ körperliche Entwicklung der Reifung bis zum Alter hin und einem natürlichem Tod. Eine Reifung, die auch Wünsche mit sich bringt. Vor allem aber Wünsche nach echter Nähe, Liebe, Hingabe. Wünsche, denen Morituri sich nicht verschließen kann und die sie heimlich lebt. Kräfte, die eigentlich gezähmt sind und gezähmt bleiben sollen. Kräfte aber, und das ist das eigentliche Thema des Romans, die sich letztlich nicht zähmen lassen. Anhand der abenteuerlichen Geschichte der Ordensfrau Morituri, die sich immer mehr und weiter von den inneren Haltungen einer Ordensfrau entfernt, dekliniert E.W.Heine das „Menschsein“ hindurch, Zeigt eine zukünftige Welt der versuchten „reinen Vernunft“, die doch auf einer Lüge beruht, zeigt auf, wie Bedürfnisse in letzter Konsequenz immer wieder eine verschlossene Tür einen Spaltbreit zumindest aufschieben werden. Eine Tür, die sich nie ganz schließen lassen wird. Im Buch ausgelöst durch eine äußere Katastrophe eines Tsunami, ein treffendes Bild für eine sich anstauende Welle der Emotion in einer Menschheit, die der Leidenschaft strikten Einhalt zu gebieten versucht. So verbleibt im Rahmen der Lektüre von Beginn an das Wissen, dass der Mensch sich im alleinigen, kurzfristigem „Wollen“ aus Leidenschaft heraus zugrunde richten wird (die grundlegenden Probleme der Gegenwart benennt Heine klar und präzise im Buch), das aber ein „Umschalten“ von allem hinweg auf nur die Ration und nur die Gegenwart den Mensch seines Menschseins beraubt und ebenfalls zum scheitern verurteilt ist. Verstand und Emotion, Leidenschaft und Ethik, Emanzipation von abergläubischen Vorstellungen und die Fähigkeit zur langfristigen Liebe, all das muss zusammenfließen, um ein Gesamtes an Menschsein zu ergeben. Ein langer Prozess, für den es keine einfache Lösung gibt und für den auch Heine keine einfachen Formeln im Roman anbietet. Aber in eleganter, bildreicher Sprache jenes menschliche Streben, jene Suche nach „Ganzheit“ und Angenommen sein trefflich in seiner Geschichte abbildet. Und ebenso bildet Heine das ab, was trotz aller auch innerer Erschwernissen und trotz aller Verdrängungskunst des Menschen der Schlüssel zu diesem „Ganzen“ Leben sein kann. Die Liebe und die Wahrheit. Diesen Weg wird auch Morituri (die „Todgeweihte“ in der lateinischen Übersetzung) im Buch auf sich nehmen. Mit zunächst sehr offenem Ausgang. Mehr als einen reiner Science-Fiction Roman bildet das Buch von E.W. Heine eher ein Gleichnis des Menschseins, in dem er aufzeigt, dass das Leben in Polen der menschlichen Natur (reinweg nach Lust und Wollen oder nur nach der Vernunft) nicht funktionieren kann. Dies fasst Heine als roten Faden hinein in seine Geschichte, die Abenteuerroman, Liebesroman, Science-Fiction und vieles mehr ist, vor allem aber ein Plädoyer für den Menschen als „Ganzes“, der die Fähigkeit für ein konstruktives Leben mit allem um ihn herum bitter und drängend notwendig entwickeln muss, um sich nicht selber die Lebensgrundlagen zu nehmen.

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