Lucy lebt mit ihrem Mann Jake und zwei Kindern in einer reichen Vorstadt in England. Beide unterrichten an einer Universität, Lucy jedoch hat mit den Kindern ihre Karriere aufgegeben und ist "Ehefrau". Als sie herausfindet, dass Jake sie betrügt, beschließen die beiden, sich nicht zu trennen. Jedoch mit der Abmachung, dass Lucy sich dreimal an ihm rächen darf, ohne dass er den Zeitpunkt weiß. Sehr bald muss Lucy erkennen, welche Abgründe sich in ihr auftun und sie erkennt sich kaum wieder.
Von Lucys Lebensgeschichte erfährt man erst sehr spät im Roman, er erklärt aber dann einiges. Sie kommt aus einem gewalttätigen Elternhaus und hat sich schon sehr früh in ihrer Kindheit in Märchen geflüchtet. Unter anderem lernt sie dabei die Figur der Harpyie kennen - ein Wesen aus der griechischen Sagenwelt, das von den Göttern befehligt wurde, Rache zu üben. Sie ist fasziniert von dieser Figur, was man im Laufe des Lesens sehr schnell bemerkt.
Der Roman ist vom Stil her einerseits sehr wuchtig, andererseits wirkt er auch so "normal", wobei man als Leser/in wirklich sehr viel eingeladen wird, zwischen den Zeilen zu lesen, denn es verbergen sich sehr viele zum Teil auch feministische Themen darin. Gemeinsam mit Lucy stellt man sich immer wieder die Frage, warum Jake als Vater so wenig in der Kindererziehung präsent ist, warum er bisweilen so wenig Verständnis für Lucys Sorgen und Wünsche hat und warum er sie dann auch noch betrügen muss. Er wird nicht gerade als positive Person dargestellt. Gleichzeitig fand ich es aber auch mehr als realistisch, dass Lucy an der gemeinsamen Beziehung festhalten will, weil er ihre erste große Liebe ist und eben nicht immer alles schwarz - weiß gesehen werden kann.
Das Ende war für ich mehr als überraschend und fast etwas enttäuschend. Es wirkte für mich so, als ob Megan Hunter ihren Figuren nicht zugestehen wollte, dass sie mit den Konsequenzen ihres Handelns umgehen können. Lucy weiß, dass sie sich schuldig gemacht hat und sucht einen Ausweg. Die Autorin gibt ihr den, aber auf eine sehr unrealistische Weise.

















