Eberhard Panitz Meines Vaters Straßenbahn

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Inhaltsangabe zu „Meines Vaters Straßenbahn“ von Eberhard Panitz

Liebe, Leid und Zuversicht im zerbombten Dresden – Neuanfang und Aufbau vor einer eiligen Ewigkeit von Jahren. Die autobiographische Erzählung über eine Dresdner Familie, im Jahre 1980 von Celino Bleiweiß für das DDR-Fernsehen verfilmt, widerlegt die Legende, daß 'solche Bücher' in der DDR nicht gedruckt worden wären. Der Vater lebt im engen Kreis der Familie und des Berufs – seiner Straßenbahn. Nach dem verhaßten Krieg und einer langen Gefangenschaft, angesichts der Stadt in Trümmern, findet der Vater trotz aller Anstrengungen und Illusionen nicht in sein gewohntes Gleis zurück. Mühselig und fragend versucht sich der Sohn selbst in dem umgestülpten Leben zurechtzufinden. Dies in einer dramatischen Zeit, als aus der Verwüstung und Verwirrung eine neue Welt entstehen sollte: Träume, Hoffnungen, Freuden und Lasten der DDR-'Gründergeneration'. Die Neuauflage folgt dem Text der DDR-Ausgabe von 1979 und wurde von Eberhard Panitz um ein aktuelles Vorwort und das einstige Echo zu Buch und Film im historischen Dresdner Straßenbahner-Lokal 'Linie 6' ergänzt. (Quelle:'Flexibler Einband/08.11.2006')
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  • Rezension zu "Meines Vaters Straßenbahn" von Eberhard Panitz

    Meines Vaters Straßenbahn

    slov

    14. June 2012 um 17:30

    Ein schlichtes, ein unaufdringliches Buch. Ein Stück Autobiografie, total unmodern. Keiner die Welt bewegenden Person ist der Autor begegnet, womit er sich nun selbst erhöht, sondern der eigene Vater wars und dieser Vater war eher ein Verlierer, einer, dem man mehr Mut und Glück und sonstwas zurufen möchte und der darauf antwortete: "Ich kann nicht. Ich bin so. In diesem, genau in diesem Gleisbett fährt meine Bahn. Gestern und heute und morgen gradlinig." Wäre der Autor nicht Eberhard Panitz gewesen, der wer war in der DDR, es wäre vielleicht nicht so leicht gewesen, ein so vordergründig unpolitisches Buch über eine Familie auf ihrem Weg durch den 2. Weltkrieg zu veröffentlichen. Nix Propaganda drin! Dass es neu aufgelegt wurde, muss Gründe haben ... und die kann man nur erfühlen. Denn es wird ganz ohne dramatische Erzählkniffe mit Worten Geschehen angerissen. So oft hätte ich mir vorgestellt, mir wäre diese verschenkte Situation als Mangel angekreidet worden. Während man als Leser sich gerade einfühlt, manchmal nur hineinahnt, skizziert Panitz schon die nächste Szene. Es ist das unheldischste Buch, das ich kenne. Doch. Einen Kniff wendet der Erzähler - und hier meine ich Panitz und das lyrische Ich zugleich - doch an: Die Fetzen eines Geschichten-Patchwork-Teppichs werden verknüpft über eine mystische Situation. Jenes Ich fährt mit dem Geist seines längst toten Vaters in einer leeren S-Bahn, wobei er das wie Wirklichkeit nimmt, als Chance, dem Vater so vieles zu sagen, was er ihm früher hätte gesagt haben wollen und sollen ... und so direkt auch wieder nicht tut. Nur der Leser erdenkt sich das Fehlende. Wer könnte Vergnügen am Lesen haben? Es kommt die Welt eines Schuljungen vor mit Heldseinwollen, Streichen, Mädchen. Auseinanderleben eines Paares kommt vor, Fremdheit, weil der eine nicht verstehen kann, was der andere erlebt hat. Ich hatte Pech: Zu DDR-Zeiten ist das Buch verfilmt worden. Ein Zweiteiler, von dem ich jüngst Ausschnitte gesehen habe. Die Bilder schieben sich dazwischen. Manches ahnt man nur. Die Antwort auf die Frage, warum dieser Autor dieser Autor wurde. Angedeutete Antwort: Ein Widerspruchsgeist voll Fragen, denen sich der Junge nicht verweigert hat. Glück auch einfach ein wenig, dass er nicht Werwolf und gebrochen wurde. Immer wieder das innere Ringen: Ich bin anders als die da. Ich will auch nicht so sein ... aber ich mag sie, weil sie und obwohl sie so sind, wie sie sind, diese Mutter und dieser Vater, gerade dieser Vater, der in entscheidenden Situationen versagte, weil er war wie er war. Ans Gleis gebunden und verbunden mit einer, nein: seiner Verantwortung. Für die, die es genau wissen wollen: Was der Junge mit der aufreizenden Vierteljüdin gemacht hat, dass sie danach über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken musste und, als sie sich dagegen entschieden hatte, eine Fehlgeburt hatte, das muss sich der Leser schon selbst ausmalen ...

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