Eberhard Rathgeb

 3,3 Sterne bei 83 Bewertungen
Autor*in von Cooper, Kein Paar wie wir und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Familie ist sein zentrales Thema: Eberhard Rathgeb wurde 1959 als Sohn deutscher Einwanderer in Buenos Aires geboren. 1963 siedelte er mit seiner Familie nach Deutschland über. Als Feuilleton-Redakteur war Rathgeb lange Jahre bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig. Außerdem schrieb er für deren Berliner Sonntagsausgabe. In dieser Zeit entstanden auch erste Sachbücher wie „Schwieriges Glück – Versuch über die Vaterliebe“ (2007). 2013 veröffentlichte Rathgeb dann seinen ersten Roman. Sein Debüt „Kein Paar wie wir“ handelt von dem Leben zweier unzertrennlicher Schwestern und deren berührende Geschichte, wie sie der Tyrannei ihres Vaters entfliehen. Im selben Jahr erhielt Rathgeb dafür den Aspekte-Literaturpreis des ZDF. Es folgten die Romane „Das Paradiesghetto“ (2014) und „Cooper“ sowie erneut Sachbücher, darunter „Am Anfang war Heimat. Auf den Spuren eines deutschen Gefühls“ (2016). Im Zentrum steht die Lebensgeschichte von Rathgebs Vater, anhand derer in essayistisch-erzählerischer Darstellung Heimatgefühle und damit das, was Heimat überhaupt zu bedeuten vermag, ausgelotet werden. Worin begründet sich das deutsche Heimatgefühl? Rathgebs Darstellung liest sich wie eine Ehrenrettung des schwierigen Begriffs und damit der „Heimat“ überhaupt. Eberhard Rathgeb lebt gemeinsam mit seiner Frau, der Literaturjournalistin Iris Radisch, in Norddeutschland auf dem Land. Das Ehepaar hat drei Töchter.

Alle Bücher von Eberhard Rathgeb

Cover des Buches Cooper (ISBN: 9783596701513)

Cooper

 (60)
Erschienen am 25.07.2018
Cover des Buches Kein Paar wie wir (ISBN: 9783596030415)

Kein Paar wie wir

 (7)
Erschienen am 20.08.2014
Cover des Buches Maler Friedrich (ISBN: 9783949203701)

Maler Friedrich

 (2)
Erschienen am 25.08.2023
Cover des Buches Zwei Hälften des Lebens. (ISBN: 9783896675972)

Zwei Hälften des Lebens.

 (2)
Erschienen am 08.04.2019
Cover des Buches Das Paradiesghetto (ISBN: 9783596032044)

Das Paradiesghetto

 (1)
Erschienen am 28.07.2016
Cover des Buches Karl oder Der letzte Kommunist (ISBN: 9783446259942)

Karl oder Der letzte Kommunist

 (1)
Erschienen am 22.07.2018
Cover des Buches Am Anfang war Heimat (ISBN: 9783896675415)

Am Anfang war Heimat

 (1)
Erschienen am 08.03.2016

Neue Rezensionen zu Eberhard Rathgeb

Cover des Buches Maler Friedrich (ISBN: 9783949203701)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Maler Friedrich" von Eberhard Rathgeb

Eine sehr detailliert geschriebene Biographie
Bellis-Perennisvor 5 Monaten

Am 5. September 2024 jährt sich der Geburtstag von Caspar David Friede zum 250. Mal. Grund genug, den Maler und sein Werk ein wenig genauer zu betrachten. Caspar David Friedrich (CDF) komponierte Bilder von magischer Schönheit, aber auch voll düsterer Melancholie. Das machte ihn zu einem der bedeutendsten Landschaftsmaler.  

Eberhard Rathgeb begibt sich auf Spurensuche und malt (sic!) ein ganz eigenes Bild des Malers, der als Inbegriff der deutschen Romantik gilt. 

Leider verzettelt sich der Autor in ausufernder Weise in mögliche innere Monologe des Malers. Außerdem kommen Zeitgenossen wie Hegel, Fichte, Kant oder Goethe ziemlich prominent zu Wort. Die zahlreichen Zitate aus Briefen an und über CDF unterbrechen mein Lesevergnügen.  

Die Lebensgeschichte des CDF (1774-1840) ist für die damalige Zeit recht ungewöhnlich, denn er muss nicht in den väterlichen Betrieb einsteigen, sondern konnte sich der Kunst widmen. Sein Leben ist durch den frühen Tod der Mutter und den seines jüngeren Bruders Christoph, der beim Versuch, den ins Wasser gefallenen Caspar zu retten, selbst ertrunken ist, geprägt. CDF gründet erst sehr spät, nämlich 1818 seine eigene Familie. Schon in jungen Jahren wird der Maler von Depressionen geplagt, die ihn nicht nur einmal an Selbstmord denken lassen. Nach zwei Schlaganfällen kann er kaum noch arbeiten und stirbt am 7. Mai 1840. 

CDFs Leben ist geprägt durch die Napoleonischen Kriege und dem Erwachen des deutschen Nationalismus. Die Restauration nach dem Wiener Kongress 1815 und die Repressionen durch die Bespitzelungen lassen die latente vorhandene Depression ausbrechen. Die schlägt sich auch in der Malerei nieder.  

Eberhard Rathgeb interpretiert für mein Gefühl zu viel in die Bilder Friedrichs hinein und walzt diese Deutungen noch gewaltig aus. Leider sind die Abbildungen der sechs Bilder drucktechnisch nicht sehr gut gelungen. Da musste ich zum Internet greifen, um Fotos der Gemälde anzusehen. 

Fazit:

Dieses Buch ist eher für Kenner des Malers gedacht, denn als Einstieg in das Werk von Caspar David Friedrich ist es vermutlich viel zu detailreich. Gerne gebe ich hier 4 Sterne. 

 

Cover des Buches Maler Friedrich (ISBN: 9783949203701)
Co_Wintersteins avatar

Rezension zu "Maler Friedrich" von Eberhard Rathgeb

Maler Friedrich
Co_Wintersteinvor 9 Monaten

Caspar David Friedrich verbinde ich unweigerlich mit dem "Wanderer" in der Hamburger Kunsthalle und mit den Repoussoirfiguren - den "Rückenfiguren", die die Betrachtenden in die Tiefe der Bildwelt hineinholen und Teil der Szenerie werden lassen. Durch Blickrichtung und Haltung der Figur wird die Aufmerksamkeit auf das zentrale Thema des Bildes gelenkt. Friedrich habe ich immer als das Aushängeschild der deutschen Romantik gesehen - nach der Lektüre von Eberhard Rathgebs Biografie "Maler Friedrich" ist er soviel mehr.

Rathgeb beginnt mit Friedrichs Selbstporträts und interpretiert, was er für ein Mensch gewesen sein muss, schreibt über seine Religiösität, die er ohne großes Aufsehen im Stillen zu praktizieren schien, dass er sich - wie typisch für die Maler der Romantik - nicht für das soziale Miteinander interessierte, sondern die Natur und ihre Mystifizierung im Fokus hatte. Dabei malte er detailliert und genau und prangerte bei anderen Künstler die fehlerhafte Wiedergabe der Landschaften an.

Friedrichs besonderer Blick auf die Natur steht immer wieder im Mittelpunkt des Textes, aber auch sein nach innengewandter Blick, "... innere Bilder als eine Art Momentaufnahme eines traumähnlichen Zustands zu sehen, der einer meditativen Versenkung ähnelt."

Rathgeb zeichnet die Charakterzüge des Malers so genau nach, dass es mir scheint, als wüsste ich jetzt sogar, was für ein  Mensch er gewesen ist - recht selbstsicher, klug und zielstrebig in seinem Wunsch, Maler zu werden, dabei auch gelegentlich aufbrausend. "Mit Eigensinn, der die Einsamkeit nicht scheut".

Auch setzt der Autor Friedrichs Werk in Kontext zu anderen Künstlern, dem norwegischen Maler Johan Christian Clausen Dahl zum Beispiel und Ludwig Richter und verbindet es mit der Kantschen Philosophie der Aufklärung.

Nach der Lektüre des Buches hat es mich in die Alte Nationalgalerie Berlin gezogen: Friedrichs Gemälde sehe ich jetzt mit anderen Augen, mit all den Hintergrundinformationen im Kopf und einer Ahnung davon, was diesen Mensch ausgemacht hat.

Ein interessantes und lehrreiches Porträt - für Kunstfans ein Muss!

Wie immer im Berenberg Verlag ist das Buch fadengeheftet und wunderschön gestaltet.

Herzlichen Dank an den Berenberg Verlag und Kirchner Kommunikation für das Leseexemplar ❤️


Cover des Buches Cooper (ISBN: 9783596701513)
Frau_M_aus_Ms avatar

Rezension zu "Cooper" von Eberhard Rathgeb

Sperrig und stumpf - Wie das Leben so ist (?)
Frau_M_aus_Mvor 2 Jahren

Lisa und Jakob haben ein Wochenendhaus gekauft. Sie wollen dort mit ihren beiden kleinen Töchtern das eine oder andere schöne Wochenende verbringen. Dann erleidet Lisa eine Panikattacke und muss in Behandlung. Später kommen Jakob und die Kinder bei einem Autounfall ums Leben. Lisa lebt dann allein in einem abgelegenen Dorf, wo sie auf den legendären Cooper, der dem Buch den Titel gab, trifft, der ihr das Leben erklärt: Alles kommt wie es kommt, wir wissen es nur vorher nicht. Alles war wir erleben, hinterlässt Spuren in uns und kann unser weiteres Leben beeinflussen.
Sicher ist vieles hier symbolisch dargestellt. So begegnen wir dem Schicksal in Gestalt einer einäugigen schwarten Katze, die stets unerwartet irgendwo auftaucht und sich nicht fangen lässt.
Im Ganzen erscheint mir die Geschichte ziemlich stumpf und pathetisch. Cooper ist der erhobene Zeigefinger: Denk immer daran, dass du gar nichts bist, Mensch. Am Ende bist du tot und dann ist sowieso alles egal.
Ist das der resignierte Versuch von Herrn Rathgeb, dem Leben irgendwie die Zunge herauszustrecken?
Vielleicht hab ich da was nicht verstanden. Dies ist kein Buch für jeden Geschmack.

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