Eberhard Rathgeb Kein Paar wie wir

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Inhaltsangabe zu „Kein Paar wie wir“ von Eberhard Rathgeb

Die ungewöhnliche Geschichte einer lebenslangen LiebeDie Schwestern Ruth und Vika sitzen in ihrer Wohnung in Buenos Aires und erinnern sich an ihr Leben: an die depressive Mutter und den tyrannischen Vater, an den Ausbruch aus dem Elternhaus und das Leben als Paar im New York der 60er Jahre. Ein berührendes, irritierendes Buch über Glück und Unglück und eine Liebe jenseits der Norm.Ausgezeichnet mit dem ›aspekte‹-Literaturpreis 2013
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  • Kein Paar wie wir

    Kein Paar wie wir
    hexhex

    hexhex

    22. July 2013 um 16:15

    Zwei Schwestern, die ihr Leben lang zusammen leben. Im hohen Alter erzählen sie von ihrem Leben, in dem der Kampf mit den Eltern eine große Rolle spielt, in der kein Platz ist für Männer oder Kinder. Eine interessant erzählte Geschichte über zwei Frauen, die davon überzeugt sind, dass sie ihr Leben richtig gelebt haben.

  • Rezension zu "Kein Paar wie wir" von Eberhard Rathgeb

    Kein Paar wie wir
    cosima73

    cosima73

    18. March 2013 um 08:49

    Ruth und Vika sind Schwestern. Sie leben zusammen in ihrer Wohnung und blicken auf ein gemeinsames Leben zurück. Von klein auf hielten sie zusammen, passten aufeinander auf, gaben sich gegenseitig Kraft. Sie überstanden die Tyrannei des Vaters, die Depression und Kälte der Mutter. Als Ruth alt genug war, floh sie nach New York, Vika reiste ihr nach. Von da an konnte sie nichts mehr trennen. Männer, Kinder, alles wäre ein Einschnitt in ihre Freiheit gewesen und nichts liessen sie zwischen sich kommen. Nun sind sie alt, sitzen tagtäglich zusammen am Tisch, abends auf dem Sofa, lassen ihr Leben Revue passieren und geniessen dieses Leben im Gleichschritt, ohne Neuerungen, ohne Überraschungen, einfach zu zweit. Erinnerungen, die das Heute füllen, der Blick zurück als Lebensinhalt. Zwei Frauen, die ihr ganzes Leben – abgesehen von drei Jahren – zusammen waren, die aneinander gekettet durch ihr Schicksal in dieser Zweisamkeit die Freiheit sahen. So durchs Leben zu gehen war die einzige Möglichkeit, das Leben zu ertragen, da keine der beiden Schwestern sich allein stark genug fühlte. Und wie sie lebten, so stellten sie sich auch ihren Tod vor. Eberhard Rathgeb schildert in Kein Paar wie wir die Geschichte zweier Frauen, die in gemeinsamen Gesprächen die Vergangenheit täglich neu beleuchten. In einem sprachlichen Staccato von wiederkehrenden Anekdoten entsteht langsam, Stück für Stück, ein Lebensbild. Dabei wechselt die Erzählperspektive zwischen der Ich-Erzählung der beiden Schwestern sowie einer auktorialen Perspektive hin und her. Fazit: Kein Paar wie wir ist eine Geschichte voller Kälte, Leid und (Überlebens)Kampf, aber auch eine Geschichte voller Liebe, Verlässlichkeit, Lebenshunger.

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  • Rezension zu "Kein Paar wie wir" von Eberhard Rathgeb

    Kein Paar wie wir
    Clari

    Clari

    16. March 2013 um 18:21

    Schwestern auf gemeinsamen Lebenspfaden. Die Schwestern Vika und Ruth sind aus Hitlerdeutschland mit den Eltern Mitte bis Ende der dreißiger Jahre nach Argentinien geflüchtet. Hier hat der Vater seine Lebensgrundlage als Brückenbauer gefunden und führt in der Familie ein eisernes Regiment, während die Mutter im Haushaltsalltag untergeht. Sie hat den Abschied aus ihrem Dorf irgendwo in Deutschland nie verwunden. Beide Mädchen haben eine triste und belastende Kindheit mit dem von der schwermütigen Mutter geprägten Kinderalltag hinter sich. Sie können sich mit etwa dreißig Jahren aus den Zwängen des herrschsüchtigen Vaters und der depressiven Mutter befreien. Zuerst wandert Ruth nach New York aus. Später folgt Vika der Schwester, und beide leben glücklich wie in ihrer Kindheit eng zusammen. Sie sprechen fließend drei Sprachen und sind beruflich gut etabliert. Hier in New York geht es ihnen gut, und sie genießen das Leben ihrer Zweisamkeit. Sie sind wahrlich ein ungewöhnliches Paar! Jetzt sind sie alt und in ihren Gesprächen ziehen die Jahre noch einmal an ihnen vorbei. Teils melancholisch und teilweise trotzig bekräftigen sie ihre Entscheidung, keinen Mann und keine Kinder gewollt zu haben. Gewiss gab es da den einen oder anderen Verehrer. Doch sie sind sich sicher, dass ihrer beider Beziehung sie vor unnötigen Enttäuschungen oder Irrtümern bewahrt hat. Kein Mann und keine Kinder: das ist nach ihrer Meinung die wahre Freiheit, die sie sich erhalten haben. In ihrer beinahe symbiotischen Zweisamkeit scheinen sie das Glück ihres Lebens gefunden zu haben. In geradezu zärtlicher und rührender Weise veranschaulicht uns Eberhard Rathgeb die Wohnung, das Behagen und die täglichen Verrichtungen der beiden Schwestern. Ihre Reflexionen bewegen sich in ruhigen Bahnen. Da gibt es keine unnötigen Aufregungen oder gar Streitereien. Sie sind sich so zugetan wie nur möglich. Das Leben ihrer Kindheit erleben sie in der Rückschau allerdings als niederdrückende, sprachlose und freudlose Hölle. In ihrem Lebensrückblick erfährt man hautnah, wie traurig das Leben im Elternhaus war. Erst spät lernten sie mit dem Abschied aus dem Elternhaus ihr Leben selbständig zu gestalten. Die Trennung durch den Tod befreite sie schließlich von den Eltern. Große Reisen boten ihnen den Blick auf die Welt außerhalb ihrer engen Grenzen. Als aber Ruth, die ältere der beiden Schwestern, nach dem Tod von Vika übrig bleibt, kommt einem das ganze Elend des Alters und Alleinseins zu Bewusstsein. "Ich werde die Welt nicht mehr sehen. Mir bleiben nur die kleinen Dinge. Ein Teller, eine Gabel, ein Tisch, ein Stuhl, ein Fenster.....“ Kann man besser nachempfinden, wie leer das Leben zum Ende hin sein kann? Abschied, Heimatlosigkeit und Einsamkeit sind die Begleiter der überlebenden Schwester Ruth. Eberhard Rathgeb hat ein großartiges in einer bilderreichen Sprache erdichtetes Lebensbild zweier ungewöhnlicher Schwestern gezeichnet, das lange im Gedächtnis haften bleibt.

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