Echo Heron

 4.4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Intensivstation, Zustand: kritisch und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Echo Heron

Mercy

Mercy

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Intensive Care

Intensive Care

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Erschienen am 01.08.1989
Pulse

Pulse

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Erschienen am 01.05.1998

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sydneysider47s avatar

Rezension zu "Zustand: kritisch" von Echo Heron

Aus dem hektischen Alltag einer Krankenschwester
sydneysider47vor 2 Jahren

Vor einigen Monaten habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen

Zustand kritisch

Das Buch wurde verfasst von der ehemaligen Krankenschwester Echo Heron. Sie ist Amerikanerin und hat in den USA schon zehn Bücher veröffentlicht. Viele davon waren Bestseller.

Die Homepage der Autorin ist: www.echoheron.com

In deutscher Sprache erschienen die Bücher „Mercy“, „Intensivstation“ und „Zustand kritisch“. Bei allen Büchern handelt es sich um autobiographische Schilderungen aus dem Berufsleben einer Krankenschwester.


Informationen über das Buch „Zustand kritisch“ von Echo Heron

Seitenzahl: 606 Seiten

Verlag: Knaur-Verlag

ISBN-Nummer: 978-3426622698

Erscheinungsdatum in Deutschland: Februar 2003

Das Buch kam als Knaur-Taschenbuch und als gebundene Ausgabe des Bertelsmann-Buchclubs auf den Markt.


Leseprobe

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe kann ich im Internet nicht mehr finden.


Worum geht es in dem Buch?

Dieses biographische Werk ist in der Ich-Form in der Vergangenheit (Imperfekt) verfasst. Es wurde in den 1990er-Jahren geschrieben.

Echo Heron arbeitete als Krankenschwester auf der Herzstation des „Redwood Memorial Hospitals“ in San Francisco (USA). Sie schildert in diesem Buch ihren Berufsalltag. So hetzt sie durch den Tag, wäscht Patienten, gibt Spritzen und legt Infusionen. Sie verabreicht Medikamente und versucht, den Anweisungen der Ärzte zu folgen. Außerdem teilt sie Essen aus und füttert Patienten.

Sie macht viele Überstunden, sie macht Nachtschichten und arbeitet auch an vielen Wochenenden – und dennoch werden sie und ihre Kolleginnen nicht gut bezahlt. Außerdem haben sie wenige Arbeitnehmerrechte. Die Ärzte gebärden sich oft wie Halbgötter in Weiß. Nach 12 Jahren Ausbildung zu Fachärzten sind sie meistens frustriert und lassen ihren Unmut an den Krankenschwestern aus.

Immer wieder arbeitet sie als Ambulanzschwester. Das ist ein interessanter, aber auch gefährlicher Job. Man kann von unzufriedenen Patienten ermordet werden, wie es schon zwei ehemaligen Kolleginnen ergangen ist.

Echo schildert einige Fälle, denen sie als Krankenschwester begegnet. So hat sie mit einem Patienten zu tun, der sich mit einem Tranchiermesser so schwer verletzt hat, dass sein Darm aus dem Bauch quillt.

Ein Drogenpatient leidet an einer Endokarditis. Das ist das Fachwort für eine Entzündung der Herzinnenhaut. Echo wäscht ihn, da er sich schon seit zwei Wochen nicht mehr gewaschen hat. Danach wird der Patient mit Antibiotika behandelt.

Immer wieder werden Gefangene aus dem nahegelegenen Gefängnis St. Quentin in die Klinik gebracht, um dort operiert zu werden. Je mehr Wächter diese Gefangenen begleiten, desto schlimmer waren ihre Taten.

Eines Tages verletzt sich Echo an einer Infusionsnadel, die vorher in einem Kranken steckte, der in Verdacht steht, HIV (Aids) zu haben. Sofort wird Echo gegen Tetanus geimpft. Außerdem muss sie einen HIV-Test über sich ergehen lassen. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn Echo mit dem Virus infiziert wurde! Sie könnte entlassen werden! Genau das ist einer ehemaligen Kollegin passiert. Die Klinik lehnte jegliche Verantwortung ab und entließ diese Kollegin! Glücklicherweise wurde Echo nicht mit AIDS infiziert.

Auch um Krebspatienten geht es in dem Buch. Einer Krebspatientin im Endstadium wurde vom behandelnden Arzt ein Schmerzmittel verweigert. Darüber regt sich Echo so auf, dass der Arzt gewechselt wird und die Patientin das Schmerzmittel bekommt.

Einen positiven Aspekt gibt es aber doch in Echos Leben: Ihr Buch „Intensivstation“ wurde von einem Verlag veröffentlicht und steht in den Buchhandlungen zum Verkauf bereit. Um die Verkäufe zu fördern, soll Echo auf Lesereise gehen. Das geht nun gar nicht, weil sie starkes Lampenfieber hat, wenn sie öffentlich sprechen soll. Außerdem befürchtet sie, im „Redwood Memorial Hospital“ schlecht behandelt zu werden, wenn man dort ihr Buch gelesen hat.

Sie hat noch einen Sohn, der ab und an in dem Buch vorkommt. Simon heißt er, und er ist 16 Jahre alt.

Echo hat ein hektisches Leben. Sie schläft schlecht und ist manchmal am Rande eines Burnouts. Sie muss sich entscheiden: Will sie noch lange so weitermachen oder gibt es Alternativen?


Meine Leseerfahrung

Ich hatte das Buch vor wenigen Jahren in einer Bibliothek für 50 Cent mitgenommen. Es war aus dem Büchereibestand ausgeschieden, da es auch schon recht zerlesen war. Der Inhalt interessierte mich, außerdem fand ich den Vornamen „Echo“ der Autorin sehr interessant. Ich habe mich schon oft gefragt: „Wie kann jemand nur Echo heißen?“ Aber im englischsprachigen Raum sind offensichtlich viele schräge Vornamen erlaubt.

Das Buch liest sich gut und flüssig und ist oft interessant. Am meisten mochte ich einige der Fallschilderungen. Es gab immer wieder positive Erlebnisse für Echo, aber auch ganz traurige. Beispielsweise den Fall des 10jährigen Victors, der von dem Vater schwer mit dem Messer verletzt wurde. Als die Mutter ins Krankenhaus kam, interessierte sie sich kaum für den Sohn. Für sie war es wichtiger zu wissen, wo man „saufen“ könne. Victor wurde schließlich in ein anderes Krankenhaus verlegt - wo die Ärzte ebenfalls um sein Leben kämpften und den Kampf verloren…

Echo erzählt von Menschen, die sterben – und wie sie deren Tod den Angehörigen mitteilt.

Ein ganzes Kapitel widmet Echo den Nachtschichten. Auch das war sehr interessant zu lesen. Während einer Nachtschicht kann man sich schlechter konzentrieren als bei Tag. Fehler darf man sich aber da ebenso nicht leisten. Und es ist gut möglich, dass man sich als Krankenschwester in einer Nachtschicht um knifflige Fälle kümmern muss.

Eines Tages landet ein Arbeitskollege auf der Intensivstation, auch hier geht es um Leben und Tod.

Wie schon erwähnt, fand ich die meisten der geschilderten Krankheitsfälle sehr interessant. Andererseits nervten mich Echos Ängste, was ihre bevorstehenden Lesereisen anbelangt. Wenn sie so viel Angst vor Lesereisen hat, warum schreibt sie dann Bücher?

Auch der Ausdruck „die Damen in meiner Vermittlung“, den sie dann verwendete, wenn sie ihren Verstand oder ihr Denkvermögen meinte, ging mir auf die Nerven. Warum drückt sie sich so kompliziert aus, wenn es auch einfacher geht?

Lange fand ich das Buch mittelprächtig und wollte ihm nur drei Sterne geben. Aber im letzten Drittel fand ich das Buch meistens so gut, dass ich nun zu vier Sternen tendiere. Immerhin hat mich das Buch meistens nicht gelangweilt, Heron kommt oft sympathisch rüber, und es tut mir als Leserin Leid, dass sie so viel schuften muss und wenig Privatleben hat.

Ich bin froh, dass ich das Buch innerhalb fünf Tagen durchgelesen habe. Mein Exemplar werde ich nun entsorgen.


Mein Fazit

„Zustand kritisch“ von Echo Heron ist ein Buch, das den hektischen Arbeitsalltag einer Krankenschwester in einer Klinik in San Francisco schildert. Ich fühlte mich gut unterhalten und auch informiert. Deswegen vergebe ich diesem Buch vier Sterne und empfehle es weiter.

P.S.: Diese Rezension wurde bereits schon bei Ciao.de veröffentlicht. Auch dort bin ich als Sydneysider47 unterwegs und schreibe schon etwas länger als bei lovelybooks.de.




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Coco206s avatar

Rezension zu "Zustand: kritisch" von Echo Heron

Rezension zu "Zustand: kritisch" von Echo Heron
Coco206vor 9 Jahren

"Zustand: kritisch" ist der Folgeroman von "Intensivstation".
Echo Heron ist inzwischen seit ca. 10 Jahren als Krankenschwester tätig, immer noch auf einer kardiologischen Station mit Akutbereich. Zudem rotiert sie, und wird somit auch in der Ambulanz eingesetzt. Manchmal auch auf anderen Stationen, aber diese Erfahrungen kommen im Buch nicht zur Sprache.
Sie erzählt von ihren Patienten, von kritischen, traurigen und fröhlichen Erlebnissen. Es kommt auch wieder etwas von ihrem Privatleben, z.B. ihr Sohn oder auch ihre Beziehung, ins Spiel.
Ihre Erfahrungen mit den Ärzten und auch berufspolitische Probleme und Belange, für die sie sich aktiv einsetzt, werden zur Sprache gebracht.

Man merkt ihr immer mehr an, wie sie ausbrennt, sie liebt ihren Job, aber die Umstände machen ihr sehr zu schaffen.
Ein Urlaub auf einer karibischen Insel, der ihr durch einen Freund ermöglicht wird, lässt sie Luft holen und Entscheidungen treffen.

Dieser Teil gefällt mir wesentlich besser als der erste.
Man merkt der Autorin die Erfahrung an, die sie inzwischen gesammelt hat, sie erscheint insgesamt "reifer" und abgeklärter.
Die Geschichte hat mich zum Weinen, zum Lachen und zum Nachdenken gebracht.
Leider gibt es einige Rechtschreibfehler, die aber nicht in meine Bewertung mit einfließen.

Von mir gibt es fünf Sterne für diesen gelungenen Erfahrungsbericht.

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Rezension zu "Intensivstation" von Echo Heron

Rezension zu "Intensivstation" von Echo Heron
Coco206vor 10 Jahren

Kurzbeschreibung: (amazon)

Emergency Room ruft Schwester Stefanie! Anstrengender Schichtdienst und dankbare Patienten, inkompetente Ärzte und Hoffnung auf Heilung -so authentisch und gefühlvoll hat noch niemand aus dem Leben einer Krankenschwester erzählt.

Über die Autorin:

Echo Heron ist examinierte Krankenschwester und war über viele Jahre in der Intensivpflege tätig. Mit "Intensivstation", ihrem Erstlingswerk, gelang ihr der Sprung in die amerikanischen Bestsellerlisten. Derzeit widmet sie sich ganz ihrer schriftstellerischen Arbeit. Sie lebt und schreibt in San Francisco.

Meine Meinung:

Ich bin zwigespalten.
Auf der einen Seite liest sich dieses 548 Seiten starke Buch, das aus der Ich-Perspektive erzählt wird, sehr flüssig.
Es beschreibt ausführlich die Ausbildung von der Protagonistin Echo Heron zur Krankenschwester. In Amerika läuft die Ausbildung in diesem Beruf anders ab als hier in Deutschland, außerdem ist das Buch 1988 erschienen, also denke ich, dass sie ihre Ausbildung in den '70ern gemacht hat.
Man bekommt relativ detalliert Einblicke in ihren Alltag als Schwesternschülerin und alleinerziehende Mutter.
Einige Situationen kommen mir aus meiner eigenen Ausbildung in diesem Bereich sehr bekannt vor.

Irgendwann, mehr so am Rande, bekommt man mit, dass sie ihr Examen gemacht hat und auf einer kardiologischen Station, teilweise Intensivstation eingeteilt wird.
Sie schildert ihren Alltag mit netten und inkompetenten Ärzten, ihren Kolleginnen, mit denen auch nicht immer alles so läuft, wie es idealerweise sein sollte.
Man bekommt einen Einblick in ihre emotionale Welt, die Höhen und Tiefen des Pflegeberufes, wobei man merkt, dass sie langsam aber sicher nicht mehr mit diesen Tiefen klarkommt.

Auf den letzten ca 200 Seiten gibt es relativ viele Zeitsprünge, die man nicht gleich als solche erkennen kann, was mitunter sehr störend war.
Auch das meiner Meinung nach recht abruptes Ende ist ein negativer Punkt.

Für in der Pflege Tätige sicherlich ganz nett zu lesen, ob es für Laien in diesem Bereich geeignet ist, da bin ich mir nicht so sicher.
Manche Situationen können unglaubwürdig klingen; wenn ich nicht schon so lange in der Pflege, unter anderem auf Intensivstationen, gearbeitet hätte, wäre es mir wohl so ergangen.

Alles in allem gebe ich diesem Buch aber drei Sterne.
Kann man gelesen haben, muss man aber nicht.

Ich persönlich würde als Lektüre in diesem Bereich eher "House of God" von Samuel Shemempfehlen.

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