Eckart Conze , Norbert Frei Das Amt und die Vergangenheit

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Inhaltsangabe zu „Das Amt und die Vergangenheit“ von Eckart Conze

Der Mythos vom sauberen Amt Der Mythos, das Auswärtige Amt sei von 1933 bis 1945 ein Hort des Widerstands gewesen, gehört zu den langlebigsten Legenden über das »Dritte Reich«. Wie aber verhielten sich die Angehörigen des Auswärtigen Dienstes nach Hitlers Machtübernahme wirklich? Und wie stellten sie sich dann in der Bundesrepublik zu ihrer Vergangenheit? Gestützt auf zahlreiche, lange unter Verschluss gehaltene Akten, räumt das Buch mit alten Legenden auf und korrigiert das Geschichtsbild einer der wichtigsten politischen Funktionseliten des Landes. Vom ersten Tag an war das Auswärtige Amt unmittelbar in die Gewaltpolitik des NS-Regimes eingebunden. Es schirmte die »Judenpolitik« des »Dritten Reiches« nicht nur nach außen ab, sondern war in allen Phasen aktiv an ihr beteiligt. Überall in Europa wirkten deutsche Diplomaten mit an der Deportation von Juden und damit an der »Endlösung«. Nur wenige Beamte wurden nach Kriegsende zur Rechenschaft gezogen, viele konnten ihre Karrieren fortsetzen oder eine neue beginnen. Jahrzehntelang lagen über den außenpolitischen Entscheidungen der Bundesrepublik die Schatten der Vergangenheit. Die NS-Vergangenheit des Amtes ist auch über sechs Jahrzehnte nach Gründung der Bundesrepublik ein Thema von großer Brisanz. Dies hat die große Resonanz auf dieses Buch, das auf der Arbeit einer Unabhängigen Historikerkommission basiert, gezeigt.

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  • Rezension zu "Das Amt und die Vergangenheit" von Eckart Conze

    Das Amt und die Vergangenheit

    WinfriedStanzick

    23. June 2012 um 12:29

    Es war im Jahr 2005, als der erste grüne Außenminister der Republik, Joschka Fischer, einer internationalen Historikerkommission den Auftrag gab, die Geschichte des Auswärtigen Amtes während der Nazizeit und vor allem seine fast nahtlose Weiterarbeit mit vielen ehemaligen Nazidiplomaten nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 in Bonn n zu untersuchen. Herausgekommen ist ein Werk, das unter der Herausgeberschaft der international renommierten Historiker Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann im Blessing Verlag veröffentlicht wird. Das Buch ist geeignet, den lange auch in der neuen Bundesrepublik gepflegten und gehüteten Mythos von der besonderen Rolle des Auswärtigen Amtes in der Hitlerdiktatur zu zerstören und das ist auch gut so. Mehr als man bisher angenommen hat bzw. mehr als von denen, die es wissen mussten, zugegeben wurde, war das Auswärtige Amt in Berlin von Anfang an involviert und aktiv beteiligt an der systematischen Verfolgung und Ausrottung der europäischen Juden. Von den damals beteiligten Personen wurden nur sehr wenige nach dem Krieg zur Rechenschaft gezogen, etwa Ernst von Weizsäcker, damals von seinem noch jungen Sohn Richard von Weizsäcker verteidigt. Dieser Richard von Weizsäcker legte mit seiner berühmten Rede als Bundespräsident 1985 vierzig Jahre nach Kriegsende vielleicht einer der wichtigsten politischen Grundlagen dafür, dass es noch einmal 20 Jahre später politisch möglich wurde, diese Untersuchung in Auftrag zu geben. Die meisten Diplomaten wurden nach 1949 übergangslos in das neue Außenamt übernommen und man erinnert sich an das böse Wort von Helmut Heißenbüttel, der den Adenauerstaat einmal „die Fortsetzung des Dritten Reiches mit demokratischen Mitteln“ nannte. Die Diplomaten des Auswärtigen Amtes, so zeigt dieses Buch, waren mitnichten die heimlichen Oppositionellen der Nazidiktatur, die Schlimmeres verhüteten. Das war lange die raison d`etre der Außenpolitik der BRD bis lange nach der Adenauerzeit. Sie waren mitnichten die Verführten, auch wenn sie unter Nutzung vielfältiger familiärer und adelsständiger Netzwerke diesen Mythos begründeten und lange aufrechterhalten konnten. Ein wichtiges Buch, das einen Teil der offiziellen deutschen Geschichtsschreibung vom Kopf auf die Füße stellt.

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  • Rezension zu "Das Amt und die Vergangenheit" von Eckart Conze

    Das Amt und die Vergangenheit

    Sokrates

    10. October 2011 um 10:06

    Das Buch bestätigt einen Eindruck, den man bereits bei anderen aktuellen Publikationen über das Dritte Reich erhalten hat: Der Nationalsozialismus war kein „Unfall“, sondern eine zwangsläufige Entwicklung. Hitler war das Ergebnis einer Gesellschaft, die auch ohne den Nationalsozialismus mindestens seit dem Kaiserreich Hegemonialansprüche erhob, Antisemitismus praktizierte und sich als „überragende Rasse“ verstand. In ebendiesem ideologischen Klima entschied man sich, aus totaler Selbstüberschätzung den Ersten Weltkrieg zu beginnen, verkraftete dessen Ausgang nicht, scheiterte an der ersten Demokratie (Weimarer Republik) und brachte schließlich großflächig Begeisterung für die braune Bewegung auf. Dass gerade das Auswärtige Amt immer für sich reklamierte, nicht „braun“ gewesen zu sein, befremdet da sehr, denn auswärtige Angelegenheiten waren und sind schon immer sehr politisierte Angelegenheiten, die eine enge Verbindung zur Staatsführung erforderten. Konträre Einstellungen und Bestrebungen sind hier (fast) nicht durchsetzbar. . Die Autoren schaffen auf gut lesbare Weise ein schwieriges Thema auch für den Laien darzustellen. Bereits im Vorwort wird die tatsächliche Verstrickung des Auswärtigen Amtes deutlich. Auch die personellen Kontinuitäten – vor 1933 und nach 1945.

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  • Rezension zu "Das Amt und die Vergangenheit" von Eckart Conze

    Das Amt und die Vergangenheit

    Matzbach

    04. October 2011 um 19:29

    Ein wichtiges und faktenreiches Buch. Generell nicht neu ist das Wissen über die Verstrickungen der sogenannten Eliten ins Dritte Reich, hier exemplarisch aufgezeichnet am Auswärtigen Amt. Mit der Machtübernahme Hitlers beginnt dort die Selbstgleichschaltung. Solange dieser außenpolitische Erfolge erzielte, machten die Diplomaten der alten Schule munter mit, traten nach und nach in die Partei ein und wurden größtenteils in unterschiedlichem Ausmaß in den Holocaust verstrickt. Nach dem Krieg wurde das eigene Verhalten zum Widerstand zurechtgebogen, man habe Schlimmeres verhindern wollen, im Grunde sei man der unpolitische Beamte geblieben. Gegenseitig stellten sich die Diplomaten gute Leumundszeugnisse aus, um zunächst den als "Siegerjustiz" empfundenen Nürnberger Prozessen zu entkommen bzw. milde Urteile zu erhalten. Danach wurde diese Form des Selbstbetrugs die Lebenslüge des neuen diplomatischen Korps der jungen Bundesrepublik. Skandalös ist dabei vor allem, dass dadurch wirkliche Widerständler und/oder jüdische Remigranten dort keinen Fuß fassen konnten, da die Ex-Nazis, die die Einstellungen vornahmen, sie als "Vaterlandsverräter" oder zumindest unzuverläsig betrachteten. Dieser Korpsgeist wehte bis weit in die 80er Jahre. Die Studie überzeugt zu 100%. Tipp: Es gibt sie kostenlos als Sonderausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung, lediglich das Porto hat der Besteller selbst zu tragen.

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