Eckart Kleßmann

 4.5 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Die Mendelssohns, Christiane und weiteren Büchern.

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Christiane

Christiane

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Erschienen am 01.10.1995
Goethe aus der Nähe

Goethe aus der Nähe

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Erschienen am 22.04.1997
Caroline

Caroline

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Erschienen am 01.03.1985
Universitätsmamsellen

Universitätsmamsellen

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Erschienen am 17.03.2017
Die Verlorenen

Die Verlorenen

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Erschienen am 23.07.2012
Goethe und seine lieben Deutschen

Goethe und seine lieben Deutschen

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Erschienen am 24.06.2010
Casanova-Geschichten

Casanova-Geschichten

 (1)
Erschienen am 22.10.1997
Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann

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Erschienen am 01.03.2015

Neue Rezensionen zu Eckart Kleßmann

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die Verlorenen" von Eckart Kleßmann

Verloren in der Weite Russlands - Napoleons Feldzug 1812
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Gleich einmal vorweg: dieses Sachbuch ist NICHTS für Zartbesaitete. Autor Eckart Kleßmann lässt über 80 Teilnehmer des Russlandfeldzugs zu Wort kommen. Nicht alle haben überlebt, aber ihre Briefe, Tagebucheintragungen und Berichte haben sich erhalten. Christian Wilhelms von Faber du Faur, ein Württemberger und Oberleutnant des Rheinbundes, hält seine Eindrücke als Militärmaler in farbigen Skizzen fest, die später (1831) als einzigartige Dokumente veröffentlicht werden.

In 21 Kapiteln erfährt der Leser zum Teil erschütternde Details aus diesem Feldzug. Allerdings stehen nicht die militärischen Operationen im Mittelpunkt, sondern persönliche Schicksale der Menschen, die daran teilnehmen. Im ersten Abschnitt wird die politische Ausgangslage erläutert. Auch den Vorbereitungen Napoleons für den Feldzug werden detailliert beschrieben. So soll Napoleon grün gefärbte Brillengläser als Blendschutz gegen den Schnee geordert haben. Das klingt doch fortschrittlich und gewissenhaft, oder?

Im zweiten Kapitel erfahren wir, wie Napoleon die Nachschubfrage, die Logistik und die Unterbringung der mehr als 500.000 Mann starken Armee geplant hat. Dass sich diese theoretischen Überlegungen nicht umsetzen ließen, bekommen die Soldaten am eigenen Leib zu spüren und die Leser in den nachfolgenden Abschnitten vor Augen geführt.

Interessant ist die Überheblichkeit der französischen Soldaten, den in die Armee zwangsrekrutierten Männer aus den eroberten Gebieten gegenüber. Da werden vor allem, die aus den Deutschen Fürstentümern stammenden Männer, sowohl bei der Ausrüstung als auch bei Zuteilung von Verpflegung eklatant benachteiligt. Bei den Kämpfen „dürfen“ sie allerdings als Kanonenfutter gleich an vorderster Front ihr Leben aufs Spiel setzen. In einzelnen Berichten ist auch von Handgreiflichkeiten zwischen den unterschiedlichen Kontingenten die Rede.
Im Gegensatz dazu, sind die Russen beinahe eine einheitliche Armee. Sie verteidigen ja ihre Heimat gegen Andersgläubige. Hier hat die russische Propaganda ganze Arbeit geleistet: die Franzosen werden als Heiden (!) dargestellt.

Die Schilderung der Augenzeugen von Kämpfen, fehlendem Nachschub, sterbenden Menschen und Pferden ist eindrucksvoll. Sie hat mit dem Glanz und Glorie der Grande Armée wenig zu tun.
Mehrere Fehlentscheidungen wie die Übertragung eines Kommandos an Marschall Junot (der nach einer schweren Kopfverletzung nicht mehr derselbe wie vorher war), sowie der zwanghafte Vormarsch Napoleons werden ebenso erwähnt, wie die Warnungen von Armand de Caulaincourt, dem ehemaligen Gesandten in St. Petersburg. Armand de Caulaincourt wird später einer der wenigen Getreuen sein, die Napoleon bei seiner Flucht aus Russland begleiten werden. 
Auguste de Caulaincourt, sein jüngerer Bruder, wird in der Schlacht bei Borodino fallen. 
Ein eklatanter Irrtum ist Napoleon bei der Versorgung der Pferde unterlaufen: Bereits beim Einmarsch in Russland sind tausende Reit- und Zugtiere mangels Nahrung verendet. Dann noch ein folgenschwerer Fehler: er lässt die Wagen der Sappeure (= Pioniere), die Material und Pontons zum Brückenbau mitführen, aus Mangel an Zugtieren, trotz vehementer Proteste, verbrennen. Dies sollte sich dann beim Rückzug rächen.

Ein Großteil der Berichte schreibt über die katastrophalen hygienischen Bedingungen in den Lagern und Lazaretten. Selbst der berühmte Chirurg Jean-Dominique Larrey kann nichts zur Linderung der Not ausrichten. Es fehlen ausgebildete Ärzte und Sanitäter, sowie Verbandsmaterial und Medikamente. Die Wunden werden mit Akten verbunden… 
Ein besonderer Augenzeuge ist auch der deutsche Arzt Heinrich von Roos, der in Russland bleiben und dort eine Arztpraxis aufmachen wird.

Je länger der Feldzug dauert, desto katastrophaler sind die Zustände. Anstatt in Moskau zu überwintern, befiehlt Napoleon den Abmarsch. Inzwischen hat er mehr als die Hälfte seiner Armee durch Kälte, Nahrungsmangel, Krankheiten und nur zum geringen Teil durch Kämpfe verloren.
Auf Grund der fehlenden Nahrung kommt es zu Kannibalismus. Hier widersprechen sich die Augenzeugenberichte ein wenig. Doch macht dies die Dokumente glaubwürdiger. Ein Großteil der Ausrüstung wird von korrupten Lieferanten gar nicht geliefert.
Auch die Berichte über gezielte Ermordung von Gefangenen auf beiden Seiten sind nicht einheitlich. Vermutlich sind manche Schreiber Augenzeugen dieser Kriegsverbrechen geworden, andere nicht. Doch wenn schon die kämpfende Truppe hungert, sollen auch noch Gefangene verpflegt werden? Und die vielen Invaliden, die ohnehin kaum Überlebenschancen haben? Ist es hier nicht „humaner“, die Menschen von ihren Qualen zu erlösen?

Wer sind nun die Berichterstatter? Mehrheitlich einfache Soldaten wie Friedrich von Harpprecht, der nach der Amputation eines Beines vorerst überlebt, aber dann seine Heimat und Eltern doch nicht mehr wiedersehen wird. Auch andere deutsche, schweizerische, französische und russische Augenzeugen kommen zu Wort, darunter hohe Militärs wie der zu Beginn schon genannte Armand de Caulaincourt und bekannte Persönlichkeiten wie Stendhal.

Ihr Leidensweg zeigt deutlich wie nie zuvor, wie sinnlos dieser Feldzug nach Russland war, der wegen wirtschaftlicher Interessen geführt wurde. Außer unzähligen Toten, verbrannte Erde und einer Materialschlacht hat der Krieg nichts gebracht. Knapp 130 Jahre später wird man ein déjà vu-Erlebnis haben, als ob dieser Feldzug gegen Russland niemals stattgefunden hätte. 

Die Soldaten erlebten unfassbare Gräuel und Leid, auf einem völlig sinnlosen Feldzug, der hauptsächlich dazu diente, die Eitelkeit eines einzigen Mannes zu befriedigen. 

Neben den unterschiedlichen Augenzeugenberichten und Briefe veranschaulichen zahlreiche Illustrationen, die alle von mehreren Teilnehmern des Feldzugs stammen, das Kriegserleben des einzelnen Soldaten. Im Anhang findet man ein Verzeichnis der Zeitzeugen und eine farbige Landkarte.

Fazit:

Wer sich nicht scheut, die blutige und grausame Geschichte dieses Feldzugs abseits von Glanz und Gloria, zu lesen, ist hier richtig. Hier kommen die Leidtragenden zu Wort.

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Sokratess avatar

Rezension zu "Goethe aus der Nähe" von Eckart Kleßmann

Rezension zu "Goethe aus der Nähe" von Eckart Kleßmann
Sokratesvor 8 Jahren

Goethe ist wohl eine der bekanntesten Figuren der deutschen Literatur überhaupt. Seine Verehrung treibt in manchen Bereichen bereits Stilblüten; in Weimar kann man fast alles in den Souvenirläden käuflich erwerben, was man sich vorstellen kann.
Doch wer war Goethe tatsächlich? Eine schwierig zu beantwortende Frage, denn bekannt ist bspw., dass er bei seiner „Dichtung und Wahrheit“ gerne ein wenig dicker aufgetragen hat, wo er es gern wollte. Kaum eine Biographie kann außer Fakten einen Goethe rekonstruieren. Sein Werk ist lediglich die Abbildung seiner objektiven Interessen; was er privat dachte, welchen Charakter er hatte, kann man nur sehr schwer erahnen.
Nachdem ich vor vielen Jahren bereits „Christiane und Goethe“ von S. Damm gelesen hatte und aufgrund der mitunter sehr düsteren Schilderungen über Goethes Verhalten seiner langjährigen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Christiane Vulpius gegenüber arg ins Wanken geriet, ob ich Goethe bewundern sollte oder nicht, habe ich mir einmal dieses Buch zur Hand genommen: ich wollte wissen, was Zeitzeugen, Freunde und Bekannte über Goethe geschrieben haben. Eben solche, die länger mit ihm in Kontakt standen, aber auch solche, die nur kurzfristig mit ihm in Kontakt kamen und vom „Goethe-Rummel“ wenig angetan und gefangengenommen wurden. Wer lang genug im Dunstkreis von Goethe existierte, nahm bereits zu seinen Lebzeiten entweder eine radikal oppositionelle Position ein oder wurde ebenfalls zu einem glühenden Verehrer.
Im Buch sind – nach Themen geordnet – eine Unmenge an längeren und kürzeren Briefen (Abschnitten) zusammengestellt. Ihre Schreiber sind – die meisten – bekannte Persönlichkeiten der Klassik, nicht nur aus Weimar oder Jena. Versammelt sind Männer wie Frauen; insbesondere die Frauen der damaligen Zeit pflegten eine reiche Briefkultur in der eben auch „Klatsch und Tratsch“ beliebter Gegenstand der Unterhaltung war. Eckert Kleßmann hat, sofern antiquierte Worte oder Fremdworte verwandt wurden, diese jeweils in Fußnoten angefügt. Ansonsten verbleibt die Sammlung kommentarlos, denn die Briefe selbst vermitteln alles Wesentliche.
Und am Ende: ist man immer noch nicht schlauer! Über Goethe kann man sich offensichtlich kein stimmiges Bild machen. Launenhaft war er für die einen, eingebildet, zum Teil hochnäsig; andere meinen, er wäre ruhig, innerlich fest, gesetzt, anspruchsvoll, würdevoll. Ein Fels, von seiner Statur her und vom Geiste. Seine Macken hatte er, aber die müssen ja nicht Ausdruck eines eingebildeten Charakters sein, sondern vielleicht auch nur Individualität? So gesehen bringt einem die Briefe-Sammlung nicht die Lösung des Problems, aber anregend-erheiternde Lektüre war es dennoch!

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