„..Ich bin doch nicht blöd. Opa! Natürlich hast du ein Geheimnis. Warum wolltest du unbedingt hier in diesem Kaff eine Woche Urlaub machen? Urlaub macht man am Meer oder in den Bergen...“
Wir schreiben das Jahr 1992, als der 19jährige Jens seinen 86jährigen Großvater in das kleine Dörfchen Erlbruch begleitet. Für den Großvater ist das eine Reise in die Vergangenheit. Das aber weiß Jens nicht.
Der Autor hat einen tiefgründigen Roman über Schuld und Vergebung geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen.
Prägend für den Ort ist ein Tunnel, der einst für die Eisenbahn gedacht war. Doch während des Krieges bekam er eine andere Bestimmung. Ein Einheimischer, mit dem Jens ins Gespräch kommt, erklärt es ihm..
„… In dem Tunnel wurden Propeller für Flugzeuge hergestellt. Die Arbeit machten Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Aber jemand musste die Arbeit ja überwachen – und das war unter anderem ich...“
Allerdings war er als Meister nur für das Fachliche zuständig. Jens zählt eins und eins zusammen. Er beginnt zu ahnen, warum sein Opa in den Ort zurückgekehrt ist. Doch bald merkt er auch, dass im Dorf gern die Vergangenheit totgeschwiegen wird. Das hat gute Gründe.
Jens ist vor kurzer Zeit zum christlichen Glauben gekommen. Im Ort unterhält er sich mit Alex darüber, der eine christliche Jugendgruppe leitet. Die Gespräche gehen in die Tiefe.
Besonders gut herausgearbeitet hat der Autor, wie unterschiedlich die Leute reagiert haben, wen sie auf die Vergangenheit angesprochen wurden. Es zeigt, wie das Geschehen ihr Leben geprägt hat.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.





