„...Hier liegt ein Irrtum vor. Ich bin nicht Rudolf von Habsburg, sondern Kaiser Friedrich II. Von Hohenstaufen…“
Der Hauptmann in Köln hält ihn für einen Hochstapler und wirft ihn der Meute zum Fraß vor. Bevor es kritisch wird tritt eine Nonne für ihn ein. Sie meint, der Mann könne nicht mehr klar denken.
Der Autor hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Die Geschichte beruht auf Tatsachen, will heißen, den falschen Kaiser hat es wirklich gegeben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt vor allem die Zwischentöne des Geschehens besonders zum Tragen.
Wir schreiben das Jahr 1284. Philemon, Schreiber und Bote der Äbtissin Gertrud aus Wetzlat hat die Ereignisse beobachtet. Als er am nächsten Tag Köln verlässt, trifft er unterwegs erneut auf den alten Mann. Der bleibt bei seiner Behauptung. Sein Begräbnis vor 30 Jahren sei nur ein Scheinbegräbnis gewesen. Philemon begleitet ihn zu einem Gasthaus.
Während ich das Geschehen ein Jahr lang begleiten darf, steht im Mittelpunkt die Frage, wer der alte Mann wirklich ist. Kaum einer glaubt, dass er der Kaiser ist. Er benimmt sich aber auch nicht wie ein Hochstapler. Er weiß sehr viel über das Leben des Kaisers und kann sich in mehreren Sprachen verständigen. Wähnt er sich, der Kaiser zu sein?
Währenddessen sucht Philemon nach seinem eigenen Weg. Sein Vater ist Schreiber in Wetzlar. Seine Mutter behauptet, sie sie die Tochter eines adligen Herrn.
Zu den besonderen Höhepunkte des Buches gehören für mich die Gespräche zwischen der Äbtissin und Philemon. Sie macht ihm klar, was im Leben wirklich zählt – und das ist nicht in erster Linie die Herkunft.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist inhaltsreich und bindet die historischen Gegebenheiten gekonnt in die Handlung ein.


















