Eckhard Hagedorn

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Fette Beute: Warum die Bibel so dick ist

Fette Beute: Warum die Bibel so dick ist

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Erschienen am 23.08.2017
Unter einer Decke

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Erschienen am 01.01.2004

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Minnis avatar

Rezension zu "Fette Beute: Warum die Bibel so dick ist" von Eckhard Hagedorn

Abenteuer Bibel
Minnivor 7 Monaten

"Fette Beute" - ein Titel, der sich an Psalm 119,162 anlehnt: "Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht." (ELB) Und genau darum geht es im Buch - über die Schätze der Bibel und die Freude derer, die sie ausgraben. Dabei gibt der Autor gleich mehrere Antworten auf die Frage, warum die Bibel eigentlich so dick ist. Wenn die Bibel Gottes inspirierte Wort ist, dann wird er sich etwas dabei gedacht haben, warum er uns mit der Bibel einen fetten Schinken und nicht ein dünnes Büchlein gegeben hat. Weiter werden verschiedene Arten des Bibellesens aufgezeigt und konkrete Vorschläge gegeben. Ein Buch, das Lust auf das Bibellesen macht.

Die ersten Seiten fand ich allerdings ein wenig paradox: Hatte ich doch ein Buch mit 276 Seiten in der Hand, mit einem Titel, den ich zunächst nur als regelmäßige Bibelleserin verstehen konnte (der Untertitel ist dann für die weniger Belesenen aussagekräftiger). Und dann versprach die Einleitung, dass das Buch aufzeigen sollte, wie auch die Wenig-Leser unserer Zeit mit der dicken Bibel klarkommen können. Ganz ehrlich - ein Wenig-Leser würde wohl kaum zu diesem Buch greifen, da es selbst schon sehr dick und anspruchsvoll ist. Den Aspekt fand ich also ein wenig am Ziel vorbei. Mich persönlich hat es aber nicht weiter gestört: Ich hatte meine helle Freude an dem Buch. Mit lockeren Worten und deutlichen Beispielen blieb nicht viel von trockener Theorie übrig, obwohl das Buch an sich viel Theorie enthält. Ein wenig im Lesefluss gehemmt haben mich die vielen Zitaten; vielleicht wäre da weniger an manchen Stellen mehr gewesen. Auch musste ich absolut wach sein beim Lesen; mit einem müden Kopf muss man leicht dieselben Stellen mehrere Male lesen. Es ist also ein tiefgehendes, intellektuelles Buch, das vielleicht den ein oder anderen im Detail überfordert. Trotzdem sind die Hauptaussagen simpel gehalten und der Autor holt den modernen Menschen, der vielleicht in der Theologie nicht sehr bewandert ist, gut ab.

Ein Buch, in dem man viele Stellen unterstreichen und markieren möchte, und in dem auch mitarbeiten muss, um davon zu profitieren. Aber es lohnt sich! Das Buch als Hörbuch wäre die perfekte Ergänzung um auch die Wenig-Leser zu erreichen! Eine ansteckende Liebeserklärung an die Bibel.

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peedees avatar

Rezension zu "Fette Beute: Warum die Bibel so dick ist" von Eckhard Hagedorn

Ja, warum eigentlich?
peedeevor einem Jahr

Die Bibel – seit Jahren DER Bestseller überhaupt. Im Internet werden unterschiedliche Absatzzahlen genannt, die von 2 – 3 Milliarden Exemplaren gehen. Die meisten Menschen, die christlichen Glaubens sind, werden wahrscheinlich zumindest einmal in ihrem Leben eine Bibel in der Hand gehabt und darin gelesen haben. Aber vergleichsweise wenige Menschen lesen die ganze Bibel, Seite für Seite, durch. Schliesslich hat sie mehr als 1‘400 Seiten. Der Autor, Theologe und Dozent für Neues Testament am Theologischen Seminar St. Chrischona, will in diesem Buch erklären, warum die Bibel so dick ist.

Erster Eindruck: Ein schlichtes, cleanes Cover in einer zurückhaltenden Farbe, nur der Titel ist mit pinker Farbe unterlegt. Mir gefallen der provokante Titel und Untertitel. Die Schrift im Innern des Buches ist angenehm gross und das Layout wirkt luftig.

„Die Bibel ist kein dünnes Buch. Sie ist auch nicht vollschlank. Sie ist dick, richtig dick, für sehr viele unpraktisch dick, für einige sogar unzumutbar dick.“ (Eckhard Hagedorn)

Ich muss zugeben, dass ich es bisher noch nicht geschafft habe, die ganze Bibel zu lesen. Aber interessanterweise habe ich mich noch nie gefragt, warum die Bibel so dick ist. Daher fand ich den Untertitel des Buches schon mal sehr aussergewöhnlich.

Das Buch ist nebst der Einleitung in fünf grosse Kapitel unterteilt:
1. Spannungsfelder – Was einem passieren kann, der es mit der Bibel zu tun bekommt
2. Perspektiven – Wozu es gut sein könnte, dass die Bibel so dick ist
3. Orientierungen – Welche Ergänzung die Erfolgsmodelle brauchen
4. Missverständnisse – Wie man vermeiden kann, sich selbst ein Bein zu stellen
5. Konkretisierungen – Wie es wirklich gehen könnte
Abschliessend folgen die finalen Gedanken, Literaturverzeichnis und Anmerkungen.

Der Autor erklärt, dass die Bibelkenntnisse schwinden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dem so ist. Wenn ich an meine Schulzeit (in einem überwiegend evangelischen Umfeld) zurückdenke, gab es noch Religionsunterricht, wo der christliche Glaube thematisiert wurde. Heutzutage gibt es so viele Andersgläubige, dass z.T. in Schulen von katholischen Gegenden nicht einmal mehr ein Kreuz im Schulzimmer aufgehängt werden darf. Das finde ich traurig. Auch Weihnachten verliert immer mehr an Bedeutung – aus „Rücksicht“ auf Anders- oder Nichtgläubige. Ich bin schon dafür, dass auf andere Rücksicht genommen werden sollte, aber das hat eben auch Grenzen, bzw. erwarte ich auch von den anderen, dass sie Toleranz üben. Wenn ich z.B. in einem muslimischen Land wohne, kann ich auch nicht erwarten, dass dort alle auf meinen Glauben Rücksicht nehmen.

Bei diesem Buch sind die Leidenschaft des Autors für die Bibel und sein enormes Fachwissen (das mich teilweise etwas erschlagen hat) sehr gut spürbar; es ist ihm ein Anliegen, dass die Bibel besser kennengelernt wird. Es versteht sich von selbst, dass man ein solches Sachbuch nicht mal eben so wegliest, wie einen Roman. Ich konnte zum Teil nur 20 – 30 Seiten lesen und musste dann das Buch weglegen; im Mittelteil hatte ich ein paar Durchhänger. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Traeumerin109s avatar

Rezension zu "Fette Beute: Warum die Bibel so dick ist" von Eckhard Hagedorn

Leidenschaftliches Plädoyer für ein oft missverstandenes Buch
Traeumerin109vor einem Jahr

Die Bibel ist, seit es sie gibt, in unserer Welt überall präsent. Generationen von Menschen haben in ihr gelesen, sich inspirieren und ermutigen lassen. Doch heutzutage ist sie in gewisser Weise „unmodern“ geworden. Es handelt sich einfach um ein unglaublich dickes Buch, in dem unglaublich viel drinsteckt. Eckhard Hagedorn versucht in diesem Buch, den Gründen für den Bedeutungsverlust der Bibel in unserem Leben auf die Spur zu kommen. Dabei eröffnet er zunächst Spannungsfelder, die sich bei der Lektüre ergeben könnten und meistens auch tatsächlich ergeben. Darauf aufbauend kommt ein Kapitel über Perspektiven, die Antwort auf die Frage geben, warum die Bibel so dick sein muss. Es folgen ein paar Orientierungen, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Zum Schluss gibt es einige konkrete Tipps für die Praxis.


Meine Meinung: Ein grandioses, absolut lesenswertes Buch. Der Autor schreibt trotz der Ernsthaftigkeit und Schwere des Stoffes unglaublich klar und führt Zusammenhänge und Gegebenheiten scheinbar mühelos aus. Der Leser kann nicht nur gut folgen, sondern folgt sogar gerne. Das ist eine Kunst, die jedes Buch schon einmal sehr viel angenehmer zum Lesen macht. Dabei wird der Sachverhalt weder unnötig verkompliziert noch unsachgemäß vereinfacht. Es finden sich auch stets gut gewählte Bilder und Geschichten. Man merkt, dass der Autor weiß, wovon er spricht. Aber nicht nur das, es steckt auch viel Leidenschaft in seinem Plädoyer für die Bibel. Die Struktur ist ebenfalls gut gewählt und sinnvoll. So geht es los mit scheinbaren Widersprüchen, die vielleicht vielen Lesern bekannt vorkommen. Was passiert, wenn ich die Bibel lese? Vielleicht erwarte ich Bestätigung, aber muss erstmal Widerspruch akzeptieren. Solche Spannungen muss man zunächst aushalten, wenn man weiterkommen will. Auch die aufgezeigten Perspektiven machen Lust auf die Bibellektüre und räumen vielleicht mit Ausflüchten auf. Es gibt durchaus nachvollziehbare Vorteile einer dicken Bibel. Auch wenn es anschließend um die Missverständnisse geht, beispielsweise um Begriffe wie Gesetzlichkeit, Leistung und Freiheit und wie damit umgegangen werden kann, zeigt sich nicht nur ein tiefer Einblick in das Thema, sondern auch ein tiefes Gefühl, eine Liebe zu diesem Buch. Und ich muss eines sagen: Diese Liebe steckt an!

Neben Stil und systematischer Herangehensweise kann der Autor auch inhaltlich überzeugen. Was er schreibt, hat stets Hand und Fuß und passt zum stimmigen Gesamtkonzept.

Fazit: Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch, das seinen Lesern die Bibel (wieder) näherbringen möchte. Dies gelingt auf jeden Fall, egal ob man nur lange nicht hineingesehen hat oder überhaupt noch nie richtig etwas damit zu tun hatte. Eckhard Hagedorn nimmt alle Leser gleichermaßen mit und eröffnet ihnen ein riesiges Feld an Herangehensweisen und Möglichkeiten. Das beste Buch zum Thema, das ich bisher gelesen habe, ich kann es wirklich nur empfehlen!

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