Eckhard Neuhoff Grenzgänger

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Inhaltsangabe zu „Grenzgänger“ von Eckhard Neuhoff

Sich der eigenen Biografie zu stellen, kann schwer sein. Vor allem dann, wenn sie voller Widersprüche und Brüche ist - und man selber psychisch krank. Es wird aber zur spannenden und bewegenden Reise, wenn der Autor Sie einlädt, ihn ein Stück des Weges dabei zu begleiten, sich selber und sein Leben in seinen Zusammenhängen und Widersprüchen besser zu verstehen.

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    Grenzgänger
    HermannBorgerding

    HermannBorgerding

    23. May 2016 um 14:54

    Es gehört viel Mut dazu, sich öffentlich zu seiner psychischen Erkrankung zu bekennen. Es gehört noch mehr Mut dazu, dies offensiv in der Öffentlichkeit zu teilen und zu publizieren. Eckhard Neuhoff macht dies in seinem Blog „Gedankenwelt eines Psychos“ (https://eckhardneuhoff.blogspot.de/) hervorragend. Nun hat er mit „Grenzgänger“ sein erstes Buch veröffentlicht ( BoD, ISBN: 9783839167373). Und er reflektiert offen und ehrlich sein bisheriges Leben und seine Erkrankung, lässt uns an seinen autotherapeutischen Gedanken teilhaben und lädt uns ein, „ihn ein Stück des Weges zu begleiten, sich selber und sein Leben in seinen Zusammenhängen und Widersprüchen besser zu verstehen“.   Keine Unterhaltungsliteratur, eben „autobiografische Fragmente“ und ein Text, der manchmal weh tut, aber oft hilft, psychisch kranke Menschen zu verstehen, ohne allzu belehrend rüber zu kommen. Und damit ein wichtiger Text.   Eckhard Neuhoff bleibt im „Grenzgänger“ trotz seiner Offenheit merkwürdig distanziert, bis auf eine Szene werden autobiografische Erlebnisse nur vage angerissen und in einem eher allgemeinen Kontext gesetzt. Schade: Ich hätte mir gerne mehr Szenen, wie sein Eigenzitat aus einem älteren Text gewünscht. Da schreibt Neuhoff eindringlich und äußerst stark von seinem Leben in einer depressiven Phase. „Ich werde müde und gehe ins Bett. Wieder ein Tag geschafft. Aber morgen geht die Scheiße wieder von vorne los…“ Aber Neuhoff schreibt auch, dass es ihn darum ging, „bestimmte Entwicklungen und Verhaltensweisen in einen für mich schlüssigen und erklärenden Zusammenhang zu bringen, und andere Menschen an diesem oft mühsamen Weg teilhaben zu lassen.“ Und das ist ihm gelungen.   Einen großen Teil nimmt die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zu seiner Mutter ein. Und das zu lesen ist schmerzhaft. Ich frage mich, ob es ein Problem unserer Generation (zwischen 1960 und 1979 geboren) sein kann, da ich in vielen Gesprächen ähnliche Erlebnisse gehört habe. Aber bevor ich jetzt ausschweifend werde, mein kurzes Schlußfazit: Lesen! Und sei es „nur“, um sich mal Gedanken zu seiner eigenen Sozialisation zu machen.   Und: Danke, Eckhard! Für deinen Mut! Go on!    

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