Eckhart Nickel

 3.5 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Hysteria, Gebrauchsanweisung für Portugal und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Eckhart Nickel

Der moderne Mensch und die Vorherbestimmung: Der deutsche Autor und Journalist Eckhart Nickel wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren. Nach seinem Kunstgeschichte und Germanistik Studium in Heidelberg und New York, promovierte er über Thomas Bernhard. Viele Jahre lang arbeitete er als Buchhändler und Journalist, beispielsweise für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine. Im Jahre 1999 ist er Mitglied des Popliterarischen Quintetts „Tristesse Royale“ gewesen. Mit seinem Erzählband "Was ich davon halte", fasste er einen Fuß in der Welt der Literatur. In den Jahren von 2004 bis 2006 war er Chefredakteur des Literaturmagazins DER FREUND und leitete diesen auch in Kathmandu mit Christian Kracht. Für seinen Roman "Hysteria" erhielt er bei dem Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2017 den Kelag-Preis. Er schaffte es außerdem auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018.

Neue Bücher

Hysteria

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Neu erschienen am 04.09.2018 als Hardcover bei Piper.

Hysteria: Roman

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Neu erschienen am 04.09.2018 als E-Book bei Piper ebooks.

Alle Bücher von Eckhart Nickel

Hysteria

Hysteria

 (15)
Erschienen am 04.09.2018
Gebrauchsanweisung für Portugal

Gebrauchsanweisung für Portugal

 (8)
Erschienen am 01.04.2003
Hysteria: Roman

Hysteria: Roman

 (1)
Erschienen am 04.09.2018
Vom Schönen

Vom Schönen

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Erschienen am 02.05.2019
Flaneur

Flaneur

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Neue Rezensionen zu Eckhart Nickel

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killmonotonys avatar

Rezension zu "Hysteria" von Eckhart Nickel

Rezension: Hysteria
killmonotonyvor 16 Tagen

Diesen Titel entdeckte ich in der Piper Herbstvorschau und nicht nur das wahnsinnig hübsche Cover (zudem: kein Schutzumschlag! Liebe!), sondern auch der verdammt interessante Klappentext lockten mich so schließlich zu Eckhart Nickels „Hysteria“. Es geht um Bergheim, der auf dem Markt nicht nur seltsame Himbeeren entdeckt, sondern auch ein Kalb, das sich sehr merkwürdig verhält, sich selbst Wunden zufügt, aber kein Blut zutage tritt, sondern scheinbar nur eine weitere Schicht Fleisch. Als er den Blick des Marktverkäufers auffängt, schrillen beim hypersensiblen Bergheim alle Alarmglocken und seine Paranoia erwacht. Er lässt sich am Stand erklären, wie das „Kulinarische Institut“ das Monopol für Lebensmittel hält und erhält einen kleinen Überblick über die Arbeit, die dort verrichtet wird, seine Neugier ist dadurch aber nicht befriedigt. Für eine Führung am Institut begibt Bergheim sich durch einen Wald, der ihm zunehmend bedrohlich erscheint. Irgendwas stimmt nicht, das hat er im Gefühl – und, einmal im Institut angekommen, bestärkt sich dieses Gefühl. Eine alte Geliebte (Charlotte ihr Name) scheint dort zu arbeiten und als weiterer Teilnehmer der Führung hat sich ausgerechnet sein ältester Freund Ansgar ebenfalls angemeldet. Zufälle häufen sich (wieso zeigt man ihm überhaupt so freigiebig das Institut?), und als Bergheim während der Führung, die von seltsamen Schreien begleitet wird, verloren geht, widerfährt ihm etwas Verstörendes. Ob er dem Geheimnis des Instituts noch auf die Schliche kommen kann? Und was hat es mit diesem nicht blutenden Tier auf sich?

Die Natur, die wir in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen wollten, war gerade dabei, sich selbst aufzulösen.

Eckhart Nickels Roman spielt in einer nicht weit entfernten Zukunft, in der das Umweltministerium über die Zeit immer mehr Gesetze gegen den Fleischkonsum und die Ausbeutung unserer Erde erlässt (gut so!), sich allerdings zum totalitären Regime ausbreitet, in dem der Genuss von Alkohol, Drogen, ja sogar Koffein und Teein untersagt ist. Den „Kick“ findet man legal nur noch in sogenannten Aroma-Bars, in denen mit Kräutern angereicherte Säfte und Duftreisen verkauft werden. Auslöser für diese Bewegung waren tatsächlich satirische Arbeiten von Bergheim, Ansgar und Charlotte selbst, die allerdings ernsthafte Anhänger gefunden haben und durch diese den Zugang zur Regierung ermöglicht wurde.

Mit „Hysteria“ zeichnet Eckhart Nickel eine ziemlich unangenehme, bedrückende Dystopie – ohne, dass der Leser zu Beginn wüsste, warum sich alles überhaupt so seltsam anfühlt. Er nimmt uns mit in die Vergangenheit Bergheims und seiner zwei besten Freunde, Ansgar und Charlotte, die während ihrer Studienzeit viel gemeinsam erlebt haben und sich Vorlesungen zu Themen wie dem „spurenlosen Leben“ anhörten. Was zunächst spannend klingt – denn wie könnte man als Mensch jemals wirklich spurenlos leben? – entwickelt sich schnell zum Alptraum, wenn der Leser erfährt, was das Kulinarische Institut dafür für ethische Probleme aufwirft. Doch nicht nur die Thematik von „Hysteria“ ist spannend, sondern auch der Charakter Bergheims an sich: So fürchtet er sich beispielsweise vor der Strahlung des heimischen Stromnetzwerks, stellt sich selbst aber als der „Normale“ hin, denn schließlich gebe es Menschen, die keine Steckdose im Haus unverbunden lassen konnten vor lauer Panik, was aus den „offenen“ Steckdosen alles entweichen konnte. Bergheim legt zudem eine ausgeprägte Paranoia an den Tag, die erschreckende Maße annimmt, nachdem er auf dem Markt das verstörte Kalb sah. Von diesem Zeitpunkt an ist er höchst verunsichert und seine Hypersensibilität nimmt dadurch noch weiter zu. Der Leser kann Bergheim als Erzähler nur eingeschränkt trauen, denn er erzählt von durch seine Hypersensibilität ausgelösten Halluzinationen, einem höchst verstörenden Experiment, wo ihm seine Sinne wieder einen Streich zu spielen scheinen, oder anderen kuriosen Gegebenheiten. Nach und nach ergeben sich jedoch Dinge innerhalb des Instituts, die Bergheim nicht mehr auf seine Kondition schieben kann – und hier beginnt „Hysteria“, nachhaltig zu verstören.

Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/eckhart-nickel-hysteria

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Nils avatar

Rezension zu "Hysteria" von Eckhart Nickel

Ein hervorragender Schreibstil mit toller Idee, aber leider nicht zufriedenstellend umgesetzt.
Nilvor einem Monat

Dieser Roman lässt mich einerseits etwas ratlos irritiert zurück und zugleich auch nachdenklich.

Entdeckt habe ich den Roman Hysteria von Eckhart Nickel auf der LongList des Deutsche Buchpreises 2018. Thema klang außerordentlich interessant und los ging es.

Der Roman spielt in der nicht allzu fernen Zukunft, in der die Gesundheitspolizei bei Konsum von gefährlichen Substanzen wie Koffein, Alkohol und Nikotin eingreift.

Hier wird der heutige Trend der gesunden und sportlichen Lebensweise fortgeschrieben und überspitzt. Auch gibt es eine neue Bewegung, der Ursprung dieser sich gesundenden Gesellschaft: das spurlose Leben.

Diese Bewegung möchte den Eingriff des Menschen in die Welt eliminieren und seine Spuren verschwinden lassen. Auch gibt es immer wieder neue Vorstöße der Kontrolle, dass beispielsweise nur an Tagen die ein N enthalten Fleisch gegessen werden darf.

An sich eine gute Idee. Dann kommt die eigentliche Geschichte dazu, ein paranoider hypersensibler Protagonist, der eine Beere auf dem Markt findet und sich über die Konsistenz zu wundern beginnt. Fortwährend hatte ich beim Lesen das Gefühl, entweder ich folge hier einem alten senilen Mann oder er ist auf dem Weg eine bedeutende Entdeckung zu machen, die uns fassungslos zurück lässt. Auch Zeitsprünge in die Vergangenheit passieren, die zwar deutlich herausgearbeitet werden, aber mich persönlich trotzdem verwirrten.

Der Text ist wohl ausformuliert und wirklich gut geschrieben. Eckhard Nickel hatte eine gute Idee und einen phantastischen Schreibstil, aber in der Kombination mit einer erzählten Geschichte nicht ganz gelungen.  

 

Fazit:  Hinterfragen von dogmatischen Vertretern einer Richtung ist immer sinnvoll - nicht hörig alles glauben! Ein hervorragender Schreibstil mit toller Idee, aber leider nicht zufriedenstellend umgesetzt.

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Frau-Aragorns avatar

Rezension zu "Hysteria: Roman" von Eckhart Nickel

Braucht ein wenig um in Fahrt zu kommen, dann ein großartiges Buch
Frau-Aragornvor einem Monat

anfänglich hatte ich ein paar Probleme mit Eckhart Nickel, dann würde ich fürs Durchhalten belohnt. 


Die ausführliche Rezension findet ihr bei uns auf www.buchszene.de
https://buchszene.de/hysteria-eckhart-nickel-rezension/

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