Eckhart Nickel

 3,4 Sterne bei 97 Bewertungen
Autor von Hysteria, Spitzweg und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Eckhart Nickel

Der moderne Mensch und die Vorherbestimmung: Der deutsche Autor und Journalist Eckhart Nickel wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren. Nach seinem Kunstgeschichte und Germanistik Studium in Heidelberg und New York, promovierte er über Thomas Bernhard. Viele Jahre lang arbeitete er als Buchhändler und Journalist, beispielsweise für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine. Im Jahre 1999 ist er Mitglied des Popliterarischen Quintetts „Tristesse Royale“ gewesen. Mit seinem Erzählband "Was ich davon halte", fasste er einen Fuß in der Welt der Literatur. In den Jahren von 2004 bis 2006 war er Chefredakteur des Literaturmagazins DER FREUND und leitete diesen auch in Kathmandu mit Christian Kracht. Für seinen Roman "Hysteria" erhielt er bei dem Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2017 den Kelag-Preis. Er schaffte es außerdem auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018.

Alle Bücher von Eckhart Nickel

Cover des Buches Hysteria (ISBN: 9783492314619)

Hysteria

 (28)
Erschienen am 01.02.2021
Cover des Buches Ferien für immer (ISBN: 9783462301489)

Ferien für immer

 (25)
Erschienen am 10.09.2020
Cover des Buches Spitzweg (ISBN: 9783492071437)

Spitzweg

 (22)
Erschienen am 28.04.2022
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Portugal (ISBN: 9783492956970)

Gebrauchsanweisung für Portugal

 (9)
Erschienen am 16.07.2013
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal (ISBN: 9783492276153)

Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal

 (8)
Erschienen am 12.03.2012
Cover des Buches Von unterwegs (ISBN: 9783492070874)

Von unterwegs

 (1)
Erschienen am 03.05.2021
Cover des Buches Vom Schönen (ISBN: 9783492056557)

Vom Schönen

 (0)
Erscheint am 06.05.2024
Cover des Buches Spitzweg (ISBN: 9783948674182)

Spitzweg

 (1)
Erschienen am 09.08.2022

Neue Rezensionen zu Eckhart Nickel

Cover des Buches Spitzweg (ISBN: 9783492071437)
Eskalinas avatar

Rezension zu "Spitzweg" von Eckhart Nickel

Eitle und realitätsferne Sprachgebilde
Eskalinavor 14 Tagen

„Eine Dreiecksbeziehung, ein hochbegabtes Mädchen und der verräterische Diebstahl eines Gemäldes“. So wird die Handlung dieses Romans beschrieben, der für den deutschen Buchpreis 2022 nominiert wurde. Leider sind viele Bücher, die auf dieser Liste landen, nicht unbedingt leicht zu lesen. Mein Eindruck ist alle Jahre wieder: je abgedrehter die Themen, je verschwurbelter der Satzbau, umso eher wird ein Buch nominiert. 

Es scheint nicht darum zu gehen, was die Allgemeinheit gerne liest, sondern darum, dass die hochkarätige Jury ihre eigene Intellektualität durch die Auswahl der Bücher unter Beweis stellen möchte. So erscheint es mir bei diesem Buch nur folgerichtig, dass es nominiert wurde.

In endlos langen Sätzen schwadroniert der Ich-Erzähler von seiner Freundschaft mit Carl. Zuerst dachte ich, ein alter Mann blickt zurück auf sein Leben und erzählt aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhundert, und so hätte ich ihm die Sprache fast abgenommen, doch nein, es finden sich kleine Hinweise darauf, dass die Handlung in der heutigen Zeit angesiedelt ist. Da frage ich mich natürlich, welche Jugendliche reden so?

Ich habe wirklich noch nie solch eine überhebliche Sprache, derart ewig lange Dialoge und Kunstbetrachtungen aus dem Mund eines heutigen Jugendlichen gehört. Das machte das Ganze für mich unglaubwürdig. Zudem reiht sich eine ermüdende Beschreibung, ein gekünstelter Bandwurmsatz an den anderen. Hier wurde scheinbar eine Geschichte konstruiert, deren Handlung eigentlich keine Rolle spielt, deren Figuren nur existieren und agieren, um die sprachliche Gewandtheit des Autors hervorzuheben. Dieses Buch konnte mich leider so gar nicht begeistern und ich war froh, als die letzte Seite gelesen war und ich das Buch zuklappen konnte.  

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Cover des Buches Spitzweg (ISBN: 9783492071437)
Emilis avatar

Rezension zu "Spitzweg" von Eckhart Nickel

Sprachgewaltiger Ausflug in die Welt der Kunst
Emilivor 18 Tagen

                                                                                                                                    Über den Autor:
Eckhart Nickel wollte in seiner Jugend unbedingt Maler werden, hat dann begeistert Kunstgeschichte studiert und legt nun mit „Spitzweg“ den literarischen Beweis dafür vor, dass beides nicht umsonst war. Ein spannender Roman darüber, wie fatal die Leidenschaft des Menschen für die Kunst enden kann, der noch dazu auf einer wahren Geschichte fußt: wie der Brief eines alten Schulfreundes aus der Haftanstalt das Leben des Helden verändert. Sein hochgelobter neuer Roman »Spitzweg« (2022) schaffte es direkt auf Platz 1 der SWR Bestenliste Juli/August 2022 sowie auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022.

Nach einem wahren Fall: Im Jahr 2006 wurde Spitzwegs kleinformatiges Gemälde „Friedenszeit“ bei der „Langen Nacht der Museen“ in Mannheim gestohlen und tauchte erst neun Monate später wieder auf. Dieser spektakuläre Kunstraub inspirierte Eckhart Nickel zu seinem Roman.

Kurzbeschreibung:

»Ich habe mir nie viel aus Kunst gemacht.« Als zufriedener Kunstbanause offenbart sich der Erzähler zu Beginn und berichtet davon, wie Carl, bewunderter Freund, ihn mit seiner Spitzweg-Begeisterung vom Gegenteil überzeugt. In der Mitte des Geschehens: eine Dreiecksbeziehung, ein hochbegabtes Mädchen und der verräterische Diebstahl eines Gemäldes. Durch raffinierte Rachepläne wird die Schülerfreundschaft auf ihre schwerste Probe gestellt.

Eine raffinierte Kritik an der Bildvergötterung der sozial verwahrlosten Digitalgesellschaft und ihrer allmächtigen Instagrammatik.

Meine Meinung: 

Im Vordergrund dieses Romans steht keine Handlung, an Handlung und Aktivität ist die Geschichte arm. Es geht dem Autor ums Erzählen. Um die Sprache. Die ist am allerwichtigsten in diesem Roman. Langsam, detailliert, gelassen, ohne Hektik erzählt der Autor über die Suche nach dem Sinn des Daseins, nach der Sinnlichkeit und über die Kunst und das Kunstempfinden. Als hintergründige Geschichte dient das Leben von Carl, dem Ich-Erzähler und einem Mädchen namens Kirsten. Die Jugendlichen machen ihr Abitur und sind alle zusammen im Leistungskurs Kunst. Gleich zum Anfang des Romans kommt es zu einem Zwischenfall, in dem das begabteste Mädchen Kirsten während des Unterrichts, an dem man als Aufgabe hatte, ein Selbstporträt zu zeichnen, von der Lehrerin beleidigt wird. Hier beginnt die Freundschaft der Jungs und die erste Liebe.

Doch dieser Roman ist kein typischer Coming of Age Roman. Hier geht es um Gedanken, Beobachtungen, Beschreibungen, Details und Kunst.  Kunstgeschichte, Philosophie und literarisches Können vermischen sich in diesem Roman. Dieses Buch ist äußerst sprachgewaltig und wird noch mal durch Anspielungen, Humor und Zitaten deutlich kunstvoll.

Auf mich wirkte die Sprache allerdings in Bezug auf die Handlung gekünstelt und bemüht. Denn die Handlung spielt trotz des Versuchs, die unbedeutend zu machen, eine Rolle. Es geht dabei um Jugendliche. Und kein Abiturient redet in dieser Manier. Es sei denn, die Jugendlichen sind hochbegabt. Doch dies ist vermutlich nicht der Fall, da es beispielsweise nur 2 % der Bevölkerung in Deutschland hochbegabt sind. Dabei muss man noch solche in Kauf nehmen, die sich bis zu dem erwähnten Alter an die Maße angepasst haben, um nicht aufzufallen. Also, die Figuren wirkten auf mich äußerst unglaubwürdig. Carl redet, wie ein Professor der Kunstgeschichte, und das ist maßlos übertrieben. Auch wenn ich den Erzählstil bewunderte, gestaltete sich das Lesen äußerst mühsam, und stellenweise einfach langweilig, weil es so gemütlich, langsam vor sich plätscherte.

Dennoch würde ich den Roman unbedingt weiterempfehlen, besonders an die Intellektuellen und Kunstbegeisterten. Bei diesem Roman ist es unbedingt erforderlich, sich selbst ein Bild zu machen. Denn geschrieben ist der wirklich gut.

Von mir gibt es 2,5 Sterne.

                        

Kommentare: 2
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Cover des Buches Spitzweg (ISBN: 9783492071437)
esmerabelles avatar

Rezension zu "Spitzweg" von Eckhart Nickel

Eckhart Nickel - Spitzweg
esmerabellevor einem Monat

Schon länger ist der namenlose Ich-Erzähler heimlich in seine Klassenkameradin Kirsten verliebt. Darum ist er, als diese von der Kunstlehrerin so gekränkt wird, dass sie aus der Klasse rennt, gleich dabei, als der neue charismatische Mitschüler Carl beschließt, dass Kirsten gerächt werden muss. Carls Plan beinhaltet, Kirsten bei sich zu verstecken und den Eindruck zu erwecken, der Kommentar der Lehrerin hätte sie womöglich in den Selbstmord getrieben. Doch dann verschwindet Kirsten aus dem Versteck und aus der gespielten wird eine echte Suche.

„Spitzweg“ von Eckhart Nickel hat mich in vielfältiger Hinsicht verwirrt. Da wäre zum einen die Sprache, die aus einem anderen Jahrhundert zu stammen scheint. Rein von ihrem Klang her wäre Carl als erstes in Form eines junger Stutzers aus besserem Hause vor meinem inneren Auge erschienen. Einem intelligenten, aber besserwisserischen jungen Mannes, der durch die Salons des 19. Jahrhunderts schlendert, und seine Zuhörer amüsiert oder entsetzlich nervt. Aber man findet schon bald heraus, dass sich nicht nur Carl, dem man es noch zugetraut hätte, dieses Tonfalls bedient, sondern schlicht jede Figur des Romans über das gleiche Maß an antiquiertem Wortschatz und, zu meinem großen Erstaunen, einem beeindruckenden Grundwissen auf allen Kunstgebieten, zu verfügen scheint. Und sich diesen ununterbrochen bedient.

Ein anderes Rätsel ist das permanente Gefühl, sich in einer surrealen Atmosphäre zu bewegen, ohne dass etwas in letzter Konsequenz surreales passieren würde. Sicher liegt es zum einen an der oben schon erwähnten Ausdrucksweise, aber auch an den Situationen und den Verhaltensweisen der Handelnden an sich, die einem nur selten ein Gefühl von Realitätsnähe geben.

Und dann wäre da die Handlung, die völlig im stilistischen Enigma versinkt. Man könnte meinen, der Autor hätte vor lauter Auslebung seiner künstlerischen Ader vergessen, was er eigentlich erzählen wollte. Für den Stringenz liebenden Leser, wie ich einer bin, kein leichtes Spiel.

In der Konsequenz habe ich das Buch mit gespannter Begeisterung begonnen, um am Ende ernüchtert, irritiert und leicht gelangweilt zurückzubleiben. Wenn dieser Roman ein symbolisches Rätsel war, dann hat es bei mir nicht den Ehrgeiz, es zu lösen, wach kitzeln können. Ich war nicht mal in der Lage, die angekündigte „Kritik an der Bildvergötterung der sozial verwahrlosten Digitalgesellschaft“ zu entdecken. Was ich allerdings entdeckt habe, ist ein Interesse für Spitzwegs Werk.

So gesehen war die Zeit, die der Roman und ich zusammen verbracht haben, dann doch keine ganz verlorene Liebesmüh. Nickel hat mir nicht nur die Augen für noch unentdeckte Kunstbereiche geöffnet, er hat auch meinen Respekt als Schriftsteller. Zwar konnte ich mit der Diskrepanz zwischen oder dem Spiel mit Schein und Sein nicht umgehen, aber andere Leser werden gerade das sicher zu schätzen wissen. Eine Nominierung für die Shortlist des Deutschen Literaturpreises kriegt man ja auch nicht grundlos.

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