Hysteria

von Eckhart Nickel 
3,2 Sterne bei6 Bewertungen
Hysteria
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Da habe ich mir mehr erhofft!

TanyBees avatar

Eine alptraumhafte Handlung, unkonkret, kafkaesk. Das ist leider nicht mein Ding.

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Inhaltsangabe zu "Hysteria"

»Hysteria« erzählt die Geschichte von Bergheim, der auf einem Biomarkt merkwürdig unnatürliche Himbeeren entdeckt. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät er immer tiefer in eine kulinarische Dystopie, in der das Natürliche nur noch als absolutes Kunstprodukt existiert, weil das Künstliche längst alle Natur ersetzt hat. Aber keiner weiß davon. Nur seine Hypersensibilisierung befähigt Bergheim, die unheimliche Veränderung wahrzunehmen und ihr nachzugehen. Alle Fäden laufen im Kulinarischen Institut zusammen, wo er Charlotte wiedertrifft, seine Studienfreundin und ehemalige Geliebte, die nun als Leiterin an der Spitze der Bewegung des »Spurenlosen Lebens« steht. Allein mit Ansgar, dem dritten im Bunde des ehemaligen Uni-Triumvirats, wird es Bergheim gelingen, etwas dagegen zu tun.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492059244
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:04.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    lena-literaturevor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Da habe ich mir mehr erhofft!
    Verwirrende Dystopie mit unglücklichem Ende...

    Beim routinierten Besuch des Biomarktes fallen Bergheim plötzlich unnatürlich wirkende Himbeeren auf. Um dieser seltsamen Sache nachzugehen, findet er den Weg ins das Kulinarische Institut, in dem er seine ehemalige Studienfreundin und Ex-Freundin Charlotte trifft, die damals plötzlich aus seinem Leben verschwunden ist und jetzt Leiterin des Instituts ist. Im Institut existiert keine Natur mehr, weil sie künstlich erschaffen wurde und normal kaum wahrnehmbar wäre. Doch Bergeheims Hypersensibilität erlaubt es ihm, kleinste Veränderungen wahrzunehmen und schon bald bemerkt er, dass etwas mit dem Institut nicht stimmt.

    Der für den Deutschen Buchpreis 2018 nominierte Roman von Eckhart Nickels war für mich anfangs eine Herausforderung.
    Beginnend mit umfassenden, detailreichen Beschreibungen alltäglicher Dinge, die sich über Seiten hinweg zogen, machten mir das Lesen anfangs sehr schwer, da ich immer wieder mit meinen Gedanken abgeschweift bin.
    Doch endlich im Institut angekommen – hier kommt die Geschichte dann richtig ins Rollen – wird eine gewisse Spannung aufgebaut, die zum Weiterlesen verleitet.
    Der Protagonist Bergheim weist autistische Züge auf, sein Verhalten ist nahezu pedantisch. Sein Charakter ist absurd und für den Leser schwer nachvollziehbar.
    Der Charakter von Charlotte ist sehr gelungen und facettenreich dargestellt: von der Studentin, die mehr Liebe und Zuneigung von ihrem Freund fordert, bis zur selbstbewussten, überzeugten Frau mit unglaublichem Wissen.
    Trotz allem ist der Schreibstil sehr ansprechend und flüssig; die kurzen Kapitel sind angenehm zu lesen.

    Insgesamt verirrt sich diese Dystopie im Laufe des Romans durch Gedankensprünge, zu umfassenden Beschreibungen und verschiedenen Handlungszweigen, sodass mir die eigentliche Handlung und Intention ein bisschen verloren gehen.
    Das Ende wurde für mich nicht gut aufgelöst, da es mehr einem unglücklichen Horrorszenario als einem guten Abschluss glich.

    Auch wenn ich die Absicht des Autors erkennen kann und die Anspielungen auf Umweltschutz, nachhaltiges Leben, Respekt vor der Natur verstehe, finde ich die Umsetzung dieser Ideen in Form der Geschichte nicht gelungen. 

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 18 Tagen
    Eckhart Nickel – Hysteria

    Wie immer geht Bergheim auf den Biomarkt. Beim Inspizieren der Himbeeren fällt ihm deren Farbe und Beschaffenheit auf, die seltsam unnatürlich anmuten. Auch ein Jungtier wirkt verstörend seltsam, er will der Sache auf den Grund gehen und landet direkt im Kulinarischen Institut, wo seine Ex-Freundin Charlotte, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, eine Leitungsstelle innehat. Bergheims Hypersensibilität erlaubt es, dass er Veränderungen wahrnehmen kann, die andere entgehen und bald schon befindet er sich in dem Institut, das in den Händen der sogenannten „Spurenloses Leben“ Bewegung ist, gefangen in einer unheimlichen Dystopie. Die Natur existiert nicht mehr, sie wurde durch eine neue Künstlichkeit ersetzt, die mit normaler Wahrnehmung kaum zu erkennen ist.

    Eckhart Nickels Roman, der auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2018 steht, ist eine Herausforderung. Zunächst fasziniert der Text durch Bergheims sensorische Empfindungen, die en détail wiedergegeben werden und den Leser in ungeahnte Höhen der Sensorik führen. Textur, Farbe und Geschmack von alltäglichen Lebensmitteln und Dingen werden mit einer Intensität beschrieben, die man selten gelesen geschweige denn selbst wahrgenommen hat. Von Weinbeschreibungen ist man dergleichen gewohnt, bei Himbeeren überrascht dies.

    Der Protagonist Bergheim – ich frage mich rückblickend, ob dieser überhaupt über einen Vornamen verfügt – ist schon arg schräg, seine Ordnungsliebe mutet etwas autistisch an, sein Verhältnis zu Charlotte geradezu obsessiv. Da passt die Hypersensibilität, die ihn etwas pedantisch wirken lässt. Ausgerechnet dieser Sonderling kommt einer unheimlichen Verschwörung auf die Spur. Viele Aspekte der Anhänger des „Spurenlosen Lebens“ sind auch in unserer Realität allgegenwärtig: Umweltschutz, nachhaltiges Leben, Achtung vor Flora und Fauna – aber sie werden hier auf die Spitze getrieben und geradezu ad absurdum geführt. Koffein und Nikotin sind verboten, aber durchaus auf dem Schwarzmarkt gegen Altgeld noch beschaffbar, Ersatzdrogen waren ebenso schnell gefunden wie die alten verboten waren – die Menschheit ist halt doch begrenzt in ihrer Evolutionsfähigkeit und kreativ im Finden von Schlupflöchern.

    Der Roman verirrt sich für mein Empfinden irgendwann etwas in Absurdität und ist in der Handlung nur noch schwer zu folgen. Vieles an der Dystopie ist eine berechtigte Warnung, aber mit einem ansprechenderen Protagonisten wäre die Message vermutlich überzeugender dargeboten worden. Auch das Ende fand ich eher als etwas verunglückter Horrorschocker denn als überzeugender Abschluss. 

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    TanyBees avatar
    TanyBeevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Eine alptraumhafte Handlung, unkonkret, kafkaesk. Das ist leider nicht mein Ding.
    Verwirrend

    „Hysteria“ spielt in einer seltsamen, nicht näher benannten Zukunft. Bergheim, der Protagonist, sieht auf dem Markt Himbeeren, die irgendwie anders sind als normale Himbeeren und macht sich auf die Suche nach Ihrer Herkunft. Doch bei der Kooperative „Sommerfrische“ trifft er nicht nur auf viele Geheimnisse, sondern auch auf alte Bekannte. In Rückblenden erfährt der Leser mehr über Bergheims Studienzeit und seine Freunde Charlotte und Ansgar.

    Der Roman hat für mich eine alptraumhafte Erzählweise. Bergheim stolpert hinein in die Geschehnisse, es ist gar nicht klar, warum manche Dinge geschehen. Einige rätselhafte Ereignisse werden ausführlich erzählt, werden dann aber nicht aufgelöst oder weiter geführt. Wer Erklärungen sucht, ist bei „Hysteria“ generell falsch.

    Für mich ist das Buch ganz schwer zu bewerten. Die einzelnen Episoden habe ich sehr gerne gelesen. Da gibt es zum Beispiel einen Buchhändler, der sein Geschäft mit einer außergewöhnlichen Hingabe führt und dann aber doch von einem Tag auf den anderen seinen Laden schließt. Und es gibt Duftreisen, die dem Mensch in eine völlig andere Umgebung vorgaukeln und in eine Art Trance versetzen.

    Aber insgesamt hat mich dieser Roman sehr frustriert zurückgelassen. Ich habe die Zusammenhänge nicht verstanden, ich habe nicht verstanden, warum manche Dinge geschehen. Es kam mir wirklich wie ein Traum vor, da ist die Handlung ähnlich unlogisch und sprunghaft.

    Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass ich Bücher mit derart unkonkreter Handlung generell wenig mag. Ich glaube, ein häufig gebrauchter Begriff dafür ist „kafkaesk“. Und nein, Kafka mag ich auch nicht.

    Meine Rezension soll keine Warnung sein, die sagt: „lest das nicht“, sondern eher eine Einordnung. Denn es gibt ja durchaus Leser, die gerne solche Romane lesen, ich gehöre nur leider nicht dazu. 

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    yellowdogvor 22 Tagen
    hypersensibel

    Hysteria ist einer der Romane, die auf der Longlist zum deutschen Buchpreis 2018 stehen. Den Anfang kennt man auch schon durch den Auszug den Eckhart Nickel beim Bachmann-Wettbewerb 2017 in Klagenfurt las und mit dem er sogar den Kelag-Preis gewann.


    Ich mag Romane gerne, in denen die Figuren ungewöhnliche Menschen sind. Richtige Typen oder auch Unglücksvögel, den meist ist es interessant zu erfahren, wie sie dazu wurden und es macht Spaß, ihren skurrilen Gedanken zu folgen.

    Der Protagonist Bergheim gehört aufgrund seiner Nervösität und Hypersensibilität dazu. Sein Blick auf die Umgebung nimmt er erschreckend war. Aber wenn wirklich genau hinsieht, schaut manches alltägliches bedrohlicher aus als man erwarten würde.Manches zu ausführlich für meinen Geschmack.


    Bergheim trauert auch noch seiner großen Liebe Charlotte nach, obwohl die ihn schon vor vielen Jahren verlassen hat und sie trifft er jetzt wieder.

    Eckhart Nickel schreibt genau und präzise, sprachlich wirklich ein Fest. Er ist offenbar einen weiten Weg gegangen seit er in seinen Anfängen der Popliteratur zugeordnet wurde. Die positiven Aspekte dieses Genres hat er behalten, sich aber literarisch weiterentwickelt. Obwohl es kein explizit spannendes Buch ist, findet man einige originelle Passagen.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Enttäuschend. Ausdruck, die Art der Stoffdarbietung wie die hölzernen Figuren lassen zu wünschen übrig. Idee ist nicht neu. Woanders besser
    Seltsame Dystopie.

    Diesen Roman fand ich enttäuschend, in vielerlei Hinsicht. In der zweiten Hälfte musste ich mich motivieren, das Lesen überhaupt fortzusetzen. Nach 3/4 ging es nur schleppend voran. Beiseitegelegt, paar andere Bücher gelesen, dann doch noch zu Ende geschafft. Welch eine Erleichterung.


    Allem voran waren mir der Ausdruck und die Art der Stoffdarbietung die schlimmsten Stolpersteine. Die Schreibe verschwurbelt bis zum dort hinaus: oft gibt es verschachtelte Sätze, zu oft trifft man Allgemeinplätze als vermeintliche „Weisheiten“ getarnt, zudem eine geradezu peinliche Häufung von Hilfsverben von „war“ und „hatte“, die ich sonst bei blutigen Anfängern vermuten würde. Die Beschreibungen ergaben oft verschwommene Bilder. Der Aufbau des Ganzen erfolgte nach einem sehr bekannten Muster.


    Zu oft kamen mir „Was für ein vergeistigter Dünnsch…!“ und „Warum lese ich das überhaupt?“ in den Sinn.  Das wohl bekannte Foto von M. Reich-Ranicki, auf dem er mit verzogenem Gesicht abgebildet ist, als ob er etwas stark missbilligt, gesellte sich vor meinem geistigen Auge gleich dazu.


    Der Roman ist eine Dystopie, die eine seltsame, aber nicht sonderlich originelle Geschichte erzählt. Gut die Hälfte spielt in der Vergangenheit der Hauptfigur namens Bergheim. Seine Studienzeit, die paar Freunde, noch paar andere Leute, wie die junge Frau aus der Buchhandlung wurden vorgestellt. Zum Schluss trifft Bergheim sie in einer merkwürdigen Institution nach vielen Jahren wieder. Und will nur eins: sich aus diesem Irrenhaus retten.


    Die Figuren, insb. die weiblichen, kamen mir hölzern vor, die Emotionen bloß behauptet, kaum gelebt. Im gesamten Verlauf blieb eine unüberbrückbare Distanz zu den Figuren und zum Geschehen insgesamt.

    Die Art zu erzählen hat mir, wie gesagt, keine Freudenrufe entlocken können, zudem gab es einen überlangen Monolog am Ende, der gar nicht enden wollte. Das eine Art Märchen zum Schluss hat die Geschichte allerdings etwas aufgewertet.


    Gut, man kann, wenn man möchte, da eine Art Moral in dem Ganzen entdecken, eine Art Warnung, dass das Natürliche, v.a. der Geschmack und die Aromen, eines Tages durch Kunststoffe ersetzt werden würden. Die Idee ist aber auch nicht neu. Das gab es schon früher, viel besser erzählt.

    „Schlichtheit. Hier ist ganz offenbar ein Künstler am Werk.“ liest man auf S. 161. Und genau das hat diesem Roman gefehlt: Schlichtheit. Hier war mMn ein hochmutiger Möchte-gerne-Künstler am Werk.


    3 Sterne mit viel Wohlwollen. Und ganz ehrlich: Es gibt besseren Lesestoff für die knappe, kostbare Lesezeit.

    Kommentare: 1
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    irrelevants avatar
    irrelevantvor 3 Tagen

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    elane_eodains avatar
    elane_eodainvor einem Monat
    Tolles Cover, eine kulinarische Dystopie, natürlich vs. künstlich - tönt äußerst spannend!
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    Daniliesings avatar
    Daniliesingvor 3 Monaten
    Dystopien sind an sich ja nichts neues mehr, aber eine kulinarische Dystopie? Klingt sehr spannend!
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