Hitzewelle in Isola, eine ermordete Nonne und ein backender Einbrecher
Eine Hitzewelle im August in der fiktiven Stadt Isola, in der sich das Revier 87 befindet, führt zu einem Anstieg der Gewaltverbrechen. Die durch die Urlaubszeit reduzierte Besetzung der Polizeidienststellen hat alle Hände voll zu tun, Doppelschichten sind an der Tagesordnung. Auch die Detektives Carella und Brown erwischt es am Ende einer solchen Doppelschicht. In einem Park wurde eine junge Frau ermordet, sich sich als Nonne entpuppt, die sich skurriler Weise erst wenige Jahre zuvor (nach ihrem Eintritt in den Orden) die Brüste vergrößern ließ.
Was Carella nicht bemerkt ist, dass er während der Ermittlungen von dem Mann verfolgt wird, der seinen Vater erschossen hatte, aber wegen eines juristischen Formfehlers nicht verurteilt werden konnte ...
Parallel ermitteln die Detektives Meyer und Kling im Falle eines Serieneinbrechers, der immer Schoko-Cookies am Tatort zurücklässt, was ihm den Spitznamen "Cookie Boy" eingebracht hat ...
Ich habe als Leser irgendwie die Erwartung, dass verschiedene Erzählstränge am Ende zusammengeführt werden, aber es ist auch realistisch, dass nicht alles zusammenhängen muss, nur weil wir als Leser das vielleicht gewohnt sind. So, das vorab, kommen die beiden Fälle der Nonne und des "Cookie Boy" hier nicht zusammen. Aber das stört mich bei diesem Kriminalroman tatsächlich nicht.
Ed McBain erzählt schmutzige Fälle aus der "Big Bad City" mit unübersehbarer Ironie, die auch Klischees, Übertreibungen und politisch Unkorrektes gut auffängt, aber auch konkret anspricht.
Ansonsten liest es sich aber wie ein klassischer Krimi aus dem letzten Jahrtausend, was aber nicht als Kritik gemeint ist; es stimmt schon fast nostalgisch, wenn Zeugen erst eine Telefonzelle suchen müssen, um Hilfe zu rufen.
Auch wenn ich die Polizeiarbeit nicht beurteilen kann, so kommt sie mir trotz manch übertrieben wirkender Szenen doch authentisch vor. Es handeln "echte Menschen". So beruht die Ermittlungsarbeit auf viel Fleißarbeit, Gesprächen, Akten und auch ein wenig Zufall. Es ist also nicht so, dass Actionszenen, Verfolgungsjagden und Schießereien den Roman bestimmen. Langweilig ist der Krimi aber auf keinen Fall, er wirkt im Gegenteil sehr ausgewogen, ist flott erzählt und trotz der drei separaten Fälle, die erzählt werden, kann man den Handlungen gut folgen.