Edan Lepucki

 3.4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von California und California.

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California

California

 (13)
Erschienen am 09.03.2015
California

California

 (1)
Erschienen am 07.07.2015

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Rezension zu "California" von Edan Lepucki

Macht und Intrigen sind zeitlos
Buchstabenliebhaberinvor 7 Monaten

Wie funktioniert Gesellschaft? Heute, morgen, gestern. Bricht heute in unserer hoch industrialisierten, digitalen Welt alles zusammen, werden wir auf unsere niedrigsten Instinkte zurückgeworfen: Wir brauchen Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf, Schutz und Sicherheit. 

Aber wie soll das gehen, wenn überall nur noch Chaos herrscht und die Reichen sich rechtzeitig in abgesperrten Bereichen zurückgezogen haben? 
Wenn alle ums Überleben kämpfen, notfalls mit Waffen und Gewalt, wenn antiquiertes Wissen um Landwirtschaft und Handwerk plötzlich wieder hoch im Kurs stehen? W enn auch das nicht der Schlüssel zum Erfolg ist, sondern ganz andere Dinge zählen???

Diese Fragen wirft Edan Lepucki in "California" auf. Die USA sind am Boden, und wer kann verlässt die Städte, in denen so gut wie nichts mehr funktioniert: Die Unis haben geschlossen, die Wirtschaft produziert nichts mehr, alles zerfällt. Eine Alternative gibt es: Der Mensch verschanzt sich in einer "Gated Community", dort gibt es noch das "alte Leben", wenn auch mit Einschränkungen. Und der Zutritt ist teuer, bis unmöglich.

Die Story:
Junge Menschen wie Frida und Cal fliehen in die Wildnis, versuchen dort zu überleben. Aber überall lauern Gefahren: Piraten, wilde Tiere, Naturkatastrophen, Krankheiten, Hunger.

Eines Tages machen sie sich auf, eine geheime Kommune zu finden. Denn das Leben zu zweit ist hart. Und einsam. Als Frida schwanger wird, machen sie sich auf den Weg, sie suchen den Schutz einer Gruppe. Die sie auch zu finden glauben. Doch sie zahlen einen hohen Preis dafür, dass sie ihre Unabhängigkeit aufgeben. Oder haben Sie am Schluss gewonnen?

Mein Fazit:
Mir ist heute ein Groschen gefallen: Es geht immer um Macht, egal in welchem Jahrhundert oder in welchem Land die Menschen leben. Es ist immer die hohe Politik, der Handel, das Ränkeschmieden, Intrigen und Gewalt, die das weitere Leben bestimmen. Wenn es ums Überleben geht, gewinnt der, der das beste Netzwerk besitzt und die Fäden in der Hand hält. Der nicht zögert, wenn dem höheren Zweck Opfer gebracht werden müssen. Bildung, Kultur oder Wissen kommen erst später ins Spiel. Wenn sie gebraucht werden. Ebenso verhält es sich mit Moral oder Ethik. Die muss sich eine Gesellschaft erstmal leisten können, und sie ist immer den vorhandenen Regeln unterstellt. Die von wenigen gemacht werden, deren Beweggründe im besten Fall humaner Natur sind und die nicht nur die eigene Gier antreibt. 
Es ist ein gefährliches Spiel, in dem es immer um Leben und Tod geht. Die Mächtigen bestimmen das Spiel, die Bürger sind die Bauern auf dem Schachbrett, die dürfen herumwandern, ein bisschen arbeiten, aber sie können jederzeit geopfert werden. 
Und im Grunde ist es egal, ob die meisten Menschen ums Feuer sitzen und an einer Keule nagen, oder Fertigpizza vor dem PC essen. Es gibt halt bessere und schlechtere Zeiten. 
Uns geht es aktuell gut, richtig gut. Genießen wir es, solange es noch so ist. Es kann sich jederzeit ändern. California kann schon in wenigen Jahren Realität bei uns geworden sein.

Das Buch ist irre spannend geschrieben und ich wünschte, den weiteren Weg von Frida und Cal verfolgen zu können. Gerade hab ich kapiert, wie es läuft, und jetzt soll es vorbei sein? Aber was passiert denn nun mit den beiden, mit TheLand und Pines, der Gruppe, den Piraten, Micah und den anderen? 

Eine tolle Dystopie, deren Geschichte ich atemlos verschlingen musste.




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ichundelaines avatar

Rezension zu "California" von Edan Lepucki

Why don't they just DIE?
ichundelainevor 2 Jahren

This debut by Edan Lepucki couldn't convince me! There are so many things WRONG with this story, eventhough the main idea is great and the writing rather well.

I love myself a good dystopy, so the story about one of my favourite travel destinantions being in shambles after a series von nature disasters, leaving people destitute and searching for new ways to live and a new social order instantly spoke to me.

Despite the great basic idea, the execution wasn't all that great and at some point highly illogical.

Frida and Cal have moved from devastated, dangerous L.A. somewhere into the woods to live far removed from people and all the luxuries we consider normal. At this point I encoutered the first and most grave problem of the book: the two main characters are so moronic and downright unlikeable and I sometimes questioned myself, WHY they were actually together! The second question was: how did they manage to survive for 2 years if they only eat beets, work all day and have sex every day?

Cal is a total creeper (he wants Frieda all to himself and is happy alone in the woods with her) who learned to farm in college, but somehow all they eat are beets, Frieda is thought to be pregnant (because if you are mal-nutrient you still can have a normal cycle...) and turns loose this entirely stupid mother-earth-i-need-company bullshit completely with a page-long description about a freaking TURKEY BASTER.

The story jumps between their time in the woods and what they did before. The stype of prose is entirely fine but the reason WHY all the strange things in L.A. happened are never really mentioned.

Due to Friedas pregnancy (she is three weeks late, so there is of course NO doubt about her being pregnant...) she wants to go explore beyond their terretory to search for other people, because this is what you do, when you get preggers.
They finally find a group of settlers and discover their dark secret (it really wasn't THAT shockig, seriously) and just because Frieda is a dumb moron who cannot keep her trap shut, they get in grave danger.

What I struggled most with, was the ending. When two people act to goddamn moronic all through the book I want them to suffer, but Cal and Frieda remain in their freaking self-righteous bubble!

After all the expectations I had in this book, the frustration I experieced reading it led me to this rather harsh 2 heart rating.

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Bris avatar

Rezension zu "California" von Edan Lepucki

Überleben
Brivor 3 Jahren


Amerika steht vor großen Problemen. Verheerende Unwetter, Umweltschäden, Trockenheit. South Carolina hat es gerade eben erwischt. Dämme brechen, die Menschen fliehen vor den Wassermassen. Ein Szenario, das leider nicht mehr als Horrorvision abgetan werden kann. Der Klimawandel ist da, wir sind mitten drin.

Californien hat seit Jahren kein Wasser mehr gesehen. Um die vertrockneten Gärten - vor allem den Rasen vor dem Haus - ein wenig schöner aussehen zu lassen, wird das Gras grün angestrichen. Ja, angestrichen. So sieht es zumindest aus, als wäre alles einigermaßen in Ordnung und die anhaltende Wasserknappheit nur ein vorübergehendes Problem. Und das ist keine Fiktion, sondern Realität.

Was passiert, wenn alles aufgrund von unermesslichen Schäden, die durch Naturkatastrophen, die auch der Mensch provoziert und lange nicht ernst genommen hat, zusammenbricht, zeigt Edan Lepucki in ihrem Roman California mehr als eindringlich.

Nebenbei bemerkt steht dieser Roman in Amerika auch für den Kampf gegen Amazon, lag doch Lepuckis Verlag zur Zeit des Erscheinens von California mit dem Online-Riesen im Clinch. Durch einen Aufruf, die Marktmacht Amazon zu boykottieren und Lepuckis Roman bei anderen Händlern zu kaufen, geriet das Buch auf die New York Times Bestsellerliste und gilt seitdem als Symbol für den erfolgreichen Widerstand.

In Lepuckis California bricht die zivilisierte Gesellschaft nach den Verwüstungen komplett zusammen. Die Reichen setzen sich ab in sogenannte Gated-Communities. Wer arm ist, versucht in der Natur zu überleben. So auch Cal und Frida, ein junges Ehepaar, das seinen Überlebenskampf alleine auf sich nimmt. Sie leben von dem, was der Wald hergibt und konnten nur wenig aus ihrem früheren Leben retten. Der Sommer neigt sich dem Ende zu, doch sie haben ein Dach über dem Kopf, eine Hütte, die sie im Wald gefunden hatten und die offensichtlich zuvor bereits von anderen Menschen bewohnt worden war.

Beim Wäsche waschen am Fluss fühlt Frida sich beobachtet. Und sie hat Recht. Eines Tages zeigt sich ihr eine Frau mit zwei kleinen Kindern. Frida erfährt von ihr, dass die Familie, der auch noch der Vater der Kinder angehört, früher in der Hütte wohnte, die Cal und Frida nun als Heim dient. Es kommt zu gegenseitigen Besuchen und so fühlen sich Cal und Frida nicht mehr ganz so einsam. Denn außer dem nicht vorhersehbaren Auftauchen von August, der so etwas wie ein fahrender Händler ist, fehlt jeglicher Kontakt zu anderen Menschen. Zwar weiß man von den Gated-Communities, doch ob man sich ihnen nähern sollte, darüber ist man sich unsicher.

Edan Lepucki hat mit California etwas Verstörendes geschaffen. Verstörend deshalb, weil sie eine Dystopie vorlegt, die realer nicht sein könnte - und uns nicht mehr allzu fern. Ihre Figuren bleiben ein wenig fremd, erfährt man doch nur über Rückblicke etwas über ihre Vergangenheit und das auch nur bruchstückhaft. Doch die Bruchstücke lassen sich im Lauf der Zeit zu einem stimmigen Bild zusammensetzen. Menschen wie Du und ich - den Gegebenheiten ausgesetzt.

Sprachlich klar und schnörkellos und dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - schafft Lepucki ein eindringliches Szenario, dem man sich, trotz der nicht eben gemütlichen Lektüre, nicht entziehen kann. Plötzlich steht man selbst vor essentiellen Fragen, die nicht so einfach zu beantworten sind. Und es ist hart, sich eingestehen zu müssen, dass unser Leben nicht mehr vorhersehbar ist. Es nie war. Denn Sicherheit ist ein Trugschluss und der Klimawandel - wie man an unterschiedlichen Punkten unseres wunderbaren Planeten sehen kann - voll im Gange.

Oktober 2015: Californien verdurstet, South Carolina versinkt, Südfrankreich ebenso. Doch für einige Menschen ist das alles weit weg. Dennoch ist es Realität geworden und wenn das Ruder noch umgerissen werden soll, dann geht das nur gemeinsam.

Auch Cal und Frida begeben sich letztendlich in den Schutz der Gemeinschaft - einerseits ein Zugewinn, individuell gesehen aber auch ein Opfer und schlussendlich wird klar, dass wenn es ums Überleben geht, so manche Prinzipien über Bord geworfen werden - und das noch stärker, wenn es nicht mehr nur ums eigene Überleben geht, sondern um die Übernahme von Verantwortung gegenüber neuem Leben.


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