Ein Mörderpärchen, die sich Jack und Jill nennen, halten Washington in Atem. Sie haben es auf Prominente abgesehen und steigern sich ständig. Dr. Alex Cross wird zu dem Fall hinzugerufen, aber eigentlich hat er gar keinen Kopf für diesen. Denn auf der Schule, wo sein Sohn Damon hingeht, treibt sich ebenfalls ein Mörder herum, welcher ein kleines Mädchen tot auf den Schulhof gelegt hat. Alex fühlt sich und seine Familie bedroht…
Die Sichten der Mörder fand ich dieses Mal besonders spannend. Es ging auch richtig gut los – einmal mit Jack & Jill und dann dieser Schulmörder, welcher vollkommen anders war.
Doch irgendwie hat es mich dann im Mittelteil lange verloren, da Ermittlungen sich sehr gestreckt haben. Zudem habe ich auch nicht so richtig Alex Mehrwert gesehen, denn irgendwie sind sie den Mördern ständig nur hinterhergehechelt, wurden in falsche Spuren geschickt und es passiert viel Schreckliches.
Als es sich dann zur Auflösung begab, fand ich zwar Alex Rolle besser, weil es er als Psychologe da viel besser ermitteln konnte und dadurch geglänzt hat, aber ich fand es bei beiden Fällen nicht sonderlich befriedigend, wer da am Ende die Mörder waren.
Die Verwebung mit Alex Privatleben finde ich eigentlich ganz gut, da es ihn so mehr Charakter gibt. Da auch nicht zu viel eingebaut, aber eben genug, dass man ein Gefühl dafür bekommt, passt es gut. Ich mag ja auch, dass Alex nicht so ein verbitterter Cop ist, der in seinem Privatleben nichts auf die Reihe bekommt – im Gegenteil hat er eigentlich ein recht harmonisches Leben, wenn auch mit einer tragischen Komponente. Aber dafür wurde ja in diesem Band eine Brücke gebaut.
Der Schreibstil ist wie immer sehr angenehm und die Kapitel sehr kurz, wie man es von James Patterson gewohnt ist. Dennoch merkt man, dass das ältere Bücher sind, was nicht nur am Schreibstil liegt (welcher später meiner Meinung etwas zackiger wird oder liegt allgemein an der Reihe), sondern dass die Figuren noch in einer ganz anderen Welt sich befinden, wo Social-Media, Internet und alles noch nicht so ausgebaut war. Das fällt immer mal wieder durch Kleinigkeiten auf, was aber auch kein Wunder ist, da das Buch vor über 20 Jahren erschienen ist. Aber das ist keine Kritik, sondern ich mag die Atmosphäre.
Alex als Figur mag ich eigentlich, aber ich finde, dass er noch nicht sein ganzes Potenzial ausgeschöpft hat. Am Ende hat er, wie schon geschrieben, sehr geglänzt. Ansonsten finde ich ihn stellenweise noch etwas blass, aber durchaus interessant einen schwarzen Protagonisten zu haben.
Ich würde mir wünschen, dass er mit seinem Partner John Sampson mehr zusammenarbeiten würde, denn die harmonieren sehr gut. Am Anfang war das zu spüren, als sie zusammen noch hinter den Schulmörder her waren. Doch dann wurde Alex zu den Promimorden abkommandiert und war nur noch halb bei der Sache. Auch im Vorgängerband hat er ohne Sampson ermittelt. Ich würde die beiden gerne einmal so richtig eng miteinander arbeiten erleben.
Dann sind auch noch weitere Figuren aufgetaucht, die man vor den Vorgängerbänden kennt (ich habe nur noch Band 2 gelesen, da ich an Band 1 nicht mehr herankomme), wie den FBI-Agenten Kyle oder Alex Großmutter Nana und natürlich seine Kinder Jannie und Damon, obwohl die natürlich nur am Rande auftauchen.
Fazit: Wie immer hat mir ein Buch von James Patterson relativ großen Spaß gemacht, dennoch denke ich, dass das nicht der beste Band aus der Reihe war. Es war einfach im Mittelteil relativ langatmig, aber das Ende hat mir wieder sehr gut gefallen mit einer kleinen Vorausschau, was im nächsten Band passieren kann. Insgesamt fand ich das Buch solide. 3 Sterne.




