Edeet Ravel Du liebst mich nicht

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Inhaltsangabe zu „Du liebst mich nicht“ von Edeet Ravel

Entführt, gefangen ... verliebt? Während eines Sommeraufenthaltes in Griechenland wird die Amerikanerin Chloe gekidnappt. Tag für Tag steht das einst selbstbewusste, lebensfrohe Mädchen nun Todesängste aus. Ihre Hilflosigkeit, die körperlichen Qualen durch einen der Entführer und die Einsamkeit treiben sie an den Rand des Wahnsinns. Zu Hause kämpft man für ihre Freilassung, doch hier gibt es nur einen, auf den sie sich verlassen kann. Nur einen, der ihr Überleben sichert. Einen, den sie wirklich liebt ... ihr Peiniger.

Sehr interessante Geschichteđź‘Ť

— aanaa1811
aanaa1811

Eines meiner absoluten LieblinsbĂĽcher. Einmalige Geschichte, einfach wunderbar!

— Knichlicht
Knichlicht

Verstörende Geschichte, über ein Mädchen, dass sich in ihren Entführer verliebt

— keenyaaaaa
keenyaaaaa

FĂĽr mich eines der besten BĂĽcher, welches ich je gelesen habe! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so spannend war es!!

— divergent
divergent

Ein gutes Buch, mit einem interessanten Thema, aber auch mit kleinen AbzĂĽgen

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

"Und der Oscar fĂĽr das nervigste EntfĂĽhrungs-Opfer EVER geht an... Chloe Mills! Herzlichen GlĂĽckwunsch!"

— Cadiz
Cadiz

Auf welcher Seite steht man? So sympathisch wie dieser Geiselnehmer ist, kann ich Chloes Chloes GefĂĽhle sehr gut verstehen. Sehr bewegend!

— stinaa
stinaa

Tief bewegend, unterträglich intensiv, dunkel, verführerisch. Ein Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Das perfekte Buch für eine Nacht

— Charlousie
Charlousie

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  • Du liebst mich nicht - Meine Meinung zum Buch

    Du liebst mich nicht
    aanaa1811

    aanaa1811

    18. July 2015 um 01:02

    Du liebst mich nicht von Edeet Ravel ist ein spannendes Buch welches aus der Sicht einer Jugendlichen geschrieben ist. Sie verliebt sich schon nach sehr kurzer Zeit (wahrscheinlich aus verzweiflung) in ihren Peiniger, während ihre Mutter verzweifelt um ihre Freilassung kämpft. Das Buch ist sehr gut geschrieben und empfehlenswert wie ich finde :)

  • GefĂĽhlskalte Charaktere in einer plumpen Geschichte trotz ernsten Themas

    Du liebst mich nicht
    Caruschia

    Caruschia

    28. August 2014 um 11:53

    MEINUNG Dieses Buch hat mich aufgrund seiner besonderen Thematik interessiert. Ein Mädchen, das am Stockholm-Syndrom leidet, obwohl "leidet" ja doch das falsche Wort dafür ist. Denn bei diesem Syndrom entwickelt die Geisel ein positives emotionales Gefühl für ihren Entführer. Mir war klar, dass die Umsetzung dieses Themas nicht einfach ist, deshalb waren meine Erwartungen an die 320-seitige Geschichte von Anfang an nicht sehr hoch. Ravel gibt die Entführungsgeschichte von Chloe in Tagebuchform wieder. Eigentlich ist das überhaupt nicht mein Ding, aber bei diesem Buch war es nicht auffallend, nur am Anfang und am Ende. Chloe erzählt quasi ihre ganze Geschichte nochmal neu, nachdem sie sie erlebt hat. Am Ende der Kapitel findet man meistens Zeitungsartikel, Facebook-Kommentare von Chloes Freunden oder Ausschnitte aus einer Website. Das führt dazu, dass man nicht nur erfährt, was das entführte Mädchen alles durchmachen muss, sondern man bekommt auch einen Einblick in die Gefühlswelt ihrer Freunde, Eltern und der restlichen Bürgerschaft der USA. Alle setzen sich für sie ein. Leider hat das Buch viel an seiner Spannung eingebüßt. Natürlich kann man keinen aufregenden Roman schreiben, wenn die Hauptfigur fast den ganzen Tag nur eingesperrt ist, aber an manchen Stellen war die Geschichte für mich trotz des sehr leichten und flüssigen Schreibstils der Autorin ziemlich zäh und teilweise musste ich mich wirklich durchbeißen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich Chloe dann mit der Zeit immer oberflächlicher fand. Die Schwärmerei für ihren Entführer fand ich nach und nach immer lästiger. Gewünscht hätte ich mir, dass Edeet Ravel ein wenig mehr über die Gefühle des Mädchens schreibt - zum Beispiel war ich mir nicht wirklich sicher, ob sie ihre Familie und Freunde überhaupt vermisst. Auch ihre Angehörigen fand ich ein bisschen zu gefühlskalt geschrieben. Besonders ihre Mutter. Ihr Optimismus war schon fast unglaubwürdig. Normalerweise würde eine Mutter, die ihr Kind wirklich liebt, wahrscheinlich an so einer Situation zerbrechen, doch Chloes Erziehungsberechtigte kommt beinahe so rüber als wäre sie nur auf die Aufmerksamkeit der Medien aus. Ihr positives Denken ging mir wirklich auf die Nerven. Wie schon erwähnt kam Chloes für mich im Laufe des Buches immer oberflächlicher rüber. Obwohl es dann wieder Stellen gab, an denen sie nachdenklich, ruhig und bedacht beschrieben worden ist. Trotzdem war sie in Anwesenheit des Entführers sehr naiv. Der Geiselnehmer war mir auch sehr unsymphatisch. Dieses ganze "nein, wir dürfen nicht" war nervig, auch wenn es vielleicht berechtigt war. Aber dieses ganze Hin und Her war teilweise wirklich anstrengend. Beide - Chloe und der Entführer - waren nicht mein Geschmack von Charakter. Vielleicht kann es auch an der deutschen Übersetzung gelegen haben, dass ich die Geschichte so plump fand. Vielleicht ist sie in englisch viel gefühlvoller und angenehmer erzählt. Doch ein Großteil - besonders die Charaktere - werden im Original bestimmt auch nicht viel symphatischer sein. FAZIT Wenn man über dieses ernste Thema ein Buch schreiben will, sollte mehr herauskommen, als es bei Edeet Ravels "Du liebst mich nicht" der Fall war.  Schreibstil, Sprache und Setting waren in Ordnung, doch das sind leider nicht die einzigen Kritikpunkte bei einem Buch. Mit gefühlskalten Charakteren konnte mich die Autorin überhaupt nicht an die völlig unaufregende Geschichte fesseln. Aus dieser Idee hätte man so viel mehr machen können. 

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  • Wundebar!

    Du liebst mich nicht
    Knichlicht

    Knichlicht

    20. August 2014 um 01:10

    Dieses Buch zwänge ich allen meiner Freundinnen auf. Packend und ein ganz neues nicht abgelutschtes Thema! Fantastisches Ende und einfach gute Story. Man denkt nicht wie bei vielen anderen Bücher Man, verdammt, macht das doch einfach so! sondern kann alles nachvollziehen. (Vorsicht, SPOILERALARM!) Die Frage, ob das ganze wirklich nur eine Störung der Hauptperson war, beschäftigt einen.

  • gutes Buch mit interessantem Thema

    Du liebst mich nicht
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. May 2014 um 18:41

    Inhalt: In den Sommerferien in Griechenland wird die 17-jährige Amerikanerin Chloe verschleppt und über mehrere Monate festgehalten. Anfangs noch sehr verängstigt, gewinnt sie immer mehr Vertrauen zu ihrem Entführer und verliebt sich letztendlich in ihn, ist er doch in dieser Zeit der Einzige, der für ihr Überleben sorgt. Meine Meinung: Du liebst mich nicht ist aus der Sicht der Protagonistin Chloe in Form eines geheimen Berichts über ihre Erlebnisse geschrieben. Zwischendurch gibt es immer wieder verschiedene Zeitungsartikel und Internetbeiträge ihrer besten Freundin Angie und ihrer Mutter, die eine gute Perspektive auf die Bemühungen um ihre Freilassung geben. Der Leser bekommt so auch einen bewegenden Einblick in die Gefühlswelt der Angehörigen, die kämpfen und zu keiner Zeit aufgeben.. Edeet Ravel hat einen sehr angenehmen, schnell und gut lesbaren Schreibstil. Sie beschreibt die Situation sehr umfangreich und überzeugend. Vor allem die Einsamkeit der Protagonistin, gegeben durch ihre völlig von der Außenwelt isolierten Unterbringung, bringt sie sehr gut zum Ausdruck. Das Thema der Geschichte, ist dabei durchaus interessant, wurde gut recherchiert und ausgearbeitet. Trotzdem konnte mich die Story nicht von Anfang an vollends packen und hat mich gerade anfangs emotional nicht so berührt, wie ich vorher gedacht hätte. Chloes Gefühlswelt ist mir kurz nach ihrer Entführung, in der Phase der Angst und Verwirrung, nicht so ganz klar geworden, konnte ich zwar von ihrer Angst lesen, sie aber nicht so richtig spüren. Erst später, als sie sich allmählich in ihren Entführer verliebt, wird die Geschichte richtig aufwühlend und man bekommt als Leser ein Gefühl für ihre missliche, beklemmende Lage. Die Entwicklung zu einem sogenannten Stockholm Syndrom wurde vollkommen nachvollziehbar erklärt und geschildert. Allerdings machte es der Charakter des Täters auch nicht schwer, die Gefühle Chloes zu ihm zu verstehen, da dieser doch sehr nett und umsorgend ist. Das Ende kam mir dann leider aber etwas zu plötzlich und abgehackt. Gern hätte ich noch mehr erfahren. Dennoch hat mir die Geschichte im Großen und Ganzen wirklich gut gefallen und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Die Charaktere konnten mich nicht hundertprozentig überzeugen, ist Chloe doch eher der Typ Nervensäge und verhält sich meistens, selbst für ihre Situation, sehr kindisch. Mir fiel es teilweise schwer, mir vorzustellen, dass ich es mit einer Siebzehnjährigen zu tun hatte. Ihr Entführer hingegen war mir sehr sympathisch, wirkt er doch wie bereits erwähnt, sehr nett und, sieht man von der Entführung ab, überaus intelligent und vernünftig. Am liebsten waren mir aber Chloes Mutter und ihre beste Freundin Angie, die alle Hebel in Bewegung setzen, um sie wieder frei zu bekommen. Obwohl man sie nur durch die Zeitungsartikel und Internetposts kennen lernt, wirken sie doch sehr bewundernswert und stark. Selbst wenn dieses Buch hier und da ein paar Schönheitsfehler aufweist, muss ich doch sagen, dass es mir insgesamt durchaus gut gefallen hat. Von mir bekommt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung, schon allein wegen des interessanten Themas, welches schlüssig umgesetzt wurde. 4/5 Sterne

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  • Der EntfĂĽhrer, der sĂĽĂź war...

    Du liebst mich nicht
    Cadiz

    Cadiz

    15. May 2014 um 00:41

    „Wer bist du?“, fragte ich flehentlich, obwohl ich genau wusste, dass er mir keine Antwort geben konnte. Ich fühlte mich plötzlich wieder schlechter. „Ich fühle mich unwohl“, sagte ich und schüttelte die Decke ab. „Jetzt ist mir heiß. Kannst du bitte die Tür aufmachen?“ Er öffnete das Zahlenschloss und dann die Tür. Herrlich frische Luft drang herein und machte mich schläfrig. Ich wollte die Augen schließen, doch obwohl sich meine Albträume gelegt hatten, wurde ich noch immer vom Anblick des Tunnels verfolgt.“ ******************************** Inhalt: Chloe, siebzehn Jahre alt und im Sommer unterwegs in Griechenland, wird dort auf einem alleinigen Ausflug entführt und in eine Lagerhalle gebracht. Ein junger Mann hält sie gefangen, umsorgt und pflegt sie und macht ihr das Leben in der Gefangenschaft so angenehm wie möglich. Vielleicht verliebt sie sich gerade deshalb in ihn. Oder einfach, weil sie am Stockholm-Syndrom leidet. Wie auch immer… in der Geschichte erzählt Chloe, was sie mit dem Geiselnehmer so erlebt hat. Und wie gemein Liebe sein kann. Zum Buch: Ganz ehrlich- ich habe schon viele Entführungs-Geschichten gelesen und die meisten davon sind natürlich auch frei erfunden und so weiter, aber DIESE hier kann ich kein bisschen ernst nehmen, weil sie so seltsam bescheuert ist, dass es einfach nur wehtut. Das Problem bei „Du liebst mich nicht“ ist nicht etwa der Inhalt, der Plot, die Idee hinter allem- nein! Das hat mir sogar ausgesprochen gut gefallen. Dass Chloe schön festgehalten wird, dabei die ein oder andere Sache „erlebt“ und eben immer dieses Spiel mit dem Mächtigen und der Unterdrückten. Das Problem bei diesem Buch ist ganz EINDEUTIG die Protagonistin selbst. Ich frage mich wirklich, was die Autorin sich bei Chloe gedacht hat, die sowas von kindisch und albern und nervig ist, dass ich am liebsten durch die Seiten gefasst und sie geschüttelt hätte, sie soll mal bitte damit aufhören, so strunz blöde zu sein… … blöde ist sie natürlich nicht. Chloe wird als super intelligent (und natürlich sehr hübsch, ist ja klar wie sonst was) beschrieben und ich denke nur: HÄ?! Wo ist die bitte intelligent? Ich hab mich ganz lange gefragt, wie alt sie denn ist, weil ich sie für eine 12/13-jährige gehalten habe, eben wegen ihrer kindischen Art. Ich meine, hier mal ein Chloe-typisches Beispiel aus dem Buch: Klein Chloe ist noch gar nicht lange gefangen, aber: „Plötzlich spürte ich eine Welle der Zuneigung für ihn. „Du bist süß“, sagte ich. Ich bin normalerweise nicht so spontan und plappere einfach aus, was mir gerade durch den Kopf geht, ohne zu überlegen, ob ich es wirklich so meine oder wie es beim anderen ankommt.“ (Seite 133) – Wie bitte- „Du bist SÜSS, Herr Entführer?“ Oh man! Und dann noch dass sie behauptet, sie plappere sonst nie so daher- falsch! Sie tut es das GANZE VERDAMMTE BUCH durch! Also die Protagonistin ist wirklich zum Schreien. Während sie herum plappert wie ein Papagei und mir als Leser damit mächtig auf den Zeiger geht, findet sie die Situation des Eingesperrt-seins wie ich finde viel zu schnell zu supi trupi. Und sie verliebt sich auch viel zu schnell in den komischen Kerl ohne Emotionen. Richtig unglaubwürdig. Dieses Stockholm-Syndrom mal außer Acht gelassen. Und als Chloe erst mal verliebt ist, wird’s richtig- und ich sage RICHTIG!- nervig. Ständig und übertrieben sagt sie ihm, dass sie ihn liebt. Und ich will ja gar nicht davon anfangen, dass er dann irgendwann auch nicht abgeneigt ist, was so dermaßen unpassend ist, weil Chloe keinen Millimeter zu dem Mister Entführer-ohne-Lächeln passt. Ne also, im Ernst- die Autorin muss Märchen mögen. Anders kann ich mir die Entwicklung der Geschichte einfach nicht erklären. Neben dem Chloe-Geschreibsel erfährt man zusätzlich, was so in der Welt ohne sie abgeht. Was ihre Freunde so im Internet schreiben, was die Mutter macht und so. Dass wird dann über kleine Schnipsel wie etwa Facebook-Einträge oder Zeitungsausschnitte zwischen den Chloe-Kapiteln eingestreut. Fand ich an sich nicht schlecht, nur leider auch etwas unglaubwürdig und übertrieben dargestellt. Als wäre Cloe eine überbordende Persönlichkeit. Was sie nicht ist. Menschenskinder, ich muss ganz schön meckern. Aber nicht nur. Im Prinzip fand ich das Buch ja gut. Den Entführer etwa mochte ich irgendwo. Er war interessant gezeichnet, wirklich. Ravel wollte ihn scheinbar möglichst unnahbar wirken lassen, was ihr ganz gut gelungen ist. Und hey- Entführungsstorys gehen einfach immer! Ich mochte das Szenario um Chloe, die eingesperrt ausharren muss. Eine Nervensäge weniger. Okay, … das war jetzt fies. „Du liebst mich nicht“ lässt sich gut lesen, macht immerhin ein bisschen Spaß und bietet eine Hand voll guter der-Entführer-ist-mysteriös-Momente. Gut, die Entwicklung ist jetzt etwas daneben. Die Hauptfigur kann man fast ganz vergessen. Und man hätte durchaus mehr aus allem herausholen können, aber ich gebe dem Buch trotzdem noch drei Punkte, einfach weil… … ich den Entführer auch süß finde. Jetzt ist es raus. Empfehlenswert? Ja…nein… jain…

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  • Entsprach nicht meinen Erwartungen.

    Du liebst mich nicht
    ColourfulMind

    ColourfulMind

    04. August 2013 um 16:56

    "Wie irritierend, dass ich mir in Erinnerung rufen musste, wer er war. Er versuchte ständig, es mich vergessen zu lassen." -S.90 Inhalt: Die junge Amerikanerin Chloe wird während eines Griechenland Aufenthaltes entführt. Während Zuhause das ganze Land alles tut, um Chloes Freilassung zu bewirken, durchlebt das Mädchen vor Ort die Hölle. Und das einzige, an das sie sich klammern kann, sind die Gednaken an ihren Entführer... Meine Meinung: Woran das Buch wohl bei mir gescheitert ist, waren meine hohen Erwartungen. Mir wurde eine anrührende und  tiefgehende Geschichte versprochen, die sich mit dem Stockholm-Syndrom auseinander setzt versprochen. Und dementsprechend hatte ich mich auch darauf gefreut, von Chloe und ihrer Entführung zu lesen, wie sie absurderweise langsam aber sicher Gefühle für ihren Peiniger entwickelt und damit zu kämpfen hat. Aber das habe ich irgendwie nicht bekommen. Zu Beginn erhält man einen kurzen Ausblick darauf, wie es Chloe nach der Entführung geht. Und sie sagt selbst, dass dies alles ihr Leben verändert hat. Und es ging auch wirklich viel versprechend weiter. Doch die erste Enttäuschung bekam ich schon bei Chloes "Peiniger", wie es im Klappentext heißt, geboten. Denn das ist dieser gar nicht. Er ist ein schweigsamer Geselle, der sich die ganze Zeit nur bei Chloe entschuldigt, ihr Wein und Essen mitbringt. Er verhätschelt sie geradezu. So konnte für mich schon nicht wirklich ein Konflikt entstehen. Denn mir nichts dir nichts spricht Chloe dann schon von der großen Liebe, dass sie ihn heiraten und eine Familie mit ihm gründen will. So weit so gut, schließlich leidet sie ja an dem Stockholm-Syndrom. Doch dass eben dies auch mal angesprochen wird, hat mir leider irgendwie gefehlt. Chloes innerer Konflikt ist nämlich quasi gar nicht vorhanden. Auf lächerliche Art und Weise schmeißt sie sich ihrem Entführer alle zwei Seiten lang an den Hals, wird abgewiesen und dann gibt es wieder ca. 10 Seiten Dialog zwischen den beiden. Und das wiederholt sich dann wieder und wieder und..wieder. Zu Beginn wird Chloe als pragmatisch und realistisch beschrieben. Gerade deswegen habe ich erwartet, dass sie das alles irgendwann einmal in Frage stellt und ihr innerer Konflikt den Reiz der Geschichte ausmachen wird. Doch das geschieht einfach nicht. Sie wird mir am Ende so unsympathisch, dass ich in keinster Weise mit ihr mitfühlen konnte.  Durch ihre ständigen Wiederholungen kommt keinerlei Spannung auf und sie wirkt immer mehr wie ein kleines Kind. Einzig und allein das Ende, war eine wirklich positive Überraschung, da es vieles offen lässt und vor allem dem Leser an sich die Wahl lässt, wie er sich entscheidet. Eine Wahl, die Chloe anscheinend nicht gehabt hat. Vielleicht erscheint Chloes Denken im Bezug auf das Ende im Anschluss sogar etwas verständlicher, trotzdem bleibt ein fader Nachgeschmack. Wirklich schade, da ich die Idee, ein Opfer und ihren Umgang mit dem Stockholm Syndrom  in einer so grauenhaften Situation darzustellen, wirklich spannend fand. Doch Chloes Geschichte hat mich weder berühren noch fesseln können.

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  • EntfĂĽhrt, gefangen ... verliebt?

    Du liebst mich nicht
    safido

    safido

    20. July 2013 um 11:17

    Zum Inhalt: Während eines Sommeraufenthaltes in Griechenland wird die Amerikanerin Chloe gekidnappt. Tag für Tag steht das einst selbstbewusste, lebensfrohe Mädchen nun Todesängste aus. Ihre Hilflosigkeit, die körperlichen Qualen durch einen der Entführer und die Einsamkeit treiben sie an den Rand des Wahnsinns. Zu Hause kämpft man für ihre Freilassung, doch hier gibt es nur einen, auf den sie sich verlassen kann. Nur einen, der ihr Überleben sichert. Einen, den sie wirklich liebt … ihr Peiniger. (Klappentext © cbt) Meine Meinung: “Auf dem Laptop, den ich bekommen habe, werde ich einen ganz anderen Bericht schreiben, der eigens für ihre Augen bestimmt ist. Dieser Bericht wird sachlich, knapp und akkurat sein. Aber nicht vollständig. Doch hier, auf dieses blassblaue Papier mit der Goldprägung, schreibe ich die wahre Geschichte. Die Geschichte, die sie nie lesen werden.” (Seite 11) Edeet Ravel gibt Chloes Geschichte in Form eines Tagebuchs wieder. Anhand des Klappentextes war das so nicht zu erwarten, mir hat das aber sehr gut gefallen. Am Ende der einzelnen Kapitel findet man immer mal wieder Zeitungsberichte und ähnliches. Diese Dokumente zeigen, was während Chloes Geiselhaft in ihrer Heimat passiert ist, wie ihre Familie und Freunde diese Zeit erlebt haben. Ich musste mir während des Lesens immer wieder in Erinnerung rufen, dass es in diesem Buch um das Stockholm-Syndrom geht. (Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert. Quelle: Wikipedia) Wenn ich ab und zu kurz davor war diese Tatsache zu vergessen, war das Gelesene für mich ziemlich merkwürdig. Aber dann blinkte dieses Licht vor meinem inneren Auge auf und ich wusste wieder, worum es hier wirklich geht. Und vor diesem Hintergrund wirkt das Gelesene auch nicht mehr merkwürdig, sondern ergreifend und mitreißend. “Es war schwer zu fassen. Bis vor wenigen Stunden waren wir einander völlig fremd gewesen, aber nun waren unsere beiden Leben untrennbar miteinander verknüpft. Mein Leben lag in seinen Händen. So eng war ich noch nie mit einem anderen Menschen verbunden gewesen, außer vielleicht mit Mom, als ich noch ein Baby war.” (Seite 41/42) Ob und inwieweit man als Leser verstehen kann wie sich Chloe verhält, warum sie in manchen Situationen genau das tut, was sie tut, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde, dass es der Autorin ziemlich gut gelungen ist, dem Leser Raum für eigene Gedankengänge und Überlegungen zu geben – obwohl das Buch aus Chloes Sicht geschrieben ist. Ständig fragte ich mich, inwieweit Chloes Bericht nun tatsächlich glaubwürdig ist. Hat sie sich da nicht doch was zusammengesponnen? War in Wahrheit alles ganz anders? Letztendlich muss ich aber gestehen, dass ich mich Chloes Sichtweise auf ihren Entführer nicht vollkommen verschließen konnte. Sie hat ihn fürsorglich, fast liebevoll, beschrieben. Fast könnte ich mich zu der Aussage „der netteste Entführer der Welt“ hinreißen lassen. Aber nur fast, denn angemessen wäre das nicht. “Ich klappte meinen Taschenspiegel auf. Plötzlich hatte ich das überwältigende Bedürfnis, mein Gesicht zu sehen, und war unglaublich froh, dass ich diesen kleinen Gegenstand bei mir hatte. Indem sie mir die Freiheit nahmen, hatten meine Geiselnehmer versucht, mir auch meine Identität zu nehmen, mich zu einem Objekt zu degradieren. Mein Spiegelbild half mir, dagegen anzukämpfen. Ich war keine Ware, die man verkaufen konnte, ich war ein Mensch.” (Seite 59) Die empfohlene Altersangabe ab 13 Jahre finde ich persönlich ein wenig zu niedrig angesetzt. Selbst ich hatte mit der Geschichte zu kämpfen, obwohl ich schon mehr als doppelt so alt bin… Ein erklärendes Gespräch zwischen Eltern und Kindern im Anschluss an das Buch halte ich für dringend notwendig. “Du liebst mich nicht” hat mich während des Lesens in einen Strudel der verschiedensten Gedanken und Gefühle gezogen. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, lässt es mich nicht los. Die 320 Seiten des Buches ließen sich nicht einfach so weglesen. Immer wieder musste ich innehalten, über das Gelesene nachdenken und es verdauen. “Was mich wirklich überraschte, war, wie normal er aussah. Er wäre einem auf der Straße oder im Bus nicht weiter aufgefallen. Er sah weder wie ein Irrer noch grausam aus. Ich musste sogar zugeben, dass er gut aussah. Nicht, dass er mir abgrundtief hässlich lieber gewesen wäre, aber ihn attraktiv zu finden, kam mir irgendwie unnatürlich und falsch vor.” (Seite 71) BOOKWIVES

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  • EntfĂĽhrt, gefangen, geliebt?

    Du liebst mich nicht
    dreamer

    dreamer

    18. July 2013 um 12:08

    Während Chloes Urlaubsaufenthalt in Griechenland passiert ihr, nach der Besichtigung eines Tempels auf eigene Faust, etwas Schreckliches und Unvorhergesehenes: sie wird verschleppt, entführt, gekidnapped. Niemand weiß warum, auch Chloe nicht und als sie in ihrem Gefängnis zu sich kommt bricht alles über sie herein. Ängstlich und alleine muss sie sich mit einem der Entführer auseinandersetzen und entdeckt bald, dass er nicht gewalttätig ist oder sonst wie man sich einen Entführer vorstellt. Schon bald entwickelt die junge Amerikanerin Gefühle für den mysteriösen Mann, doch kann das überhaupt tatsächlich passieren? Meine Meinung Schon seit langem interessiere ich mich für Bücher dieser Art. Bücher mit Emotionen, Bücher über Schicksale und "Du liebst mich nicht" (eng. "Held") von Edeet Ravel kam mir wie eines davon vor. Daneben lag ich dabei nicht, aber auch nicht vollkommen richtig. Zum "Wieso" gleich mehr. Die Aufmachung der deutschen Erscheinung ist unglaublich passend, auch wenn man das erst nach der Hälfte des Buches merkt ;) Das Gesicht von Chloe, klatschnass und dazu ein Titel der einen stutzig macht. Die originale Version ist sogar noch besser getroffen, denn sie zeigt einem genau dass, was man erwartet zu sehen nach einer Entführung. Eine einsame Gestalt in einer unsauberen, schaurigen Behausung. Alles in allem sind Cover und Titel bei beidem sehr gut gewählt. Was die Idee betrifft war ich vorerst begeisterter als ich den Klappentext las. Eine junge Frau, entführt, verschleppt, aus ihrem Leben gerissen und dennoch übt ihr Entführer eine gewisse Faszination auf sie aus. Fast fühlt man sich von der Idee her an "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" von Lucy Christopher erinnert, aber auch nur fast. Chloes Faszination von ihrem Entführer, die beinah ganz zu Anfang beginnt, lässt einen als Leser dann doch etwas Stutzen, es wirkt beinah gewollt. Schreibstil und Aufbau der Geschichte waren auch ganz anders als erwartet. Zwar war es interessant von Chloe und ihrem Aufenthalt im Ungewissen zu lesen, vor allem da es einige ziemlich spannende Szenen gab, aber das Ganze passiert auf einer Ebene die man nicht erwartet. Chloe schreibt eine Art Tagebuch über die Ereignisse, nur für sich selbst, nur für ihre Augen bestimmt. Durch ihre "Ich"-Erzählung wirkt die Story aber dann wieder sehr jugendlich, fast schon kindisch, aber das liegt wohl im Auge des Betrachters. Die verschiedenen Artikel die immer wieder im Buch auftauchen sind eine nette Abwechslung, auch wenn ich persönlich damit nicht so viel anfangen konnte, weil ich eher wert auf das hier und jetzt lege ;). Fazit Gut aber nicht perfekt. Chloes Geschichte ist teilweise spannend, aber auch sehr jugendlich gehalten. Wenn euch das nicht abschreckt und die Schnelllebigkeit, ist das Buch bestimmt etwas für euch, aber für diejenigen die viel erwarten - wie ich - wohl nicht ganz der gewünschte Pageturner! Von mir gibt es 3 von 5 Wölkchen.

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  • Teilweise erschreckend ĂĽberzeugend

    Du liebst mich nicht
    LunaMoon234

    LunaMoon234

    29. June 2013 um 18:25

    Das Buch "Du liebst mich nicht" handelt von der Geiselnahme einer Amerikanerin in Griechenland. Was ich schade fand, war, dass der Prolog gleich das Ende verraten hat. So wusste man gleich als Einstieg, dass eh nichts aus der gesamten Handlung werden würde, die wirklich gut war. Leider hat man nicht viel über die Grundmotive der Entführung erfahren, was einerseits schade, auf der anderen Seite mit der gegebenen Begründung vollkommen logisch erscheint. An einigen Stellen kann man nicht immer unbedingt nachvollziehen, weshalb sie gerade solche Gedankensprünge hat, auf der anderen Seite aber wiederrum schon, da man ja selbst gar nicht weiß, wie man sich in einer solchen Lage verhalten würde und absurde Handlungen damit gar nicht mehr so unwahrscheinlich erscheinen. Als der Entführer sich mehr mit ihr beschäftigt, hofft man teilweise beinahe darauf, dass nicht vielleicht doch was aus den beiden werden würde, egal wie absurd das Ganze erscheinen würde. Natürlich ist das Ende logisch betrachtet wesentlich wertvoller. Es gibt ein paar Stellen, an denen man einfach nur schmunzeln kann, wenn zum Beispiel der Stoffaffe zum Freund und treuen Beschützer wird. Alles in allem ein sehr gelungenes Werk, was sich nicht an einem klassischen Aufbau orientiert, sondern endlich mal etwas anderes ist!!! Gerne 4 Sterne! :)

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  • spannend bis zum schluss

    Du liebst mich nicht
    divergent

    divergent

    21. June 2013 um 11:04

    Inhalt Chloe ist 17 und gerade mit ihrer besten Freundin Anggie in Griechenland. In der Nähe von Athen nehmen die beiden an einem Freiwilligenprogramm teil. Eines Tage streiten sich Chloe und Anggie und so kommt es, dass Chloe alleine zu griechischen Ruinen fährt. Und dort wird sie dann auch gleich in einer Limousine verschleppt. Ihe Entführer ist so ganz anders, als sie sich ihn vorstellt. Er ist jung, gutaussehend, freundlich & versucht ihr alles zu bringen, was sie möchte. In einer Lagerhalle wird sie über längere Zeit festgehalten & sehr gut von ihrem Peiniger behandelt. Da er sie auch oft einige Tage lang alleine lässt & Chloe sich total einsam fühlt, fängt sie an, sich ihn ihren Entführer zu verlieben...... Meinung "Du liebst mich nicht" ist ein spannendes & zugleich auch bewegendes Jugendbuch. Ich hab das Buch gesehen & wusste sofort, dass ich es lesen musste. Es fesselt einen bis zum Schluss. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen & man findet auch sofort in die Geschichte rein. Ein wunderbar tolles Buch über eine Entführung & das Stockholm Syndrom.

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  • Du liebst mich nicht - Edeet Ravel

    Du liebst mich nicht
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    20. June 2013 um 07:08

    KLAPPENTEXT: Während eines Sommeraufenthaltes in Griechenland wird die Amerikanerin Chloe gekidnappt. Tag für Tag steht das einst selbstbewusste, lebensfrohe Mädchen nun Todesängste aus. Ihre Hilflosigkeit, die körperlichen Qualen durch einen der Entführer und die Einsamkeit treiben sie an den Rand des Wahnsinns. Zu Hause kämpft man für ihre Freilassung, doch hier gibt es nur einen, auf den sie sich verlassen kann. Nur einen, der ihr Überleben sichert. Einen, den sie wirklich liebt ... ihr Peiniger.  AUTORIN: (Quelle: cbt) Edeet Ravel wurde in einem israelischen Kibbuz geboren und wuchs in Montreal auf. Sie studierte Englisch in Israel und Creative Writing in London. Gemeinsam mit ihrer Tochter lebt sie nun in Kanada. Edeet Ravel hat bereits mehrere erfolgreiche Romane für Erwachsene veröffentlicht.  EIGENE MEINUNG: „Mein Leben lag in seinen Händen. So eng war ich noch nie mit einem anderen Menschen verbunden gewesen, außer vielleicht mit Mom, als ich noch ein Baby war.“ Chloe ist 17 als sie von Unbekannten im Griechenlandurlaub entführt wird. Wer oder was sie entführt kann sie überhaupt nicht einschätzen. Sind es Terroristen oder soll sie als Sexsklavin ins Ausland verkauft werden? Was will man von ihr? Angeblich ist sie nur Mittel zum Zweck, um die Freilassung von Gefangenen zu erpressen, so dass ihr kein Leid geschehen wird. Ganz im Gegenteil. Man behandelt sie sehr gut, bringt ihr nicht nur ausreichend, sondern sehr gutes Essen, sie bekommt Bücher, DVDs, Stifte und Zettel. Nach und nach fasst sie immer mehr Vertrauen … Edeet Ravels Schreibe ist leicht zu lesen und doch gelingt es ihr häufig sehr drückende und emotional starke Momente aufzubauen. Eine gekonnte Mischung aus Emotionen und Erzählung, lassen eine hohe Spannung aufkommen. Dazu zählt nicht nur der Verlauf der Geschichte, die den Leser mehr und mehr interessiert, sondern auch der Stil, der fiktive Zeitungssauschnitte, Berichte, SMS Verläufe etc. zwischen die Handlung einbaut. Die Autorin bezieht sich in ihrem Roman auf das sogenannte Stockholm Syndrom, das nicht gerade selten bei Geiselnahmen auftritt und das vor allem zu einer Wahrnehmungsverzerrung führt. Diesen psychischen Druck, dem Chloe ausgesetzt ist, auch, wenn man versucht es ihr an nichts mangeln zu lassen, hat die Autorin sehr gekonnt in Szene gesetzt. Auch mir ging es so, dass ich Schwierigkeiten damit hatte, Chloes Geiselnahme weiterhin subjektiv zu betrachten. Zum Ende hin spitzt sich diese Tatsache weiterhin zu. Ich muss immer noch darüber nachdenken, was nun Wahrheit und was Chloes Fantasie entsprungen ist, was der Geiselnehmer versucht hat uns darzustellen. FAZIT: „Du liebst mich nicht“ ist ein gekonnt inszenierter Roman über die psychischen Vorgänge einer Geiselnahme, die bis hin zur Wahrnehmungsverzerrung, dem sogenannten Stockholm Syndrom führen kann. Rasant, spannend und emotional geladen schreibt Autorin Edeet Ravel eine Geschichte, die sich nachhaltig im Lesergedächtnis festsetzt und auf eine ganz besondere Art schockiert und berührt.

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  • "TiefgrĂĽndige Emotionen; verwirrend und aufwĂĽhlend …"

    Du liebst mich nicht
    Die_Buecherfresser

    Die_Buecherfresser

    03. June 2013 um 00:14

    "Tiefgründige Emotionen; verwirrend und aufwühlend …" Inhalt: Chloe ist mit ihrer besten Freundin in Griechenland als es passiert: Sie wird entführt. Plötzlich findet sie sich wieder in den Händen ihres Entführers ohne Sicht auf Entkommen. Auch wenn ihr Entführer immer wieder beteuert, dass sie nur als eine Art Geisel dient geht Chloe durch die Hölle und zwischen all ihrer Angst und Panik um ihr Leben, spürt sie immer mehr dass sie sich in ihren einzigen Retter verliebt. Ihren Entführer. Geschichte 4/5 Spannung 4.5/5 Charaktere 5/5 Thematik 5/5 Umsetzung 4.5/5 Meinung: In “Du liebst mich nicht” greift die Autorin das Thema des Stockholm Syndroms auf. Es geht um ein junges Mädchen das sich innerhalb ihrer Zeit in Gefangenschaft in ihren Peiniger verliebt und dabei die Realität aus den Augen verliert. Der Roman ist kurz aber aussagekräftig. Auf 320 Seiten schildert Edeet Ravel eine authentische Entwicklung. Die Hauptrolle in “Du liebst mich nicht” spielt die junge Chloe. Sie ist mit ihrer Freundin gemeinsam in Griechenland als sie entführt wird. Die gesamte Geschichte wird aus ihrer Perspektive geschildert, so dass es selbst als Leser irgendwann schwer fällt die Realität im Auge zu behalten. Chloe verändert sich innerhalb der Geschichte. Der Leser lernt jedoch auch ihre charakterlichen Stärken kennen. Chloe wirkt authentisch und kann so den Leser fesseln. Interessant fand ich vor allem den schleichenden Wandel der Protagonistin. Zu Beginn hat sie fürchterliche Angst, ist panisch und traut ihrem Entführer nicht. Doch mehr und mehr baut sich etwas zwischen ihr und ihrem Peiniger auf. Dieser Werdegang ist schleichend und so ist es überraschend für den Leser als Chloe beginnt daran fest zuhalten ihren Entführer zu lieben. —————————————————————— Ich verspürte einen übermächtigen Wunsch, ihn zu berühren – es war ein körperliches Verlangen wie Hunger oder Durst. (Seite 187) —————————————————————— Die Thematik in diesem Roman ist realistisch und vor allem bestürzend. Es geht um das Stockholm Syndrom, also der Entstehung von emotionaler Liebe gegenüber einem Peiniger um sich so unbewusst selbst zu schützen. Ich finde es unwahrscheinlich grausam wie unser Gehirn unser Verhalten manipulieren kann und gleichzeitig auch faszinierend wie ein Mensch unbewusst um sein Leben kämpfen kann. Dieses Thema greift die Autorin sehr simpel auf. Es geht um das typische Beispiel: Ein männlicher Entführer und eine junge Frau, was wohl so am einfachsten funktioniert. Durch den Prolog aus Chloes Sicht wird natürlich auch schnell klar, dass das Ende einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Es ist recht offen gehalten was einerseits gut ist, aber anderseits auch ein wenig unbefriedigend ist. Ich hätte gerne etwas mehr Einblick in die Zeit nach der Entführung gehabt, denn die Geiselzeit an sich ist nicht wirklich spannend. Es geht vor allem um die Beziehung zwischen dem Entführer und Chloe. Für diesen Aufbau von Charakteren erhält “Du liebst mich nicht” auch gute 5 Sterne von mir. Auch wenn das Thema nicht neu ist, die Entführung nicht wirklich Spannung enthält, so ist es ungemein spannend in Chloe einzutauchen. Selbst ich bin mir nach dem Ende nicht sicher was das zwischen Chloe und ihrem Entführer ist. Manipulierende Handlung auf Seiten des Peinigers oder doch vielleicht etwas mehr? Gerade dieser Aspekt macht den Roman zu einem kleinen Highlight. —————————————————————— Ich hoffte, dass er nicht merkte, dass mir vor Rührung Tränen in den Augen standen, und ich war nur noch ein ganzes Universum voller brodelnder, wirbelnder Emotionen. (Seite 284) —————————————————————— Der Schreibstil ist locker und simpel. Da die Geschichte aus Chloes Perspektive erzählt wird gibt es sprachlich auch keine Highlights. Schön sind die Berichte zu Anfang und Ende aus Chloes Sicht, sowie dem Bericht des FBI zum Schluss. Gerade diese neue Perspektive wühlt den Leser wieder ungemein auf. Das Cover ist nett und reiht sich gut in die Jugendbuchreihe von cbt. Ansonsten ist eher das Innenleben ein kleiner Eyectacher, da es immer wieder auch Zeitungsausschnitte gibt in denen um Chloes Freilassung gekämpft wird. Fazit: “Du liebst mich nicht” erhält von mir 5 gute Sterne. Trotz kleiner Schwächen packt die charakterliche Stärke des Romans. Chloes wachsende Beziehung zu ihrem Entführer ist aufwühlend und hinterlässt viel Raum zur Interpretation.

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  • Ein sympathischer EntfĂĽhrer? ja den gibts....

    Du liebst mich nicht
    Lole

    Lole

    25. May 2013 um 17:06

                              Inhalt: Die Amerikanerin Chloe nimmt mit ihrer besten Freundin Angie an einem Freiwilligenprogramm in Griechenland teil. Bei einem Ausflug, den Chloe alleine unternimmt, wir sie entführt. Doch statt ihren Entführer zu hassen, passiert genau das Gegenteil- sie verliebt sich in ihn.... Meine Meinung: Das Thema im Buch ist kein alltägliches und obwohl ich den Klappentext gelesen hatte und ich daher wusste um was es geht, war ich doch sehr überrascht, wie mich das Buch auf der einen Seite gefesselt hat und doch auf der anderen Seite völlig iritierte. Jetzt nach zuklappen des Buches ist es sehr schwer meine Gedanken darüber zu ordnen- aber ich werde so gut es geht versuchen, meine Gefühle darüber zum Ausdruck zu bringen.   Titel, Cover und Klappentext haben mir sehr gut gefahlen. Ich bin auch aufgrund des Titels darauf aufmerksam geworden. Das Cover finde ich sehr gelungen- das Closeup passt sehr gut und der Ausdruck auf dem Gesicht des Mädchens wirkt für mich so vielsagend. Sie wirkt auf mich ängstlich, ratlos, hilflos, und doch so stark und so als würde sie einfach gerne alles um sie herum ausblenden. Ich fand es auf jedenfall sehr ansprechend. Die Protagonistin Chloe war für mich naja, einerseits sehr gelungen, mit ihrer teilweißen starken und disziplinierten Art- aber andererseits in sovielen Momenten zu kindisch, naiv, leichtsinnig. Andererseits habe ich mir immer wieder gesagt, dass sie ja noch sehr jung ist und in so einer Sitution ist ein gewissen Verhalten ja wohl auch sehr verständlich. Ihre Stimmungsschwankungen waren sehr nachvollziehbar und durch die gute, sehr bildhafte Beschreibung konnte ich sie mir sehr gut vorstellen. Der Entführer- der nie namentlich genannt wird, war tja, der "Held" der Geschichte. Er kümmerte sich liebevoll um Chloe, besuchte sie, kochte für sie, und nach und nach erfuhr man kleine Teile aus seinem Leben. Sollte man jemals entführt werden- er ist wohl der liebevollste Entführer, den man sich vorstellen und nur wünschen kann. Die Story an sich war dennoch etwas sehr, wie soll ich es ausdrücken, verwirrend für mich. Ein junges naives Mädchen, dass sich in seinen Entführer verliebt. Und ein Entführer, der das nach und nach zulässt und selbst solche Worte wie "sowas wie Liebe" verwendet. Für mich wirkt das ein wenig zu realitätsfern. Aber als rational denkender Mensch ist es für einen einfach unvorstellbar, dass sowas möglich ist. Man darf aber nicht vergessen, dass Chloe noch jung ist, sie hat ihren Vater verloren, hat eine Mutter, die sehr wenig Zeit hat und befindet sich nun in einer völlig unvorstellbaren und schweren Situation. Und dann bekommt man tagein, tagaus auch nur einen Menschen zu sehen und der legt einem quasi "die Welt zu Füßen". Gutes Essen, Unterhaltung, er versucht es ihr so angenehm wie möglich zu machen und zusätzlich beschreibt sie ihn als gutaussehend. Er ist der einzige Kontakt zur Außenwelt, derjenige, der für sie verantwortlich ist, derjenige der sie am Leben hält. - für mich daher sehr gut nachvollziehbar, dass es hier zu einer (wenn dich verrückten) Art der Abhängigkeit kommt. Selbst im Buch macht ihr Entführer sie ja auf das "Stockholm-Syndrom" aufmerksam, will ihr bewusst machen, dass ihre Gefühle nur eine Reaktion auf die Situation sind. Trotzdem lässt er die Nähe zu, es kommt zum gemeinsamem DVD-schauen und Küssen- als Leser finde ich es ungeheim schwer, die Grenze zu finden zwischen wahrer Verliebtheit und einer Abhängigkeit. Sind die Gefühle echt oder doch nur gespielt- will er es wirklich, tut er es für sie? Am Ende wird man dann auch noch mit einem Cliffhanger bestraft- wodurch man mit seiner Einschätzung und seinen Gedanken realtiv unbefriedigt zurückbleibt. Waren alle Gefühle Einbildung? Mochte er sie wirklich? Gibt es vielleicht doch eine Chance auf ein Wiedersehen? Diese gedankliche Weiterführung bleibt wohl dem Leser/der Leserin über. Die Story war auf ihre Art und Weise sehr packend und faszinierend- wodurch die Seiten nur so dahinschmolzen. Der Schreibstil war sehr flüssig und durch Auszüge aus Internetbeiträgen, Zeitungen - sehr interessant gestaltet und dadurch hatte man einen wunderbaren Einblick was rund um ihre Entführung in der Außenwelt passiert. Nur die Buchempfehlung "ab 13 Jahren" finde ich etwas zu früh. Da sollte man mit seinem Kind auf jedenfall nach dem Lesen darüber sprechen, dass Entführer für gewöhnlich nicht immer so nett ist und mit ihnen ihre Meinung diskutieren. Mit 13 neigt man doch schon noch sehr zur Naivität, wodurch man vielleicht einen völlig falschen Eindruck bekommt. Meiner Meinung nach sollte man doch schon etwas älter sein, um mit dem Thema umgehen zu können. Fazit: Zusammenfassend würde ich sagen, dass mich das Buch doch sehr gefesselt ist, auch wenn es ein Thema ist, das wohl eher ungewöhnlich ist. Selbst mir wurde der Entführer immer mehr sympathisch. Edeet Ravel hat es geschafft eine völlig neue Perspektive in einer Entführungs-Story zu verarbeiten. Auf jedenfall Lesenswert.    

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  • Empfehlenswert fĂĽr Leser, die gerne Themen lesen, die ĂĽber den Teller-, bzw. Buchrand, hinausgehehen

    Du liebst mich nicht
    Damaris

    Damaris

    22. May 2013 um 19:13

    Das Stockholm-Syndrom definiert ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer ein positives und emotionales Verhältnis zu ihrem Entführer aufbauen. Sie können sich sogar in ihren Geiselnehmer verlieben und mit ihm kooperieren, entwickeln ein ausgeprägtes Abhängigkeitsverhältnis und identifizieren sich mit den Motiven des Täters. Das ist schon ziemlich harter Tobak, den Edeet Ravel uns hier präsentiert. Denn für Nicht-Betroffene ist der Zustand des Stockholm-Syndroms kaum nachzuvollziehen. Warum sollte ich mich in einen Menschen verlieben, der mich gewaltsam entführt hat, mir vielleicht sogar böses will? In ihrem Roman möchte die Autorin einen Einblick in die Psyche eines Entführungsopfers geben. Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, nicht mehr frei, sondern eingesperrt zu sein. Man verspürt ein gewaltiges, unerträgliches Verlangen hinauszukommen, und je klarer man erkennt, dass es nicht geht, desto stärker wird dieses Verlangen. - Chloe, S. 55 Die Story geht damit los, dass Chloe für die polizeilichen Ermittlungen ihre Erlebnisse, während ihrer Gefangenschaft, haarklein aufschreiben soll. Sie ist somit die Ich-Erzählerin der Geschichte. Ich fand es sehr positiv, dass so schon zu Anfang klar war, wie Chloes Geiselnahme endet. Edeet Ravel konzentriert sich hier also nicht so sehr auf den Umstand, dass Chloe entführt wurde, sondern auf Chloes Gefühle - und darum geht es ja im Roman auch. Man erfährt, warum Chloe und ihre Freundin in Griechenland an einem Freiwilligenprogramm teilnehmen, ihrer Hintergründe zu Hause und den Tathergang von ihrer Entführung. Chloe wird in ein Versteck außer Landes gebracht, wohin erfährt man nicht, man kann aber eigene Schlüsse ziehen. Alles liest sich sehr echt, obwohl man sich fragt, ob Chloes Gedanken während der Entführung realistisch sind. Immer wieder spielt sie alle möglichen Schreckensszenarien durch (Folter, Tod, sexuell motivierte Entführung, usw.). Ich behaupte an dieser Stelle einfach mal, dass meiner Meinung nach kein Entführungsopfer in den ersten Stunden zu diesen komplexen Gedankengängen fähig wäre. Zu verstörend gestaltet sich die Situation. Die Gründe von Chloes Entführung werden bald aufgedeckt, sie sind plausibel und nicht abwegig. Auch ihrer Lebensumstände während der Geiselnahme sind relativ gut. Sie wird bestens versorgt und bekommt alle möglichen Zusatzwünsche erfüllt. Bald schon verwandeln sich ihre Gedanken an Flucht in Sympathie für den einen Geiselnehmen, den sie immer zu Gesicht bekommt. Besonders nach einem etwas härteren Zwischenfall entwickelt sich zwischen den beiden eine Art Pfleger/Bedürftiger-Verhältnis. War Chloe mir anfangs noch sehr sympathisch, nimmt dieses Gefühl schnell ab. Als sie ihrem Geiselnehmer (von dem man übrigens nie den Namen erfährt) bald sagt, dass sie ihn liebt sanken Chloes Sympathiewerte bei mir sofort in den Keller. Wie kann sie nur? Allgemein sind alle ihre Gedanken zum Geiselnehmer wie von einer rosa Wolke umnebelt: Ich saß auf dem Bett und schaute nach, was für Spiele auf dem Laptop waren: [...] Oh, da war auch ein Programm zum Italienischlernen; ich fand es nett, dass sich mein Geiselnehmer die Mühe gemacht hatte, es zu finden und zu installieren, und eine Woge der Zuneigung und Dankbarkeit überflutetet mich. - Chloe, S. 234 Doch genau das will die Autorin mit der Geschichte erreichen. Sie will darauf hinweisen, dass Chloes Gefühle nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Okay, ihr Geiselnehmer ist zudem noch sympathisch, ruhig, gutaussehend, umsorgend und liebenswert. Das sind alles Attribute, die Chloes Gefühle in ihrer widernatürlichen Situation - der Gefangenschaft - fördern. Ein klassisches Stockholm-Syndrom entwickelt sich. Für nicht betroffene Leser sind Chloes Gedanken und Gefühle allerdings vollkommen unverständlich. Komischerweise weiß das auch Chloes Geiselnehmer. Er weißt sie mehrmals darauf hin, dass ihre Liebe nur die Folge der Geiselnahme ist. Chloe ist über diese "Unterstellung" sogar regelrecht empört. Für mich war allerdings die Tatsache abwegig, dass Chloes Geiselnehmer sich trotzdem auf sie einlässt und romantische Handlungen zulässt. Er denkt sehr rational und ist sich dessen bewusst, dass Chloe am Stockholm-Syndrom leidet. Und dann sagt er ihr, dass er sie auch liebt? Das Buch ist zwar abgeschlossen, es endet aber relativ offen. Chloes jetzige Situation und ob sie erkennt, das ihrer Gefühle nur situationsbedingt waren - darüber kann man sich als Leser am Ende seine eigenen Gedanken machen. Man bekommt verschiedene mögliche (medizinische) Diagnosen. Für mich war die Sache aber zu jeder Zeit eindeutig. Fazit "Du liebst mich nicht" ist kein Tatsachenbericht. Das Buch schildert eine erfundene Begebenheit, die sich aber genau so ereignet haben könnte. Chloes Denkweise und das Ausleben ihrer Gefühle für ihren Geiselnehmer sind anstrengend. Die Autorin hat mit ihrem Roman das erreicht, was sie meiner Meinung nach wollte. Der Leser soll und wird erkennen, dass Chloes Gefühle sich aus der Situation ergeben haben und somit nicht echt sind. Dieser Einblick ist Edeet Ravel sehr gut gelungen. Darum eignet sich "Du liebst mich nicht" für alle Leser, die gerne mal Themen lesen, die über den Teller-, bzw. Buchrand, hinausgehen.

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  • Tief bewegend, ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte

    Du liebst mich nicht
    Charlousie

    Charlousie

    13. May 2013 um 19:40

    Entführt, gefangen … verliebt? .. »Der Inhalt« Für ein paar Wochen sind die Freundinnen Chloe und Angie in Griechenland als freiwillige Helferinnen. Kurz bevor sie abreisen, dürfen sie die Gegend auf eigene Faust erkunden. Doch sie streiten sich und Chloe zieht eines morgens alleine los, um ihre Freundin nicht zu wecken. Zunächst geht alles gut, bis sie sich mit verbundenen Augen in einer Limousine wiederfindet und ein Fremder ihr befiehlt, sich umzuziehen. Sie bekommt alles nur am Rande mit, doch per Auto und Flugzeug wird sie irgendwohin verschleppt. Sie steht Todesängste aus und fürchtet das Schlimmste. Ihr Entführer scheint gelegentlich ganz nett zu sein, doch sie weiß, dass dies nur eine Maske ist. Aber manchmal, da ertappt sie sich dabei, wie sie ihn länger anstarrt als schicklich ist und eine Anziehung von ihm ausgeht, der sie nicht widerstehen kann… »Intensiv! Tiefes und berauschendes Abtauchen garantiert« In “Du liebst mich nicht” bin ich so richtig, richtig tief abgetaucht. Ein Grund dafür, warum ich es in nur einem Stück verschlang und mich mit dem Zuklappen der Buchdeckel zunächst ziemlich orientierungslos fühlte. So versunken und gefangen war ich von dem durch und durch fesselnden Szenario, das die Autorin Edeet Ravel in ihrem Roman kreiert. Der durchweg packende Rausch entsteht durch die interessante Geschichtsidee, die unglaublich intensiv umgesetzt wurde und mir daher sehr nahe ging. Dieses wiederum wird durch den brillanten Aufbau von “Du liebst mich nicht” erzeugt. Als Leserin werde ich – genauso wie die Protagonistin Chloe – in eine neue und unbekannte Situation geworfen, mit der ich klarkommen musste oder eben nicht. Dadurch wuchs ich eng mit Chloe zusammen und fühlte dermaßen stark mit ihr mit, als wären es meine eigenen Gefühle. »Ein gelungener Rundumblick« Bei Entführungsgeschichten kann oft die Problematik einer einseitigen Handlung entstehen, was Edeet Ravel geschickt – auch durch ihren famosen Aufbau – umging, indem ich, zeitgleich und zusätzlich zu Chloes Bericht in der Ich-Form, Zeitungsartikel, Facebookeinträge und Tagebuchseiten mitverfolgte. Dieser Rundumblick verleiht “Du liebst mich nicht” eine größere Tiefe und lässt die Ereignisse insgesamt realer erscheinen. Es erscheint anormal, wie so echt, ehrlich und wahr wirkende Gefühle zwischendes Entführer und Opfer- entstehen können. Doch wer behauptet, dass das s.g. Stockholm-Syndrom wirklich nachvollziehbar wäre? Edeet Ravel hat nichtsdestotrotz eine realistische Beziehung in der Geschichte verwoben, die Hilflosigkeit, Verlangen und viel, viel Menschlichkeit ausdrückt. »Ein dunkler Sog, Herzklopfen und mehr als Unterhaltungswert« Als ich “Du liebst mich nicht” zum ersten Mal sah, ahnte ich, dass sich dahinter eine packende Geschichte verbergen könnte, die am Ende tatsächlich meinen Erwartungen mehr als gerecht wurde. Generell lese ich solche Themen gerne, weil sie die Möglichkeiten bieten, sich komplett in sie hineinfallen zu lassen, sie Herzklopfen garantieren und meistens über den bloßen Unterhaltungswert hinaus an Abgründen balancieren und mit vielen Ebenen spielen. So verwundert es mich auch nicht weiter, dass ich mich von den Seiten nicht mehr zu lösen vermochte und dem gigantischen Sog gnadenlos verfiel. Zu gerne würde ich einiges über den/die Entführer schreiben, doch ich werde nichts verraten und muss darüber leider Stillschweigen bewahren. Düstere “Machtworte” lassen sich in Edeet Ravels Roman ebenfalls finden. Unterschwellige Manipulation, irritierende Elemente und die einzige Gewissheit am Ende, dass ich nicht mehr weiß, was ich nun glauben soll und was nicht. Einfach überwältigend. »Mein Fazit« Vergesst den Alltag und lasst euch im wahrsten Sinne des Wortes in eine bombastische Geschichte entführen, die auf ihrem Pfad gespickt ist mit intensiven Gefühlen, dunklen Gedanken und verführerischen Augenblicken. Eine Geschichte, die über das normale “Ich” hinausgeht und mich mit schier unerträglicher Nachdenklichkeit und Spannung zurückließ. “Du liebst mich nicht” ist das perfekte Buch für eine Nacht oder einen Tag, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass man es auch nur einen Moment zur Seite legen möchte! Eine Delikatesse, die manche eventuell mit Vorsicht genießen sollten. Brillant, brillant, brillant! → Leseprobe! Ich verspürte einen übermächtigen Wunsch, ihn zu berühren – es war ein körperliches Verlangen wie Hunger oder Durst. S. 187, „Du liebst mich nicht“ – Edeet Ravel © cbt

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