Zweistromland - Teilung, die für immer trennen muss?
von zehr
Kurzmeinung: Wie kann es gelingen, über gemeinsame Brücken zu gehen?
Rezension
“Zweistromland“ von Edgar Bernardi ist eine trennende Geschichte zwischen Ost und West. Am Beispiel von in der Kindheit auseinandergerissenen Zwillingen versucht der Autor, mit wenig schlagkräftigen Argumenten eine eher dünne Geschichte spannend zu erzählen. Es stellt sich die Frage, braucht man in unserer Gesellschaft nach über 30 Jahren Wiedervereinigung einen solchen Roman, der alte Vorurteile neu befeuert. Schon im Covertext die Begrifflichkeit BRD zu verwenden, weißt trennende Tendenzen auf, die die Leselust dämpft . Dem so vorgeprägten Leser wird es damit nicht einfach gemacht, der stilistisch sauber ausgearbeiteten Geschichte wohlwollend zu folgen.
Beim Lesen erlebt man leider zu oft, welches Vorurteil auf der nächsten Seite befriedigt wird. Eine Geschichte, die vom Treatment her hätte spannend erzählt werden können, wird so zu einer lapidaren Familiengeschichte zwischen Besserwessis und Jammerossis. Bis zum Schluss hatte ich gehofft, dass all diese Kritikpunkte ein Stilmittel seien und am Ende aufgelöst werden. Leider war dem nicht so.
