Der Nazi & der Friseur

von Edgar Hilsenrath 
4,0 Sterne bei152 Bewertungen
Der Nazi & der Friseur
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Neue Kurzmeinungen

lisalerchers avatar

gewöhnungsbedürftig, wenn man andere bücher über den holocaust kennt. fazit: lesenswert - ein "guter magen" ist hilfreich.

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Inhaltsangabe zu "Der Nazi & der Friseur"

Edgar Hilsenraths Weltbestseller in Neuausgabe

»Ich bin Max Schulz, unehelicher, wenn auch rein arischer Sohn der Minna Schulz ...« So beginnt Edgar Hilsenraths berühmter Roman über den SS-Mann und Massenmörder, der in die Rolle seines Opfers Itzig Finkelstein schlüpft und ein angesehener Bürger und Friseursalonbesitzer in Tel Aviv wird.
»Dem Romancier Edgar Hilsenrath gelingt in ›Der Nazi und der Friseur‹ scheinbar Unmögliches – eine Satire über Juden und SS ...] Ein blutiger Schelmenroman, grotesk, bizarr und zuweilen von grausamer Lakonik, berichtet von dunkler Zeit mit schwarzem Witz.« (Der Spiegel)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423134415
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.03.2006

Rezensionen und Bewertungen

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    dominonas avatar
    dominonavor einem Jahr
    Anderer Blickwinkel

    Ja, es ist Satire und nein, ich kenne nichts in der Art. Von der SS zum Judentum - hin und wieder zurück und die Reise ist grausam verrückt. Mit guter Schreibe wird es sogar glaubhaft. Wer die Wohlgesinnten gelesen hat, wird von diesem Buch nicht so sehr überrascht sein, denke ich, aber dennoch ist es ein mutiges und gutes Buch.

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    lisalerchers avatar
    lisalerchervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: gewöhnungsbedürftig, wenn man andere bücher über den holocaust kennt. fazit: lesenswert - ein "guter magen" ist hilfreich.
    wie weit darf ein autor gehen?

    Der Nazi & der Frisör zählt zu jenen büchern, bei denen mir das lachen buchstäblich im hals stecken blieb. die geschichte wird in einer teilweise sehr derben sprache erzählt, mit grauslichkeiten wird nicht gespart.
    dem letzten drittel fehlte ein wenig das tempo und nach meinem geschmack hätte die geschichte nicht so lang auserzählt werden müssen. aber nachdem ich natürlich wissen wollte, wie der autor zum ende kommt, blieb ich selbstverständlich bis zur letzten seite dran.
    fazit: nix für schwache nerven und empfindsame gemüter - aber allemal eine spannende erfahrung, die die frage hinterlässt - wie weit darf ein autor/eine autorin bei einem derart heiklen thema gehen?

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Mag ich nicht...

    Das Buch "Der Nazi & der Friseur" war überhaupt nicht mein Fall. Da ich es nur angelesen habe und zwischendurch einige Seiten durchgeblättert hatte, werd ich es nicht in dem Sinne renzensieren, nur meinen Eindruck schildern:
    Die Sprache hat was, schmeichelnd und eingängig ist sie, beinah lapidar und nebensächlich erzählt aber dennoch so gut, dass man gerne weiterlesen möchte. Wenn der Inhalt nicht wäre.
    Ich hatte erwartet, einen Schelmenroman über die Zeit des Nationalsozialismus zu lesen.

    Entweder ist mein Humor nicht schwarz genug oder das Buch ist tieftiefschwarz. Über das erste Buch bin ich leider oder zum Glück nicht hinausgekommen. Als der sieben Wochen alte Säugling Max Schulz von seinem Stiefvater vor den Augen der Mutter sexuell mißbraucht wird, hat es bei mir aufgehört. Tapfer habe ich weiter gelesen. An der Stelle, an der die Mutter dem Stiefvater sagt, der Sohn habe einen Dachschaden und dies läge an folgendem: "Dein Sch** war ganz einfach zu groß und zu lang. Der stieß an seinen Hirnkasten an. Oder an sein Dach. Und was entstand: ein Dachschaden." war Schluss bei mir.
    An anderer Stelle wird beschrieben, dass Max von einer widerlichen, alten, häßlichen Kräuterhexe zum Sex gezwungen wird. Es ist alles so beschrieben, dass ich mich innerlich nur schütteln kann.
    Satire hin, Satire her - ich konnte mit den gelesenen Kapiteln nichts anfangen, es hat mich angeekelt. Nun könnte man sagen, lies doch mal weiter, das ist ein gutes Buch, das wird besser, das erste Kapitel ist schockierend, gib mal nicht so schnell auf. Nur: Muss ich das? Nein, ich muss nicht. Ich mag das Buch nicht. Punkt.
    Und widme mich lieber anderen Büchern, die mir gut tun. 

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    awogflis avatar
    awogflivor 7 Jahren
    Rezension zu "Werke / Der Nazi & der Friseur" von Edgar Hilsenrath

    Ein sehr empfehlenswertes Buch, das das Thema Nationalsozialismus aus völlig neuer Sichtweise aufrollt: aus der Sicht des Täters und Mitläufers. Sehr gut geschrieben teilweise sehr (selbst)ironisch und erklärt sehr gut wie so was passieren kann, ohne die Täter zu entschuldigen. Lesenswert!!

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    Bibipianos avatar
    Bibipianovor 7 Jahren
    Rezension zu "Werke / Der Nazi & der Friseur" von Edgar Hilsenrath

    Ein sehr wichtiges und lesenswertes Buch.

    Der Schockzustand klingt erst langsam ab.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Nazi & der Friseur" von Edgar Hilsenrath

    Der Nazi und der Friseur ist ein böser Roman, in dem Hilsenrath zum einen die Klischees über Juden gezielt überspitzt, um die Absurdität dieser zu verdeutlichen und zum anderen die Tätermotive im Nationalsozialismus anhand seiner Hauptfigur Max Schulz offenlegt

    Nur ein Jude, der den Holocaust überlebt hat, darf wohl solch ein satirisches, von böser Ironie durchzogenes Buch schreiben. Als Leser traut man sich kaum zu lachen, geschweige denn, sich ständig zu fragen, ob Max Schulz mit seiner "neuen" Identität wohl durchkommt und straffrei bleibt.

    Leider blieb Der Nazi und der Friseur viel zu lange ungewürdigt. Erst Jahre nach der Veröffentlichung in den USA fand sich ein deutscher Verleger, der sich des Manuskripts annahm. Dass der Roman die Gemüter spaltet, ist verständlich, jedoch erfährt er meines Erachtens nicht die notwendige Anerkennung, die ihm gebührt.

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    Zibbi1987s avatar
    Zibbi1987vor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Nazi & der Friseur" von Edgar Hilsenrath

    Sie werden beinahe gleichzeitig geboren, wachsen nebeneinander auf, sind die besten Freunde, der eine, Max, geht immer beim anderen, Itzig, aus und ein, wird wie ein Mitglied der Familie behandelt, in die Synagoge mitgenommen, mit den Sitten und Gebräuchen eines normalen assimilierten jüdischen Familienalltags vertraut gemacht. Als es soweit ist, tritt Max bei Finkelstein als Friseurlehrling ein - und nicht bei seinem Stiefvater, der direkt gegenüber ebenfalls einen Friseurladn betreibt.

    Kurz: man kann sich kaum vorstellen, was den dunklen, glubschäugigen Max mit der Hakennase und den blonden, bläuäugigen, hochgewachsenen Itzig trennen könnte. Doch wir haben die Dreißigerjahre, und da kommt einer mit dem Stock, und der gibt all denen Macht, die sie vorher nicht hatten - also wird aus Max Schulz ganz rasch ein SS-Mann, der dann in einem Lager in Polen seine Pflicht tut. Seine Pflicht, die er auch dann tut, als die Finkelsteins eingeliefert werden. Da tut er sie sogar besonders eifrig.

    Nach dem Krieg aber ist es plötzlich gar nicht mehr so gut, unter den ersten gewesen zu sein, die die Zeichen der Zeit erkannt hatten; aber ... sieht Max nicht eigentlich aus wie ein Jude? Und weiß er nicht, wie sich ein Jude zu benehmen hat, spricht er nicht Jiddisch, sogar ein wenig Hebräisch? Und weiß er nicht schließlich selbst mit absoluter Gewissheit, dass der, dessen Namen er sich angeeignet hat, ihn nicht mehr braucht?

    Und so wird aus dem Massenmörder Max Schulz der Jude Itzig Finkelstein, der sich erst in Berlin als Schwarzhändler einen Namen macht und dann auf der Exodus nach Isreal auswandert. Und was soll er dort schon machen? Ja, richtig - einfach einen Friseursalon. Und natürlich nebenbei in der berüchtigten Terrorgruppe Schwarz mit agiert, einen wesentlichen Vorstoß im Befreiungskrieg erzielt, heiratet, und immer noch die Zeitungsunterlagen nach dem Namen Max Schulz durchsucht...

    Das Buch ist zum Teil eine herbe Satire, da es die damaligen Umstände des 2. Weltkrieges versucht "lustig" bzw. sarkastisch darzustellen. Und ich persönlich fand, dass es ein kleiner Beigeschmack war. Andererseits ist die Naivität des Max Finkelstein wiederum so herrlich, dass man sich nur ausschütten kann, auch wenn es eben diese damalige Problematik des 2. Weltkrieges widerspiegelt.

    Lesenswert

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    Kerstigers avatar
    Kerstigervor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Nazi & der Friseur" von Edgar Hilsenrath

    Ui - so manches Mal habe ich beim Lesen stocken und erstmal tief durchatmen müssen – so eine Geschichte darf auch nur ein Jude selbst erzählen, und selbst dann ist es noch skandalträchtig (zumal das Buch vor 30 Jahren etwa veröffentlicht wurde – wie mag es damals aufgenommen worden sein?), aber es war auch schlichtweg faszinierend, im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend! Knallhart erzählt, abstoßend und dennoch fesselnd – ich werde das Buch nie vergessen!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Nazi & der Friseur" von Edgar Hilsenrath

    Dieses Buch lässt sich sehr gut weglesen, aber es wird sicherlich nicht jedermanns fall sein, da es doch etwas sehr schwarz geschrieben ist. Mein Fazit ist aber, jedem der einen gesunden schwarzen Humor besitzt kann man dieses Buch empfehlen. Die Story ist gut geschrieben und auch vom Spannungsfaktor geht es nicht erst auf Seite 50 los sondern man ist bereits nach den ersten paar Seiten gefesselt.

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    Tweetywoman76s avatar
    Tweetywoman76vor 10 Jahren
    Rezension zu "Der Nazi & der Friseur" von Edgar Hilsenrath

    Eine schwarze Satire über Juden und Nazis - als Leser sollte man sich von Beginn an dessen bewusst sei, sonst behält das Buch einen faden Beigeschmack.

    Kein Wunder, dass sich deutsche Verlage schwer taten, Hilsenraths Werk zu veröffentlichen. Denn: was nicht sein kann, das nicht sein darf ?!
    Dennoch, mich hat Hilsenraths "Der Nazi & der Friseur" sehr angesprochen, zumal ich es nicht als Absurdum sehe, dass sich Täter in Opfer verwandeln, um ungeschoren davon zu kommen. Sein Schreibstil ist derb und lakonisch, doch gerade deshalb regt er zum Nachdenken an.

    Ein Buch, das aufgrund seiner Andersartigkeit bewegt, setzt es sich doch auf scheinbar völlig absurde Weise mit der Bearbeitung des Holocausts auseinander.

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