Edgar Keiser Skylla (Horror Stories 3)

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Inhaltsangabe zu „Skylla (Horror Stories 3)“ von Edgar Keiser

HORROR STORIES umfasst einen Zyklus von Kurzgeschichtensammlungen. Das Genre „Horror“ wird dabei weitläufig interpretiert; die Grenzen zu „Thriller“, „Fantasy“, "Mystery" und „Science-Fiction“ bleiben fließend. Konzeptionell stellen die gesamten Buchtitel einen Bezug zur griechischen Mythologie her, die in ihrer Vielfalt dem Horrorgenre thematisch seit jeher reichlich Inspiration liefert. Der vorliegende Band SKYLLA: Neun Horrorgeschichten zwischen Skylla und Charybdis. Die Geschichte von dem letzten Überfall und der belesenen Polizistin Die Geschichte vom Ende der Welt Die Geschichte von dem Mann, der einen leichten Schlaf hatte Die Geschichte von dem Riesen, der den Urknall erwartete Die Geschichte von der Adresse, die es nicht gab Die Geschichte von der Straße im Niemandsland Die Geschichte von der Tür, die man nur im Dunkeln fand Die Geschichte von der Anhalterin, die Kuscheltiere mochte Die Geschichte von dem Mann, der nicht gewinnen konnte Leseprobe aus Der vergessene Gast: Von Zeit zu Zeit fragte sich Larry Evans, wie lange er wohl noch einfach so die lange Kellertreppe würde hinabsteigen können. Und anschließend möglichst wieder hinauf. Immerhin war er ein alter Mann, alleinstehend, und wenn ihm im Keller einmal etwas zustoßen sollte - ein Herzanfall beispielsweise -, dann wäre es um ihn geschehen. Da er seinen Haushalt noch immer allein führte, würde er dort erst nach Wochen, wenn nicht nach Monaten gefunden werden. Wenn überhaupt. Aber solange sein Weinkeller noch solche Schätze enthielt, wie er sie tief unter der Erde hütete, würde er jedes Wagnis eingehen. Also machte er sich auf den Weg, denn heute war Sonntag. Sonntags gönnte er sich stets eine gute Flasche. Vorsichtig stieg er die Treppe hinab, sehr darauf bedacht, keinen falschen Schritt zu machen. Die Stufen waren schmal und gingen steil nach unten. Ein einziger Fehltritt konnte genau das nach sich ziehen, was er sich des Öfteren schaudernd ausmalte. Als er die Strecke fast hinter sich gebracht hatte, spürte Larry einen kühlen Luftzug. Er empfand ihn als sehr angenehm, aber nur bis zu dem Augenblick, als er die Kellertür oben mit einem lauten Knall ins Schloss fallen hörte. Die Erschütterung ließ das Licht der uralten Glühbirne unregelmäßig flackern, und dann wurde es dunkel. Larry befand sich in tiefstem Schwarz. Er blieb eine Weile stehen und versuchte, seine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Da jedoch nicht das kleinste Fünkchen Licht den Weg in den Keller fand, konnte er auch noch nach einigen Minuten nicht das Geringste erkennen. Zähneknirschend beschloss er, wieder nach oben zu gehen. Ächzend stieg er Stufe für Stufe die Treppe wieder empor, wobei er mit einer Hand an der grob gemauerten Wand Halt suchte. Die Steine in der Wand fühlten sich kalt und feucht an. Umso verblüffter war er, als seine Finger plötzlich über Holz glitten, was auf eine Tür schließen ließ. Tatsächlich gab es auch einen Türgriff. Larry wusste, dass sich an dieser Stelle keine Tür befinden konnte, aber in seiner Hand lag ohne Zweifel ein massiver Türgriff, den er jetzt langsam drehte. Knarrend öffnete sich die Tür, und sofort wehte ihm ein modriger Geruch entgegen. Falls es eine Steigerung von absoluter Dunkelheit gab, dann lernte er sie in dem Moment kennen, als er durch die Tür ging. Hier herrschte tintenschwarze Finsternis, die fast körperlich spürbar war und ihm schier die Luft zum Atmen nahm. Er musste zurück. Keuchend drehte er sich um, prallte jedoch nur gegen die steinerne Wand. Hektisch fuhr er mit seinen Händen über die Steine, tastete mit immer schnelleren Bewegungen die Wand ab, fand aber die Tür nicht mehr. Sie war einfach nicht mehr da. Er holte tief Luft, beruhigte sich etwas und ging nun systematisch die Wand entlang, die er in Kopfhöhe abtastete. Nach einigen Schritten traf er auf eine Ecke und musste die Richtung ändern. Ein paar Ecken später hatte er vollständig die Orientierung verloren und wusste nicht mehr, von welcher Wand aus er gestartet war.

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