Edgar Noske

 3.9 Sterne bei 134 Bewertungen
Autor von Der Fall Hildegard von Bingen, Der Bastard von Berg und weiteren Büchern.

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Der Fall Hildegard von Bingen

Der Fall Hildegard von Bingen

 (41)
Erschienen am 01.08.2004
Der Bastard von Berg

Der Bastard von Berg

 (25)
Erschienen am 23.10.2008
Das Erbe des Papstes

Das Erbe des Papstes

 (9)
Erschienen am 10.04.2007
Die Eifel ist kälter als der Tod

Die Eifel ist kälter als der Tod

 (5)
Erschienen am 24.10.2016
Endstation Eifel

Endstation Eifel

 (4)
Erschienen am 08.11.2004
Im Dunkel der Eifel

Im Dunkel der Eifel

 (4)
Erschienen am 01.10.2007
Nacht über Nippes

Nacht über Nippes

 (4)
Erschienen am 01.01.1994

Neue Rezensionen zu Edgar Noske

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Ginevras avatar

Rezension zu "Der Fall Hildegard von Bingen" von Edgar Noske

Die Mystikerin und ein Mord
Ginevravor 2 Jahren

Rheinhessen, im Jahre 1147: im Kloster Disibodenberg brodelt es. Abt Kuno ist wütend, denn die Nonne Hildegard strebt nach Unabhängigkeit ihres kleinen Frauenkonvents, das dem Männerkloster angegliedert ist. 
Hildegard ist als Heilerin bereits eine derartige Berühmtheit, dass sie dem Kloster zu guten Einnahmen verhilft - die Kuno ihrer Meinung nach nicht gerecht nutzt, denn die Nonnen leben sehr beengt und ärmlich, im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen. Hildegard möchte ein eigenes Kloster gründen, wie es ihr in einer Vision erschienen ist: in der Nähe von Bingen, auf dem Rupertsberg. Dort hätte sie Platz, um viele gut betuchte Novizinnen aus adligen Familien aufzunehmen, und um zahlende Gäste mit ihrer Heilkunst gesund zu pflegen.
Kein Wunder, dass Kuno alles daran setzt, um Hildegards Auszug zu verhindern! Dazu sind ihm buchstäblich alle Mittel Recht.

Jahrzehnte später sorgt ein verscharrtes Skelett im frisch eröffneten Kloster Rupertsberg für Rätsel... wer ist dieser Tote, und welche Rolle spielen Kuno und Hildegard bei seiner Tötung? 

Edgar Noske, geb. 1957, gest. 2013, hat einige historische Romane verfasst, die im Kölner Raum spielen. Starke Frauenfiguren haben ihn immer fasziniert - so wie die berühmte Mystikerin Hildegard von Bingen. In seinen Romanen verwendet er viele historisch belegte Fakten und einige Fachbegriffe, die aber im Anhang erläutert werden.

Mich hat dieser Roman sehr gut unterhalten, da er in einer bildhaften, lebendigen und humorvollen Sprache geschrieben ist. Ein paar Mal musste ich über die knackigen Sprüche der Mönche sehr lachen - dadurch wurden mir die Figuren sehr nahe gebracht!
Was mir persönlich etwas zu kurz kam, sind Infos über Hildegards Heilkunst. Der Schwerpunkt liegt eher auf dem Ränkespiel des Abtes Kuno und dem politischen und wirtschaftlichen Geschick der Hildegard, das mich wirklich erstaunt hat. Sie war außerdem eine richtige Universalgelehrte, die z.B. ein Gerät zum Destillieren von Wasser entwickelte, welches sie dann teuer als "Weihwasser" verkaufte.

Insgesamt gesehen ist es ein empfehlenswerter Roman, der mit viel Liebe und Humor geschrieben wurde - schade, dass dieser tolle Autor nicht mehr lebt...

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die spannende Geschichten mit wahrem historischem Hintergrund lieben!





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karatekadds avatar

Rezension zu "Der Fall Hildegard von Bingen" von Edgar Noske

Niemand ist ohne Schuld. Nicht einmal Hildegard
karatekaddvor 3 Jahren

Ein Krimi aus dem Mittelalter

Im Jahre 1177 wird am Rupertsberg eine skelettierte männliche Leiche gefunden. Sie ist groß gewachsen, hat starke Knochen und gesunde Zähne. Dieser Mann war wohl ein Adliger, denn diese waren durch die ritterliche Kampfausbildung gestählt und durch verhältnismäßig abwechslungsreiche Kost auch ziemlich gesund.

Doch der Rupertsberg ist nicht einfach ein Berg: Auf ihm steht das Kloster, welches sich eine berühmte Frau erstritten, erschrieben und "ersehen" hat: Hildegard von Bingen. Sie hatte im Jahr 1147 die Anerkennung als Visionärin von Papst Eugen erhalten. Abt Kuno, der Vorsteher des Klosters vom Disibodenberg. Lange wehrt die Auseinandersetzung, aber dann geht der bau auf dem Ruperstsberg los, gestützt von der Markgräfin von Stade, Mutter der Lieblingsschülerin Richardis.

Im Jahr 1177 kommt der Mönch Wibert als Sekretär auf den Rupertsberg. Er verehrt die gelehrte und heilkundige Meisterin und er ist neugierig. Was hat es mit der Leiche auf sich?


* * *
Natürlich kann man auch Biografien lesen. Oder Wikipedia bemühen.Aber so ein relativ schmaler Roman, der zudem eine Kriminalgeschichte enthält, hilft auch schon mal dabei, etwas über die von Papst Benedikt XVI. in den Rang einer Doctor Ecclesiae universalis, einer Kirchnlehrerin erhobenen Hildegard von Bingen zu erfahren (wiki).

Starke Frauenfiguren ziehen Autoren und auch Regisseure an. Keine geringere als Margarethe von Trotta hat, wieder einmal mit Barbara Sukowa, im Jahr 2008 den Film Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen heraus gebracht.* Mich auch.


* * *
In den zwei oben bereits genannten Zeitebenen spielt das Buch. Edgar Noske zeichnet das Klosterleben der Möche und Nonnen in vielen Schattierungen. Der Geiz des Abtes vom Disibodenberg, die Entbehrungen beim Klosterbau am Rubertsberg. In einem Roman dürfen Konflikte nicht fehlen. Der zwischen der Mutter Oberin Hildegard und ihrer Lieblingsschülerin Richardis, der mit Abt Kuno und der mit Wibert ziehen sich durch das ganze Buch. Weniger angesprochen hat mich das Thema der Visionen, aber dies ist ja nun bei der heiligen Hildegard nicht wegzudenken. Hildegard von Bingen hat auch medizinisch gewirkt und die Heikraft von Pflanzen mit der bekannten medizinischen Wissenschaft in Verbindung gebracht. Das wird auch in diesem Roman sehr schön erzählt. Durch Rückblicke wird die Spannung immer fortgesetzt, die kommt auch im Betragen des Chronisten Wibert sehr zum Ausdruck.

Der neugierige Wibert, die schwärmerische Richardis, die gestrenge Hildegard, die Figuren treten plastisch hervor, genau wie Kuno oder auch dessen Intrigen spinnende Sekretär Herbrand, der ihn erpresst.


* * * 

Edgar Noske hat mehrere Mittelalter-Romane geschrieben, vor allem auch über Köln. Der 1957 geborene Autor starb bereits im Jahr 2013.

Das Buch (2003) hat der Emonsverlag im Jahr 2015 neu verlegt.


DNB / Emons Verlag / Köln 2015 / ISBN-13: 9783954514274 / 305 Seiten


© KaratekaDD

* siehe auch Hannah Ahrendt (Film) und die Rezension zu Alois Prinz` Beruf Philosophin oder die Liebe zur Welt.

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cookielinchens avatar

Rezension zu "Der Fall Hildegard von Bingen" von Edgar Noske

Rezension zu "Der Fall Hildegard von Bingen" von Edgar Noske
cookielinchenvor 7 Jahren

Dieses Buch erzählt die Geschichte über den Bau des Klosters dem Hildegard von Bingen vorstand. Sie erzählt ihre Geschichte und deckt einige Geheimnisse auf, die sie Jahre lang mit sich herum getragen hat. Zwar ist die Handlung frei erfunden, aber dafür weiß der Autor wie man die Spannung aufrecht erhält. Es beschreibt den Kampf darüber wie H. v. Bingen versuchte unabhängig von den Männern zu werden, ihre Liebe zu Gott und ihre Liebe zu den Nonnen die in ihrem Kloster leben und über eine Liebe die es niemals hätte geben dürfen.

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