Edgar Rai Die Gottespartitur

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Inhaltsangabe zu „Die Gottespartitur“ von Edgar Rai

Zuerst nimmt Gabriel Pfeiffer den schüchternen Geistlichen nicht ernst, der ihn auf der Buchmesse anspricht: 'Es geht um Gott!" – möglicherweise habe er eine bedeutende Entdeckung gemacht. Was soll der erfahrene Literaturagent damit anfangen? Erst als er Tage später in einer Zeitungsnotiz liest, dass ebenjener Seminarist Matthias tot in einer bayerischen Dorfkirche gefunden wurde, zieht ihn die Geschichte in den Bann: in ihrem Zentrum ein geheimnisvolles Manuskript, das schon um 1780 den Wissenschaftler Charles Burney elektrisierte. Auf seiner Suche bereiste der Gelehrte halb Europa, bis ihm das kostbare Stück in Bologna endlich in die Hände fiel. Das Aufsehenerregende ist: Es zog eine Spur des Todes hinter sich her, ein jeder Besitzer verstarb auf mysteriöse Weise. Diese Geschichte lässt Gabriel nicht mehr los. Er recherchiert in den Archiven von London und in dem bayerischen Dorf. Was er findet, ist mehr als eine gute Story: Es geht um Gott, wie prophezeit. Es geht um den Glauben, um Gewissheit und Liebe - und am Ende um Leben und Tod.

Stilistisch witzig, inhaltlich klug, atmosphärisch grau – und rundherum sympathisch.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

"Handwerklich" gute gepflegte Langeweile mit zuviel Zynismus.

— R-E-R

Ein tolles Buch für alle, die Zynisches mögen und Lust auf "mal was ganz anderes" haben.

— sursulapitschi

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  • Buchverlosung zu "Die Gottespartitur" von Edgar Rai

    Die Gottespartitur

    Berlin_Verlag

    In unserem "Adventskalender" #24BerlinerBuchhandlungen hat sich heute Edgar Rais DIE GOTTESPARTITUR versteckt. Gewinnen könnt ihr es auf zweierlei Art. Entweder ihr folgt diesem Link: bit.ly/adventskalender-04 Oder ihr schnappt euch ein zweites Exemplar, das wir wieder unter allen LovelyBookern verlosen, die obigen Link in einem ihrer sozialen Netzwerke teilen und dies hier belegen. (Screenshot, Link) Und darum geht's: in der GOTTESPARTITUR: Zuerst nimmt Gabriel Pfeiffer den schüchternen Geistlichen nicht ernst, der ihn auf der Buchmesse anspricht: »Es geht um Gott!" – möglicherweise habe er eine bedeutende Entdeckung gemacht. Was soll der erfahrene Literaturagent damit anfangen? Erst als er Tage später in einer Zeitungsnotiz liest, dass ebenjener Seminarist Matthias tot in einer bayerischen Dorfkirche gefunden wurde, zieht ihn die Geschichte in den Bann: in ihrem Zentrum ein geheimnisvolles Manuskript, das schon um 1780 den Wissenschaftler Charles Burney elektrisierte. Auf seiner Suche bereiste der Gelehrte halb Europa, bis ihm das kostbare Stück in Bologna endlich in die Hände fiel. Das Aufsehenerregende ist: Es zog eine Spur des Todes hinter sich her, ein jeder Besitzer verstarb auf mysteriöse Weise. Diese Geschichte lässt Gabriel nicht mehr los. Er recherchiert in den Archiven von London und in dem bayerischen Dorf. Was er findet, ist mehr als eine gute Story: Es geht um Gott, wie prophezeit. Es geht um den Glauben, um Gewissheit und Liebe - und am Ende um Leben und Tod. VIEL GLÜCK!

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    • 8

    Huschdegutzel

    05. December 2014 um 17:40
  • Wunderschöner Schreibstil, auch wenn etliche Fragen offen blieben

    Die Gottespartitur

    IraWira

    03. August 2014 um 18:53

    Ich war hellauf begeistert, als ich "Die Gottespartitur" las, die ich dann auch in Windesweile durchlas - um im Zuklappen dann festzustellen, dass mir letztlich Handlung fehlte. Irgendwie fehlte mir das Highlight, der wirkliche Höhepunkt. Das dramatischste Ereignis des Buches wird innerhalb weniger Seiten fast nebenbei abgehakt und beschert zumindest mir dann auch noch ein etwas unbefriedigendes Ende. Aber einmal zurück zum Anfang des Buches - Gabriel, der Protagonist, ist wahrlich kein Sympathieträger mit seiner stets gereizten und unverbindlichen Art, auch wenn man ihn im Laufe des Buches immer besser kennenlernt und viel zu gut versteht, warum er so geworden ist, wie er ist. Seine Assistentin Leonore hingegen ist sein Fels in der Brandung, sie sorgt für ihn, sie sorgt sich um ihn und nebenbei ist sie offensichtlich auch noch eine liebenswerte und sympathische Persönlichkeit, die viel Eindruck auf die Männer in ihrer Umgebung macht. Leonore hält alles am Laufen, sie ist der Ausgleich zu Gabriels Art und unterstützt ihn, wo sie nur kann. Ich war von Anfang an begeistert von der wunderschönen Sprache und dem Schreibstil des Autors, die für mich auch den Hauptreiz dieses Buches ausmachen. Es findet viel innere Handlung statt und manche Dinge, die im Zuge des Romans angesprochen werden, insbesondere die Erinnerungen Gabriels an seine Kindheit/Jugend im Internat lassen den Leser fassungslos zusammenzucken und wütend werden, aber mir fehlte trotz der vielfältigen Handlungsstränge, die das Buch umreisst, manches Mal einfach eine äußere Handlung, die die innere insbesondere im Hinblick auf Gabriel widerspiegelt. Einiges von der äußeren Handlung hingegen, die dann stattfand, empfand ich als irritierend, weil es für mich aus dem Nichts kam. Für mein Empfinden bleiben letztlich doch auch noch zu viele Fragen offen, auch wenn ich mich nach einiger Zeit mit dem Ende des Buches ausgesöhnt hatte. Alles in allem, gerade durch diese zwiespältigen Gefühle, die das Buch in mir hervorgerufen hat, kann ich es empfehlen, es besticht ganz klar durch den wunderbaren Schreibstil und die plastische Weise, in der alles dargestellt wird und bringt den Leser zum Nachdenken. Kein alltäglcihes Buch, aber ein schönes.

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  • Glaubenszweifel

    Die Gottespartitur

    hundertwasser

    Eine geheimnisvolle Partitur, ein mysteriöser Todesfall und ein jahrhundertealtes Geheimnis. Klingt zunächst nach einer Räuberpistole á la Dan Brown, kommt aber aus der Feder von Edgar Rai. Dieser hat bislang eher leichte Sommerromane geschrieben (z.B. „Nächsten Sommer“) um nun den Genrewechsel zu wagen. Dieser ist ihm – um das gleich vorauszuschicken – durchaus gelungen. Er erzählt vom Star-Literaturagenten Gabriel Pfeiffer, der im Trubel der Frankfurter Buchmesser von einem jungen Mann ein Manuskript erhält. Den wirren Worten des Adoleszenten schenkt er keine große Bedeutung, bis dieser tot in der Kapelle seines Seminars liegt. Gabriel forscht auf eigene Faust nach und stößt auf eine heiße Spur: Könnte es die sogenannte „Gottespartitur“ tatsächlich geben – ein Musikstück das die Existenz Gottes beweisen könnte? Was sich auf dem Papier noch nach atemloser Hatz, gedungenen Verschwörern und eben ganz nach Dan Brown anhört, ist in Wahrheit ein ruhiger Roman über einen alternden Literaturagenten, seine Zweifel und die Frage, ob es Gott tatsächlich geben kann. An einer Stelle lässt Edgar Rai seine Protagonisten bemerken, dass Dan Brown diese Geschichte sogar höchstwahrscheinlich gelangweilt hätte. Mich hat sie es auf gar keinen Fall. Ein spannender und gut erzählter Roman, bei dem schon das stimmungsvolle Cover Lust auf mehr macht. Rai ist ein Roman gelungen, der sich nicht in überzogenem Budenzauber verliert, sondern der seinen Fokus auf die Protagonisten und ihre Befindlichkeiten legt. Eine gelungene Alternative zu all den hektischen, dutzendfachen Vatikan-Schnellschüssen, der sich dem Thema des Glaubens und Zweifelns widmet. Gerne darf Edgar Rai noch mehr Romane in diese Richtung schreiben!

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    • 2

    Floh

    22. July 2014 um 15:36
  • Auf der Suche nach Gottes wahrhaftigem Wesen

    Die Gottespartitur

    misswinniepooh

    20. July 2014 um 22:55

    Auf der Suche nach Gottes wahrhaftigem Wesen Der gesundheitlich angeschlagene Literaturagent Gabriel Pfeiffer bekommt auf der Frankfurter Buchmesse Besuch von dem jungen geistlichen Seminaristen Matthias Göttker, der ihm von einer wichtigen und unglaublichen Entdeckung im Nachlass des englischen Musikers Charles Burney die er gemacht hat erzählt. Es gehe um Gott, mehr sagt er nicht und übergibt Gabriel einen braunen Umschlag mit weiteren Hinweisen, die der Atheist Gabriel aber zunächst achtlos weglegt. Bis er durch eine kleine Zeitungsnotiz vom mysteriösen Tod Matthias Göttker erfährt. Damit ist jetzt doch seine Neugier geweckt . Er läßt in Frankfurt samt Assistentin Leonore alles stehen und liegen und fährt nach Bayern um Näheres zu erfahren. Diese Reise führt den bekennenden Atheisten nicht nur in seine eigene Vergangenheit in einem katholischen Internat zurück sondern bringt ihn auch an seine eigenen Grenzen und darüber hinaus.Den als Glaubenszyniker der er in den Jahren geworden ist, sich auf die Suche nach Gott zu begeben enthält doch etwas an Sprengkraft. Zugegeben die Story nach dem Gottesbeweis ist nicht neu, und stellenweise hat mich das Buch an Max Bronski´s : Der Tod bin ich erinnert, aber der Autor schafft es mit präziser Sprache und spannendem Erzählstil das man immer weiter lesen will. Durch diese kristallklare Schlichtheit verleiht der Autor seinem Hauptprotagonisten gleichzeitig tragische Würde und zarte Komik. Oder wie es Gabriel Pfeiffer formulieren würde: Die Chemie dieses Romanes stimmt, die Energie ist die richtige. Wer also mal eine etwas ungewöhnlichere Geschichte und etwas völlig anderes lesen möchte, ist hier genau richtig.

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  • 'So ist er, der Mensch. Kann einfach nicht hinnehmen, kein Teil eines Masterplans zu sein.'

    Die Gottespartitur

    sabatayn76

    20. July 2014 um 16:43

    Inhalt: Der 17-jährige Matthias sucht auf der Frankfurter Buchmesse den Literaturagenten Gabriel Pfeiffer auf und erzählt ihm, dass er möglicherweise eine bedeutsame Entdeckung gemacht hat. Er überreicht Pfeiffer einen Umschlag, doch der Literaturagent scheint nicht sonderlich interessiert zu sein. Zwei Tage später liest Pfeiffer in der Zeitung vom Tod des jungen Mannes: dieser wurde tot in einer Kapelle gefunden, sowohl ein Suizid als auch ein Gewaltverbrechen wurden ausgeschlossen. Pfeiffers Neugier ist nun geweckt, und er macht sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Dokument, das angeblich den Beweis für die Existenz Gottes liefern kann. Mein Eindruck: 'Die Gottespartitur' beginnt sehr spannend mit dem Erscheinen Matthias' auf der Buchmesse, doch wird im Verlauf eher langatmig. Erst auf Seite 89 hat es mich richtig gepackt, denn mit dem Zeitungsbericht über Matthias' plötzlichen Tod nimmt das Buch sehr an Fahrt auf und wurde so spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Edgar Rai schreibt anspruchsvoll, seine Sprache wirkt aber für mein Empfinden bisweilen zu gestelzt und zu bemüht. Inhaltlich fand ich das Buch sehr gelungen, Pfeiffers Getriebenheit und Besessenheit wirkten glaubwürdig und überzeugend. Auch das Ende fand ich gelungen und gut konstruiert. Mein Resümee: Etwas zäher Einstieg, dann ein sehr fesselnder und spannender Roman.

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  • Kann es tatsächlich eine Musik geben, die den Hörer Gott sehen läßt?

    Die Gottespartitur

    Gruenente

    16. June 2014 um 19:40

    Gabriel Pfeiffer ist ein deutscher Top-Literaturagent, der die Freude am Leben verloren hat. Während der Frankfurter Buchmesse kommt ein junger Mann auf ihn zu, gibt ihm ein paar beschriebene Seiten und stammelt etwas von Suche nach Gott. Gabriel ist davon recht genervt, wie von eigentlich allem. Ein paar Tage später liest er zufällig, daß der junge Mann tot aufgefunden wurde. Jetzt versucht Gabriel der Sache auf die Spur zu kommen. Er reist nach Bayern, London   wieder zurück. Dabei überlässt er seiner treuen Assistentin Leonore die gesamte Verantwortung für die Agentur. Seine eigene Jugend verbindet sich mit den Geschehnissen. Kann es tatsächlich eine Musik geben, die den Hörer Gott sehen läßt? Ein kurzweiliger Roman, der interessante Einblicke in den deutschen Literaturbetrieb gibt. „ Das Hören von Musik hat direkten Einfluss auf das zentrale Nervensystem. Das Spektrum und die Intensität der Emotionen, die durch Musik getriggert werden – seelisch Erschütterungen, wenn sie so wollen -, greifen weit über das hinaus, was Literatur oder Malerei vermögen.“  Gibt der erdachte Professor für Neurophysiologie von sich. Das kann ich nur unterstreichen. Die anderen Leser mögen es mir nachsehen. Musik hat auf mich eine viel unmittelbarere Wirkung als Literatur. Allerdings hallt Literatur länger in mir nach. Ich weiß nicht so ganz was dieses Buch für ein Ziel hat, einen Nachhall hat es aber durchaus bei mir erzeugt.

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  • In der Eingeweideebene

    Die Gottespartitur

    R-E-R

    17. May 2014 um 17:57

    “Nach ihrem ersten Jahr in der Agentur hatte Leonore ihm einmal gesagt, dass dies die Art sei, wie er ein Manuskript beurteile: dass er es betrete, wie ein Blinder einen Raum betritt, ausgestattet mit einem Sensorium, das Sehenden unzugänglich bleibe. Bis heute ist sie davon überzeugt, dass darin der Grund für seinen Erfolg liegt: die Eingeweideebene. Niemand erkenne wie er, ob die Chemie eines Romans stimme, ob die Energie die richtige sei. An der handwerklichen Ausführung könne man so lange herumschrauben, bis es passt. An der Chemie nicht.” Gabriel Pfeiffer ist der erfolgreichste deutsche Literaturagent. Gerade hat ein neuer Starautor, den er entdeckt hat, den Deutschen Buchpreis erhalten. Die Verleger stehen auf der Frankfurter Buchmesse Schlange um bei ihm weitere Bestseller zu ergattern. Als der junge Mathias ihm das Exposé für ein Buch anbietet (“weil wir dieselbe Leidenschaft teilen“), bei dem es um eine “große Entdeckung im Bereich des Glaubens” geht, wimmelt er ihn kurzerhand ab. Zwei Tage später erfährt er vom überraschenden Tod des siebzehnjährigen. Ein Tod, den der Junge im Gespräch vorausgeahnt hatte. Gabriel macht sich kurz entschlossen auf den Weg in die bayerische Provinz um herauszufinden woran der Klosterschüler gestorben ist. Eigentlich hat Edgar Rai das Urteil über seinen Roman selbst formuliert. “Dan Brown würde gelangweilt die Nase rümpfen” lässt er die Hauptfigur Gabriel Pfeiffer auf Seite 292 denken. Ein Gedanke der mir schon sehr viel früher durch den Kopf ging. Die Hoffnung, dass doch noch irgendwann der Knoten platzt und die gepflegte Langeweile weicht, ließ mich weiterlesen. Aber die Chemie, um mit dem eingangs zitierten Absatz aus dem Buch zu sprechen, stimmt einfach nicht. Edgar Rai “kann schreiben”, wie es die Assistentin Gabriel’s Leonore ausdrücken würde. Der Stil ist zwar ungewöhnlich (Rai schreibt in der Erzählperspektive im Präsens), aber an seiner “handwerklichen Ausführung” gibt es nichts auszusetzen. Seine Sprache ist nüchtern und reduziert, die Sätze kurz und prägnant. Einzelne Sprachbilder sind wunderschön: “Er blickt seiner Assistentin nach, beobachtet, wie sich ihr der Raum unterwirft. Gabriel fragt sich, in welcher Gestalt eine wie Leonore wohl beim nächsten Mal wiedergeboren wird. Als Liebeslied vermutlich”. Das das Buch in Schönheit stirbt, hat meiner Meinung nach mit der fehlenden Dynamik, eben jener “Energie in der Eingeweideebene“. Die ersten hundert Seiten lesen sich wie ein Blick hinter die Kulissen der Frankfurter Buchmesse. Interessant, wenn man wissen will, wie kommende Bestseller gemacht werden. Zu langatmig, wenn man diese Neugier nicht teilt. Auch die Todesnachricht des Jungen sorgt nur für einen kurzen Adrenalinschub. Danach dümpelt die Handlung weiter vor sich hin. Es wird nie ganz klar um was es eigentlich geht. Um die Aufarbeitung des Traumas des als Kind von katholischen Priestern misshandelten Gabriel? Um die Aufklärung des mysteriösen Todes des Jungen? Oder doch um die Rätsellösung eines weiteren jahrhundertealten Geheimnisses der Kirche? Die Geschichte die Rai um den Musikhistoriker Charles Burney gestrickt hat, der im 18. Jahrhundert tatsächlich Europa bereiste um sein “Tagebuch einer musikalischen Reise durch Frankreich und Italien“zu schreiben, ist zu Ende bevor sie Gelegenheit hatte überhaupt in Gang zu kommen. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Verschwörungstheorie um einen vermeintlich “neuen Gottesbeweis” in den persönlichen Befindlichkeiten der Hauptfigur, die von Asthma über plötzlichen Herzstillstand bis hin zu allgemeiner Lebensmüdigkeit und ausgeprägtem Zynismus reichen, untergeht. Etwas das Robert Langdon nie passieren würde!

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  • Witzig, zynisch, kurios

    Die Gottespartitur

    sursulapitschi

    Sehr kurios, dieses Buch. Gabriel, in erfolgreicher Literaturagent Anfang 50, ist mit seinem Leben unzufrieden und hat eine Sinnkrise. Sein beruflicher Erfolg gibt ihm nichts, Familie hat er nicht, Beziehungen will er nicht. Wozu lebt er überhaupt? Als ein 17jähriger Priesterseminarist ihm ein Exposee überreicht, in dem er darlegt, dass er einem Beweis für die Existenz Gottes auf der Spur ist, und dieser Seminarist zwei Tage später tot aufgefunden wird, ist Gabriels Interesse geweckt. Er versucht herauszufinden, was passiert ist, und was dieser Gottesbeweis wohl sein soll. Ist dieser Beweis etwa tödlich?  Als überzeugter Atheist geht er diese Untersuchung mit einigem Zynismus an. Er glaubt nicht an die Existenz Gottes, deshalb kann ihn auch kein Gottesbeweis töten. Und falls er sich geirrt hat, weiß er Bescheid und ist tot. Dann ist das eben so. Dieser Zynismus zieht sich durch das ganze Buch. Bisweilen ist es sehr witzig, obwohl es um ein ernstes Thema geht. Gabriels Blick auf seine Umgebung ist schonungslos. Dieses Buch ist eine spannende Mischung aus einer Millieustudie zur Literaturszene und einem Thriller mit religiös-philosophischem Hintergrund. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, auch wenn es am Anfang etwas zäh ist. (Eingangs hadert er etwas lange mit sich und der Welt, aber das gibt sich dann.) Das Cover hat allerdings die goldene Himbeere verdient. Es spiegelt so gar nichts von dem Witz wieder, den das Buch besitzt. Ohne ausdrückliche Empfehlung hätte ich es noch nicht mal angesehen. Trotzdem: Ein tolles Buch für alle, die Zynisches mögen und Lust auf "mal was ganz anderes" haben.

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    • 2
  • Gut geschrieben, inhaltlich enttäuschend

    Die Gottespartitur

    ChiefC

    01. April 2014 um 12:41

    Ein hervorragend geschriebenes Buch mit amüsanten Einblicken in den Literaturbetrieb – der Hauptplot allerdings, die „Gottespartitur“, überzeugt nicht. Er beweist eher, dass auch Rai die Suche nach Gottesbeweisen nicht neu erfinden oder wenigstens um eine besonders originelle Variante bereichern kann. „Philosophische Tiefe“, die in der – oder zumindest einer – Erkenntnis gipfelt, dass nur der Glauben den Menschen retten kann, weil er mit seinem ganzen Wissen ja doch nichts Rechtes anzustellen weiß, im Gegenteil, die Schöpfung vernichtet? Na ja. Auch die Protagonisten sind nur oberflächlich skizziert, die Beweggründe für die Obsession der Hauptfigur, eines zynischen Literaturagenten, diese Gottespartitur aufzuspüren, erschließen sich nicht so ganz – trotz Rückblenden auf seine Jugenderfahrungen. Der „Gegenspieler“, ein undurchsichtiger Geistlicher. Alles nicht wirklich neu. Witzigerweise gibt es im Buch selbst eine Anspielung auf Dan Brown und seine Reißer. Nun, ein Reißer ist „die Gottespartitur“ nicht – aber die Geschichte der Philosophie muss nach diesem Buch auch nicht neu geschrieben werden. Trotzdem macht die Lektüre wegen des wirklich guten Schreibstils Spaß – inhaltlich enttäuscht der Roman aber.

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  • Ein rasant und spannend geschriebener und sehr anspruchsvoller Roman über Glaube und Zweifel

    Die Gottespartitur

    WinfriedStanzick

    31. March 2014 um 13:52

      Gabriel Pfeiffer ist ein sehr erfolgreicher Literaturagent. Zusammen mit seiner rührigen Mitarbeiterin Leonore kann er sich in diesem Jahr über den Deutschen Buchpreis für einen von ihm vermittelten jungen Autor freuen. Einen Autor, den er aber im Stillen verachtet, weil er weiß, wie durch die harte Arbeit von Leonore das voluminöse Manuskript erst in eine lesbare Form gebracht wurde.   Zwischen Leonore und Gabriel gibt es subkutan mehr als nur ihre erfolgreiche Arbeitsbeziehung, zumindest von ihrer Seite her ist das so.  Mitten auf der Buchmesse, einen Tag nach der Verleihung des Buchpreises und am ersten offiziellen Buchmessentag nähert sich mit einer ledernen Aktentasche unter dem Arm ein junger Priesterschüler dem Literaturagenten und spricht ihn mit den Worten an: „Es geht um Gott.“ Matthias sei sein Name und er wolle ihm einige wichtige Unterlagen geben. Er sei sich sicher, eine bedeutende Entdeckung gemacht zu haben. Er habe ihn ausgewählt, weil er wisse, dass auch Pfeiffer auf einem kirchlichen Internat gewesen sei und sie beide dieselbe Leidenschaft verbinde. Und dann ist er auch schon weg.   Gabriel Pfeiffer steckt den Umschlag mit den Unterlagen ein, und dann nimmt die Buchmesse ihren Lauf. Über viele Seiten schildert Edgar Rai sehr amüsant das Gewese um Autoren und Verleger und das Schaulaufen um die wichtigsten Bücher und Figuren.   Einige Tage später sieht er auf einer Veranstaltung zu dem von ihm gecoachten Preisträger zufällig eine Ausgabe des „Alt-Neuöttinger Anzeigers“, das er lustlos durchblättert und im Regionalteil auf einen Artikel mit dem Titel „Tod auf der Empore“ stößt. In der Kapelle des Seminars St. Jacobus in Gödelsburg wurde der 17 - jährige Seminarist Matthias G. tot aufgefunden. Gabriel erkennt in dem Opfer sofort den jungen Mann, der ihm so geheimnisvoll einige Tage zuvor seine Unterlagen übergeben hatte. Wie das Exemplar einer solchen  Provinzzeitung allerdings in den großen Veranstaltungssaal auf der Frankfurter Buchmesse gelangte, konnte ich nicht nachvollziehen. Ein Kunstgriff, mit dem Edgar Rai aber die Handlung ins Rollen bringt.   Denn nun öffnet Gabriel Pfeiffer den Umschlag und beginnt zu lesen von den Entdeckungen, die der junge Mann gemacht hat. Er liest von dessen Studien zu einem Engländer namens Burney, in dessen Aufzeichnungen er auf versteckte Hinweise gestoßen sei auf ein Dokument, das die Existenz Gottes beweise. Pfeiffer, der mit der Religion und mit Gott nichts mehr zu tun  haben will, fängt dennoch sofort Feuer und macht sich auf, um auf eigene Faust zu recherchieren. Er fährt nach Gödelsburg, sucht in der British Library und kommt dem Geheimnis immer mehr auf die Spur. Und er findet heraus: tatsächlich geht es um Gott und den Glauben, aber auch um Leben und Tod. Und er lässt sich am Ende auf einen gefährlichen Deal mit dem ihm von Anfang an suspekten Leiter des kirchlichen Seminars in Gödelsburg ein…     „Die Gottespartitur“ ist ein rasant und spannend geschriebener, auf keiner Seite langweiliger und sehr anspruchsvoller Roman über Glaube und Zweifel mit amüsanten Ausflügen in die Welt der Büchermacher.    

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  • die Gottespartitur

    Die Gottespartitur

    sternenstaub178

    Als ich den Titel des Buches gelesen habe war ich erst einmal etwas skeptisch. Nachdem ich mir dann kurz die Beschreibung durchgelesen hatte fand ich, dass die Geschichte sich eigentlich ganz interessant anhört. Auf der Buchmesse bekommt der Literaturagent Gabriel Pfeiffer Besuch von einem jungen Mann, der ihm einen Umschlag überreicht und von einer unglaublichen Entdeckung berichtet. Gabriel nimmt das Ganze zunächst nicht weiter ernst. Schnell vergisst er den Mann wieder. Doch als er in der Zeitung liest, dass eben dieser junge Mann tot aufgefunden wurde erinnert sich Gabriel wieder daran, was er ihm erzählt hat.  Das der junge Mann einfach so tot aufgefunden wurde findet er merkwürdig und da ihm die Geschichte nicht mehr aus dem Kopf gehen will begibt Gabriel sich auf Spurensuche, bei der er sich auf die Spur der Gottespartitur begibt. Das alles hört sich eigentlich echt spannend an und an ein paar Stellen war es auch wirklich spannend. Leider gab es davon meiner Meinung nach etwas zu wenig und das Buch konnte mich nicht so ganz überzeugen. Zum Ende hin wird es dann noch einmal spannend aber der Schluss war mir zu knapp formuliert. Trotz allem finde ich die Geschichte um die es im Buch geht lesenswert.

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    • 2
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