Edgar Wolfrum

 4,2 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Welt im Zwiespalt, Die Mauer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Edgar Wolfrum

Edgar Wolfrum, geb. 1960, ist Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte und DFG-Stipendiat an der TU Darmstadt. 2002/03 hat er eine Vertretungsprofessur an der Universität Mannheim inne. In der WBG ist von ihm außerdem erschienen: Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Der Weg zur bundesrepublikanischen Erinnerung 1948 – 1990 (1999).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Edgar Wolfrum

Cover des Buches Welt im Zwiespalt (ISBN: 9783608943061)

Welt im Zwiespalt

 (3)
Erschienen am 11.02.2017
Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783406623882)

Die Mauer

 (2)
Erschienen am 14.06.2011
Cover des Buches Die geglückte Demokratie (ISBN: 9783570550434)

Die geglückte Demokratie

 (2)
Erschienen am 03.12.2007
Cover des Buches Die 70er Jahre (ISBN: 9783896785688)

Die 70er Jahre

 (2)
Erschienen am 01.03.2007
Cover des Buches Die 80er Jahre (ISBN: 9783896785695)

Die 80er Jahre

 (1)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Der Aufsteiger (ISBN: 9783608983173)

Der Aufsteiger

 (1)
Erschienen am 22.02.2020
Cover des Buches Die 60er Jahre (ISBN: 9783896785671)

Die 60er Jahre

 (1)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Die 90er Jahre (ISBN: 9783896785701)

Die 90er Jahre

 (1)
Erschienen am 01.02.2008

Neue Rezensionen zu Edgar Wolfrum

Cover des Buches Der Aufsteiger (ISBN: 9783608983173)M

Rezension zu "Der Aufsteiger" von Edgar Wolfrum

Warum Deutschland (immer noch) gut dasteht
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Warum Deutschland (immer noch) gut dasteht

 

Auf den ersten (und auch den zweiten und dritten) Blick zeigt sich zunächst von Beginn an, dass Wolfrum frei und flüssig zu formulieren verseht, so dass die Lektüre als solche verständlich, erzählerisch und logisch aufeinander aufgebaut.

 

Inhaltlich findet man in bester Weise Antworten in dieser wirtschaftsgeschichtlichen Betrachtungen darauf, warum Deutschland aktuell in seiner Wirtschafts- und Finanzkraft im weltweiten Vergleich hervorragend dasteht, ohne einen belehrenden Tonfall sondern mit fundierter Darstellung wird ebenso ersichtlich, dass zu diesem Stauts auch geopolitische „Möglichkeiten“ (Euro und europäische Gemeinschaft“ einen sehr hohen Teil beigetragen haben und damit lässt sich ebenso die Verpflichtung zu gemeinschaftlichen Lösungen  aktueller Verwerfungen begründen.

 

Deutschland als Erfolgsgeschichte, dass ist keine Floskel, auch wenn es ein Markenzeichen des Autors geworden ist, sondern eine wohl begründete und breit dargelegte Geschichte seit 1949 und, nach den „Wirtschaftswunderjahren“, besonders gut an den Ereignissen seit 1990, seit der „Wiedervereinigung“ abzulesen. Trotz aller Auseinandersetzungen, auch „neo-liberalen“ Verwerfungen und auch Schwierigkeiten bei der Angleichung der inneren und äußeren Lebensumstände zwischen dem Westen und Osten der Republik in diesen Jahren.

 

Wobei in dieser Hinsicht auch Kritik an der Darstellung erlaubt sein dürfte, denn ein wenig „geglättet“ werden die Auseinandersetzungen durchaus ja auch, wie auch der soziale Sprengstoff in der stärker werdenden wirtschaftlichen Ungleichheit im Land nicht den Fokus im Werk erhält, der in Teilen der öffentlichen Diskussion merkbar stattfindet.

 

Auch wenn Wolfrum anhand der „Flüchtlingskrise“, wie auch an anderen Stellen im Buch, kritische Stimmen und mögliche Verwerfungen mitaufnimmt, am Ende verbleibt er grundsätzlich im positiven Anblick der Möglichkeiten und weniger im kritischen Betrachten von möglichen Fehlern. Was man als Leser aber durchaus ebenso anregend betrachten kann, sieht man die positive Entwicklung anderer „Krisenherde“ im Lauf der letzten drei Jahrzehnte.

 

Eine gewisse Einfachheit und Eindimensionalität der Betrachtung liegt damit allerdings vor, diese kommt dem Lesefluss dabei deutlich zu Gute, nimmt aber manche harten Probleme (wie den „Terror von Rechts“ doch zu sehr aus dem Blickpunkt heraus. Denn auch diese Entwicklungen können als Folge (mangelnde Integration, Ausrichtung auf einen „Turbo-Kapitalismus“, Abhängen ganzer Gruppen der Bevölkerung, vor allem wirtschaftlich) einer konkreten Wirtschaftspolitikverstanden werden und damit als Durchbrechung des „Narrativ“ des „Erfolgs durch (eigene) Leistung“. Dass Vermögen im Land vornehmlich durch Erbschaften generiert, erhalten und vermehrt wird und aufgrund stetig steigender Kosten der Lebenshaltung (vor allem im Blick auf das Wohnen der Bürger) bei gleichzeitig stagnierender Löhne und einer relativ hohen Breite des Niedriglohnsektors die eigene Leistung eben nicht unbedingt zum relativen wirtschaftlichen Erfolg mehr rührt, dass kommt in dieser „Erfolgsgeschichte“ am Ende einfach zu kurz.

 

Dennoch, der grundlegende  Optimismus Wolfrums ist durchaus im Blick auf die jüngere Geschichte gerechtfertigt, die Integration anderer kultureller Identitäten durch die vielfachen Wege der Globalisierung und der Fluchtproblematik an nicht wenigen Orten der Welt tatsächlich ja möglich. Aufgaben, die Wolfrum herausarbeitet und in deren Bewältigung er weiterhin auf die dynamischen Kräfte der liberalen Demokratie und der kreativen Wirtschaftskraft des Landes im engen internationalen Beziehungsgeflecht setzt.

 

Eine interessante, fundierte und anregende Lektüre mit vielleicht ein wenig zu viel Optimismus versehen.

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Cover des Buches Welt im Zwiespalt (ISBN: 9783608943061)ban-aislingeachs avatar

Rezension zu "Welt im Zwiespalt" von Edgar Wolfrum

Überblick über das 20 Jahrundert
ban-aislingeachvor 4 Jahren

Das Sachbuch „Welt im Zwiespalt“ wurde von dem deutschen Historiker Edgar Wolfrum geschrieben. Das Buch ist am 11.02.2017 im Klett-Cotta Verlag erschienen und umfasst 447 Seiten.

Edgar Wolfrum studierte Geschichte, Germanistik, wissenschaftliche Politik und Spanisch. Nach seiner Promotion arbeitete er an verschiedenen Universitäten. Unter anderem als DAAD-Gastdozent in Jena, als Professor an der Universität Hannover und als Hochschulassistent für „Historische Grundlagen der Politik“ in Berlin. 1992 bekam er von dem „Centre National de la Recherche Scientifique „CNRS“ in Paris ein Stipendium. Zudem bekam er ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Institut für Geschichte in Darmstadt. Danach lehrte er Zeitgeschichte an der Universität Mannheim und war als Gastprofessor an der Universität Innsbruck tätig. Seit Dezember 2003 lehrt er Zeitgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und seit 2006 als ordentlicher Professor. Dabei liegen seine Schwerpunkte bei der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen, Demokratie und Diktatur im 20 Jahrhundert, Konflikt- und Friedensforschung, den deutsch-französischen Beziehungen, Nationalismus Forschung, Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Europa und Mediengeschichte. Unter anderem ist Wolfrum Mitglied des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschland (VHD).

Das Buch gibt einen wunderbaren Überblick über das 20 Jahrhundert. In der Schulzeit lernte ich nur etwas über den 1 Weltkrieg und ein wenig über den 2 Weltkrieg. Den ganzen Rest Drumherum wurde uns in der Schulzeit nicht beigebracht. Umso interessanter fand ich nun das im Buch meiner Meinung nach alle Bereiche abgedeckt wurden. Natürlich ging es gleich am Anfang um Krieg und Frieden, immerhin spielten sich in dem Jahrhundert die beiden Weltkriege ab. Dann ging es weiter mit Demokratie und Diktatur, erster und zweiter Welt. Ein wenig Politik kam dann noch wie z.B. über die Genozide, wobei ich viel lernte. Zwar wusste ich bereits das der Holocaust nicht der einzige schreckliche Versuch war ein Volk auszulöschen, aber durch das Kapitel lernte ich dennoch mehr, vielleicht sogar mehr als ich wissen wollte. Dann gab es noch das große Thema Medizin in dem unter anderem über die Impfung und über Aids erzählt wurde. Auch Kultur und Wissenschaft kamen in dem Buch nicht zu kurz. Zu guter Letzt gab es dann noch das Thema Ökonomie mit den Unterthemen Überbevölkerung, Holzflug und Mikrochip, und noch vielem mehr. Ganz am Schluss gab es dann einen kurzen Einblick in das 21 Jahrhundert, indem wir leben. Dabei wurden Fragen aufgeworfen mit denen ich mich noch beschäftigen werde, weil sie mich zum Nachdenken gebracht haben.

Für mich war es das absolut richtige Buch zu Lesen. Ich bekam nicht nur einen Einblick in das 20 Jahrhundert aus deutscher Sicht, obwohl diese natürlich im Vordergrund stand, sondern lernte auch ein wenig darüber was sich in dieser Zeit in Afrika, Asien und Ozeanien abspielte. Natürlich auch in den anderen Ländern Europas und der USA. Ganz toll gemacht fand ich, dass die Kapitel immer mit Zitaten angefangen haben, welche einen Einstieg in das Kapitel gegeben haben. Schade fand ich dabei nur, dass es auch Zitate auf Englisch gab. Mir macht dies nichts aus, aber es gibt etliche, auch Junge Leute, welche kein Englisch können und deshalb hätte ich es besser gefunden, wenn die Zitate übersetzt worden wären. Dafür ziehe ich dem Buch einen halben Stern ab.

Ich empfehle das Buch liebend gern weiter. Es lohnt sich vor allem für Leser die einen Überblick über das 20 Jahrhundert bekommen wollen.

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Cover des Buches Welt im Zwiespalt (ISBN: 9783608943061)wandablues avatar

Rezension zu "Welt im Zwiespalt" von Edgar Wolfrum

Informativ. Kompetent. Verständlich.
wandabluevor 5 Jahren

Informativ. Kompetent. Verständlich.
Als ich mit der Lektüre dieses Buches begann, war ich begeistert. Beim Lektüreende bin ich hochzufrieden. Ich kann den geschichtlichen Überblick über das vergangene 20. Jahrhundert, dem sich Edgar Wolfrum in der ihm eigenen Weise widmet, nur wärmstens empfehlen.

Wolfrum bevorzugt Gegensatzpaare, Krieg und Frieden, Demokratie und Diktatur, Wissen und Analphabetismus, Hunger und Wohlstand, Gleichberechtigung und Benachteiligung, Modernes und Altes, Technik und Rückständigkeit, etc., etc.

Meistens empfand ich die Lektüre als angenehm, unterhaltend, informativ, beinahe vergnüglich, manchmal durch die vorgetragenen Fakten bedingt, bestürzend. Insgesamt waren einzelne Sätze wie es beim Nominalstil, in dem die meisten Sachbücher abgefasst sind, üblich ist, informationsüberfrachtet, das hätte man auch anders lösen können. Dennoch waren die Sätze des Autors nicht so lang und kompliziert wie sie zum Beispiel Volker Weiß in seinem Buch „Die autoritäre Revolte“ dem Leser zumutet, insofern kann man Edgar Wolfrums Ausführungen viel leichter folgen. Einige Fremdwörter hätte man ohne Übertragungverlust durch das entsprechende deutsche Wort ersetzen können. Transformationsverlust hätte ich ja auch schreiben können, wollte ich aber nicht. Nichts gegen Fremdwörter, aber die Dosis macht es. Es ist schade, dass die Sachbuchautoren von ihrem jeweiligen Fachjargon so gar nicht lassen können, auch wenn sie außerhalb ihres Fachbereichs agieren. Damit erschwert man den Zugang zu wichtigen Themen in unnötiger Weise.

Viele Fakten waren mir nicht so bewusst, zum Beispiel dass sich in punkto Gleichberechtigung der Frauen nicht so viel getan hat wie ich dachte. Eigentlich gar nichts, weltweit gesehen. Oder dass fast die Hälfte der Weltbevölkerung immer noch hungert und dass es kaltblütig gewollte, politische Entscheidungen gegeben hat, ganze Landstriche verhungern zu lassen. Die Zahlenlastigkeit des Aufzeigens war manchmal lästig, aber auch eindrücklich. Die Thematik Kunst kam für meinen Geschmack zu kurz, Sport kam gar nicht vor.

Europa ist der Ausgangspunkt, und davon wiederum Deutschland das Herz, der Ausführungen des Autors, manchmal jedoch spannt Wolfrum den Bogen auch um die ganze Welt, dann wird es besonders reizvoll.

Die einzelnen Kapiteln vorgestellten Zitate, um Inhalte zu erhellen oder ein besonderes Schlaglicht auf sie zu werfen, lockern die Thematik auf und sind "Lesebonbons".

Zur naturgemäß eingeschränkten Perspektive und zur Themenauswahl äußert sich der Autor in einem gelungenen Vorwort dezidiert und kompetent. Wenn man keinen zehn- oder noch mehrbändigeren Wälzer vorlegt, muss man sich auf einige Aspekte beschränken. Eine solche Auswahl ist immer willkürlich und subjektiv. Ich bin den Auswahlkriterien des Autors indes gerne gefolgt.

Fazit: Informativ, kompetent und verständlich. Auch als Nachschlagewerk geeignet.

Kategorie: Sachbuch/Geschichte
Verlag. Klett-Cotta, 2017

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