Edgar Wolfrum Die geglückte Demokratie

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Inhaltsangabe zu „Die geglückte Demokratie“ von Edgar Wolfrum

Deutsche Geschichte als Glücksfall - Die erste moderne Gesamtdarstellung der bundesdeutschen Geschichte Eine lebendig erzählte, facettenreiche Geschichte der Bundesrepublik: Gleichgewichtig behandelt Edgar Wolfrum Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Mentalitäten. Zugleich bettet er die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in die europäische und internationale Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Nach all den Katastrophen der deutschen Geschichte ist die Bundesrepublik ein historischer Glücksfall. Ihre Geschichte handelt nicht von einem dramatischen Niedergang, sondern von einem erstaunlichen Aufstieg. Die Bundesrepublik wurde im Kalten Krieg zu einem Anker der Stabilität, sie entwickelte seit den sechziger Jahren eine neue Dynamik hin zu einer weltoffenen Gesellschaft, garantierte Wohlstand und meisterte ab Mitte der siebziger Jahre viele Krisen besser als andere westliche Staaten. Wolfrums moderne Gesamtdarstellung der Bundesrepublik verbindet Politik- und Gesellschaftsgeschichte und zeichnet das Handeln der wichtigsten Akteure nach. Im Rückblick erkennen wir, wie wir wurden, was wir sind.

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  • Rezension zu "Die geglückte Demokratie" von Edgar Wolfrum

    Die geglückte Demokratie
    Chrischan

    Chrischan

    05. July 2012 um 19:15

    Die Auswahl an Sach- und Fachliteratur zur jüngeren und jüngsten Geschichte Deutschlands dürfte nahezu unüberschaubar sein. Ein Meer aus Bücher befasst sich mit der deutschen Geschichte seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, der größte Teil davon mit der Geschichte der 2. Republik auf deutschem Boden seit 1949. Es lassen sich bei der Sichtung des Materials grob gesagt zwei Gruppen von Literatur ausmachen. Jene Gruppe, die man als „Studienliteratur“ bezeichnen könnte; hochkomplex, fachwissenschaftlich und für Laien oft schwer zu lesen. Die andere Gruppe bildet den Gegenpol, jenen Teil den man als „populärwissenschaftlich“ bezeichnen könnte. Beide Gruppen haben ihre Vorzüge und auch Nachteile. Edgar Wolfrum schafft es mit seinem Buch „Die geglückte Demokratie“ eine stabile Brücke zwischen beiden Ufern der Sach- und Fachliteratur zu schlagen. Interessante Einblicke in die Entwicklung der zweiten deutschen Demokratie für die Laien und ein brauchbares Übersichtswerk deutscher Geschichte seit 1945 nicht nur für Geschichtswissenschaftler. Der Aufbau des Buches ist gut durchdacht. So unterteilt Wolfrum die Kapitel nach markanten Phasen in der zeitlichen Entwicklung der Bundesrepublik. Das eröffnet dem Leser die Möglichkeit, sich stets den Teil herauszusuchen, der ihn interessiert oder von Belang ist. Allerdings sollte man sich beim ersten Lesen doch die Mühe machen chronologisch von vorn nach hinten vorzugehen. Edgar Wolrum nimmt des öfteren einen politischen, kulturellen oder soziologischen Faden auf, den er an geeigneter Stelle kurz ablegt um ihn an anderer Stelle wieder aufnehmen zu können. Auf diese Weise entsteht eine in sich verflochtene Gesamtdarstellung der Entwicklung, die rein formal ein Spiegelbild des historischen Ablaufs darstellt. Denn auch hier waren diverse geschichtliche Ereignisse, Situationen und Persönlichkeiten derart miteinander verflochten, dass das Ergebnis die heutige Bundesrepublik Deutschland war und ist. Wolfrum ist ebenfalls darum bemüht, seine Darlegungen objektiv zu gestalten und diese Objektivität bis zum Schluss beizubehalten. Es handelt sich um eine Darstellung historischer und soziologischer Tatsachen ohne dabei großartig zu werten oder eventuell für eine bestimmte Phase in der Geschichte eine besondere Lanze zu brechen. Ebenso objektiv versucht er mit der Darstellung der Entwicklung beider deutscher Teilstaaten zu sein. Diese Gratwanderung ist sicherlich scwierig, geht es dem Autor doch eigentlich darum, das Glücken der demokratischen Bestrebungen darzustellen. Diese waren aber in der DDR kaum bis gar nicht gegeben. So sollte es denn auch nicht verwundern, wenn sich Wolfrum hauptsächlich auf die Bundesrepublik (West-)Deutschland konzentriert um am Ende beide „Staaten“ wieder zusammenzuführen. Gleiche Objektivität lässt sich für die Darstellung der „68er Revolution“ postulieren, die sowohl als Segen denn auch als Fluch für die junge Demokratie dargestellt wird. Wolfrum lässt es sich nicht nehmen, die Janusköpfigkeit der Ereignisse, die im Jahr 1968 ihren Höhepunkt fanden, zu entschleiern. Der ein oder andere Leser hätte sich vielleicht mehr Ausführungen zur Beziehung „Ost-West“ gewünscht, doch dies scheint angesichts der Fülle an Daten, Fakten und Materialien kaum zu realisieren. Denn oftmals steht das Buch am Rande des politischen „Klein-Klein“. An einigen Stellen verliert sich Edgar Wolfrum zu sehr in historischer Detailiertheit, so dass es einem an genau jenen Stellen Mühe bereitet weiter zu lesen, weil die Details für den Laien uninteressant sind. Dennoch sind sie wohl auch notwendig, sonst wäre das Buch für wissenschaftliche Zwecke kaum geeignet. Das Buch „Die geglückte Demokratie“ verweilt in seiner Darstellung jedoch nicht nur auf der politischen oder soziologischen Ebene. Im Prinzip stellt es eine Bereicherung für alle geisteswissenschaftlichen Teile dar, angefangen bei der Geschichtswissenschaft über die Kultur- und Literaturwissenschaft bis hin zur Philosophie. Selbst einige Andeutungen zur psychologischen Verfasstheit historischer Persönlichkeiten wie auch der Bundesbürger werden in den Komplex eingewoben. Wolfrum lässt es sich hier auch nicht nehmen, auf das alltägliche Leben jener Menschen einzugehen, die wesentlich daran beteiligt waren, dass die zweite Demokratie auf deutschem Boden eine „geglückte Demokratie“ war. Auffällig lange verweilt das Buch bei den ersten beiden geschichtlichen Phasen, wohl auch, weil jene beiden Phasen die schwierigsten in der Formierung und Konsolidierung der Bundesrepublik waren. Die Phasen drei und vier (seit 1974 bis in die Gegenwart) nehmen weniger Umfang ein. Dafür wird hier nicht mehr allein die Entwicklung Deutschlands präsentiert, sondern seine Einbindung in die gesamteuropäische Entwicklung. Welchen Einfluss Deutschland sowohl auf die europäischen, aber auch weltpolitische Entwicklung hatte, wird einem in sehr eindrucksvoller Weise vor Augen geführt. Dass Deutschland, der einstige „Feind aller freien Völker“, sich in Rekordzeit vom Saulus zum Paulus wandelte, wird gerade in der zweiten Hälfte des Buches von Wolfrum beeindruckend geschildert. Ein enormes Plus des Buches sind die rund 120 Seiten Anhang, in denen demoskopische und demograhische Angaben, Tabellen und Diagramme zu finden sind. Auch die Zeittafeln, die Übersicht über die einzelnen an der Regierung beteiligten Persönlichkeiten – angefangen bei den Kanzlern über die Bundespräsidenten bis hin zu einzelnen Ministern – und nicht zuletzt die mehr als umfangereichen bibliographischen Angaben machen das Buch selbst für Schüler und Abiturienten interessant. Wie wurde Deutschland zu dem, was es heute ist? Wie gelang es einem Volk, dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts enorme Schuld auf sich lud, sich in derart kurzer Zeit zur Vorzeigedemokratie zu wandeln? Edgar Wolfrum beantwortet in seinem Buch „Die geglückte Demokratie“ nicht nur diese beiden Fragen ausführlich, umfassend und gut verständlich. Besonders gelungen daran ist der Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher und populärer Publizsitik wie auch jener zwischen fast allen Bereichen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Wer also Interesse an der deutschen Historie seit 1945 hat und sich schnell und übersichtlich informieren möchte, in dessen Bücherregal sollte dieses Buch auf keinen Fall fehlen. © Christian Hesse, Juli 2007

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