Edgardo Cozarinsky

 3.8 Sterne bei 6 Bewertungen

Alle Bücher von Edgardo Cozarinsky

Edgardo CozarinskyMan nennt mich flatterhaft und was weiß ich...
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Man nennt mich flatterhaft und was weiß ich...
Edgardo CozarinskyDie Braut aus Odessa
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Die Braut aus Odessa
Die Braut aus Odessa
 (2)
Erschienen am 02.07.2007
Edgardo CozarinskyBambi am Broadway
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Bambi am Broadway
Bambi am Broadway
 (1)
Erschienen am 25.02.2009
Edgardo CozarinskyUrban Voodoo
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Urban Voodoo
Urban Voodoo
 (1)
Erschienen am 01.03.1991
Edgardo CozarinskyThe Bride from Odessa
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The Bride from Odessa
The Bride from Odessa
 (0)
Erschienen am 01.09.2004
Edgardo CozarinskyThe Moldavian Pimp
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The Moldavian Pimp
The Moldavian Pimp
 (0)
Erschienen am 05.07.2007
Edgardo CozarinskyLejos de donde/ Far from where
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Lejos de donde/ Far from where
Lejos de donde/ Far from where
 (0)
Erschienen am 04.12.2009

Neue Rezensionen zu Edgardo Cozarinsky

Neu
Beagles avatar

Rezension zu "Man nennt mich flatterhaft und was weiß ich..." von Edgardo Cozarinsky

Rezension zu "Man nennt mich flatterhaft und was weiß ich..." von Edgardo Cozarinsky
Beaglevor 8 Jahren

Ein Journalismus-Student möchte für seine Facharbeit einen Bericht über das jiddische Theater in Boenos Aires schreiben. Durch seine Nachforschungen lernt er den alten Schauspieler Samuel Warschauer kennen, der in einem Altersheim lebt. Gemeinsam unterhalten sich die beiden Männer, doch nie um die eigentliche Sache im Detail. Und bevor der Student seine Fragen stellen kann, ist der alte Mann tot. Doch, er hinterlässt ihm einen Schuhkarton voll mit Theaterprogrammen aus der Zeit des jiddischen Theaters. Und noch etwas findet der Student: das Manuskript eines Theaterstückes, „Der moldawische Zuhälter“.

Angespornt durch dieses Stück, zu dem er keinerlei Informationen in den Bibliotheken und Archiven der Stadt finden kann, begibt sich der Student auf eine Spurensuche in das Leben der 1920er Jahre. Dabei erfährt er, dass das Thema des Theaters, durchaus reellen Hintergrund hatte. In dieser Zeit wurden die armen, jüdischen Mädchen aus den Regionen des Russischen Reiches nach Argentinien verbracht, um sich dort zu prostituieren. Er stößt auf die Geschichte von russischen Mädchen, die ihr Glück suchten und in die Hände geldgieriger Zuhälter fielen.

Es ist eine kurze Geschichte, die Edgardo Cozarinsky mit seinem Roman „Man nennt mich flatterhaft und was weiß ich…“ vorlegt. Sie erzählt die Geschichte einer Recherche, doch es kommt niemals das Gefühl eines Kriminalromans auf. Dennoch ist das Buch spannend geschrieben, die Nachforschungen glaubhaft inszeniert. Der Leser stößt auf verloren geglaubte Leben, alte Geschichten und gelebte Historie. Sehr lesenswert!

Kommentieren0
13
Teilen
Wolkenatlass avatar

Rezension zu "Bambi am Broadway" von Edgardo Cozarinsky

Rezension zu "Bambi am Broadway" von Edgardo Cozarinsky
Wolkenatlasvor 9 Jahren

Über mörderische Bambis, dezent ermordete Päpste, innovative Gigolos und andere absurde Bagatellen…

Edgardo Cozarinsky, 1939 in Buenos Aires als Kind russischer Einwanderer geboren, nach dem Tod Juan Perons ins Exil nach Paris geflüchtet, wo er heute als Filmemacher und Autor lebt, ist ein im deutschsprachigen Raum noch relativ unbekannter Schriftsteller.
An der Qualität seiner literarischen Werke kann es nicht liegen, die ist nämlich ausgezeichnet.
Der Erzählungsband „Bambi am Broadway“ ist die dritte Veröffentlichung in deutscher Sprache; nach dem Erzählungsband „Die Braut aus Odessa“ und dem Roman „Man nennt mich flatterhaft und was weiß ich“.
Aufgeteilt in vier Teile, „Opera buffa“ (dreiteilig), „Sommernächte in den Taxis von Buenos Aires“ (einteilig), „Sottomondo Vaticano“ (dreiteilig) und „Burundanga“ (einteilig), folgt dieser Band einer dramaturgischen Idee, die der einer absurden Opera buffa entfernt verwandt sein könnte.
„Opera buffa“ beginnt mit der skurrilen Erzählung „Bambi am Broadway“, eine zuerst hübsche, wenn auch etwas surreale Liebesgeschichte („Nie werde ich vergessen, wie ich Bambi zum ersten Mal sah“) mit Eifersuchtsszenen („Nimm dich in Acht vor Dumbo. Seine Liebenswürdigkeit, dieses Schauspiel von Loyalität und Aufopferung, ist reine Fassade“), die sich jedoch bald als unter dem Mantel der Leidenschaft versteckte mörderische Machtgier entpuppt. „Hommage an unsere Kinderstars“ ist ein verstecktes Wort- und Personenspiel und „Elena Ceausescus letzte Operation“ spielt mit einer absurden „was wäre wenn“ Idee.
„Sommernächte in den Taxis von Buenos Aires“ ist ein schwüles, surreales Nachtstück. Die handelnden Akteure in dem vermeintlichen Bekenntnis eines gewissen Dr. Gervasio Montenegro sind schwule Taxifahrer („Wenn er sich mit dem Fahrgast ausreichend angefreundet hat, lässt er seine Jeans herunter, rückt zur Seite, sodass seine weißen Pobacken zwischen den dunklen Vordersitzen aufblitzen, und reicht, ohne anzuhalten, die aubergine nach hinten…“) und Verbrechertypen, absurde Zeugen dieser Nacht- und Momentaufnahmen.
„Sottomondo Vaticano“ entwickelt sich von „Caffè, grappa e biscotti“ über „Camomilla e sambuca“ zu „Prosecco e tramezzini“, während zwei Herren eingehend die mörderischen Seiten im Vatikan besprechen.
In der abschließenden Erzählung „Burundanga“ schließt sich der mörderisch morbide Kreis in den Gedanken eines mit Giftpflanzen, Rauschgiften und Betäubungsmitteln experimentierenden, „etwas anderen“ Lebenskünstlers („Einsame Witwen, vernachlässigte Ehefrauen, unruhige alte Jungfern: Die Journalisten verfolgten mit wachsender Aufmerksamkeit die vagen, widersprüchlichen und schamhaften Erzählungen der Menschen, die im Mittelpunkt meiner Zuwendungen gestanden hatten…“).
In Edgardo Cozarinskys neuem Erzählungsband ist nichts das, was es vorgibt zu sein. Der literarische Spaß Cozarinskys wird Moralisten verstören und Liebhaber einer in bester südamerikanischer Tradition stehender Prosa begeistern. Edgardo Cozarinsky fordert den Leser, seine Hinweise zu suchen und sich zu bemühen, da man das Ganze ohne die Anspielungen zu verstehen leicht als Blödsinn abtun könnte. Er riskiert viel und gewinnt noch mehr, auch wenn sich der Spaß in „Sottomondo Vaticano“ wahrscheinlich beim ersten Lesen nur den Spezialisten und Kennern aller (oder vieler) Vatikanmorde zeigen wird. Mit eine wenig Hilfe des Internets ist diese kleine Hürde jedoch relativ leicht zu schaffen.
„Bambi am Broadway“ ist eine köstliche Sammlung von grotesken, absurden, schwarzen und unmoralischen Miniaturen. Leicht und spritzig serviert, trotzdem nie flach oder billig.
Unterhaltung im besten Sinne des Wortes.

Kommentieren0
20
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 13 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks