Edith Beleites Das verschwundene Kind

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Inhaltsangabe zu „Das verschwundene Kind“ von Edith Beleites

1636: Hebamme Clara entbindet bei einer dramatischen Geburt im Glückstädter Schloss eine junge Adelige von einem gesunden Jungen. Am nächsten Tag ist die Frau samt Säugling verschwunden. Erst als die engagierte Hebamme zwei Jahre später auf Einladung des dänischen Königs Christian IV. in Kopenhagen ist, trifft sie die junge Sophie wieder. Keiner jedoch will etwas von einem Kind wissen. Als Clara Drohungen erhält, ist ihre Neugierde endgültig geweckt.

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  • Rezension zu "Das verschwundene Kind" von Edith Beleites

    Das verschwundene Kind

    mabuerele

    04. October 2010 um 19:09

    Clara, Hebamme in Glückstadt im Jahre 1636, entbindet im Schloss eine junge Adlige. Als sie zur Nachsorge kommt, sind Frau und Kind verschwunden. Niemand will etwas von einem Kind wissen. Zudem findet Clara ihren Mann niedergeschlagen vor dem Kamin vor, als sie nach Hause zurückkehrt. Die Geschichte bleibt mysteriös. Zwei Jahre vergehen. Clara muss am eigenen Leib erfahren, wie schnell aus Freude Trauer wird. Ihre Tochter stirbt kurz vor der Geburt im Muterleib. Erst im Frühjahr findet sie ihre Lebensfreude wieder. Da lernt Clara auf Betreiben von König Christian IV: den Mediziner Johannsen kennen. Es folgt eine Einladung nach Kopenhagen. Clara soll vor der Ärzteschaft über die Aufgaben einer Hebamme sprechen. Der König möchte, dass es zur Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Medizinern kommt. In Kopenhagen trifft Clara die junge Adlige wieder. Doch sie hat kein Kind bei sich. Irgendjemand möchte weitere Kontakte verhindern. Als Clara und ihr Mann bedroht werden, verlassen sie fluchtartig Kopenhagen ... Die Autorin versteht es, das Leben der Frauen jener Zeit anschaulich zu beschreiben. Der Kampf der Hebammen um ihre Anerkennung als vollwertiger Beruf ist beeindruckend dargestellt. Da Christian IV. zu den aufgeschlossenen Monarchen seiner Zeit zählte und die Rahmenbedingungen gut recherchiert wurden, wirkt der Roman authentisch. Man sollte wissen, dass die Ärzte zur damaligen Zeit relativ wenig mit praktischer Medizin zu tun hatten. Sie waren Theoretiker. Eine Zusammenarbeit zwischen Hebamme und Arzt wie sie in Glückstadt praktiziert wurde, hatte Seltenheit. Dass Clara über den Tellerrand ihres Berufes hinausschaut und sich um die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen kümmert, dabei auch immer wieder in Gefahr gerät, gibt dem Buch einen zusätzlichen Reiz.

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