Edith Pearlman

 3.5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autorin von Honeydew, Honeydew und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Edith Pearlman

Honeydew

Honeydew

 (7)
Erschienen am 08.04.2015
Binocular Vision

Binocular Vision

 (1)
Erschienen am 06.06.2013
Love Among the Greats

Love Among the Greats

 (1)
Erschienen am 01.01.2002
Honeydew

Honeydew

 (1)
Erschienen am 15.01.2015
Honeydew: Stories

Honeydew: Stories

 (0)
Erschienen am 06.01.2015
Honeydew: Stories

Honeydew: Stories

 (0)
Erschienen am 20.01.2015

Neue Rezensionen zu Edith Pearlman

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Amber144s avatar

Rezension zu "Honeydew" von Edith Pearlman

Leider sehr enttäuschend
Amber144vor 2 Jahren

Ich habe das Buch gekauft, weil es sich vom Klappentext her sehr interessant angehört hat.
Allerdings wurde ich sehr enttäuscht.
Die Schreibweise sagt mir gar nicht zu und es werden teilweise sehr lange Schachtelsätze verwendet, bei denen man am Ende völlig den Faden verliert. Die Geschichte ist für mich auch überhaupt gar nicht zusammenhängend. Es gibt Zeitsprünge, die mitten im Lesefluss geschehen.
Das einzig schöne ist der Einband. Eine wirklich tolle Haptik, aber der Inhalt ist leider nur enttäuschend.

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M

Rezension zu "Honeydew" von Edith Pearlman

Filigran
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Filigran

Auf eine ganze eigene Weise in Ausdruck und Atmosphäre, sehr filigran in der Sprache und wunderbar das Innere Ihrer Personen (und das des Lesers) treffend (schon mit nur einigen Andeutungen), so zeigen sich diese zwanzig Erzählungen, Kurzgeschichten in Edith Pearlman´s neuem Werk.

Dass aus einem Hut Lose gezogen werden können für spätere Ehepartner. Und das initiiert von der vom Leben bereits mitgenommenen Mutter eines der vier lebenslustigen Mädchen an diesem besonderen Abend. Mitten hinein in eine Lebensphase der beginnenden Schwärmerei, der romantischen Überzeugung, dass es „den Richtigen“ gibt, der nur gefunden werden muss in der großen Masse der Männer, das ist schon ein besonderes Setting.

Und dabei wissen die Mädchen noch nicht einmal, dass die Verlosung ein wenig „aufgefrischt“ worden ist.

Sei es nun das vordergründige Thema der „Überbewertung von Schwärmerei und Liebe“ in der Ehe. Sei es die klare These, dass man sich an jede andere Person durchaus „hineinlieben“ kann (oder zumindest ein vernünftiges Leben mit dieser organisieren kann).

Sei es das hintergründige Thema einer gewissen Wahllosigkeit des Lebens, das offen ist gegenüber Manipulationen, wenn sie nur bestimmt genug vorgetragen werden.

Oder sei es die Beobachtung, dass auch die „Spielerinnen“ das System dennoch durchbrechen können, in ihrer lakonischen Sprache, dem hier und da kurz angedeuteten Erschrecken vor der eigenen Courage, vor allem aber in der Schilderung der Hinfälligkeit von allem, wenn es dann eines Tages soweit ist, das liest sich intensiv und sehr, sehr wohl überlegt.

Wobei die „Liebe in besonderer Form“ nicht nur in dieser Geschichte eine Rolle spielt. Ohne offenkundig erotisch zu werden, mehr aus den einfachen Schilderungen eines alltäglichen Lebens und familiärer Notwendigkeiten heraus betrachtet Pearlman in einer anderen Geschichte die Grenzenlosigkeit innerer Bindungen und körperlicher Anziehung, selbst bei Jahrzehnten des Altersunterschiedes zwischen der alternden Frau mit ihrem eigentlich metropolischen Lebensstil und ihrem viel jüngeren Verwandten, dem sie nur in einer angespannten Zeit kurzfristig zur Hand gehen sollte.

Hier wie da und wie in den anderen Geschichten, die Grundthemen eines modernen Lebens, eine gewisse Orientierungslosigkeit, ein Handeln „ins Blaue hinein“, die Kraft zum Verzicht und die Horizontlinie der Vergänglichkeit und damit der Relativierung all dieser manchmal so drängend wirkenden „Wichtigkeiten“, das sind Themen, die Pearlman in ihrer persönlichen bildkräftigen Sprachform dem Leser vor Augen führt. Und dabei, in diesem Buch, vielfach Frauen in den Mittelpunkt der Handlungen setzt (die keine einfach glücklichen Leben in der „Normalität“ zu kennen scheinen).

So wie dieses alte Ehepaar ein ganzes Leben voller Gewohnheiten, voller gleicher Abläufe und voll der Sammlung alter, antiquarischer „Dinge“ einfach so aus den Händen verliert. Und, wie sich herausstellen wird, hinter der Fassade der langen, gemeinsamen Jahre nicht alles so war, wie es schien. Und sich als Illusion erweist, als die Kräfte der Frau nicht mehr ausreichen für ihre exotische „Sammlung des Lebens“. Ein Hauch, der umgehend vergeht.

Gerade in dieser Geschichte ist dies ganz kühle, lakonische Betrachtung des letztendlichen Verlustes von allem (der zwar ein Drama für die Beteiligten darstellt, aber sich in den Abläufen des Lebens einfach so, unprätentiös, vollzieht) voll unnachgiebiger Härte, dem Leben und den Versuchen des Menschen gegenüber, sich selbst durch Dinge und Gewohnheiten einen Sinn zu geben.

Es sind ganz einfache Leben, die durch große und kleine Ereignisse in ihrer gewohnten Bahn verändert, beeinträchtigt werden, mit ganz verschiedenen Folgen, immer aber mit einem Hauch des Sinnlosen versehen, Als ob es genauso gut auch ganz anders sein könnte, kommen könnte, ohne dramatische Veränderungen wirklich zu bewirken.

Eine intensive, besondere, sehr empfehlenswerte Lektüre mit vielen Impulsen, die dem Leser das Leben an sich mit seinem unerbittlichen Lauf und seinen Enttäuschungen vor allem über die Sucht nach Bedeutung vor Augen führen. In denen auch vermeintliche „Starke“ (wie die Besitzerin eines Antiquitätenladens“ innerlich bei weitem nicht so standfest sind, wie sie zunächst erscheinen mögen. Und ein hoher sprachlicher Genuss.

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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Honeydew" von Edith Pearlman

Die kleinen Störungen in den Rhythmen des Lebens
JulesBarroisvor 4 Jahren

Honeydew -  Edith Pearlman (Autorin)  Susanne Höbel. (Übersetzerin) 176 Seiten, Verlag: Ullstein Hardcover (08. April 2014), 20,00 €, ISBN-13: 9783550080999

 Die wenigsten Leser werden die fast 80-jährige Edith Pearlman kennen. Jetzt gibt es eine gute Gelegenheit diese ausgewöhnliche amerikanische Erzählerin, mit der scharfen Beobachtungsgabe und der präzisen Prosa kennen zu lernen.

20 Erzählungen umfasst die vorliegende Sammlung von neuen und ausgewählten Geschichten. Sie sind relativ kurz. Eine typische Pearlman Geschichte reicht von 10 bis 15 Seiten, die längste ist 22 Seiten lang. Und diese Kürze schränkt Pearlman nicht ein, sondern zeigt ihr ausgesprochenes Talent für schnelle Charakterentwicklung und konzentrierte Handlungsstränge. Schön beobachtet Geschichten voller komplexer, faszinierender Charaktere. Die meisten von ihnen finden in einem fiktiven Vorort namens Godolphin in New England statt. Ein Ort der kleine Ladenbesitzer, Professoren, Künstler und Kinder. Es ist ein Ort, an dem nicht viel passiert, außer der ewigen Suche nach irgendeiner Art von Glück oder zumindest Zufriedenheit.

Wie bei Alice Munro, mit der ich Alice Pearlman vergleiche, ist das vorherrschende Thema das emotionale Leben der Frauen. Ihre Figuren sind sehr gut ausgebildet, selbstbewusst und, in den meisten Fällen, fest in der oberen Mittelklasse angesiedelt. Es ist eine reich angerichtete Tafel, mit Momentaufnahmen von vielen verschiedenen Leben. Es sind Geschichten von Liebe und Sehnsucht, Verlust, Misserfolg und Missverständnis und oft der Isolation. Geschichten von Hoffnung, Alter und Jugend, Schmerz, Trauer, Enttäuschung und sogar die Eskapaden von kleinen Insekten und den nussigen Freuden des Ehebruchs.

Edith Pearlman schreibt mit lapidaren Präzision, jeder Beschreibung ist klug und exakt. Ihre Prosa lebhaft und sehr farbig, die bei passenden Gelegenheiten in überbordende Üppigkeit ausartet. Fast jede ihrer Geschichten beinhaltet auch Elemente, andere zu belauschen, aus zu spionieren. Und so verbindet sie Nähe und Distanz. Und sie schafft eine Faszination für die komplizierte Welt der Erwachsenen, vor allem für die kuriosen Menschen, die politisch nicht korrekt sind. Charaktere reagieren miteinander in unerwarteter Weise. Hinzu kommt ihr unverwechselbarer Witz und eine Leichtigkeit und Schnelligkeit in ihrem Tonfall. Pearlman-Prosa ist subtil, ironisch und meist schmucklos, sodass die wunderbaren Metaphern umso mehr Wirkung erzielen.

Sie hat einen feinen Blick für das Intime. Edith Pearlman hat mal gesagt: „Für mich ist die Kurzgeschichte ein Gespräch zwischen Schreiber und Leser. Und da nur der Schreiber sprechen kann, müssen sie darauf achten, den Leser zu respektieren und vermeiden, ihm zu sagen, was sie denken, sondern höchstens mit Metaphern, Dialogen und Pausen andeuten.“

Und genau das tut sie in ihre Geschichten. Ihre Geschichten bieten uns Reflexionen über uns selber an.

Wer Freude hat, Geschichten zu lesen, die die kleinen Störungen in den Rhythmen des Lebens als Aufhänger nehmen, der ist hier genau richtig. Jede Geschichte ist ein Meisterwerk und die Sammlung als Ganzes ist das perfekte Buch, um es im Bett zu lesen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Ullstein Verlages

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/honeydew-9783550080999.html?cHash=579c68cd3d1c4b7c5f69d04817dc28cb

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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