Edith Wharton

 4 Sterne bei 133 Bewertungen
Autor von Dämmerschlaf, The Age of Innocence und weiteren Büchern.
Autorenbild von Edith Wharton (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von Edith Wharton

Edith Wharton (1862 - 1937) entstammte der New Yorker Patrizierschicht. Als Kind verbrachte sie längere Zeit in Frankreich, Deutschland und Italien, so dass sie, wie sie später meinte, Europa "unausrottbar im Blut" hatte. Sie genoss eine sorgfältige Erziehung, ihre frühen literarischen Neigungen wurden jedoch kaum gefördert; schriftstellerische Ambitionen ziemten sich für Töchter aus ihren Kreisen nicht. Edith Wharton übersiedelte nach einer schwierigen Ehe 1906 nach Paris. Sie widmete sich nun ganz ihrer dichterischen Aufgabe, schrieb Romane, Erzählungen, Reiseberichte, kulturhistorische Essays.Ihre Vielseitigkeit und ihr Erzähltalent wurden mehrfach geehrt: 1921 erhielt sie den Pulitzerpreis, 1923 verlieh ihr die Yale University als erster Frau die Ehrendoktorwürde; es folgten die Goldene Medaille des National Institute of Arts and Letters und die Aufnahme in die American Academy of Arts and Letters. Edith Wharton gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Amerikas.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Edith Wharton

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Dämmerschlaf (ISBN:9783442749607)

Dämmerschlaf

 (33)
Erschienen am 08.09.2015
Cover des Buches Ein altes Haus am Hudson River (ISBN:9783641106614)

Ein altes Haus am Hudson River

 (11)
Erschienen am 31.01.2013
Cover des Buches Zeit der Unschuld (ISBN:9783328102489)

Zeit der Unschuld

 (11)
Erschienen am 09.07.2018
Cover des Buches Traumtänzer (ISBN:9783869150413)

Traumtänzer

 (4)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Der flüchtige Schimmer des Mondes (ISBN:9783492222716)

Der flüchtige Schimmer des Mondes

 (1)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches Ethan Frome (ISBN:9783737410595)

Ethan Frome

 (1)
Erschienen am 20.09.2017

Neue Rezensionen zu Edith Wharton

Neu

Rezension zu "The Age of Innocence" von Edith Wharton

Edith Wharton: The Age of Innocence
littleowlvor 9 Monaten

Meine Meinung

Ich bin normalerweise kein großer Fan von Dreiecksgeschichten, „The Age of Innocence“ war da jedoch eine seltene Ausnahme. Protagonist Archer steht zwischen zwei Frauen, die repräsentativ auch für zwei unterschiedliche Lebensentwürfe stehen. Auf der einen Seite ist da seine Verlobte May Welland, die für alles steht, was sein Umfeld als konventionell und „angebracht“ betrachtet. Auf der anderen Seite ist da Ellen Olenska, in jeder Hinsicht unkonventionell und von der Gesellschaft aus Gründen, für die sie nichts kann, geächtet. Die Geschichte der drei und insbesondere die von Archer und Ellen mitzuverfolgen war herzzerreißend und oft frustrierend.

Die Figuren sind in den Konventionen ihrer Zeit gefangen, auch wenn sie sich gegen sie auflehnen, und können nicht aus ihrer Haut. Alle drei Figuren war äußerst interessant und vielschichtig. Ich habe lange gebraucht, um zu entscheiden, ob ich den Protagonisten Archer nun mag oder nicht. Ich würde sagen, dass er ein guter Mensch ist, auch wenn ich über sein Verhalten manchmal nur den Kopf schütteln konnte. Wir lernen Ellen Olenska nur aus Archers Perspektive kennen – bis zum Ende bleibt sie mysteriös und es fiele mir schwer, ihren Charakter in ein paar wenige Adjektive zu zwängen. May habe ich anfangs als unschuldiges, naives und ein bisschen einfältiges Mauerblümchen eingeschätzt. An mehreren Stellen im Roman wird jedoch deutlich, dass hinter der stillen, braven Fassade um einiges mehr steckt als man denkt.

„The Age of Innocence“ gibt einen schillernden, sehr lebendigen Einblick ins Leben der New Yorker Oberschicht der 1870er Jahre. Die Anmerkungen meiner Ausgabe (Penguin Classics Taschenbuch) haben mir sehr dabei geholfen z.B. die Symbolik bestimmter Details zu verstehen.

Kommentieren0
21
Teilen

Rezension zu "Zeit der Unschuld" von Edith Wharton

Hat mir gut gefallen
Bjjordisonvor einem Jahr

eben gehen wird. Soll er seine Verlobte heiraten, die ihm ein stabiles Leben ermöglicht? Oder soll er doch Ellen heiraten, die sich nicht so anpassen kann oder will.

Persönlich fand ich das Buch regelrecht faszinierend. Ich fand es schon sehr amüsant, was mit dieser Dreiecksbeziehung passieren wird. Allerdings fand ich die Darstellung der Menschen bzw. der High Society in New York einfach gelungen. Man hatte  das Gefühl, alle sind so angepasst und ja nicht auffallen, dass es schon, wie ein Zwang auf mich gewirkt hat. Ich konnte als Leser auch wirklich sehr gut in die Handlung abtauchen. Die Emotionen in der Geschichte schwankten regelrecht, einmal war alles wunderbar und dann wieder nicht, so war ich als Leser einfach nur mitgerissen.

Die Charaktere fand ich wirklich wunderbar ausgebaut. Mir hat es gefallen, wie vielschichtig diese auf mich gewirkt hatten und bei so einigen davon, dachte ich nur, was seid ihr den spießig, weil alles so real auf mich gewirkt hat. Bin absolut verzückt.

Die Schreibweise war ein Genuss. Bei manchen Klassiker wird man von der Schreibweise abgeschreckt, weil viele sehr schwierig sind und auch teilweise sehr ermüdend wirken. Hier hingegen war das aus meiner Sicht sowas von absolut nicht der Fall. Das Buch war leicht zu lesen und alles mache einen sehr flüssigen Eindruck. Die Handlung wird von einem auktorialer Erzähler, welcher alles von außerhalb präsentiert. Fand ich aber sehr geschickt gewählt, denn man wäre wahrscheinlich bei diesen Menschen auch eher außerhalb und so wirkte alles sehr real auf mich.

Das Cover finde ich recht ansprechend und elegant. Persönlich finde ich es sehr passend zur Handlung.

 

Zur Autorin:

Edith Wharton (1862–1937) war ein Kind der Upperclass von New York. Ihre Ehe mit einem deutlich älteren Bankier endete in einer Scheidung. Nach dem Pulitzerpreis für »Zeit der Unschuld« wurde ihr 1923 als erster Frau die Ehrendoktorwürde der Yale University verliehen. Sie war Mitglied der American Academy of Arts and Letters und wurde mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert.

Quelle:  Verlag

 

Fazit:

5 von 5 Sterne. Tolles Buch. Ein Highlight. Einfach wunderbar. Klare Kauf – und Leseempfehlung. Wird auch nicht meine letzte Geschichte der Autorin sein.

Kommentieren0
5
Teilen

Rezension zu "Ein altes Haus am Hudson River" von Edith Wharton

Schreiben als Lebensziel
serendipity3012vor 3 Jahren

Schreiben als Lebensziel 

Die Zwanziger Jahre in den USA: Vance Weston, junger Spross aus gutem Hause, will unbedingt Schriftsteller werden. Jedoch hat er weder schon viel zu Papier gebracht, noch kennt er sich mit dem gängigen Literaturkanon aus, es fehlt ihm an literarischer Bildung. So fühlt er sich wie im Paradies, als er nach einer langen Krankheit zur Erholung zu Verwandten geschickt wird und sein Cousin Upton ihn mitnimmt in ein altes Haus, das eine große Bibliothek besitzt. Vances Cousin und seine Familie geben auf das Haus Acht, das schon seit einiger Zeit leer steht. Hier lernt Vance auch die junge Halo kennen, die ihn immer wieder sacht in die richtige Richtung stößt und später seine Schreibversuche kritisch unter die Lupe nehmen wird. Vance gelingt es schließlich, bei Halos Ehemann Lewis und seiner Zeitung unter Vertrag zu kommen. Er heiratet seine Cousine Laura Lou, die zwar eine herzensgute Frau ist, ihm aber intellektuell unterlegen und mit der Vance nicht über seine Arbeit reden kann. Sowohl seine als auch Laura Lous Familie heißen die überstürzte Hochzeit nicht gut, und seine Schwiegermutter lässt ihn immer wieder spüren, dass sie ihm nicht vertraut.

Edith Wharton (1862-1937) widmet sich in ihrem Roman „Ein altes Haus am Hudson River“ (erschienen erstmals 1929), der Frage nach der Bedeutung von Kunst und Literatur in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ihr Protagonist Vance Weston strebt danach, das journalistische Schreiben, das er vor allem als Broterwerb betreibt, hinter sich zu lassen, um ein erfolgreicher Romanschriftsteller zu werden, ohne wirklich zu wissen, wie genau er dies angehen soll. Durch Halo (eigentlich Héloise Spear – sie selbst sagt, Name und Spitzname seien beide gleich lächerlich) gelangt er in die Kreise der Society, wo er sich zunächst einmal zurechtfinden und lernen muss, welches Verhalten von ihm erwartet wird.

Wharton gelingt es ausgezeichnet, in ihrem seitenstarken Roman ein ganzes Panorama der damaligen Zeit zu schaffen, ein Milieu und seine geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze differenziert vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen. Im lesenswerten Nachwort erfahren wir, dass sie dem „stream of consciousness“ (das heißt einer Technik, die sich auf den „Bewusstseinsstrom“ einer oder mehrerer Figuren stützt) skeptisch gegenüberstand – was sie im Übrigen mit Henry James gemeinsam hatte. Stattdessen widmet Wharton sich ausgiebig ihren Figuren und beleuchtet differenziert ihre Gefühle, Gedanken, Entscheidungen und deren Wechselwirkungen. Besonders stehen hier natürlich Vance und Halo im Mittelpunkt; Halo ist im Grunde die zweite Hauptfigur in Whartons Roman. Sie ist eine interessante Figur: Einerseits bildet sie so etwas wie das fehlende Gegenstück zu Vance, gerade auch auf intellektueller Ebene, mit der er konstruktiv über seine schriftstellerische Arbeit reden kann, außerdem weist sie ihm den Weg in die gesellschaftlichen Kreise, in denen er als Schriftsteller verkehren muss, wenn er dauerhaften Erfolg haben will. Andererseits ist sie eine Frau ihrer Zeit, die den Verleger Lewis Tarrant vor allem wegen seines Geldes geheiratet hat, auf das ihre Familie angewiesen ist. Ihr Mann wird mit der Zeit so etwas wie ihr Studienobjekt in der Hinsicht, dass sie lernt, wie sie in welcher Situation mit ihm umgehen muss, um ihn bei Laune zu halten und nicht zu verärgern.

Wharton gelingt es aber auch hervorragend, die übrigen Figuren auf kleinem Platz so treffend zu charakterisieren, dass man stets eine genaue Vorstellung von ihnen hat, selbst, wenn sie eher auf Nebenschauplätzen zu finden sind. Das besagte Nachwort legt dies sehr nachvollziehbar nahe.

„Ein altes Haus am Hudson River“ (im Original „Hudson River Bracketed“) lebt vom ruhigen, harmonischen Erzählrhythmus seiner Autorin bzw. Erzählerin, in der alles ineinander fließt. In vielem ist die Geschichte zeitlos, was vor allem die persönlichen Befindlichkeiten der Charaktere angeht, andererseits ist die Frage nach der Kunst und der Literatur und ihren Strömungen und ihrer Bedeutung sicherlich auch heute noch aktuell. So lässt sich Whartons Roman auch über 80 Jahre nach seinem Erscheinen noch mit Gewinn lesen. Ein ausführliches Anmerkungsverzeichnis in der von mir gelesenen Taschenbuchausgabe bei btb erläutert außerdem jene Textstellen, die sich dem heutigen Leser vielleicht nicht gleich erschließen bzw. geht auch darauf ein, wenn es kleine Umgereimtheiten im Text gibt. 1932 erschien in den USA eine Fortsetzung der Geschichte mit dem Titel „The Gods Arrive“, der allerdings wohl nie ins Deutsche übersetzt wurde.

Kommentieren0
3
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 220 Bibliotheken

auf 51 Wunschlisten

von 8 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks