Edith Wharton Dämmerschlaf

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Inhaltsangabe zu „Dämmerschlaf“ von Edith Wharton

Partylust und Lebensfrust. Auf Dauer einen Platz in New Yorks High Society zu behaupten, ist ein aufreibender Fulltimejob. Wer wüsste das besser als Pauline Manford? Diszipliniert unterwirft sie sich und ihr Leben dem Diktat der besseren Kreise: trainiert körperliche und mentale Fitness, pflegt die richtigen Kontakte und ein wohldosiertes soziales Engagement. Alles ist gut, solange der Terminkalender voll ist. An mehr als einen leichten Dämmerschlaf ist in diesem lärmenden Partygetöse nicht zu denken, denn wer schläft, sündigt nicht – und wer nicht im Gespräch bleibt, ist schnell so langweilig wie der Trend der vorletzten Saison …

Geschichten aus dem vorigen Jahrhundert, mit sehr viel Bezug zur heutigen Zeit.

— Langeweile
Langeweile

Ein Bronte-Buch für Erwachsene, mehr Lifestyle-Interessierte. Manchmal etwas anstrengend.

— BettinaR87
BettinaR87

Unterhaltsame Lektüre

— dowi333
dowi333

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  • Die armen Reichen

    Dämmerschlaf
    Langeweile

    Langeweile

    03. February 2016 um 11:39

    Wenn man nicht wüßte daß die Geschichte im vorigen Jahrhundert spielt,könnte man sie in die heutige Zeit einordnen. Es gibt immer mehr Menschen,die von Termin zu Termin hetzen und vergessen zu leben. .Pauline Manford hat einen minutiös durchgeplanten Tag,ihre Sekretärin verwaltet die Termine.Im Viertel-oder Halbstundenrhytmus geht es um Massage, Yoga Maniküre ,Friseur und immer wechselnden Heilsbringern..Auch ihre Tochter (in meinen Augen die einzige Normale in diesem Clan),braucht einen Termin.Außerdem engagiert sie sich im sozialen Bereich und kümmert sich um ihren geschiedenen Mann,der unter Punkt A .läuft.Natürlich organisiert sie auch ständig Partys und Empfänge ,wo jeder der Rang und Namen hat zugegen ist. Pauline ist in zweiter Ehe mit Dexter verheiratet,ihrem ehemaligen Scheidungsanwalt. Als die Ehe ihres Sohnes Jim vor dem Aus steht, Lita ihre Schwiegertochter fühlt sich nicht wohl in ihrem Leben, Auch hier greift Pauline ein und verordnet der Familie einen Aufenthalt auf dem Landsitz der Familie. Doch auch hier nehmen die Dinge ihren Lauf.Ich möchte nicht mehr verraten,um die Spannung zu erhalten. Edith Wharton ist es gelungen,der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten,ich habe das Buch mit Begeisterung gelesen. Buchtitel: Dämmerschlaf

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  • Dämmerschlaf

    Dämmerschlaf
    Insel56

    Insel56

    30. July 2015 um 20:48

    Im New York der 20ziger Jahre ist Pauline in zweiter Ehe mit einem Anwalt verheiratet und führt ihr Leben nach einem reich gefüllten Terminkalender. Sie nimmt die Realität nur so wahr, wie sie es möchte, denn sie befindet sich im "Dämmerschlaf". Wach und doch realitätsfern, selbst die Dinge, die offensichtlich sind, versucht sie zu übersehen. In dem Buch schildert die Autorin das Leben der Oberschicht anhand des Leben von der Hauptprotagonistin Pauline, während ich als Leser irritiert und teilweise auch amüsiert lese, so habe ich doch Mitleid mit Nona der Tochter, die ihr eigenes Liebesleben aufgrund von Konventionen nicht in die Reihe bekommt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn es ließ sehr schön lesen und ich war gefangen in einer anderen Welt.

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  • Pauline

    Dämmerschlaf
    Islaender

    Islaender

    25. June 2015 um 10:51

    Pauline eine Frau aus der Oberschicht im New York der 20ziger Jahre ist immer beschäftigt, aber trotzdem lebt sie im "Dämmerschlaf". Der Titel des Buches bezieht sich eigentlich af den Dämmerschlaf den Frauen bei der Geburt per "Arzneidroge" erlebten und so die Geburt ihres Kindes verpassten.Jedoch im Dämmerschlaf befinden sich viele der Menschen in diesem Buch. Pauline lebt strikt nach Terminkalender und schüttet sich mit Terninen zu, so dass sie die wirklichen Probleme und die Menschen gar nicht sieht bzw. sie nimmt sie so wahr, wie sie es haben will. Fast wäre sie komplett aufgewacht, jedoch das will sie nicht. Wenn man nicht vorher wüßte, das das Buch vor fast 100 Jahren spielt, so würde man denken es ist heute, denn so aktuell ist die Thematik. Wir beschäftigen uns, um nicht aufzuwachen. Jemand, der heute sagt, das er Zeit hat,wird eher verständnislos angeschaut und in die Schublade "sonderbarer Mensch" abgelegt. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, als ich die Geschichte von Pauline und ihrer Familie las. Ein Buch, das einen Schmunzeln lässt und trotzdem zum Grübeln bringt.

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  • Roaring Twenties

    Dämmerschlaf
    dowi333

    dowi333

    10. May 2015 um 12:17

    Das Leben der Reichen und Schönen ist nicht einfach. Entweder ist der Terminkalender bis zum Bersten gefüllt mit wichtigen Angelegenheiten wie Gesichtsmassage, Maniküre, Modellsitzen, Komiteesitzungen, Partyplanungen und anderen unaufschiebbaren Belangen. Oder man leidet unter ausgeprägter Langeweile, die man sich mit vorerst mit Gymnastik vertreibt und schließlich Pläne schmiedet, in Hollywood Fuß zu fassen. Während Pauline Manford ganz und gar damit beschäftigt ist, ihren Platz in der New Yorker High Society zu behaupten, möglichst überall dort mitzumischen, was gerade gefragt ist, und Familienprobleme zu lösen oder unter den Teppich zu kehren, kann ihr erster Ehemann, Arthur, mit ihrem Lebensstil nicht Schritt halten. Noch bevor es also "üblich" ist, lässt sie sich von Arthur scheiden; fühlt sich ihm aber immernoch verpflichtet und räumt ihm daher alle paar Wochen einen kurzen Zeitraum ihn ihrem nahtlos gefüllten Terminkalender ein. Ihr zweiter Ehemann, Dexter, ist derweilen der Organisationswut seiner Frau müde und vergnügt sich lieber anderweitig. Pauline ist der Meinung, dass das Verfolgen neuer Trends und ihr reduzierter Hüftumfang ausreichen, um die Aufmerksamkeit ihres Ehemannes wiederzuerlangen. Andererseits scheint Pauline sämtliche Fähigkeiten verloren, sich unabhängig von ihrem Terminkalender zu beschäftigen. Es ist für sie nahezu unmöglich, eine freie Stunde zu überbrücken. "Eine Stunde ist für alles zu lang." Die nächste Generation scheint hingegen völlig verloren. Paulines Tochter aus der zweiten Ehe, Nona, gibt sich der Gymnastik und dem Jazz hin. Schwiegertochter Lita ist gelangweilt. Mit Nona tanzt sie die Nächte durch und plant darüber hinaus die Scheidung von Paulienes Sohn aus erster Ehe, Jim, sowie eine Karriere in Hollywood. Ein Skandal, den Pauline unbedingt verhindern muss. Hollywood ist der New Yorker High Society höchst suspekt. Ihre eigene Scheidung war notwendig. Aber ein Mädchen wie Lita muss sich schließlich glücklich schätzen, in derartige Kreise eingeheiratet zu haben. Die Trennung ihres Sohnes muss daher zwingend vermieden werden. Diese Doppelmoral zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Allein Nona scheint die Verstrickungen der einzelnen Figuren zu durchschauen. Edith Wharton vermittelt die Probleme der Protagonisten verständlich... auch wenn diese nicht zwingend nachvollziehbar sind. Und das Alles mit einem Augenzwinkern. Der Stil ist anspruchsvoll; definitiv kein Buch für den entspannten Erholungsurlaub. Aber ist man sich darüber bewusst, handelt es sich um eine durchaus unterhaltsame Lektüre.

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  • Vergnüglich

    Dämmerschlaf
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    20. January 2015 um 02:07

    „All diese Ruhekuren, Massagen und rhythmischen Übungen, ersonnen, um Menschen zu kurieren, die kerngesund wären, wenn sie nur ein normales Leben führen würden!“ Pauline hat einen streng durchgetakteten Tag. Massagen, Meditieren, den gerade angesagten Guru aufsuchen, Maniküre, mentales Verjüngungstraining – und dazu noch die Treffen der diversen Organisationen, denen sie angehört. Da ist es doch verständlich, dass sie keine Zeit findet, ihre Tochter Nona zu sehen und mit ihr zu reden. Sie kann sie doch nicht unangemeldet in ihren Terminplan quetschen! So ist es eben, das hektische moderne Leben, das kommt einem beim Lesen nur allzu bekannt vor. Allerdings ist hier nicht die Rede von unserer Gegenwart, sondern der Roman spielt im New York der Roaring Twenties. Nona nimmt den Zeitmangel ihrer Mutter gelassen, sie ist es erstens gewohnt und hat zweitens eine abgeklärte Sichtweise auf ihre Familie und die Gesellschaft, in der sie lebt. Eine Gesellschaft, deren oberstes Ziel die Optimierung der eigenen Persönlichkeit ist. Und die Optimierung der Mitmenschen. „All diese kostspieligen Projekte zur moralischen Zwangsernährung, die jedermann nötigen wollten, sauberer, stärker, gesünder und glücklicher zu sein, als die Natur dies ohne Hilfe zuwege brachte.“ Das nimmt auch schon einmal absurde Formen an. So ist Pauline gleichzeitig Vorsitzende der Muttertagsgesellschaft und Rednerin auf dem Geburtenregelungsbankett – und verwechselt die Reden… Eine richtige Handlung hat dieses Buch eigentlich nicht. Trotzdem hat es mich gefesselt, denn ich habe die scharfe Zunge Edith Whartons und die herrlichen Formulierungen genossen. Die Autorin mag ihre Protagonistinnen ganz offensichtlich nicht. Lediglich Nona bildet eine Ausnahme. Bei allen anderen Figuren merkt man, dass die Autorin deren Leben im „Dämmerschlaf“ nicht gutheißt. Die Menschen im Buch denken nur an sich und an ihre Bedürfnisse, haben kein Mitleid und verschließen ihre Augen vor allem, was mit Leiden und Schmerz zu tun hat. Und merken dabei gar nicht, wie armselig sie trotz ihres Reichtums sind. Wie Edith Wharton der Gesellschaft, die der unseren so ähnlich ist, den Spiegel vorhält, ist höchst vergnüglich zu lesen.

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  • Bild der New Yorker Upperclass der 1920er

    Dämmerschlaf
    haubentaucher101

    haubentaucher101

    26. December 2014 um 22:05

    Bei dem Buch handelt es sich um eine Neuübersetzung des Buches „Twilight Sleep“ von Edith Wharton. Die Autorin lebte von 1862 bis 1937 und war selbst Teil der New Yorker Uperclass. Eben jener Gesellschaftsschicht, die sie in diesem Buch (und einer Vielzahl weiterer) beschreibt. In diesem Buch gibt sie einen Einblick in das Leben der Familie Manford. Als Leser taucht man ein in den Alltag von Pauline, die einen so minutiös durchgetakteten Tagesplan hat, dass selbst ihre Tochter Nona für ein Gespräch mit ihrer Mutter einen Termin vereinbaren muss. Weitere Hauptfiguren sind Nonas geliebter Halbbruder Jim und dessen Frau Lita sowie die Väter von Nona und Jim. Das ist zum einen der Ex-Mann von Pauline, Arthur Wyant, den Pauline verlassen hat und zum anderen ihr aktueller Ehemann, der Scheidungsanwalt Dexter Manford. Der durchgetaktete Tagesplan von Pauline scheint gefüllt von mehr oder weniger belanglosen, aber für sie unglaublich wichtigen Terminen. Diese zwanghafte Geschäftigkeit, die man manchmal für ein besonderes Merkmal der heutigen (von Smartphone u.ä. geprägten) Zeit hält, gab es also auch schon im New York der 1920er Jahre. Und auch Lita, die von all dem nur unendlich gelangweilt scheint und andere Abwechslung sucht, scheint ein ganz und gar moderner Charakter. Das Buch ist in einer klaren, aber sehr detailliert beschreibenden, Sprache verfasst. Die erste Hälfte des Buches konzentriert sich meines Erachtens recht stark darauf, ein Bild von den handelnden Personen zu zeichnen. Der Verlauf der Handlung erschien mir teilweise etwas zäh, aber die detaillierte Beschreibung en vieler Alltagsausschnitte (etwa Paulines Anti-Frustrations-Sitzungen, die mich unweigerlich an den aktuellen Yoga-Trend denken ließen) machen auch diesen Teil sehr lesenswert. Im zweiten Teil nahm die Handlung jedenfalls für mein Empfinden spürbar an Fahrt auf und ich folgte mit großem Interesse dem auf vielfache Weise verwobenen Schicksal der verschiedenen Personen. Dabei habe ich wegen der genauen Charakterisierung der Personen, der detaillierten Beschreibung der Situationen und der zahlreichen, sehr gelungenen, Dialoge immer wieder daran gedacht, dass dieses Buch wohl auch hervorragend in ein Theaterstück umzusetzen wäre. Ich hätte jedenfalls große Lust ein solches anzuschauen, gerade auch wegen der zahlreichen Parallelen die man zur „Jetzt-Zeit“ finden kann. Und auch wenn ich Bücher nicht primär nach ihren äußeren Werten beurteile: die tolle Ausstattung (leinengebunden und mit Lesebändchen) sowie ein interessantes Nachwort und eine Erläuterung zum Titel der Neuübersetzung haben hier durchaus zum Lesegenuss beigetragen.

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  • Dämmerschlaf war das nicht!

    Dämmerschlaf
    Julles

    Julles

    03. September 2014 um 14:59

    Edith Whartons Roman "Dämmerschlaf" ist vor allem eines: NICHT einschläfernd. Im Gegenteil: Innerhalb von zwei Tagen habe ich dieses Exemplar verschlungen - und war besonders positiv überrascht von sprachlicher Präzision, glänzenden Formulierungen und zum Teil boshafter Gesellschaftskritik. Endlich mal wieder ein Buch, bei dem man den Bleistift zückt und Sätze markiert, nur um sie irgendwann zu zitieren. Weil sie schön sind. Oder klug. Oder beides. Genauso hochwertig wie die Sprache des in den 20ern erschienen Buches ist die aktuelle Aufmachung: Leinen, Bändchen und dickes Papier lassen die Worte umso mehr strahlen. Andrea Ott hat nun diesen Roman neu übersetzt - und liefert uns damit einen Klassiker, der damals wie heute thematisch aktuell ist. Ja, man spürt eigentlich kaum, dass es ein derart altes Buch ist, würde man es nicht wissen. Denn: Hauptprotagonistin Pauline Manford, reiche Erbin in den Goldenen Zwanzigern, stopft ihren tag derart mit bedeutungslosen Dingen und Terminen voll, dass sie gar nicht merkt, welcher Bedeutungslosigkeit sie eigentlich verfällt. Hauptsache beschäftigt! Und das erwartet sie nciht nur von sich selbst - sondern auch von allen anderen. Zum Leidwesen von Lita etwa. Dieser Abstecher in die New Yorker Upperclass ist absolut empfehlenswert - und eine wahre Freude!

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  • New York in den besten Jahren

    Dämmerschlaf
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. August 2014 um 10:34

    Die Erzählerin Mansford berichtet am Anfang der Geschichte von ihrer Familie . Von ihrer Mutter die ein knallhartes Leben führt und die keine Kompromisse macht . Ihr Leben besteht aus einem straffen Zeitplan , wenn jemand nicht funktioniert wird er einfach aussortiert ! Sollte es ein Mann sein , dann lässt man sich halt einfach scheiden ! Was nicht passt wird aussortiert ! In diesem Buch wird New York in den 20iger Jahren , so glanzvoll und unbekümmert beschrieben , dass man sich wünscht man hätte diese Zeit miterlebt ! Eine Stadt voller Glanz , Jubel, Partys und Terminen . Eine normale Frau musste sich genau an ihren Terminkalender halten , um keine Veranstaltung zu verpassen . Familienmitglieder wie z.B. Kinder mussten froh sein , wenn ihre viel beschäftigte Mutter noch einen Termin frei hatte ! Pauline Manfort träumt von der großen Karriere und ist mitten im Leben von New York angekommen . Um wirklich nicht zu vergessen , beschäftigt sie seit Jahren eine Sekretärin. Pauline Manfort befindet sich in einem Leben , in dem es nur um Partys , Schönheit und Status geht . Der Schreibstil der Autorin , ist absolut bissig , frech und sie braucht nicht Lange um Dinge auf den Punkt zubringen . Zwischen cooler Lässigkeit und spöttischen Bemerkungen , wechselt sie geschickt die Perspektiven und Sichtweisen . Ein spöttischer und bissiger Roman , über die Gesellschaft New Yorks in den "besten Jahren"

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  • Dämmerschlaf

    Dämmerschlaf
    Danni89

    Danni89

    21. July 2014 um 14:37

    Im Jahre 1862 geboren malt Edith Wharton im bereits 1927 im englischen Original „Twilight Sleep“ erschienenen Roman „Dämmerschlaf“ ein großartiges Bild der New Yorker Upperclass der 1920er Jahre. Gespickt von einer gehörigen Portion Sarkasmus erzählt sie flüssig und spannend die Geschichte um Schein und Sein von Pauline Manford, einer typischen High-Society-Lady der so genannte „Roaring Twenties“ mitsamt ihrem stets sorgfältig ausgefüllten Terminkalender, voller Umsetzungen neuester Trends, Wartung von Körper und Geist, sowie Bemühungen, Gesicht und Ruf vor Seinesgleichen zu pflegen und vor allen Dingen zu wahren. Erschreckend, amüsant, ernüchternd und informativ sorgt die Autorin dafür, dass – zumindest auf mich – die „Goldenen Zwanziger“ auf einmal gar nicht mehr so golden wirken wie zuvor. Erstaunlich empfand ich vor allem die vielen Parallelen, die ein verhältnismäßig alter Roman wie "Dämmerschlaf" zu der heutigen Gesellschaft aufzeigt. Einziges, dafür aber in meinen Augen schwerwiegendes Manko sind für mich die weiterführenden Endnoten. Die Idee selbst, gewisse Dinge dem Leser auf diese Art und Weise genauer vorzustellen oder zu erklären, gefällt mir sehr gut. Allerdings wären Fußnoten direkt auf den betroffenen Seiten eine eindeutig bessere und bequemere Lösung gewesen, denn das Blättern zu den Anmerkungen am Ende des Buches hat meinen Lesefluss doch sehr beeinträchtigt.

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  • SuB-Abbau-Challenge 2014 - ran an die ungelesenen Bücher!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Achtung: Man kann jederzeit noch einsteigen! Er ist Freude und Leid zugleich, er wächst und wächst und wird dabei immer schöner, aber auch erdrückender. Die Rede ist vom SuB ( Stapel ungelesener Bücher), der sich bei immer mehr Lesern in ungeahnte Höhen ausweitet. Bei vielen ist es mittlerweile sogar so weit, dass es gar nicht mehr möglich ist, alle ungelesenen Bücher auf einen Stapel zu stapeln. Es sei denn man nimmt die Gefahr in Kauf, vom eigenen Bücherstapel erschlagen zu werden. Deshalb muss ganz dringend eine Lösung her, damit all unsere wunderbaren ungelesenen Bücher nicht länger ein trauriges Dasein in den Regalen fristen müssen: Die große LovelyBooks SuB-Abbau-Challenge 2014 Ihr möchtet etwas dagegen tun und auch mal wieder Bücher lesen, die vielleicht schon länger ungelesen im Regal stehen? Ihr braucht eine Entscheidungshilfe dabei, was ihr 2014 lesen sollt? Dann haben wir jetzt die perfekte Lösung für euch. Macht mit bei dieser Challenge, lest im kommenden Jahr 12 Bücher von eurem SuB, die jemand anderes für euch aussucht, und entdeckt so "alte" Buchschätze ganz neu! Die Regeln Meldet euch bis zum 21. Dezember 2013 für diese Challenge an! Schreibt für eure Anmeldung hier einen Kommentar mit einem Link zu einem Regal eurer ungelesenen Bücher bzw. eures SuBs hier bei LovelyBooks! Verratet außerdem, wie viele Bücher vom SuB ihr in einem Jahr schaffen möchtet (mindestens 12, gern aber auch mehr, wenn ihr euch das zutraut)! Euer SuB sollte mindestens 25 Bücher umfassen, damit auch etwas Auswahl vorhanden ist. Am 22. Dezember bekommt ihr je einen Teilnehmer von mir zugelost, für den ihr 12 (oder mehr) Bücher vom SuB aussucht, die derjenige 2014 lesen soll. Bitte postet bis spätestens 31.12. hier im Thema die Bücher, die ihr für euren SuB-Abbau-Partner ausgewählt habt. Wenn es jemand verpasst, werde ich spontan selbst die Bücher auswählen, damit jeder weiß, was er 2014 lesen kann. Ab 01.01.2014 geht es dann richtig los - die Bücher, die für euch ausgesucht wurden, können ab diesem Zeitpunkt gelesen werden. Wenn ihr ein Buch beendet habt, sagt hier Bescheid und schreibt gern auch eine Rezension oder eine Kurzmeinung auf der Buchseite zum Buch. Wir sind sicher alle neugierig, wie es euch gefallen hat :) Ihr habt die Anmeldephase verpasst? Kein Problem, schreibt einfach trotzdem hier, wenn ihr noch später einsteigen möchtet und sobald wir mehrere Nachzügler haben, verlose ich wieder neue Partner, die für euch Bücher auswählen. Unter allen Teilnehmern, die ihr Ziel von 12 (oder mehr) Büchern erreichen, verlosen wir eine schöne Überraschung, die jedoch nicht aus Büchern bestehen wird. Wir wollen den SuB ja nicht wieder in die Höhe treiben ;-) Ihr habt Fragen zum Ablauf, den Regeln etc. - dann fragt am besten direkt hier in einem Beitrag und ich antworte schnellstmöglich. 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    • 2011
  • Die Kunst des sinnlosen Lebens

    Dämmerschlaf
    Nuigurumi

    Nuigurumi

    24. September 2013 um 18:26

    Ganz im Gegensatz zu dem, was sich in den "Roaring Twenties" in den Nachtclubs abspielte, war die New Yorker Oberschicht in den 20er Jahren in ein enges Korsett sozialer Normen gepresst, Scheidung war zum Beispiel undenkbar. Der Schein musste um jeden Preis aufrechterhalten werden. Um der Wirklichkeit zu entfliehen, machten die Menschen jeden neuen Trend mit, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Spiritualität. Das ist das Leben von Pauline Manford. Sie ist mit dem Anwalt Dexter verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, Nona und Jim. Jim stammt aus ihrer ersten Ehe, aber sie hat es geschafft, dass die Gesellschaft den Fauxpas der Scheidung von ihrem ersten Mann aus dem Gedächtnis gestrichen hat. Jim ist mit Lita verheiratet und da beginnen Paulines Probleme: Lita möchte auf die Bühne, nach Hollywood, berühmt werden. Sie fühlt sich in ihrer Ehe eingeengt und möchte sich scheiden lassen, und Pauline sieht es als ihre Pflicht an einzuschreiten… Das ist schon die ganze Handlung des Buches, die Beschreibung des Alltags hauptsächlich von Pauline, zum Teil auch von Dexter und Nona. Paulines Tagesablauf ist straff durchorganisiert. Sie hält sich sklavisch an ihren Terminkalender und sollte sie zufällig einmal eine freie Minute haben, wird sie panisch und weiß nicht, was sie machen soll. Der Satz "Eisern machte sie sich ans Entspannen" (S. 166) fasst ihre Einstellung sehr gut zusammen. Als wohlhabende Frau wird sie für viele gute Zwecke eingespannt und als Rednerin zu Veranstaltungen eingeladen. Dass sich die Ziele der Veranstaltungen auch mal widersprechen, stört sie nicht; sie findet schon einen Zusammenhang. Aber eigentlich ist ihr Leben völlig sinnlos. Dexter arbeitet den ganzen Tag und muss abends seinen gesellschaftlichen Pflichten nachgehen, die ihm von Pauline auferlegt werden. Erst als die Stabilität der Familie durch Lita ins Schwanken gerät und er auch eingreift, fängt er an, über sein Leben nachzudenken und erkennt, wie falsch alles und jeder um ihn herum ist. Nona ist die einzige, die weiß, dass alle Menschen in ihrer Umgebung nur eine Rolle spielen, um den sozialen Normen zu genügen, aber auch sie schafft es nicht, sich davon zu lösen. "Dämmerschlaf" ist weniger ein Roman mit einer Handlung als eine Studie über die Familie Manford, wobei die Kritik aus Nonas Sicht stammt. Aber die Beobachtungen sind so scharf und treffend und durch Edith Wharton meisterhaft formuliert, dass die einfache Handlung und die fehlende Spannung dem Buch nicht schaden. Beim Lesen war mir auch selten bewusst, dass sich die Handlung vor fast 100 Jahren abspielt. Alles klingt so modern und man merkt, dass sich die Menschen bis heute nicht sehr verändert haben…

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  • Wharton, Edith - Dämmerschlaf

    Dämmerschlaf
    Emili

    Emili

    24. September 2013 um 10:01

    Die satirische Darstellung der New Yorks High Society ist der Autorin auf jeden Fall hervorragend gelungen. Die Hauptprotagonistin des Romans Pauline Manford, die stellvertretend für die Damen der "gehobenen" Gesellschaft auftritt, ist vom Charakter und ihrer Persönlichkeit her so hohl und oberflächlich, dass der Leser die Gefahr läuft, in ihrer Seelenleere, die sie mit aller Kraft mit einer unglaublichen Aktivität und hohen Anzahl von Terminen zu fühlen versucht, zu versinken. Pauline ist bemüht sich in "Dammerschlaf" (den Begriff als symbolischen Hinweis zu wählen, fand ich sehr treffend) zu versetzen, um ihrem im Grunde genommen langweiligen und leeren Leben zu entfliehen. Sie überhäuft ihren Tag mit zahlreichen Verabredungen, Maniküre, Gesichtsmassagen, Meditieren, Ondulieren, Treffen irgendwelchen Komitees usw., damit sie auf gar keinen Fall zur Besinnung kommt und darüber nachdenken muss, wie uninteressant und oberflächlich ihr Leben ist, wie abgeflacht und ohne jegliche Tiefe ihre eigene Persönlichkeit ist - da kommt der Zustand ständiger Geschäftigkeit und Wichtigtuerei sehr gelegen. Als eine Art Betäubung und Flucht von der Realität. Die Handlung des Romans an sich ist schwer auszumachen: Im Grunde genommen besteht die Geschichte aus einer Anreihung an Ereignissen oder besser gesagt Terminen und Aktivitäten der Hauptprotagonistin, in denen man als Leser versinkt. Schon nach wenigen Seiten hat mich die Hauptfigur des Romans mit ihrem, nach außen gesehen ereignisvollen und wichtigen Leben, nach innen allerdings leeren und unausgefüllten, gelangweilt. Die Heldin der Geschichte erlebte ich als eine unglaublich uninteressante Persönlichkeit, die nur aus einer äußeren Fassade besteht. Über einen Ort, aus dem einer ihrer "Wohltätigkeitsprojekte" - "arme Verwandtschaft" stammt, sagt Pauline: Dort leben? niemals! Es ist zu ... zu ereignislos. Wie der Himmel wahrscheinlich auch. Als das "Projekt" in Paulines Augen beendet war, fand sie die Dankbarkeit, die nicht in der Öffentlichkeit als Vorzeigebild für die Paulines Güte ausgelebt worden ist, lästig. "Mrs. Manford rauschte mit einem starren Lächeln vorbei - "das Lächeln, das sie immer zusammen mit ihrem Diadem aufsetzt"... "Sie saß in ihrem Boudoir, leidend und beklommen wegen einer unerwarteten freien Stunde...." das sind einige wenigen Auszügen aus dem Roman, die vielleicht verdeutlichen, wie die Pauline Manford in ihrem Alltag ist. Auf den ersten Blick - geschäftig, tüchtig, gütig und wohltätig, beim längeren Hinsehen - leer, uninteressant und langweilig. Und gerade das zeichnet diesen Roman aus. All das was ich als langatmig, nervend und oberflächlich empfunden habe, wollte die Autorin genau so ihren Lesern zeigen. All das womit das Leben der Hauptprotagonistin gefühlt ist, übertrug Edith Wharton auf die Leser. Und das machte sie so gut, dass ein emotionaler Leser wie ich, die Stimmung des Romans deutlich zu spüren bekommt und schon nach kurzen Zeit gelangweilt, gereizt und genervt ist, sowohl von der Protagonisten als auch von der Handlung. Fazit: Als Satire und Parodie auf die Gesellschaft gesehen, ist "Dämmerschlaf" ein sozialkritisch starker Roman, der noch lange nachwirkt und auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt. Wenn ich bedenke, dass die Geschichte am Anfang des letzten Jahrhunderts geschrieben worden ist, verspüre ich unweigerlich Achtung vor dem Können der Autorin. Dem nach hätte der Roman die Höchstwertung verdient. Da ich mich bei der Bewertung an meinen Geschmack orientiere, so hat es mir nur mittelmäßig gefallen.

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  • Andere Welt

    Dämmerschlaf
    Buchina

    Buchina

    16. September 2013 um 15:30

    Der Titel „Dämmerschlaf“ sagt eigentlich schon das wesentliche des Romans aus. Alle Charaktere im Buch scheinen sich in einen Dämmerschlaf zu befinden, der das reale Leben ausschließt. Die High Society der 20er in New York ist eine eigene Welt, der kaum etwas mit dem Alltag „normaler“ Menschen zu tun hat. Im Mittelpunkt stehen Pauline und ihre Familie. Pauline selbst versucht jede Minute ihres Lebens zu verplanen, denn nichts ist schlimmer als keinen Termin zu haben. Pausen gibt es nur, wenn sie eine Ruhekur (!) durchführt. Ihren Terminkalender füllt sie mit Partyplanungen Dinners, Vorträgen in verschiedenen Vereinen und natürlich spirituellen Sitzungen. Ihren Mann, ein erfolgreicher Anwalt ermüdet dieses Leben langsam an, er ist inmitten seiner Midlifecrisis und weiß auch nicht so richtig damit umzugehen. Ihre Kinder Jim (aus erster Ehe) und Nona leben sehr unterschiedlich. Während sich Jim verheiratet ist, bleibt Nona noch unentschlossen über ihr zukünftiges Leben.   All diese Menschen leben eigentlich aneinander vorbei, über Probleme wird nicht gesprochen, sondern hinweg gelächelt, bis es zum großen Knall kommt. Edith Wharton hat auf sehr ironische und humorvolle Weise ein Sittengemälde der damaligen Zeit geschaffen, die viele Parallelen auch in unsere Zeit besitzt.   Während ich bei den ersten 50 Seiten wirklich Probleme hatte der Geschichte zu folgen, da einerseits kaum etwas passierte, viele Personen vorgestellt wurden, die fast alle unsympathisch waren und auch der Schreibstil ungewöhnlich ist, habe ich das Buch nach diesem schwierigen Einstieg verschlungen. Die Charaktere gewannen an Tiefe, auch wenn sie mir damit nicht unbedingt sympathischer wurden und die Handlung kam langsam in die Gänge.   „Dämmerschlaf“ ist ein sehr humorvoller Roman, der etwas braucht um in Fahrt zu kommen, aber dem man trotzdem eine Chance geben sollte, denn dann wird man mit einem Einblick in eine Welt belohnt, die mir selbst so fremd ist, wie ein anderer Planet.

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  • In Trance durch den eng getakteten Alltag

    Dämmerschlaf
    MareikeHerzpotenzial

    MareikeHerzpotenzial

    14. September 2013 um 22:21

    “Den Stammplatz in New Yorks High Society zu behaupten ist ein aufreibender Fulltime-Job. Wer wüsste das besser als Pauline Manford? Diszipliniert unterwirft sie sich und das Leben «ihrer Lieben» dem Diktat der besseren Kreise. Trotzdem scheint der Verbleib in den schwindelnden Höhen der Wichtigkeit bedroht. Ist der «Mahatma», Paulines Entdeckung der letzten Saison, nun ein inspirierender Psychoguru oder ein Scharlatan mit einer Vorliebe für nacktes Fleisch? Wie lässt sich die Ehe von Paulines Sohn retten, dessen bildhübsche Frau gelangweilt von einer Karriere in Hollywood träumt? Immer schneller dreht sich für Pauline das Hamsterrad der gesellschaftlichen Verpflichtungen. Alles ist gut, solange der Terminkalender voll ist. Whartons Epochenporträt verrät verblüffende Parallelen zur heutigen Zeit.” Man begleitet Familie Manford durch den rasenden Alltag einer Upper Class – Familie. Pauline, die Mutter von Nona und Jim, ist so beschäftigt mit esoterischen Gurus, Verjüngungskuren und dem Organisieren von Wohltätigkeitsvereinen (Egal, ob für oder gegen die Abtreibung), dass für die eigenen Lieben nur kurze Termine zwischen zwei unumstößlichen Verpflichtungen Zeit bleibt. Sie scheint nur am Rande mitzuerleben, wie sich ihr Sohn und dessen Frau sich auf eine Krise zubewegen, ihr Ehemann sich zweifelhaften Vergnügungen und ihre Tochter ihren Tagträumen über ihren verheirateten Cousin hingibt. Alle leben in ihren eigenen engen Bahnen und nur selten gibt es kurze, sehr hektische Berührungspunkte zwischen den Familienmitgliedern. Unaufhörlich drehen sich aber die Räder und die Stimmung wird zunehmend bedrohlicher. Man merkt nur langsam an kleinen Veränderungen, dass man unweigerlich auf eine Katastrophe, den großen Knall, zusteuert. Doch die Figuren nähern sich dem Abgrund wie in Trance – im Dämmerschlaf. Gleichzeitig durchzieht das ganze Buch einen unglaublich subtilen Humor, der die Sinnlosigkeit der Handlungen und Termine schonungslos offenbart. So geht man lieber zur “Beinmuskulatur-Kräftigung” als die Treppe zu benutzen. Nein, man verweigert sich der Treppe und der aktiven körperlichen Bewegung lieber komplett – es könnte die teuren Behandlungen beeinträchtigen! Man erfindet lieber Vereine zur Bekämpfung von Familienproblemen in der Dritten Welt, als seiner Tochter fünf Minuten zu zuhören. Diese fünf Minuten, die ja dann keinen Eintrag im Kalender finden würden, wären verschwendete Zeit, in einer streng getakteten Alltag. Der Verweis auf die heutige Zeit ist berechtigt. Nicht selten erwartet man, dass jemand ein iPhone zückt oder sagt: “Schick mir einfach eine Mail.” So unglaublich vertraut ist einem der enge Terminkalender, der Optimierungswahn der Frauen und der soziale Druck nach Perfektion in allen Lebensbereichen. Kurz zur Autorin: Edith Wharton 1862 – 1938, war eine waschechte New Yorkerin aus der Upper Class, die sie selbst in ihren Büchern sehr präzise beschreibt. Ihre – mir bekannten – Werke sind durchgängig Sittengemälde, leise, humorvolle bis harsche Gesellschaftskritik. Sie ist eindeutig eine Vorreiterin ihrer Zeit. Als erste Frau bekam sie den Pulitzer Preis für “Zeit der Unschuld” (Habt ihr den Film gesehen?) und die Ehrendoktorwürde (Yale) verliehen. Ihre Werken waren bei ihren Zeitgenossen sehr erfolgreich, geriet dann jedoch nach ihrem Tod in Vergessenheit. Cover: Ist das Bild nicht wunderschön? Dieses Buch bekommt in meinem Regal einen Ehrenplatz. Durch das Schwarz-Weiße ist der Zeitbezug und die etwas düstere Stimmung schön eingefangen. Auch der Beauty-Aspekt wird aufgegriffen. Ich liebe gut durchdachte Buchcover, die auch nach der Lektüre noch (ein weniger besser) funktionieren. Es ist schlicht und mehrdeutig, ein wirklich gelungener Kunstgriff, Manesse! Fazit: Für mich ist Wharton wundervolle Entdeckung aus der Jahrhundertwenden-Literatur. “Dämmerschlaf” ist eines ihrer späten Werke, die den selben hoffnungslos dekadenten Glamour atmen wie Fitzgeralds “Der große Gatsby”, Baums “Menschen im Hotel” oder Parkers “New Yorker Geschichten”. Art Deco, Jazz, Bubiköpfe und verrucht rote Lippen: Ich verliebe mich immer mehr in die Zeit und deren Autoren. Ihr zynischer Blick auf ihre Zeitgenossen finde ich sehr spannend und unterhaltsam. Die Paralellen zu unserer Zeit – gerade in “Dämmerschlaf” sind kaum von der Hand zu weisen. Darum bin ich sehr dankbar, dass ich auf dieses Buch gestoßen bin. Weitere Werke sind bereits auf meiner Wunschliste. Man muss die Zeit und diesen zynischen Stil wirklich mögen. Also ein Buch, dass ich einem eher speziellen Publikum empfehlen würde – dem aber uneingeschränkt.

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  • Edith Wharton - Dämmerschlaf

    Dämmerschlaf
    *Arienette*

    *Arienette*

    13. September 2013 um 09:47

    Erschienen ist "Twilight Sleep" 1927 im Verlag D. Appleton and Company in London und zeitgleich bei Grosset and Dunlap in New York. Auf Deutsch erschien der Roman unter dem Titel "Die oberen Zehntausend" 1931 bei Paul Zsolnay. "Dämmerschlaf" ist eine Satire auf die gehobene New Yorker Gesellschaft der Roaring Twenties. Pauline Manford, die zentrale Figur in diesem Roman, hat einen gut gefüllten Terminplan. Gesichtsmassage, ondulieren, mentales Verjüngungstraining, Psychoanalyse und darüber hinaus viele gesellschaftliche Verpflichtungen füllen ihren Tag. Mit freier Zeit kann Pauline nichts anfangen. Von ihrem ersten Ehemann Arthur Wyant hat sie sich getrennt, da es ihm an gesellschaftlichem Ehrgeiz mangelt. Ihr jetziger Ehemann Dexter Manford ist genervt von den vielen Partys und Veranstaltungen und träumt bisweilen von einem ruhigen Landleben, wo er wirkliche Erfolge verbuchen könnte. Er belächelt seine Frau bei ihrer kritiklosen Gläubigkeit gegenüber ihrem "Guru", dessen Stunden dieser sich gut bezahlen lässt. Beide wollen die Ehe von ihrem Sohn Jim mit Lita retten. Lita ist ein etwas flatterhaftes Wesen, welches trotzdem alle verzaubern kann. Sie ist egoistisch, strebt nach einem eigenständigen Leben, so behauptet sie wenigstens und ist schnell gelangweilt. Nun träumt sie von einem Leben beim Film... Und da ist noch Paulines Tochter Nona. Nona verzichtet auf ihre Liebe, weil dieser noch verheiratet ist und die Ehefrau nicht in die Scheidung einwilligt. Edith Wharton hat mit "Dämmerschlaf" eine bissige Satire auf die gehobene Gesellschaft mit ihren Lebenslügen, ihren Oberflächlichkeiten und ihrer inneren Leere geschrieben. Die Charaktere sind lebendig und präzise beschrieben. Im Grunde kommen die Frauen in diesem Roman nicht sehr gut weg: Pauline, die jeden Trend mitmacht und auch mit widersprüchlichen Meinungen keine Probleme hat und Lita mit ihrer Wankelmütigkeit und ihrem Anspruch. Einzig Nona bleibt ungeschoren, aber ihr Verhalten ist auch so ganz anders wie das der anderen Frauen. Sprachlich klar formuliert, ist es ein Vergnügen, den Roman zu lesen. Dem Roman angehängt sind Anmerkungen, ein Nachwort und eine editorische Notiz. Die Ausstattung ist erwähnenswert, das Buch ist leinengebunden und das Cover ansprechend.

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