Edith Wharton Ein altes Haus am Hudson River

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Inhaltsangabe zu „Ein altes Haus am Hudson River“ von Edith Wharton

Einfühlsamer Entwicklungsroman über das Heranwachsen eines jungen Mannes zum Schriftsteller Wie hoch darf der Preis für einen Lebenstraum sein? Und wie bleibt man sich auf dem Weg dorthin treu? In kraftvollen Bildern erzählt Edith Wharton vom schmerzhaften Prozess künstlerischen Reifens. Pünktlich zum 150. Geburtstag der vielfach ausgezeichneten amerikanischen Klassikerin liegt dieser bewegende Entwicklungsroman nun erstmals in deutscher Sprache vor. Für den jungen Vance Weston, den Sohn eines Immobilienspekulanten, hält die Zukunft ein komfortables Leben in der amerikanischen Provinz bereit. Doch der zarte 19-Jährige mit der lebhaften Fantasie hat eigene Pläne. Sein Herz führt ihn ins New York der Roaring Twenties – in die ersehnte Metropole des Geistes und der Literatur, aber auch der Macht und des Geldes. Auf den kometenhaften Aufstieg zum Liebling der Society folgt allzu rasch die große Ernüchterung. Vances einziger Lichtblick: die umsichtige Heloise Spear. In einem verlassenen Haus hoch über dem Hudson River hatte sie ihm einst die Augen für die Schönheit der Literatur geöffnet.

So "echt" geschrieben, dass man in dieser New Yorker Society versinken kann.

— DanelaPietrek
DanelaPietrek

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    Ein altes Haus am Hudson River
    serendipity3012

    serendipity3012

    06. June 2017 um 19:09

    Schreiben als Lebensziel Die Zwanziger Jahre in den USA: Vance Weston, junger Spross aus gutem Hause, will unbedingt Schriftsteller werden. Jedoch hat er weder schon viel zu Papier gebracht, noch kennt er sich mit dem gängigen Literaturkanon aus, es fehlt ihm an literarischer Bildung. So fühlt er sich wie im Paradies, als er nach einer langen Krankheit zur Erholung zu Verwandten geschickt wird und sein Cousin Upton ihn mitnimmt in ein altes Haus, das eine große Bibliothek besitzt. Vances Cousin und seine Familie geben auf das Haus Acht, das schon seit einiger Zeit leer steht. Hier lernt Vance auch die junge Halo kennen, die ihn immer wieder sacht in die richtige Richtung stößt und später seine Schreibversuche kritisch unter die Lupe nehmen wird. Vance gelingt es schließlich, bei Halos Ehemann Lewis und seiner Zeitung unter Vertrag zu kommen. Er heiratet seine Cousine Laura Lou, die zwar eine herzensgute Frau ist, ihm aber intellektuell unterlegen und mit der Vance nicht über seine Arbeit reden kann. Sowohl seine als auch Laura Lous Familie heißen die überstürzte Hochzeit nicht gut, und seine Schwiegermutter lässt ihn immer wieder spüren, dass sie ihm nicht vertraut. Edith Wharton (1862-1937) widmet sich in ihrem Roman „Ein altes Haus am Hudson River“ (erschienen erstmals 1929), der Frage nach der Bedeutung von Kunst und Literatur in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ihr Protagonist Vance Weston strebt danach, das journalistische Schreiben, das er vor allem als Broterwerb betreibt, hinter sich zu lassen, um ein erfolgreicher Romanschriftsteller zu werden, ohne wirklich zu wissen, wie genau er dies angehen soll. Durch Halo (eigentlich Héloise Spear – sie selbst sagt, Name und Spitzname seien beide gleich lächerlich) gelangt er in die Kreise der Society, wo er sich zunächst einmal zurechtfinden und lernen muss, welches Verhalten von ihm erwartet wird. Wharton gelingt es ausgezeichnet, in ihrem seitenstarken Roman ein ganzes Panorama der damaligen Zeit zu schaffen, ein Milieu und seine geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze differenziert vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen. Im lesenswerten Nachwort erfahren wir, dass sie dem „stream of consciousness“ (das heißt einer Technik, die sich auf den „Bewusstseinsstrom“ einer oder mehrerer Figuren stützt) skeptisch gegenüberstand – was sie im Übrigen mit Henry James gemeinsam hatte. Stattdessen widmet Wharton sich ausgiebig ihren Figuren und beleuchtet differenziert ihre Gefühle, Gedanken, Entscheidungen und deren Wechselwirkungen. Besonders stehen hier natürlich Vance und Halo im Mittelpunkt; Halo ist im Grunde die zweite Hauptfigur in Whartons Roman. Sie ist eine interessante Figur: Einerseits bildet sie so etwas wie das fehlende Gegenstück zu Vance, gerade auch auf intellektueller Ebene, mit der er konstruktiv über seine schriftstellerische Arbeit reden kann, außerdem weist sie ihm den Weg in die gesellschaftlichen Kreise, in denen er als Schriftsteller verkehren muss, wenn er dauerhaften Erfolg haben will. Andererseits ist sie eine Frau ihrer Zeit, die den Verleger Lewis Tarrant vor allem wegen seines Geldes geheiratet hat, auf das ihre Familie angewiesen ist. Ihr Mann wird mit der Zeit so etwas wie ihr Studienobjekt in der Hinsicht, dass sie lernt, wie sie in welcher Situation mit ihm umgehen muss, um ihn bei Laune zu halten und nicht zu verärgern.Wharton gelingt es aber auch hervorragend, die übrigen Figuren auf kleinem Platz so treffend zu charakterisieren, dass man stets eine genaue Vorstellung von ihnen hat, selbst, wenn sie eher auf Nebenschauplätzen zu finden sind. Das besagte Nachwort legt dies sehr nachvollziehbar nahe.„Ein altes Haus am Hudson River“ (im Original „Hudson River Bracketed“) lebt vom ruhigen, harmonischen Erzählrhythmus seiner Autorin bzw. Erzählerin, in der alles ineinander fließt. In vielem ist die Geschichte zeitlos, was vor allem die persönlichen Befindlichkeiten der Charaktere angeht, andererseits ist die Frage nach der Kunst und der Literatur und ihren Strömungen und ihrer Bedeutung sicherlich auch heute noch aktuell. So lässt sich Whartons Roman auch über 80 Jahre nach seinem Erscheinen noch mit Gewinn lesen. Ein ausführliches Anmerkungsverzeichnis in der von mir gelesenen Taschenbuchausgabe bei btb erläutert außerdem jene Textstellen, die sich dem heutigen Leser vielleicht nicht gleich erschließen bzw. geht auch darauf ein, wenn es kleine Umgereimtheiten im Text gibt. 1932 erschien in den USA eine Fortsetzung der Geschichte mit dem Titel „The Gods Arrive“, der allerdings wohl nie ins Deutsche übersetzt wurde.

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  • Rezension zu "Ein altes Haus am Hudson River" von Edith Wharton

    Ein altes Haus am Hudson River
    lokoschade

    lokoschade

    06. January 2012 um 10:43

    •Gebundene Ausgabe: 624 Seiten •Verlag: Manesse Verlag (17. Oktober 2011) •Sprache: Deutsch •ISBN-13: 978-3717522300 •Originaltitel: Hudson River Bracketed Mein Leseeindruck: Vance Weston ist neunzehn Jahre alt als er das College abgeschlossen hat und nun am Ausloten ist, wie die Zukunft beruflich für ihn aussehen könnte. Sein Vater ein erfolgreicher Immobilienmakler hätte ihn natürlich gerne in seinem Metier gesehen, aber Vance ist kein Verkäufer, sondern ein Mann der die Worte liebt. Er möchte schreiben....und muss unbedingt nach New York. Denn dort sind sie zuhause die großen Literaten, Bohemians, Künstler und Verleger. Dazu fühlt er sich berufen. Als er von einer schweren Krankheit langsam wieder zu Kräften kommt beschließt die Familie, auf Anraten des Hausarztes, ihn zu einer entfernten Verwandten ins Hudson River Valley zu schicken um dort endgültig seine Gesundheit wieder zu erlangen. Vance anfangs noch abgeneigt, freundet sich mit dem Gedanken an, denn das bringt ihn näher nach New York. Er lernt die intellektuelle, lebensfrohe und um keine Antwort verlegene Halo Spears kennen, die seine Leidenschaft für Literatur teilt. Als diese ihm nach einem gemeinsamen Ausflug das alte Haus hoch über dem Hudson, The Willows zeigt, sind letzte Zweifel endgültig beseitigt. In der Bibliothek von The Willows ist er verzaubert von der überwältigenden Ansammlung wertvoller Bücher, das Eintauchen in fremde Welten und sein Entschluß ist nun unumstößlich: Er wird Schriftsteller! Unglückliche Umstände zwingen ihn Pauls Landing und somit auch The Willows früher als geplant (und unfreiwillig) zu verlassen und so macht er sich auf den Weg nach New York. Doch seine Tage in New York sind nicht immer hell. Ohne Geld, naiv und unerfahren spricht er bei mehreren Redaktionen und Verlagen vor und stößt auf Ablehnung. Inwischen ist einige Zeit vergangen und er trifft eines Tages Halo wieder, die junge Frau die ihm seinerzeit die Türen zu dieser wunderbaren Welt der Bücher geöffnet hat. Sie ist inzwischen mit Lewis Tarrant, Herausgeber einer literarischen Zeitschrift, verheiratet. Sie macht die beiden miteinander bekannt und Vance, den ewigen Geldmangel leid, läßt sich auf einen mehr als fragwürdigen Vertrag ein. Aber endlich will jemand ihn und seine Arbeit haben. Derart beflügelt trifft er in New York Laura Lou wieder und ihm fällt erstmals auf wie unglaublich schön sie ist. Er verliebt sich Hals und Kopf und kurze Zeit später werden die beiden heiraten. Doch der Erfolg und die somit erhoffte finanzielle Sicherheit bleiben aus.. seine wunderschöne aber einfältige Ehefrau erkrankt ernsthaft... Zitat aus dem Buch: "Das Romanschreiben? Na ja, ich weiß nicht. Man hat eine Geschichte die man erzählen will, und statt einem Freund die Ohren vollzulabern, was das Natürlichste wäre, schließt man sich ein, hämmert sie in eine Remington und schickt sie an einen Verleger, sodass noch mehr Menschen sie hören können. Das ist vermutlich der einzige Unterschied - das und die Einnahmen", fügte er mit wohlgenährtem Kichern hinzu." "Ja, aber...." japste Vance entmutigt. Fazit: Scharfsinning, intelligent, ironisch, poetisch und mit viel Empathie für ihre Figuren skizziert Edith Wharton (die 1921 als erste Frau den Pulitzer-Preis erhielt) den Weg des jungen Vance Weston in die Welt der Literatur und somit auch die Gepflogenheiten des Literaturbetriebs. Weltliteratur! Absolut empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Ein altes Haus am Hudson River" von Edith Wharton

    Ein altes Haus am Hudson River
    Clari

    Clari

    22. November 2011 um 10:18

    Edith Wharton hat mit ihrem 1929 erstmals erschienenen Roman ein Künstlerleben erfasst. Es geht um Kunst, Kunstkritik und Dichtung im weitesten Sinn. Wie es in einem Nachwort von Rüdiger Görner heißt, waren sich Künstler in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in New York uneins, ob und wie man mit den zivilisatorischen Veränderungen fertig werden könnte. In der Figur des Vance Weston versinnbildlicht die Autorin den Kontrast zwischen friedlicher Idylle auf dem Land und der schnellen und rasanten Entwicklung in der Stadt der Künste par excellence: New York. Was soll man tun, wenn man aus einfachen Verhältnissen stammt aber leidenschaftlich für Literatur und Malerei schwärmt? Nach einer schweren Erkrankung wird Vance Weston zur Erholung aufs Land zu entfernten Verwandten geschickt. Hier lernt er Héloise Spear kennen! Auch sie ist sehr entfernt verwandt mit ihm. Sie ist belesen und gebildet und merkt schon bald, dass Vance begabt und der Dichtung zugewandt ist. Beide erleben einen wunderschönen Sonnenaufgang mit einander, denn Halo, wie sie genannt wird, ist ebenso schnell zu begeistern wie Vance. Die Familienverhältnisse aller Parteien sind etwas schwierig zuzuordnen. Halo ist verlobt mit Lewis Tarrant, einem ichbezogenen Intellektuellen, der seine Ideen nicht, wie sie erhofft hatte, mit ihr teilt. In New York betreibt er eine kultivierte Zeitschrift, und durch allerlei Verbindungen stellt sich Vance Weston eines Tages als Redakteur bei ihm vor. "The Willows" ist das alte Landhaus am Hudson River,in dem sich Vance und inzwischen Tarrants Ehefrau Halo mehrmals zum Austausch über Bücher einfinden. Hierarchien nach Herkommen und Bildung lassen jedoch ahnen, wie schwer es war, die Leiter nach oben zu erklimmen. Vance Weston scheint es zu gelingen! Er heiratet die entfernte Cousine Laura Lou und freut sich auf ein auskömmliches Leben als Dichter in New York. Doch entwickelt sich nicht alles so günstig, wie er erhofft hat. Seine einfältige aber hübsche Frau Laura Lou bleibt weit hinter seinen Lebensambitionen zurück. Dem jungen Dichter macht die Geldnot arg zu schaffen, denn so schnell geht es mit dem Ruhm nicht voran. Er ist zudem hin und her gerissen in seiner Verehrung für Halo, mit der er in geistigem Gleichklang verkehrt, während ihn die öde Langeweile mit seiner tatenlosen und kränkelnden Frau nervt. In epischer Breite und mit zahlreichen eindringlichen Details entwickelt die Autorin Edith Wharton die Charaktere ihrer Figuren. Mit ausgedehnten Landschaftsbeschreibungen, im Schwelgen der Natur und anlässlich freundschaftlicher Begegnungen und Gespräche breitet sich das Bild einer illustren und besonderen Gesellschaft vor uns aus. Kunstvoll und akribisch gestaltet Edith Wharton ihren Entwicklungsroman. Die New Yorker Künstlergesellschaft zeigt den Reichtum, den Ruhm und die Armut in allen Bereichen. Jeder einzelne Charakter zeigt Qualität, Kraft und Originalität. Dürftige Unterkünfte oder prächtige Wohnräume beleben die Szenen, und gelegentliche Intrigen zeigen die Menschen, wie sie mit allen Facetten nun einmal sind: eifrig, freundlich, missgünstig, liebend, enttäuschend und immer auf der Suche nach dem wahren Glück und dem richtigen Weg. Ein gekonntes und wunderbar den Zeitgeist spiegelndes Meisterwerk liegt mit diesem Roman von Edith Wharton auf Deutsch zum ersten Mal vor. Sehr lesenswert!

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